Samstag, 17. Mai 2014

[Rezension] If I Stay (Gayle Forman)

Titel: If I Stay
Deutscher Titel: Wenn ich bleibe
Autorin: Gayle Forman
Band 1 der Dilogie
Verlag: Black Swan
Seiten: 250
Genre: Drama
Preis: 6,60€

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Klappentext:
The last thing Mia remembers is the music.
After the accident, she can still hear it. And she can see her damaged body being taken from the wreck of her parent's car - even though she can't feel a thing.
All she can do is watch as doctors rush to save her life, as her friends and relatives gather outside her room, as the boy she loves struggles to be near her.
As the next twenty-four hours unfold, Mia mus come to terms with what came before the crash - and what could come after. And she knows she must make the most difficult choice of all.
If she stays ...
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Everyone thinks it was because of the snow.

Es ist eine grauenhafte Vorstellung, wenn wir uns in die Protagonistin Mia hineinfühlen. Wenn man sich nicht selbst in dieser Situation befunden hat, so ist es unvorstellbar, wie man entscheiden soll: Bleibe ich oder gehe ich? Eigentlich sollte die Antwort sofort "Ich bleibe." heißen, aber man muss dann auch mit den Konsequenzen leben und Mia ist sich nicht sicher ob sie das kann.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Winterlandschaft, die mit grünen und gelben Farben aufgehübscht ist, passt sehr gut, wobei ich sagen muss, dass das Mädchen eine merkwürdige Haltung eingenommen hat. Besonders gefällt mir, dass das Motiv auch auf der Innenseite des Buch weitergeht.
Der Titel bringt uns die zentrale Frage näher, der sich Mia stellen muss. Sie muss immer wieder abwägen ob es besser für sie ist, zu bleiben oder zu gehen und ihr Leben aufzugeben.

Mia scheint das perfekte Leben zu haben: Sie ist unsterblich in Adam verliebt und außerdem noch eine begnadete Cellistin, die sehr gute Chancen auf ein Stipendium bei der renommierten Juilliard hat.
Allerdings ändert sich ihr Leben an einem verschneiten Morgen völlig. Das Auto ihrer Familie kommt ins Schlittern und kracht in einen LKW. Plötzlich ist es so, als wäre Mias Seele aus ihrem Körper entwichen und sie beobachtet als Außenstehende die nächsten tragischen vierundzwanzig Stunden, in denen sich sich entscheiden muss, ob sie zurück in ihren Körper geht oder diese Welt für immer verlässt...

Gayle Forman zeigt in diesem Roman metaphorisch und auf gleichzeitig gefühlvolle und doch nüchterne Art, wie sich ein Mensch nach einem grauenvollen Unfall fühlt, wie er entscheiden muss, ob für ihn das Leben noch lohnenswert ist. Im Grunde ist es eine schöne Vorstellung, dass ein Mensch, der dem Tode nahe ist, noch auf einer Zwischenebene entscheiden kann, ob es sich für ihn noch lohnt, in seinen Körper zurückzugehen. Denn durch diese Vorstellung können wir glauben, dass nicht der Körper entscheidet, wann wir sterben, sondern unser Geist, nämlich dann, wenn er bereit ist, zu gehen. Doch leider gibt es ja immer wieder Beispiele, die eigentlich dagegen sprechen.
In Mias Situation ist es noch einmal heftiger. Denn bei dem Unfall verlor sie ihre Eltern und ihren kleinen Bruder. Ihre Trauer darüber ist so groß, dass sie gar nicht mehr zurückkehren will. Auch wenn ihre Großeltern, ihre beste Freundin Kim und ihr Freund Adam auf sie warten. Die Familie steht einem eben doch näher.

Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut. Zunächst beginnt sie mit einem normalen Morgen, der jedoch in einer Katastophe endet - nämlich mit dem Tod von Mias Eltern und ihrem kleinen Bruder. Sie selbst wird schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Doch sie scheint mehr tot als lebending zu sein. Ihr Geist ist es aber umso mehr. Sie begleitet ihren Körper wie ein unsichtbarer Schatten und kann alles, was um sie herum passiert, beobachten. Immer wieder denkt Mia an die Vergangenheit. Durch diese Rückblenden erhalten wir einen sehr guten Einblick in Mias Leben: Welche Art Mensch sie ist; wie sie zum Cello-Spielen kam; wie ihre Beziehung zu ihren Eltern und ihrer besten Freundin Kim ist und wie sie Adam kennen- und liebenlernte.
Am Anfang sind diese Rückblenden noch in einem "Kennenlern-Prozess". Später jedoch, wenn Mia in ihrer jetzigen Situation immer mehr Zweifel kommen, werden auch ihre Erinnerungen dunkler. Sie erinnert sich an Probleme und Konflikte. Somit sind ihre Gedanken von früher und im Hier und Jetzt immer äquivalent.
Doch je mehr sie darüber nachdenkt, desto klarer wird ihr, dass sie so nicht weiterleben möchte.

