Donnerstag, 27. Februar 2014

[Rezension] Mercy Falls #2 - Ruht das Licht (Maggie Stiefvater)

Titel: Ruht das Licht
Autorin: Maggie Stiefvater
Band zwei der Mercy-Falls Trilogie
Verlag: Script5
Seiten: 398
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: 18,90€ für den Einzelband oder
         29,95€ für den gesamten Schuber

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ACHTUNG! Das ist Band zwei der Mercy Falls - Trilogie und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1!

Lest hier meine Rezension zu Nach dem Sommer!


Klappentext:
Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird...
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Dies ist die Geschichte eines Jungen, der ein Wolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde.

Nach dem Auf und Ab am Ende von Nach dem Sommer hat sich die Aufregung wieder etwas gelegt und man kann als Leser eigentlich rundum zufrieden sein. Ich war zumindest sehr erleichtert, als die letzten Worte gefallen sind und somit auch klar war, dass Sam nicht gestorben ist, sondern nun dauerhaft in seiner menschlichen Gestalt leben kann. Allerdings war ich auch etwas traurig, dass Olivia verschwunden ist.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Es passt wunderbar zu den anderen aus der Reihe und zeigt uns gleichzeitig an, dass nun Winter herrscht. Ich hatte eine genaue Vorstellung im Kopf, wie die Geschichte weitergehen könnte, wandte mich davon aber wieder ab, als ich das Mädchen auf dem Cover erblickte. Aber dennoch sollte ich Recht behalten.
Ab und zu habe ich eine eigensinnige Interpretationstechnik, dennoch fällt mir nichts aus dem Buch ein, was man mit Ruht das Licht assoziieren könnte. Aber ich habe damit kein Problem, da die Aussage des gesamten Reihennamen wunderschön ist.

Sam kann nun nach seiner Heilung dauerhaft an seiner menschlichen Gestalt festhalten. Er könnte das Wolfsleben hinter sich lassen, wäre Beck nicht verschwunden. Nun muss sich Sam um das Rudel und besonders um die Neuen kümmern. Dabei macht ihm allerdings nicht nur Cole Probleme. Irgendetwas scheint mit Grace nicht zu stimmen. Sie fühlt sich den Wölfen näher als je zuvor und obwohl es immer ihr größter Wunsch gewesen ist, bei ihnen zu sein, bleibt nun nur noch die Angst, dass sie Sam für immer verlieren könnte...

Gerade der erste Satz des Buches bringt uns auf die Fährte, was uns erwarten wird. Es ist unglaublich traurig, schon von Anfang an zu wissen, was passieren wird. Aber natürlich nimmt einem dies nicht die Lesefreude.
Zunächst war ich sehr erleichtert, dass Sam nicht gestorben ist, sondern nun für immer als Mensch an Graces Seite sein kann. Allerdings müssen die beiden immer wieder Hürden überwinden - gemeinsam oder auch allein. Besonders in diesem Band fällt auf, wie sehr sie doch in sich gekehrt sind und ihre Ängste nicht mit dem anderen teilen wollen, weil er bzw. sie selbst genug um die Ohren hat. Hätten die beiden doch nur früher miteinander gesprochen, dann hätte man vielleicht früher nach einer Lösung suchen können. So aber kommt es wie es kommen muss.

Sam muss sich erst an sein nun dauerhaftes Menschsein gewöhnen. Es ist nicht so leicht, einfach durch den Schnee zu spazieren, wenn man noch ein paar Wochen zuvor vor der Kälte fliehen musste. Aber er genießt es. Er muss keine Angst mehr vor dem Winter haben. Er arbeitet glücklich in der kleinen Buchhandlung und er kann Grace überallhin begleiten. Eigentlich scheint es perfekt zu sein, aber man merkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Und das liegt nicht daran, dass sich Sam erst noch umgewöhnen muss. Bereits von Beginn an merkt man unterschwellig, dass sich etwas anbahnt. Manchmal hat man ja diese leichten Vorahnungen, die man aber überhaupt nicht einordnen kann und plötzlich erwischt es einen mit voller Wucht.
Die Ironie um Graces Wunsch wird in diesem Buch sehr ausgereizt. Es ist fast schon komisch, dass sie immer wegen Sam ein Teil der Wölfe sein wollte, es aber nicht wurde und nun da sie Sam doch an ihrer Seite hat, auf einmal näher am Wolfsein ist als an allem anderen.
Aber es ist auch ungerecht. Wünsche erfüllen sich nicht immer dann, wenn wir sie denken oder aussprechen, dennoch muss man vorsichtig mit seinen Wünschen sein, sonst könnten sie gerade dann in Erfüllung gehen, wenn man es nicht erwartet oder es gar nicht mehr will.

