Sonntag, 8. Februar 2015

[Rezension] Vampire Academy 01. Blutsschwestern - Richelle Mead

Egmont Lyx Verlag | 287 Seiten | Broschiert | Band 1 der Reihe | 12,95 € | Kaufen

St. Vladimir's ist eine Schule für junge Vampire. Auch Rose Hathaway - halb Mensch, halb Vampir - wird hier zur Wächterin ausgebildet. Sie hofft, eines Tages ihrer besten Freundin Lissa zur Seite zu stehen, der letzten Überlebenden der Vampirfamilie Dragomir. Da kommt es zu einer Reihe merkwürdiger Vorfälle. Irgendjemand scheint es auf Lissas Leben abgesehen zu haben. Der Einzige, dem sich Rose anvertrauen kann, ist der attraktive Wächter Dimitri...

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Mit Vampire Academy - Blutsschwestern beginnt für mich ein besonderes Re-Read. Denn diese Buchreihe liebte ich schon abgöttisch, lange Zeit bevor ich meinen Blog aufgebaut hatte. Es waren die verrückten Momente, in denen ich nicht darüber nachdachte, wie die Reihe im Regal aussieht. Sondern ich habe mir das erste Exemplar eines neuen Bandes gekrallt, was ich finden konnte. Die Reihe steigert sich immer weiter, sodass Band eins fast noch "harmlos" erscheint.
Die Urban-Fantasy-Geschichte von Richelle Mead begeistert nicht nur durch eine spannende Handlung und wunderbaren Charakteren, sondern durchaus mit ihrer Autentizität. Obwohl darin Vampire und deren gesamtes Gesellschaftsleben vorkommen, so kann man sich mit den Figuren sehr gut identifizieren und wird in seiner Zeit zurückversetzt. Im Grunde erleben die Protagonistinnen Rose und Lissa einen normalen Schulalltag mit geheimen Partys, Schultratsch und dem Unterricht. Aber all dies wird eben durch die Tatsache, das die meisten Schüler Vampire sind, aufgebrochen und in eine völlig neue, fantastische Richtung gelenkt.

Eigentlich beginnt die Geschichte ziemlich verwirrend, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Rose und Lissa sind nämlich von der Vampirschule St. Vladimir's geflohen und werden schließlich von einer Gruppe Wächter aufgelesen. Lissa trinkt Blut von Rose, um bei Kräften zu bleiben und sie benutzt gegenüber ihrem Mitbewohner eine Kraft, die sich Zwang nennt. Wenn man zunächst gar nichts darüber weiß, ist es natürlich nicht so leicht, dem Geschehen zu folgen. Richelle Mead schafft es jedoch, diese Erklärungen so geschickt einzubauen, dass wir sie genau im richtigen Moment in kleinen Portionen erhalten, sodass wir nicht ein seitenlanges Lexikon vor uns haben.
Lissa ist eine Moroi, so heißen die Vampire. Rose ist halb Mensch, halb Vampir und damit ein Dhampir. Da sich Dhampire nur mit Moroi fortpflanzen können, haben sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Moroi als Wächter zu beschützen. Dazu werden die Dhampire an den Vampirschulen ausgebildet. Denn im Gegensatz zu unserer typischen Vampirvorstellung trinken Moroi nur täglich eine kleine Dosis Blut von jenen, die sich freiwillig dazu bereiterklären. Außerdem sind sie sterblich. Die unsterblichen Vampire, die ihr Opfer aussaugen und töten, heißen Strigoi. Sie wollen die Moroi vernichten und genau das ist der Grund für die Ausbildung zu Wächtern.

Da Rose und Lissa schon immer beste Freundinnen waren, ist Rose bereits ihr inoffizieller Wächter, weil sie immer zusammen sind.
Rose ist ein sehr temperamentvolles und stürmisches Mädchen, dass kein Blatt vor den Mund nimmt und sogar von Authoritätspersonen nicht zurückschreckt. Sie kennt ihr Stärken genau, möchte sich aber gleichzeitig ihre Schwächen nicht eingestehen. Sie liebt es, in den Kreisen der königlichen Moroi zu verkehren und nimmt immer wieder an Partys teil. Wenn sie dies besser im Griff hätte, so würde aus ihr eine fantastische Wächterin werden.
Nach ihrer Flucht mit Lissa jedoch hält man sie für gefährlich und unvorsichtig. Da sie außerdem im Unterricht zurückhängt, bekommen sie Einzelstunden beim gottesgleichen Wächter Dimitri Belikov. Neben der Flucht ist er es, der ihre Ansichten und Prioritäten ändert. Zwar nimmt sie noch an Partys teil, bleibt aber vollkommen nüchtern, um Lissa zu beschützen. Sie trainiert härter denn je, denn sie muss unbedingt ihr Abschlussprüfung mit Lissa schaffen, da sie sie ansonsten als Schützling verlieren könnte.