Und gerade in diesen Momenten wäre ich gerne durch die Seiten gestiegen. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass sie ohne ihre geliebte Familie kein richtiges Leben mehr führen kann oder will, allerdings ist ihre Unentschlossenheit manchmal doch etwas nervig. Natürlich ist es keine leichte Entscheidung ob man sein Leben nun hinter sich lässt oder den Kampf aufnimmt, allerdings kann sie auch nicht einfach loslassen. Sie möchte eine Bestätigung, dass sie loslassen darf. Fast so, als wäre sie kein eigenständiger Mensch. 
Mit der Zeit der Rückblenden lernen wir über Mia, dass sie ein ruhiges Mädchen und nicht wirklich von sich überzeugt ist. Ansonsten würde sie nicht permanent daran zweifeln, dass der beliebte Adam, der in einer aufsteigenden Rockband Gitarre spielt, ausgerechnet sie als seine große Liebe auserwählt hat. Immerhin liebt sie ihn auch und deshalb kann ich nicht verstehen, warum sie immer wieder von negativen Gefühlen geplagt wird und die Zeit mit ihm nicht genießt. Gerade jetzt sieht sie ja, dass das Leben zu kurz ist.

Und damit komme ich zu der Beziehung von Mia und Adam. Es ist natürlich ganz klar, was die beiden verbindet: Ihre leidenschaftliche Liebe zur Musik. Jedoch sind sie in zwei völlig unterschiedliche Richtung entwickelt: Adam ist Gitarrist der Rockband Shooting Star, die gerade kurz vor dem großen Sprung steht und Mia ist eine klassische Cellistin. Vielleicht kann Mia gerade deshalb nicht glauben, dass Adam sich in die verliebt hat - weil sie ganz anders ist. Besonders süß war das erste Treffen der beiden. Adam hat all sein Geld zusammengekratzt, um Mia zu einem klassichen Konzert des Cellisten Yo-Yo Ma einzuladen. Obwohl er der coole Rocker ist, kann man seine Art und seinen Umgang mit anderen Menschen nur als absolut liebenswert und herzensgut bezeichnen. Er würde alles für Mia tun und sagt sogar ein Konzert ab, als er von ihrem Unfall erfährt. Er lässt sich die verrücktesten Ideen einfallen, um sich zu ihr auf die Intensivstation zu schmuggeln.
Jetzt folgt leider ein großes Aber. Denn obwohl die beiden durch Musik verbunden sind und Adam offen zeigt, wie sehr er Mia liebt, so hatte ich dennoch die ganze Zeit das Gefühl, dass die beiden einfach nicht zueinander passen. Das hat nichts mit ihren unterschiedlichen Musikstilen zutun, aber wohl eher mit Mia. Zwar versucht sie wirklich, Adam und seine Leidenschaft für Rock zu verstehen, doch sie fühlz sich in dieser Welt überhaupt nicht wohl und sucht immer wieder Ausreden, um nicht zu seinen Shows kommen zu müssen. Das finde ich sehr schade, da sie doch etwas Verständnis für ihn aufbringen sollte. Außerdem sind ihre eigenen Eltern Verfechter der Rock-Szene und eigentlich ist sie ja damit aufgewachsen.

Innerhalb der Geschichte gibt es immer wieder Momente, die mich emotional berührt haben, jedoch sind das nur sehr wenige. Irgendwie bin ich nicht ganz warm mit dem Buch geworden, für mich wirkte vieles distanziert, sodass ich mich nicht wirklich in Mias Situation hineinfühlen konnte.
Vielleicht hat das auch mit den vielen Rückblenden zutun, die wirklicht einen sehr großen Teil des Buches ausmachen. Sie erzählen die Geschichte eines normalen Mädchens, aber irgendwie konnte ich keine Nähe aufbauen. Denn dann befindet man sich wieder im Krankenhaus und die Stimmung wird runtergezogen. Und es ist leider auch nicht so, dass man Mias Leben vor dem Unfall als glücklich bezeichnen konnte. Ich habe ihre Rückblenden eher wie eine kleine Biografie gelesen und keine wirklichen Emotionen dabei spüren können. Dabei wäre das so wichtig gewesen. Dass sie als Vollwaise und ohne ihren Bruder aufwachen wird, ist schlimm genug, aber ansonsten sehe ich in ihrem Leben keinen weiteren richtigen Grund, dass sie in ihren Körper zurückkehren sollte. So gemein das auch klingt. Sie spricht immer nur von ihrer Familie und ganz selten von Adam. Ihr Leben wurde für mich nicht so positiv dargestellt, dass sie unbedingt zurückkommen möchte. Ich hatte wirklich sehr oft das Gefühl, dass wir einfach gehen will, aber da sie noch nie wirklich ihre eigenen Entscheidungen ohne Beihilfe getroffen hat, braucht sie erst einen Zuspruch von außen.