Grace träumt nachts von den Wölfen und diese tauchen immer öfter am Waldrand auf. Sie scheinen nach ihr zu rufen. Sie ist davon sehr verwirrt, da sie eigentlich dachte, Sam wäre ihre Verbindung zu den Wölfen. Aber anscheinend ist es doch sie selbst. Ihre Faszination von den wilden Tieren hat sich gelegt, sobald Sam ein Mensch geworden ist. Aber warum nur fühlt sie sich von ihnen so angezogen? Ihr Inneres schreit danach, den Wölfen zu folgen. Immer wieder bekommt sie heftiges Fieber. Ein Mal sogar so schlimm, dass ihre Eltern sie ins Krankenhaus bringen müssen.
Es ist total schade, dass Grace Sam nichts davon erzählt hat. Erst als es wirklich schlimm wird, erfährt er zwangsweise davon. Da verstehe ich auch dieses Ich wollte dich damit nicht belasten-Getue nicht. Immerhin hat Sam alles für sie riskiert und um dauerhaft mit ihr zusammenzusein und dann kann sie ihm nicht einmal das sagen...

Wer mich richtig wütend gemacht hat, sind Graces Eltern. Ich wäre am Liebsten in das Buch hineingesprungen und hätte die beiden erst einmal ordentlich verprügelt. Grace musste ihr ganzes Leben alleine klarkommen, weil ihre Eltern sich nicht so verhalten haben. Und dann findet sie endlich Halt bei Sam und jemanden, der sich um sie kümmert und plötzlich enscheiden sich ihre Eltern dafür, überfürsorglich zu sein. Sie machen Grace Vorschriften ohne Ende, werfen ihr banale Dinge vor und verbieten ihr, sich mit Sam zu treffen. In diesem Punkt könnte man eventuell eine Art Beschützerinstinkt der Eltern sehen. Sie wollen ihre Tochter beschützen, die plötzlich das Leben "draußen" entdeckt. Aber kein noch so winziger Funke ist davon zu erkennen. Sie führen sich nur auf und das ist absolut ungerecht! Als es Grace so schlecht geht, dass sie ins Krankenhaus muss, werfen sie Sam sogar raus, weil er angeblich daran Schuld ist. Grace habe sich ihnen gegenüber noch nie so seltsam verhalten, bevor sie Sam kennengelernt hat. Aber dies war nur der Fall, weil sie jedes Wort ihrer Eltern mit Ja und Amen akzeptiert hat. Nicht, dass ihre Eltern sich vorher groß um sie geschert hätten. Sam wäre der Einzige, der Grace helfen könnte und sie wollen das nicht sehen. Für sie ist er die Ursache der Probleme und somit ein Feind.

Eine große Rolle im Roman spielt Cole. Zu Beginn habe ich mich erst einmal gefragt, wer Cole überhaupt ist. Aber bald kann man dies anhand der Rückblenden erkennen. Er ist einer der drei neuen Werwölfe, die Beck in Kanada aufgeschnappt hat. Cole ist ein ziemlich eigenwilliger Charakter. Im Gegensatz zu einigen anderen Wölfen will er seine tierische Gestalt nie wieder ablegen. Seltsamerweise verwandelt er sich aber sogar in den kältesten Zeiten nicht und bleibt ein Mensch. Dies stürzt ihn fast schon in Depressionen und so erleben wir den machohaften Cole von vielen Seiten aus. Seine obercoole Art finde ich aber nicht schlecht. Denn mit dieser Masche trifft er immer wieder auf Isabel. Die beiden passen wirklich sehr gut zusammen. Das freut mich besonders für Isabel, da sie eigentlich unfreiwillig in diese ganze Wolf-Geschichte hineingerutscht ist und dann auch  noch ihren Bruder verloren hat.
Und doch macht sie weder Grace noch Sam einen Vorwurf. Das beweist, welch ein starker Charakter sie ist. Sie beißt sich nicht an bestimmten Geschehnissen und den Schuldigen fest. Sie macht weiter im Leben und es zeigt sich, dass sich das durchaus lohnt. Sie und Cole kommen sich auch sehr nahe. Ihr Sarkasmus vermischt mit seiner obercoolen Art sind einfach glänzend.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Aber ich muss sagen, dass mir der Anfang einfach zu ruhig war. Und mit Anfang meine ich nicht nur die ersten fünfzig Seiten, sondern durchaus das doppelte oder dreifache. Es ist zwar interessant zu sehen, wie Grace und Sam nun mit der neuen Situation umgehen, aber großartig passiert dennoch nichts. Umso heftiger wird es gegen Ende, als man meint, dass es Grace nie wieder gut gehen kann.
Und das Buch endet mit einem wahren Feuerwerk und ich habe an den Seiten geklebt und konnte gar nicht fassen, was ich da las!
Aber weiterhin glänzt die Reihe mit tollen Charakteren, die sich gegenseitig helfen und ergänzen. Wir nehmen an Erinnerungen teil und können somit eine Menge Gefühle zu den Charakteren entwickeln.