Neben Roses sarkastischer und ungestümer Art, die dennoch immer wieder Freude bereitet, ist Lissa eine graue Maus. Sie hatte es nicht leicht im Leben. Ihre Familie war eine der zwölf Königsfamilien unter den Moroi. Doch bei einem Autounfall starben ihre Eltern und ihr Bruder. Da sie die einzige aus dem Hause Dragomir ist, die noch lebt, trägt sie den Titel Prinzessin. Um sie scharren sich die Schüler, denn Verbindungen zu königlichen Moroi ist am Erstrebenswertesten für die "normalen" Moroi.
Lissa hat jedoch einen sehr labilen psychischen Zustand, der von einer seltsamen Kraft herrührt. Sie kann Verletzungen heilen, einfach so mit ihrem Geist. Keiner der beiden versteht es, aber zusätzlich teilt sie mit Rose ein mentales Band. Rose kann alle ihre Emotionen spüren und sogar für kurze Zeit in Lissas Kopf hineinspringen. Das ist etwas sehr wertvolles. Rose als ihre Wächterin wüsste immer, was mit ihr passiert und wie es ihr geht. Im Buch kommt es zu einigen solcher Situationen, in denen Rose Lissa das Leben rettet.

Irgendjemand scheint sie provozieren zu wollen, denn immer wieder tauchen blutüberströmte Tiere in Lissas Zimmer auf, denen die Kehle durchgeschnitten wurde. Auf Lissa lastet ein enormer psychischer Druck, den sie sich auch teilweise selbst auferlegt und so kommt es, dass sie sich in besonders heftigen Zeiten sogar ritzt.
Zunächst haben die beiden Mia in Verdacht. Nach ihrem Verschwinden hat sich Mia, eine kleine unscheinbare Person, in der Beliebtheitsskala nach oben gearbeitet und sieht es nun gar nicht gern, dass Lissa innerhalb weniger Wochen wieder zum Liebling der Schule wird.
Trotz ihres Zustandes ist Lissa eine der liebenswürdigsten Personen, die ich kenne oder über die ich gelesen habe. Sie könnte niemandem etwas zuleide tun. Manchmal wirkt sie fast schon naiv, aber irgendwie macht es sie auch perfekt für die Rolle der Schutzbefohlenen.

Die Geschichte wird niemals langweilig. Es gibt so viel Handlung und so viele Charaktere kennenzulernen, dass man hungrig eine Seite nach der anderen aufschlägt. Besonders schön ist die Beziehung zwischen Rose und ihrem Mentor Dimitri. Rose wirft ihm immer wieder zum Totlachen sarkastische Kommentare an den Kopf, die er nur mit einem brottrockenen Humor abtut. Doch neben all dem Spaß lehrt er Rose auch den Ernst ihres Berufes. Sie setzt ihre Prioritäten neu. Sie sollte jede freie Minute trainieren und auf Lissa aufpassen, sodass sich ihr Verhalten auch ändert. Sie bricht sogar einen heftigen Streit vom Zaun, nur weil jemand eine blöde Bemerkung über Lissa gemacht hat. 
Aber natürlich ist da im Laufe des Buches auch noch dieses besondere Knistern zwischen Rose und Dimitri. Schon nach wenigen Trainingseinheiten ist klar, dass sie ihn begehrt. Da man die Geschichte aus Roses Sicht erlebt, kann man das besonders gut nachempfinden und ein klein bisschen bin ich auch in Dimitri verliebt ;)


Die Welt, die Richelle Mead in der unseren geschaffen hat, ist so authentisch und toll gestaltet, dass man am Liebsten selbst ein Teil davon sein möchte. Es gibt keine noch so kleine Lücke in den Erklärungen, sodass sich alles nahtlos zusammenfügt. Die Charaktere machen bereits in diesem ersten Teil enorme Entwicklungen durch und es ist einfach schön zu beobachten, wie manche Menschen/Vampire ihr Verhalten wegen eines anderen Menschen/Vampirs verändern können.
Ich freue mich schon sehr darauf, die Reihe weiterzulesen, obwohl ich natürlich bereits weiß, was noch alles passieren wird. Und obwohl ich das schon alles weiß, liebe ich es dennoch, mich von der Geschichte gefangen nehmen zu lassen.

5 Marshmallows

1 Kommentar:

  1. Hallöchen! :)
    Eine schöne Rezi. Mir hat die Reihe auch totaaaal gut gefallen.
    Und ganz im Besonderen liebe ich einfach diesen Humor... :D
    Ich wünsche dir viel Spaß beim weiteren Lesen :)
    LG

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