Insgesamt haben mir die Idee und Vorstellung gefallen, dass die Seele vor einem möglichen Tod noch einmal selbst entscheiden kann, ob sie ins Leben zurückkehren möchte oder nicht. Grundsätzlich ist der Ansatz sehr gut, aber leider kommen bei mir nur wenige Emotionen an. Es herrscht wenig Ruhe in der Geschichte und immer viel Hektik und Aktion. Die Rückblenden wirken ungeordnet, beschreiben aber äquivalent zu Mias Gefühlen Konflikte aus ihrer Vergangenheit.
Adam ist ein wirklich toller Charakter, ebenso wie Mias beste Freundin Kim, aber Mias Beziehung zu anderen Menschen ist immer von Zweifeln geprägt, was sehr schade ist. Deshalb hat sie auch immer öfters Streit mit Adam gehabt, da sie ihm aus Angst nicht immer alles erzählt hat, dabei hat er immer Verständnis.

If I Stay behandelt ein erschreckendes und zugleich schönes Thema, allerdings ist die Umsetzung mittelmäßig. Die Gefühle kommen nicht ganz bei mir an und generell wirkt alles sehr distanziert. Hätte die Autorin die Protagonistin Mia nur etwas offener gestaltet, hätte die ganze Geschichte schon anders ausgesehen.

3 Marshmallows

I understood all that in my head, but I still didn't believe it in my heart. When I was with Adam, I felt picked, chosen, special, and that just made me wonder Why me? even more. (S.103)

'Fake it till you make it!' (S. 104)

I'm not sure this is a world I belong in anymore.
I'm not sure I want to wake up. (S.177)

Dienstag, 13. Mai 2014

[Release] Selection Series Novella: The Queen

Gerade erst ist der dritte und letzte Band der Selection Reihe von Kiera Cass, The One, erschienen, schon begeistert die Autorin ihre Fans mit einer tollen Überraschung! Nach den Kurzgeschichten The Prince (meine Review) und The Guard (meine Review) gibt es nun eine weitere über Königin Amberly und der Zeit ihrer eigenen Selection. Ein Veröffentlichungsdatum steht leider noch nicht fest, aber bis dahin können wir uns mit dem Cover und The One, sowie dem Buchtrailer vergnügen!

Freut ihr euch auf eine weitere Kurzgeschichte?

via
Before America Singer’s story began, another girl came to the palace to compete for the hand of a different prince….

Don’t miss this digital original novella set in the captivating world of Kiera Cass’s #1 New York Times bestselling Selection series. This prequel story takes place before the events of The Selection and is told from the point of view of Prince Maxon’s mother, Amberly. Discover a whole new Selection with this inside look at how Maxon’s parents met—and how an ordinary girl named Amberly became a beloved queen.


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The One - Buchtrailer

Sonntag, 11. Mai 2014

Sehenswert und Lesenswert im Mai 2014

Zu Beginn jedes neuen Monats möchte ich euch gerne Bücher und Filme vorstellen, die interessant und eben sehenswert & lesenswert sind. Ich wünsche euch viel Spaß und natürlich interessiert mich, ob ihr diese Neuerscheinungen auch auf dem Schirm habt und auf welche ihr euch im kommenden Monat freut.
Leider habe ich es im April nicht geschafft, eine Übersicht zu erstellen. Ich hoffe, ihr seht es mir nach ;)

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Bücher

Titel: Blood & Gold - Elemente der Schattenwelt
Autorin: Laura Kneidl

Auftakt einer neuen Fantasyreihe!

Preis: 4,99€

Bereits lieferbar!

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Titel: Obsidian - Schattendunkel
Autorin: Jennifer L. Armentrout

Auftakt der neuen Fantasy-Romance Reihe!

Verlag: Carlsen
Preis: 18,90€

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Titel: Summer of Love
Autorin: Abby McDonald

Romance-Story mit Sommergefühlen!

Verlag: cbj
Preis: 7,99€

Erscheint am 12.05.2014!

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Titel: The Gifted - Vergiss mein nicht
Autorin: Jennifer Lynn Barnes

Jugendthriller

Verlag: cbt
Preis: 7,99€

Erscheint am 12.05.2014!

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Titel: Poison Princess
Autorin: Kresley Cole

Auftakt der Arcana Chronicles!

Verlag: cbt 
Preis: 9,99€

Erscheint am 12.05.2014!

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Titel: Saranormal - Die Geisterstadt
Autorin: Phoebe Rivers

Fantasy-Mystery Geschichte

Verlag: Baumhaus
Preis: 12,99€

Erscheint am 16.05.2014!

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Titel: City of Heavenly Fire
Autorin: Cassandra Clare

Band 6 der The Mortal Instruments Reihe!

Verlag: Walker Books
Preis: 12,55€

Erscheint am 28.05.2014!

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Filme

DVD
Der Medicus
Erscheint am 22.05.2014!
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KINO
Grace of Monaco
Erscheint am 15.05.2014!

X-Men - Zukunft ist Vergangenheit
Erscheint am 22.05.2014!

Maleficent - Die dunkle Fee
Erscheint am 29.05.2014!