Ruht das Licht ist eine wunderbare Fortsetzung, die das Glück zwischen Grace und Sam auf eine Zerreißprobe stellt. Wir entdecken wunderbare neue Charaktere und Gesichtszüge uns bereits bekannter Figuren. Die Spannung baut sich allerdings erst später im Buch auf.

4 Marshmallows

Ich hatte jede Bestätigung, die ich brauchte, dass ich wirklich geheilt war, und trotzdem wartete ich weiterhin auf das böse Erwachen. (S. 85)

"Sam?", fragte Rachel. "Weißt du eigentlich, dass du das traurigste traurige Gesicht hast, das ich je gesehen habe?" (S. 167)

Normalerweise hätte ich mich an dieser Stelle rübergelehnt, um sie zu küssen oder zu kitzeln, um mit der Hand über ihr Bein zu streichen oder meinen Kopf auf ihren Bauch zu legen. Heute aber hatte ich Angst, sie zu zerbrechen. (S. 341)



Dienstag, 25. Februar 2014

Meine Lesereise 2014

Ich möchte euch gerne eine Aktion vorstellen, an der ich dieses Jahr teilnehmen werde: die Lesereise 2014. Entdeckt habe ich die Aktion auf dem Buchblog Friedelchens Bücherstube und war sofort Feuer und Flamme! Es ist eine wunderbare Möglichkeit zu zeigen, welch außergewöhnliche Reisen man mit Büchern unternehmen kann und wie viele Orte man in seinem Kopf besucht!

Es ist eine superleichte Vorgehensweise, sodass man immer auf dem neusten Stand bleibt. Und es ist bestimmt ein tolles Gefühl, wenn man am Ende des Jahres gaaaanz viele Fähnchen auf der Karte hat.
Ein bisschen schade ist es natürlich, dass man nicht einfach fiktive Orte mit hinzuzuiehen kann, aber das können die Leser ja auf dem Blog verfolgen. Aktuell habe ich dieses Jahr zehn Bücher gelesen und nur die Hälfte davon spielt in der tatsächlichen Welt, aber ich bin zuversichtlich, dass ich auch noch viele, viele Fähnchen erstellen kann :) Im Übrigen haben meine Fähnchen auch alle andere Farben - immer ungefähr dem Ort angepasst.

Meine Lesereise 2014

In diesem Jahr habe ich bereits folgende reale Orte bereist:
1. St. Petersburg in Der Winterpalast von Eva Stachniak
2. (hauptsächlich) Isfahan in Der Medicus von Noah Gordon
3. Forks in der Kurzgeschichte Edward: Auf den ersten Blick von Stephenie Meyer
4. Phoenix in Dylan&Gray von Katie Kacvinsky
5. (Oft) Athen in Der Preis der Ewigkeit von Aimée Carter
6. USA in Artikel 5 von Kristen Simmons (Rezension folgt)
7. USA in Level 6 - Unsterbliche Liebe von Michelle Rowen (aktuell)
8. Deutschland in Dezembergeheimnis von Caroline Richter (aktuell)

Verfolgt hier meine Lesereise 2014 und entdeckt mit mir die Welt der Bücher - im wahrsten Sinne des Worte.


Wie gestalte ich meine eigene Karte?
1. Geht auf die Startseite von Google und wählt "Maps" aus.
2. Klickt auf "Meine Orte".
3. Klickt auf "Karte erstellen" (danach muss noch einmal "Neue Karte erstellen" bestätigt werden).
4. Gebt im oberen Suchfeld den gewünschten Ort ein und wartet bis er mit dem Fähnchen gefunden wurde.
5. Klickt das Fähnchen an (Beim Darüberfahren bildet sich ein weißer Kreis darum) und wählt "Zur Karte hinzufügen" aus. Nun ändert sich die Farbe des Fähnchens und auf der linken Seite ist nun der ausgewähle Ort sichtbar.
6.  Wenn ihr noch einmal auf das Fähnchen klickt und dann auf den kleinen grauen Stift in der rechten unteren Ecke geht, könnt ihr einen kleinen Text eintragen. Ich gebe dort immer ein, in welchem Monat und mit welchem Buch ich diesen Ort besucht habe (z.B. "Januar 2014: Der Winterpalast von Eva Stachniak")
7. In demselben Fenster könnt ihr auch das Fähnchen löschen und somit verschwindet der Ort auch aus der linken Box.
8. Wenn ihr gerne eine andere Farbe für euer Fähnchen haben wollte, dann bewegt die Maus auf den gewünschten Ort in der linken Box. Rechts davon erscheint ein seltsames kleines Viereck, damit könnt ihr die Farbe und auch das Symbol verändern.
9. Gebt eurer Karte noch einen Namen! Dies könnt ihr tun, wenn ihr auf den Titel "Unbekannte Karte" oben links klickt.
10. Klickt doch mal auf das grüne Kästchen rechterhand - "Teilen". Dort könnt ihr festlegen, wer alles Zugriff auf eure Karte haben soll. Zunächst ist die Einstellung auf "Nur ich". Ihr könnt dies aber auf "Öffentlich" oder "Jeder der über den Link verfügt" ändern und erhaltet dann auch den Link zum Teilen.

Wenn ihr noch Fragen habt, dann meldet euch gerne bei mir.

Viel Spaß bei euren Lesereisen 2014!

Sonntag, 23. Februar 2014

Neuzugang #44 Von Gewinnen, Wanderbüchern und Einkäufen

Ich halte mich mit dem Kaufen von Büchern momentan sehr zurück, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass der SuB dennoch nicht kleiner wird... Glücklicherweise aktualisiere ich meinen Kindle-SuB nicht wirklich, sodass das ganze Drama nicht noch transparenter wird^^
Aber dennoch haben in den letzten Wochen einige Bücher ihren Weg zu mir gefunden und die möchte ich euch nicht vorenthalten :)

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Buchgewinn von der lieben Bianca <33333
Geschichten wie diese (ob nun geschrieben oder real geschehend) machen mich immer traurig und unglaublich wütend...!

Titel: Es wird keine Helden geben
Autorin: Anna Seidl
Einzelband
Verlag: Oetinger
Seiten: 252
Genre: Jugendbuch
Preis: 14,95€

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Klappentext:
Man kann die Angst riechen. Man kann nach ihr greifen. Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse. Sie sind laut. Viel zu laut.

Ein völlig normaler Schultag. Doch kurz nach dem Pausenklingeln fällt der erste Schuss. Die fünfzehnjährige Miriam flüchtet mit ihrer besten Freundin auf das Jungenklo. Als sie sich aus ihrem Versteck herauswagt, findet sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden liegen. Doch für Tobi kommt jede Rettung zu spät, und Miriam verliert an diesem Tag nicht nur ihr bislang so unbeschwertes Leben...

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Dieses Buch steht schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Oft hatte ich es auch im Buchladen schon in der Hand, aber es hat nie zum Kauf gereicht. Da ergriff ich die Chance beim Schopf, dass Stefanie, die Lesetante, es als Wanderbuch anbot. Inzwischen habe ich das Buch ausgelesen und bin wirklich froh, dass ich es nicht gekauft habe... :(

Titel: Artikel 5
Autorin: Kristen Simmons
Band eins der Articel 5 Trilogie
Verlag: Ivi (Piper)
Seiten: 428
Genre: Fantasy/Dystopie
Preis: 16,99€

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Klappentext:
Die Moralstatuten der Vereinigten Staaten von Amerika

Artikel 1
Die Vereinigten Staaten erkennen die Amerikanische Kirche als offizielle Religion an.

Artikel 2
Literatur und andere unmoralische Medien sind verboten. Ihr Besitz, Erwerb und Verkauf ist strengstens untersagt.

Artikel 3
Eine vollständige Familie besteht aus einem Mann, einer Frau und mindestens einem Kind.

Artikel 4
Die traditionellen Geschlechterrollen müssen eingehalten werden.
Artikel 5
Als vollwertiger Staatsbürger wird nur anerkannt, wer als Kind eines verheirateten Paares auf die Welt kommt.
Wirst du dich fügen?