Samstag, 10. Mai 2014

Gelesenes im April 2014


Beendet:
1. Indigo - Das Erwachen von Jordan Dane (Rezension)
2. MondSilberTraum von Marah Woolf (Rezension)


Komplett gelesen:
1. Seasons of Love 01. Der Duft von Schnee von Petra Röder (Reihenreview folgt!)
2. Seasons of Love 02. Der Klang von Regen von Petra Röder (Reihenreview folgt!)
3. Seasons of Love 03. Der Geschmack von Sonne von Petra Röder (Reihenreview folgt!)
4. Alisik 03. Frühling von H. Rufledt & H. Vogt (Rezension)
5. Die fünfte Welle von Rick Yancey (Rezension)
6. Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green (Rezension)
7. If I Stay von Gayle Forman (Rezension folgt!)
8. Lovesong - If I Stay #2 von Gayle Forman (Rezension folgt!)

Gelesene Seiten: 2205

Quelle: Petra Röder

Mittwoch, 7. Mai 2014

[Rezension] Numbers - Den Tod im Blick (Rachel Ward)

Titel: Numbers - Den Tod im Blick
Autorin: Rachel Ward
Band 1 der Trilogie
Verlag: Carlsen
Seiten: 363
Genre: Fantasy/Jugendbuch
Preis: 8,99€

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Klappentext:
Er hatte sie auch. 08122010. Seine Zahl. Irgendwas würde mit diesen Leuten passieren. Heute. Hier.

Augen, so heißt es, sind das Fenster zur Seele. Doch wenn Jem in fremde Augen blickt, sieht sie eine Zahl. Und die ist unauslöschlich. Denn sie markiert den Tag, an dem ihr Gegenüber sterben wird.
Also meidet Jem Menschen. Doch dann lernt sie Spinne kennen - und ist glücklich, zum ersten Mal. Bis bei einem Trip zum Londoner Riesenrad etwas Schreckliches passiert: Um sie herum haben alle dieselbe Zahl...
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Es gibt bestimmte Orte, wo wir uns herumtreiben.

Ein Mädchen, das sehr zurückgezogen lebt, weil es die Todesdaten anderer Menschen sehen kann, sobald sie sie ansieht. Ein Mädchen, das dennoch immer wieder in den Fokus gerückt wird. Ein Anschlag und eine Flucht, die sie noch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. All das verspricht der erste Band der Numbers-Reihe.

Das Cover gefällt mir gut. Ich würde es nicht gerade als hübsch oder anziehend bezeichnen, dennoch strahlt es eine gewisse Düsternis aus. Dass das große Wort Numbers mit Zahlen ausgefüllt ist, passt sehr gut und ist eine kreative Idee!
Der Titel passt wortwörtlich auf die Umstände, die den Roman ausmachen. Die Protagonistin sieht die Todesdaten anderer Menschen durch einen Blick in ihre Augen.

Jem kann seit ihrer Geburt die Todesdaten ihrer Mitmenschen mit einem Blick sehen. Früher wusste sie nicht genau, was die Zahl zu bedeuten hat, doch inzwischen ist ihr ganzes Leben danach ausgelegt. Sie lebt sehr zurückgezogen in einer Pflegefamilie und lässt niemanden an sich heran. Man würde sie auch als Problemkind bezeichnen. Sie hält nichts von der Schule und gerät immer wieder in brisante Situationen, die ihr Ärger einhandeln.
Als sie eines Tages Spinne kennenlernt, mit ihm einen Ausflug zum London Eye macht und alle Menschen dort diesselbe Zahl haben, ergreift sie voller Panik die Flucht. Nur wenige Minuten später explodiert das Riesenrad und die beiden Jugendlichen werden von der Polizei gesucht.

Schon lange hat mich die Geschichte des Mädchens interessiert, dass den Tod sieht. Jedoch entpuppte sie sich sehr schnell als nicht das, was ich erwartet hatte. Eigentlich war ich auf einen spannenden Thriller gefasst gewesen, doch die Geschichte sackt ziemlich schnell in ein Jugenddrama mit sozialem Schwerpunkt ab. Beide Aspekte wirken wie zufällig zusammengewürfelt und haben mit der versprochenen Spannung wenig zutun.
Natürlich wird inhaltlich genau das eingehalten, was im Klappentext beschrieben wird, jedoch wird von vorneherein der soziale Aspekt komplett außer Acht gelassen. Das ist ziemlich blöd, wenn man bedenkt, dass sich das gesamte Buch darum dreht. Somit muss man sich als Leser komplett fallen lassen. Mir ist das jedoch sehr schwer gefallen, da ich mich noch nie mit dieser Art von Menschen identifizieren konnte.

Jem lebte einige Zeit in einem Jugendheim, da ihre Mutter an einer Überdosis Heroin gestorben ist. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Vor Kurzem wurde sie von einer sehr liebenswürdigen Familie aufgenommen. Leider jedoch sträubt sie sich gegen jegliche Beziehung zu anderen Menschen. Dies ist hauptsächlich durch ihre Gabe bedingt. Dass sie sich aber so heftig von der Welt abkapselt, kann ich nicht verstehen. Sie glaubt, dass das Leben sowieso nur sehr kurz ist und man deswegen nicht zur Schule gehen oder einen Beruf erlernen muss.
Natürlich kann ich jetzt lange über meine Ansichten dazu philosophieren, allerdings würde dies den Rahmen sprengen und auch große Differenzen zu der Ansicht von Jem aufweisen. Wie sie bin ich der Meinung, dass das Leben kurz ist, aber unsere Meinungen driften dann weit auseinander. Genau deshalb, weil das Leben kurz ist, sollte man es in vollen Zügen genießen. Jem jedoch ist der Meinung, dass man das Leben dann überhaupt nicht braucht. Sie hat viel Schlimmes in ihrer Kindheit und Jugend erlebt, aber das ist für mich noch lange kein Grund, einen solchen Hass auf alles und jeden zu verspüren.