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Nachdem ich "Der Preis der Ewigkeit" von Blogg dein Buch erhalten habe, es aber schon hatte, konnte ich mich recht schnell für einen weiteren Titel bewerben und ich bin total happy, dass ich ihn erhalten habe! Die Geschichte klingt irre spannend und ich freue mich schon sehr auf das Buch!

Titel: Level 6 - Unsterbliche Liebe
Autorin: Michelle Rowen
Einzelband
Verlag: Darkiss
Seiten: 347
Genre: Science Fiction/Dystopie
Preis: 12,99€

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Klappentext:
Die 16-jährige Kira erwacht in einem dunklen Raum, verstört und hilflos. Aber nicht allein: Sie teilt ihr Gefängnis mit dem 17-lährigen Rogan, einem verurteilten Mörder. Unfreiwillig sind die beiden Kandidaten in der Gameshow "Countdown", in der es um Leben und Tod geht: Scheitern sie am nächsten Level, sterben sie live in der Sendung. Den Teenagern belibt keine Wahl - sie müssen mitspielen, wenn sie überleben wollen. Doch kann man einem Mörder trauen, und wenn er noch so schöne blaugrüne Augen hat? Trotz aller Versuche, sie gegeneinander aufzuhetzen, kommen Kira und Rogan sich immer näher - und stoßen auf die schreckliche Wahrheit hinter dem grausamen Spiel...

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Das nächste Buch stellte ich in meinem monatlichen Sehenswert und Lesenswert für den Februar vor und ich glaube, dass die Geschichte ganz viel Gefühl verspricht. Deshalb musste ich es mir einfach holen :)

Titel: Draußen wartet die Welt
Autorin: Nancy Grossman
Einzelband
Verlag: cbj
Seiten: 444
Genre: Jugendbuch
Preis: 8,99€

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Klappentext:
Kein Handy, kein Kino, kein Make-up...

Was für jedes andere Mädchen unvorstellbar klingt, ist für die 16-jährige Eliza die einzige Welt, die sie kennt. Denn Eliza gehört zur Gemeinde der Amisch und lebt mit ihrer Familie ein frommes, abgeschiedenes Leben wie vor Hunderten von Jahren. Doch diesen einen Sommer darf sie in der Welt draußen verbringen, mit all den Verheißungen und Versuchungen, die diese birgt. Der erste Film, der erste Song, der erste Kuss. Dort lernt Eliza auch Joshua kennen - und lieben...

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Der Film Winter's Tale ist so wunderschön! Und als ich dann im Abspann sah, dass es eine Buchverfilmung ist, konnte ich absolut nicht widerstehen! Die englische Ausgabe dauert leider mehrere Wochen zu liefern, deshalb entschied ich mich für die doch knapp 100 Seiten längere(!) deutsche Version.

Titel: Wintermärchen
Autor: Mark Helprin
Einzelband
Verlag: Goldmann
Seiten: 863
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: 9,99€

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Klappentext:
New York, Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge Peter Lake schlägt sich mit Diebstählen durch. Auf seinen Streifzügen druch die von Schnee und Verbrechen gezeichnete Stadt wird er von einem geheimnisvollen weißen Hengst begleitet, der ihm auf der Flucht vor einer Gangstermeute das Leben rettet. Als Peter in eine festungsgleiche Villa an der Upper West Side einbricht, begegnet er der Verlegertochter Beverly. Zwischen den beiden jungen Menschen entspinnt dich eine magische Liebesgeschichte.
 
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KINDLE


Freitag, 21. Februar 2014

Wanderbuchbeitrag zu "Dylan & Gray" von Katie Kacvinsky

Gleich zu Beginn des Jahres habe ich an einer Wanderbuchaktion bei Sabrina von Bookwives teilgenommen. Von dem Buch Dylan & Gray hatte ich vorher noch nie etwas gehört, aber der Klappentext klang so toll und da musste ich einfach teilnehmen. Und es hat sich absolut gelohnt! Die Atmosphäre und Stimmung, die Dylan während der Geschichte versprüht, ist einfach unglaublich ansteckend und inspirierend. Lest hier meine Rezension zum Roman von Katie Kacvinsky!

Ihr könnt im Übrigen alle Stationen des Wanderbuches im Liveticker verfolgen! Schaut euch dort an, wo sich das Buch gerade befindet, welchen Status es hat und klickt euch durch die Bilder der Teilnehmer!


Zum "Wanderbuch-Set" gehört natürlich der Roman und ein kleines, süßes Notizbuch. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Aber zum Glück hat Sabrina schon vor mir einige Stellen im Buch farbig markiert und auch fleißig Passagen kommentiert. Wäre ich die Allererste gewesen, hätte ich es wahrscheinlich nicht über mich gebracht... Natürlich ist es total toll, gleich beim Lesen Eindrücke bei der richtigen Stelle aufzuschreiben, damit andere Leser diese gleich ansehen können, aber mir ist nicht ganz so wohl dabei, ein Buch vollzuschreiben... Aber es hat mir dennoch viel Spaß gemacht.

Wie ihr anhand meiner Rezension sehen könnt, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich bin immer noch total geplättet von Dylan und ihrer Art. Ich bewundere diese Art Mensch immer wieder und nehme mir dann auch immer vor, auch mehr so zu sein. Aber man kann sich nicht von grundauf ändern.
Ihre positive Art gegenüber der ganzen Welt und auch den kleinsten Dingen, die um uns herum sind und passieren ist verblüffend und es scheint, dass sie nie ein schlechtes Wort oder einen schlechten Gedanken an etwas verschwenden würde. Denn das trübt das Leben nur.
Da es sich ja um ein Wanderbuch handelt und ich es weiterschicken "musste", habe ich mir noch einmal die schönsten Zitate herausgeschrieben und es ist unglaublich - es gibt so viele wunderschöne Zitate, dass ich mehrere Seiten in meinem Notizheftchen füllen konnte. Ein wahrhaft inspierendes Buch!

Wenn man sich anpasst, macht man sich nur unsichtbar. Um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, muss man sich ab und zu trauen, aus dem Rahmen zu fallen. (S.34)



"Warum sollte man Liebe begrenzen? Sie ist das Einzige, was wir völlig umsonst an alle verschenken können." (S.114)

Dieser Satz von Dylan fällt während eines Streites zwischen ihr und Gray. Darin geht es um die drei magischen Worte. Gray findet, dass Dylan sie zu leichtfertig verwendet und dass Ich liebe dich für sie nichts Besonderes mehr bedeutet. Allerdings hat er dies wieder aus seiner dunklen Ecke betrachtet. Er schaut pessimistisch in die Welt und sieht oft nur die negativen Dinge. Deshalb ist er wegen dieser drei Worte wohl auch etwas engstirnig.
Aber Dylan benutzt diese Worte nicht leichtfertig. Sie zeigt damit ihre Zuneigung zu anderen Menschen. Nur weil man Ich liebe dich sagt, muss man sich ja nicht gleich knutschend um den Hals fallen und heiraten. Man liebt ja zum Beispiel auch seine Eltern oder eine/n beste/n Freund/in?! Wir assoziieren eben diese drei Worte mit Glück und Liebe zwischen zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind und zusammengehören. Aber genauso gut können auch beste Freunde füreinander bestimmt sein. Dylan erkennt das und ich liebe dieses Zitat von ihr, denn sie hat absolut Recht mit ihrer Ansicht, die viel mehr Menschen teilen sollten!


Leider jedoch werden die beiden Folgebände Second Chance und Finally, forever nicht weiter auf Deutsch übersetzt, weshalb ich vermutlich auf Englisch umsteigen werde. Band drei erscheint übrigens am 09. Mai 2014 und die Fans rasten jetzt schon total aus. In Band zwei muss es ja unglaublich abgehen ;) Ich werde mich bald selbst davon überzeugen.

Früher haben mir solche Scheingespräche ausgereicht, aber Dylan hat mir beigebracht, mehr von Menschen zu erwarten. (S.171)

Mittwoch, 19. Februar 2014

[Rezension] Dylan & Gray (Katie Kacvinsky)

Titel: Dylan & Gray
Autorin: Katie Kacvinsky
Band 1 der Dylan & Gray Trilogie
Verlag: Boje
Seiten: 234
Genre: Romanze
Preis: 12,99€

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Klappentext:
Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und will aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein - und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende und den beiden ist klar, dass sich ihre trennen werden. Zeit zu erkennen, wie leicht es ist, sich zu verlieben - und wie viel schwerer es sein kann, sich wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat.
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Aus dem Augenwinkel beobachte ich ein Mädchen auf der anderen Seite des Campus.

Dylan & Gray ist ein recht einfach zu lesendes Buch über die erste große Liebe. Und dennoch sprüht es vor Lebensfreude und Energie, dass man allein beim Lesen schon aufspringen und etwas unternehmen möchte. Der Roman zeigt, wie ein einziger Mensch das Leben eines anderen und dessen Einstellung zum Leben innerhalb weniger Wochen komplett verändern kann. Und dies schildert uns Katie Kacvinsky auf wunderbare Weise.