Auch darüber könnte ich mich wieder seitenweise aufregen, aber das bringt nichts. Ich kann diese jungen Menschen, sie zwar Schlimmes erlebt haben, aber sich dann einfach nicht zusammenraufen können, einfach nicht verstehen. Lieber tendieren sie zu Alkohol, Drogen und Gewalt, um ihre Probleme für eine Weile zu vergessen. Für mich absolut unverständlich.
Jem und auch Spinne gehören beide zu dieser Gruppe junger Menschen, obwohl sie für deren Verhältnisse noch recht normal wirken. Und dennoch konnte ich mich einfach nicht mit ihnen anfreunden. Allein ihre "vulgäre Ghetto-Sprache" hat mich schon nach wenigen Seiten total genervt. Auch wenn man dadurch den Stand und die Lebensumstände der Charaktere vielleicht besser nachvollziehen kann, sind abgehakte Wörter und dergleichen im literarischen Sprachgebrauch ein Tabu. Zwar habe ich nichts dagegen, wenn mal die Worte Scheiße oder Arschloch fallen, aber die Sprache von Jem und Spinne im Roman ist absolut unterste Schublade.

Nachdem das London Eye durch einen Anschlag zerstört worden ist, fliehen Jem und Spinne, weil sie von der Polizei gesucht werden. Immerhin sind sie wenige Minuten vor der Explosion davongerannt. Auch hier kann ich kein wirkliches Verständnis aufbringen. Jem hatte schon früher einigen unangenehmen Kontakt zur Polizei und deshalb hat sie Angst, dass sie ihr irgendetwas anhängen wollen. Allerdings kann sie das doch überhaupt nicht wissen! Sie ist so in ihrer Meinung festgefahren, dass alle Menschen ihr nur Schlechtes wollen, dass sie nicht einmal ansatzweise auf die Idee kommt, dass sie vielleicht nur als Zeugin aussagen soll. Da niemand außer Spinne von ihrer Gabe weiß, erhofft sich die Polizei, dass Jem etwas Auffälliges entdeckt hat, ansonsten wäre sie ja nicht weggerannt.
Die Flucht dauert das gesamte Buch über an. Immer wieder verbringen die beiden die Nacht in kalten Höhlen und stehlen und hier und dort etwas zu Essen. Die beiden werden richtige Freunde und sogar ein Liebespaar. Jem bekommt endlich wieder ein bisschen von ihrer Hoffnung zurück, allerdings ist das auch schon das Einzige, was ich als positiv herausstellen kann. Ihre Gedanken kreisen sich eigentlich immer nur darum, wie blöd und gemein die Welt ist und dass ihr jeder außer Spinne nur Böses will. Theoretisch müsste sie sich ihr ganzes Leben lang verstecken, um nie wieder einem Menschen zu begegnen. Ich kann es nicht anders ausdrücken, diese extrem pessimistische Einstellung hat mich total nach unten gezogen und es ist einfach nur nervig, wenn sich die Protagonistin selbst darin verennt.

Natürlich ist die Geschichte hier und da mit Spannung gespickt, immerhin weiß man selbst ja nicht genau, was die Polizei von den beiden möchte und wie die Geschichte nun noch ausgehen kann. Aber durch ihre Flucht haben sie sich einen eigenen Strick gedreht. Das wäre für mich schon Beweis genug, dass sie irgendetwas mit dem Anschlag zutun haben, weswegen die Polizei nun auch ausgiebiger nach ihnen sucht.
Generell habe ich kein Problem damit, mich auch einmal mit einer solchen Art von Menschen auseinanderzusetzen, aber die Geschichte in der Gesamtheit hat mich mit dem sozialen Aspekt, wie arm solche Jugendliche doch dran sind, total genervt und ich konnte trotz einiger Bemühungen einfach null Verständnis aufbringen. Die Gabe Jems, die Todesdaten anderer Menschen zu sehen, rückte immer wieder in den Hintergrund und das finde ich extrem schade, da sie ja eigentlich Hauptthema des Romans sein sollte.

Numbers - Den Tod im Blick hat mich überaus enttäuscht, da man keine spannende Urban-Fantasy-Geschichte bekommt, sondern ein soziales Jugenddrama, das einen mit seiner negativen Ansicht über Gott und die Welt total nach unten zieht.