Das Cover und die äußerliche Gestaltung des Buches sprechen mich ehrlich gesagt nicht so an. Mit dem Mädchen auf der Vorderseite, das überhaupt nicht wie Dylan aussieht und dem Jungen auf der Rückseite wirkt es überhaupt nicht wundervoll und ich wette, dass ich im Laden nur daran vorbeigelaufen wäre. Es ist auch kein richtiger Klappentext zu finden. Aber auch das zeigt, dass man sich auf etwas einlassen muss.
Der Titel passt ziemlich gut, da er nicht zu viel verrät. Aber er ist auch in der Hinsicht passend, da sich die Geschichte ausschließlich um Dylan und Gray und um nichts anderes dreht.

Gray lebt in Phoenix und besucht gerade zwei Kurse an der örtlichen Uni über die Sommerferien. Er ist ein Pessimist, bleibt für sich und möchte mit niemandem etwas zutun haben. Eines Tages trifft er die verrückte Dylan, wie sie Fotos von dem grauen Gebäude und dem Schotterweg schießt.
Sie ist das genaue Gegenteil von ihm - lebensfroh, unternehmungslustig und energiegeladen. Sie stürzt sich geradezu auf ihn und lässt sich von ihm die Stadt zeigen und schleppt ihn jeden Tag woanders hin.
Kann sie Gray aus der Reserve locken und ihm wieder Lebensmut einhauchen?

Manchmal läuft es im Leben wohl so, dass zwei völlig gegenteilige Menschen aufeinandertreffen. Dann wird es interessant, wie sie aufeinander reagieren. Nach den ersten Seiten hatte ich schon ein ganz genaues und klares Bild von Gray: Er bleibt für sich, möchte am liebsten nicht angesprochen werden und wartet einfach nur darauf, dass sein miserables Leben irgendwann zu Ende geht. Obwohl ich selbst oft genug einen pessimistischen Blick auf die Welt und das Leben habe, konnte ich seine negative Aura, die mich erst ziemlich genervt hat, durch die Seiten hindurch spüren. Er hält sich zudem für vollkommen normal und lästert immer wieder in Gedanken über Dylan, weil er sie in ihren Klamotten und mit ihrer Art, durchs Leben zu gehen, hyperaktiv und abnormal findet. Zunächst war er mir unglaublich unsymphatisch. Man erhält auch keinerlei Hintergrundinformationen, sodass man davon ausgeht, dass es einfach seine Art ist.
Dennoch werde ich es wohl nie verstehen, wie jemand so gedankenverloren und miesepetrig die Straßen entlanggehen kann. Natürlich könnte man sich über jeden heruntergefallenen Ast aufregen, aber man muss lernen, die Dinge positiv zu sehen. Das bringt nicht nur für sich selbst ein besseres Gefühl, sondern die Mitmenschen bemerken die Veränderung und positive Ausstrahlung sofort.

Dylan ist so ganz anders. Sie zählt zu der Sorte Mensch, die ich immer wieder bewundere und heimlich in der Bahn oder auf der Straße beobachte, wenn ich ihr begegne. Ich finde es unglaublich faszinierend, wie ein Mensch einen Schutzwall um sich herum aufbaut, der lediglich die gehässigen Blicke und Kommentare der anderen abschirmt. Sie kümmern sich um ihr Leben und wollen eigentlich nur mit sich selbst zufrieden sein. Sie sprühen vor Energie und Lebenslust und möchten am liebsten jeden Tag frühmorgens aufstehen und bis in den späten Abend hinein etwas unternehmen, Neues entdecken und das Leben genießen. Sie scheren sich nicht groß um die "Normalität", die in unserer Gesellschaft gilt, sondern tun das, was sie glücklich macht.
Es beginnt schon bei der Art, wie sie sich kleiden. Schiefe Blicke sind da nichts Ungewöhnliches, aber es macht ihnen nichts aus.
Dylan macht sich eigentlich nichts aus ihrem Aussehen und das ist auch der erste Kritikpunkt, den Gray zu Beginn des Buches anbringt, wie kann man nur so herumlaufen? Ich meine, warum nicht? Wenn sie sich wohl darin fühlt. Und dazu fällt mir ein schönes Zitat ein: Es kommt nicht auf die Kleidung an, sondern auf die Person, die in der Kleidung steckt.