1 Marshmallow

Und dann sickerte ein seltsam tröstlicher Gedanke in mich ein - ich hatte nichts, also konnte ich jetzt alles tun. Alles, was ich wollte. Ich hatte nichts mehr zu verlieren. (S. 69)

Ich wünschte, ich hätte sagen können: "Ich geh nach Hause", aber es gab nichts, was sich nach einem Zuhause anfühlte. (S. 91)

Samstag, 3. Mai 2014

Neuzugang #47 Wenn man die Finger nicht davon lassen kann ;)

Knapp ein Monat ist seit meinem letzten Neuzugangspost vergangen und es hat sich doch wieder das ein oder andere Buch in meinen Einkaufswagen geschlichen ;) Der Tag müsste einfach mehr Stunden haben!! Manchmal habe ich eine so große Leselust, dass ich am Liebsten alle Bücher auf einmal lesen würde :D

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Dieses Buch stand schon seit meinem Sehenswert & Lesenswert Post auf meiner Wunschliste und es lag so verlassen im Thalia, sodass ich es einfach an mich nehmen und trösten musste ;)

Titel: Zwischen Ewig und Jetzt
Autorin: Marie Lucas
Einzelband
Seiten: 463
Genre: Jugendbuch/Fantasie
Preis: 9,99€

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Klappentext:
Wenn das Jenseits dir noch was zu sagen hat...
"Ich habe ihn gesehen und mich sofort in ihn verliebt. Und im nächsten Augenblick war es schon wieder vorbei. Trennung, Schmerz, das volle Programm. Liebe auf den ersten Blick kennt jeder. Aber es gibt auch die Trennung auf den zweiten Blick. Von jemandem, den man einfach nicht lieben darf. Weil er zu schön ist, zu allein, oder weil er ein Geheimnis hat."

Aber Julia kann nicht aufhören, an Nikolaos zu denken, den sie gleich am ersten Tag an der neuen Schule kennengelernt hat. Und tatsächlich hat er ein gefährliches Geheimnis - er kann mit Toten sprechen.

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Julia und ich haben ein gutes "Tauschverhältnis". Schon das nächste Buch konnte ich bei ihr "loswerden" und dafür eines von meiner Wunschliste bekommen. Danke dafür! :)

Titel: Eona - Drachentochter
Autorin: Alison Goodman
Band 1 der Dilogie
Verlag: Blanvalet (Neuauflage cbj Fantasy)
Seiten: 509
Genre: Fantasy
Preis: 9,99€

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Klappentext:
Mädchen und Frauen ist es bei Todesstrafe verboten, Drachenmagie zu wirken. Dennoch träumt Eona davon, ein Drachenauge zu werden - die Erwählte einer der himmlischen Mächte. Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich in die Auswahlzeremonie, und es geschieht das Unglaubliche: Der lange verschollene Spiegeldrache erwählt sie zu seiner magischen Novizin. Doch der ehrgeizige Lord Ido hat sie als Mädchen erkannt. Schneller als je eine Novizin zuvor muss Eona nun ihre Kräfte meistern - wenn sie nicht zum Spielball seiner dunklen Intrigen werden will...

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Am Samstag des Osterwochenendes liefen alle drei Teile der Wanderhure im Fernsehen. Besonders der erste Film hat mir schon damals bei der Erstausstrahlung sehr gut gefallen. Obwohl das Buch ziemlich heftig sein soll, möchte ich mich mal daran versuchen.

Titel: Die Wanderhure
Autorin: Iny Lorentz
Band 1 der Wanderhuren-Saga
Verlag: Knaur
Seiten: 607
Genre: Historischer Roman
Preis: 10,99€

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Klappentext:
Konstanz im Jahre 1410: Als Graf Ruppert um die Hand der schönen Bürgerstochter Marie anhält, kann ihr Vater sein Glück kaum fassen. Er ahnt nicht, dass es dem adeligen Bewerber nur um das Vermögen seiner künftigen Frau geht und dass er dafür vor keinem Verbrechen zurückschreckt. Marie und ihr Vater werden Opfer einer gemeinen Intrige, die das Mädchen zu Stadt hinaustreibt. Um zu überleben, muss sie ihren Körper verkaufen. Aber Marie gibt nicht auf...

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Ich liebe den Film Charlie und die Schokoladenfabrik wirklich abgöttisch und nicht nur, weil Johnny Depp mitspielt ;) Mir ist bis vor dem Osterwochenende noch gar nicht aufgefallen, dass es ja eine Buchverfilmung ist. Das Buch hat ausgezeichnete Kritiken, weshalb es kurzerhand in meinen Einkaufswagen wanderte.

Titel: Charlie und die Schokoladenfabrik
Autor: Roald Dahl
Kinderbuch
Verlag: Rowohlt
Seiten: 159
Genre: Kinderbuch
Preis: 7,99€

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Klappentext:
Charlies wunderbare Erlebnisse im Willy-Wonka-Schokoladenland beweisen es: Es gibt ein Schlaraffenland! Köstlich ist die Schokolade, die in dieser Fabrik hergestellt wird, Könige und Kinder aus aller Welt sind hier Kunden. Aber Willy Wonka ist auch ein großer Erfinder - er erfindet lauter süße Sachen, von denen Kinder sonst nur träumen: Leucht-Lutscher für die Nacht, Erdbeersaft-Wasserpistolen, Karamellen für Zahnlöcher oder Zungenleim für geschwätzige Eltern.

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Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss! Auf dieses Schmuckstück freue ich mich schon eine Weile - seit ich den Kinofilm gesehen habe, um genau zu sein. Es gab mit dem Kauf einige Schwierigkeiten, aber endlich ist es hier und ich freue mich schon sehr auf die Bücher!

























 
Im Vergleich zu den deutschen Bücher habe ich wirklich eine Menge Geld gespart und der Schuber sieht toll aus! Ich war zunächst etwas unsicher, da die Qualität englischer Bücher... gewöhnungsbedürftig ist, aber er gefällt mir sehr gut! Es ist sogar ein kleines Booklet über die Welt aus Divergent dabei!
Den Taschenbuchschuber könnt ihr hier bestellen!


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 KINDLE

 
 

Donnerstag, 1. Mai 2014

[Rezension] MondLichtSaga #3 MondSilberTraum (Marah Woolf)

Titel: MondSilberTraum
Autorin: Marah Woolf
Band 3 der MondLichtSaga
Verlag: Createspace Independent Publishing
Seiten: 301
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: 3,99€

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ACHTUNG! Dies ist Band 3 der MondLichtSaga und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1 und 2!

Lest hier meine Rezension zu MondSilberLicht!

Lest hier meine Rezension zu MondSilberZauber! 


Klappentext:
»Du schickst mich fort?«
»Ich schicke dich fort.«
»Was, wenn ich nicht gehe?«
»Dann werde ich dich eigenhändig zum Auto tragen.«
Ich lächelte, während mir die Tränen über die Wangen liefen.
»Wir könnten einen Ort ausmachen, an dem wir uns treffen, wenn alles vorbei ist.«
Calum verschloss mit seinen Fingern meine Lippen. Sie zitterten.
»Nein«, flüsterte er. »Nein. Das werden wir nicht.«

Emma und Calum haben für ihre Liebe alles riskiert. Endlich scheint ein gemeinsames Leben möglich. Doch Elin steht zwischen ihnen und einer glücklichen Zukunft und er verbündet sich mit Wesen, die nicht besiegt werden können…
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Letzte Nacht war etwas mit mir geschehen.

Im dritten und letzen Band der MondLichtSaga legt die Autorin noch eine Schippe obendrauf. Langsam aber sicher nähern wir uns dem letzten großen Kampf, der über die Existenz der magischen Völker entscheiden soll. Und nicht nur um diese Welt bangen wir, sondern natürlich auch vor allem um die liebgewonnenen Charaktere, die uns mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Farbe des Covers ist mein Favorit in der Saga. Und es passt wieder hervorragend zu den anderen. Ich kann es nicht genau erklären, die geschwungenen Linien zusammen mit den Schlüsseln und dem Mond wirken auf mich sehr mysteriös und harmonisch. Und das gefällt mir sehr!
In den Traum kann man so einiges hineininterpretieren. Für mich in Bezug auf den Inhalt bedeutet er, dass eine friedliche Welt und reibungslose Beziehungen eher in der Ferne stehen und eben somit ein Traum sind.

Endlich sind Emma und Calum wieder vereint. Doch die Gefahr besteht weiterhin durch Elin, der das Schloss Avallach angreift. Emma und ihre Familie suchen Schutz in Leylin, einer großen Stadt des Elfenvolkes und stoßen auf eine mögliche Rettung vor den Undinen und dem großen Krieg.
Leider jedoch bleiben sie nicht das einzige Problem. Die Stimmung ist angespannt, Gefahren lauern überall und die Beziehungen untereinander beginnen zu brökeln...

Ich war wirklich sehr erleichtert, dass ich mir direkt den dritten Band herunterladen konnte. Das Ende von MondSilberZauber war echt gemein! Außerdem konnte ich es gar nicht erwarten, das große Finale zu verfolgen. In meinem Kopf gab es keinerlei Vorstellung davon, wie die Geschichte noch gut ausgehen könnte. Und bis zum Ende scheint es auch keinen Ausweg zu geben. Und es passiert so viel, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen.
Bereits in Band zwei sind wir den Undinen, den bösen Wassergeistern, auf die Schliche gekommen. Sie scheinen der Grund dafür zu sein, warum Elin solch grausame Taten verübt. Aber es gibt anscheinend keine Möglichkeit, sie auszulöschen. Die Gefahr vor einem neuen Angriff ist allgegenwärtig und doch bin ich froh, dass zwischendruch Momente des normalen Lebens gibt. Die Autorin bleibt der Geschichte treu und baut hier und da Szenen ein, die das Bild vermitteln, dass man nicht andauernd voller Angst vor den Undinen zittern muss.

Obwohl man es eigentlich gewöhnt ist, dass besonders Fortsetzungen zu Beginn etwas ruhiger sind und sich dann in ihrer Spannung weiteraufbauen, so war ich umso geschockter, als direkt am Anfang ein Angriff auf Avallach passierte. Elin griff mithilfe des Wassers an und das schöne Schloss wurde komplett überschwemmt. Und selbst danach hat man keine Atempause, denn Dämonen verfolgen Emma nach Hause und stecken das Haus in Brand. Sie scheinen nirgendwo mehr sicher zu sein. All das tut mir besonders für ihre Familie leid. Sie akzeptieren zwar die magische Welt und kämpfen für das Gute, aber das ihr bisheriges Leben so zerstört wird, haben sie einfach nicht verdient. Außerdem wird einem nun klar, dass sich die Situation weiter zuspitzt. Emma ist zuvor in Avallach sicher gewesen und wenn sie zu Hause war, wurde sie beschützt. Gleich an zwei scheinbar sicheren Orten wurden Angriffe verübt und die Angst wird immer größer. Aber da sie ziemlich in der Mitte der magischen Welt stehen, helfen ihnen die Elfen. Sie dürfen in der Elfenstadt Leylin bleiben bis sich die ganze Situation geklärt hat, wobei sich dies bald in einen Krieg ausweitet.

Während sie einen Alltag in Leylin aufzubauen versuchen, was eigentlich recht einfach gelingt, da die Stadt einfach wunderbar ist, entwickelt sich die Handlung nich nur außerhalb weiter. Der Kriegsrat berät, was sie gegen Elin und die Undinen tun können, aber einem Kampf auszuweichen scheint schwierig.
Emma sucht desweiteren auf eigene Faust nach einer Lösung und es fällt ihr und auch uns wie Schuppen von den Augen, dass sie des Rätsels Lösung eigentlich schon in Band eins in einem Buch gefunden hat. Gemeinsam mit Peter und Dr. Erickson entwickeln sie im Geheimen einen Plan, der sie alle retten kann - und das ohne einen Kampf mit Toten und Verletzten. Ich hatte schon die ganze Zeit im Gefühl, dass ein Kampf mit Verlusten unausweichlich ist, allerdings war ich dann sehr froh, dass es eine wirkungsvolle Methode zu geben scheint, die Undinen für immer auszulöschen. So könnten Elin und alle anderen Shellycoats von dem Bann befreit werden.

Doch leider gibt es nicht nur diesbezüglich Probleme und Sorgen. Amia ist schwanger und da sie eine Shellycoat ist, muss das Kind im Wasser geboren werden und fünf Tage dort verbringen bis es an Land kann. Da sich die Shellycoats in angrenzenden Gewässern untereinander spüren können, ist die Angst ziemlich groß, dass Elin sie angreifen wird. Aber auch ich habe wie Amia ein gewisses Vertrauen in Elin, dass er seine eigene Schwester nicht töten würde.
Emma und Calum sind wieder glücklich vereint, doch sein Charakter verändert sich im Laufe der Geschichte. Es hat mich traurig gemacht, das zu sehen. Er weiß doch ganz genau, dass Emma ihn unsterblich liebt. Aber anscheinend ist ihm das Wissen darum nicht genug. Vielleicht ist kein Kopf auf ein wenig vernebelt. Er ist Teil des Kriegsrates, kennt Elin und seine neue Macht und hat große Angst, dass seinen Freunden oder seinem Volk etwas zustößt.
Und doch bin ich nach einer Weile wirklich wütend geworden. Da Emma und Peter im Geheimen an einem Plan arbeiten, da der Spiegel alle magischen Wesen sehen und deren Gedanken lesen kann und sie somit unter sich bleiben müssen, muss sie all dies vor Calum verheimlichen. Und wir wissen sehr genau, dass Emma nicht gut lügen kann, besonders nicht gegenüber Calum. Doch leider fasst er das falsch auf und wird ihr gegenüber immer abweisender. Obwohl jeder laut lacht, als Emma berichtet, dass er eifersüchtig auf Peter ist, so bleibt er stur und das tut mir für Emma sehr, sehr leid. Sie gibt sich alle Mühe, es jedem Recht zu machen und ausgerechnet ihre große Liebe verliert das Vertrauen in sie.

Die Geschichte treibt in diesem finalen Band die Spannung weiter an, mehr Geheimnisse werden gelüftet und man kann die Handlung teilweise nur mit offenem Mund verfolgen. Immer wieder werden die Charaktere zurückgeworden und man wünscht sich, ihnen helfen zu können.
Die Autorin ist ihrem Stil treu geblieben. Probleme der Charaktere untereinander werden durch den drohenden Krieg nicht einfach beiseite gewischt, sondern gerade in dieser schweren Zeit ausgeweitet und weiterhin thematisiert.

MondSilberTraum ist ein gelungener Abschluss der Saga, der den anderen Bänden in nichts nachsteht. Die Spannung wird hier sogar noch weiter ausgereizt, da es auf die finale Lösung zugeht und wir absolut nicht wissen können, ob nun Gut oder Böse siegen wird. Denn man erfährt, dass es um viel mehr geht, als nur um Elins Hass auf die Menschen.

5 Marshmallows

Ihr Überfürsorge erstickte jeden Krankheitskeim. (S. 94)

"Liebe bedeutet nichts - außer Schmerz und Verlust. Was für ein armseliges Leben der führt, der liebt. Immer in der Angst, den zu verlieren, an den er sein Herz gekettet hat." (S. 271)

"Ich möchte, dass die ganze Welt weiß, dass du zu mir gehörst - für immer und ewig." (S. 295)