Dylan nimmt kein Blatt vor den Mund und redet unaufhörlich wie ein Wasserfall. Ihre Einfälle, Ideen und Fragen sind außergewöhnlich und interessant. Denn durch normale Fragen, wie Was ist deine Lieblingsfarbe? lernt man den anderen Menschen zwar besser kennen, aber man weiß nicht, wie er tickt. Das und wie weit man mit ihm gehen kann, kriegt man nur heraus, wenn man ungewöhnliche Fragen stellt. Das muss auch Gray erfahren und schon bald lässt er sich von Dylan anstecken und lässt sich auf sie ein.
Ihr lebensfrohe und ein bisschen verrückte Art ist ansteckend und inspirierend und bald verwandelt sich Gray vollkommen. Er ist durch fast nichts mehr überrascht, was Dylan sagt oder tut und er ist immer an ihrer Seite - den ganzen Sommer lang.
Nach und nach öffnet er sich ihr gegenüber und es stellt sich heraus, dass sie eine sehr gute Zuhörerin ist und auch durchaus ernst sein kann. Und wir erfahren, dass Gray nicht immer so eine bedrückende Art hatte. Die Geschichte ist ziemlich traurig und mitleiderregend. Doch Dylan bringt diesen Schicksalsschlag auch wieder in eine positive Richtung, sodass es Gray danach viel besser geht.

Zudem mag ich ihre spontane Art sehr, die auch bald Gray ansteckt. Sie steht morgens auf und beschließt, wandern zu gehen. Jeden Tag entdecken sie neue wunderbare Plätze rund um Phoenix, die sie mit wunderbaren Erinnerungen und Fotos für immer festhalten. Sie beschließen sogar spontan, am nächsten Morgen für ein Wochenende nach Los Angeles zu fahren, weil Dylan die Stadt gerne einmal sehen möchte.
Ich persönlich möchte auch gerne viel spontaner sein, aber irgendwie schaffe ich es nie. Vielleicht rede ich es mir auch nur ein, aber ich bin vom Alltag einfach zu sehr eingenommen. Gut, in dem Buch sind gerade Sommerferien, aber ich kann auch in meinem Urlaub nicht einfach sagen Ich fahre morgen einfach mal nach Hamburg, weil ich die Stadt gerne sehen möchte. Vielleicht bin ich zu unspontan dazu oder ich rede mir ein, ich hätte nicht genügend Geld, aber der Roman zeigt, dass man auch aus den kleinen Orten vor der Haustür eine besondere Erinnerung herausholen kann.
Man muss ein Auge für die kleinen, unscheinbaren Dinge im Leben haben, die bei genauerem Hinsehen wunderschön sein können.

Die Art, wie Katie Kacvinsky die beiden völlig verschiedenen Charaktere aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen lässt, ist ungemein schön zu beobachten und motiviert uns Leser dazu, selbst die Augen nach den kleinen Dingen offen zu halten und die Schönheit um uns herum wahrzunehmen. Das heißt natürlich nicht, dass man alles Negative schlucken muss, aber man muss lernen, etwas Positives daraus zu ziehen.
Trotz seiner Kürze ist der Roman wunderbar und berührt das Herz und die Lebensgeister. Es gibt wirklich sehr viele Zitate, die man sich einfach markieren und herausschreiben muss, weil sie wahr, wunderbar und weise sind.

Dylan & Gray ist ein wunderbarer Roman, der uns zeigt, wie man auf all die Schönheit um sich herum und die kleinen Dinge im Leben achten kann. Und wie ein einziger Mensch das Leben eines anderen komplett verändern kann.

5 Marshmallows

Literatur ist das Fenster zur Seele, predigt sie. (S.17)

Wenn man sich anpasst, macht man sich nur unsichtbar. Um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, muss man sich ab und zu trauen, aus dem Rahmen zu fallen. (S.34)

"[...] Was nützt es schon, ohne jeden Kratzer ins Jenseits zu verschwinden? Wenn man im Tod perfekt aussieht, heißt das nur, dass man nichts erlebt hat. Weil man zu feige war, etwas zu riskieren." (S.40)

Samstag, 15. Februar 2014

[Review] The Guard - A Selection Novella (Kiera Cass)

Titel: The Guard - A Selection Novella
Autorin: Kiera Cass
Kurzgeschichte zur Selection-Trilogie
Verlag: Harper Teen
Seiten: 64
Genre: Romanze
Preis: 1,22€

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ACHTUNG! Diese Kurzgeschichte beschreibt Geschehnisse aus dem zweiten Roman - The Elite - aus einer anderen Sichtweise. Meine Rezension enthält Spoiler zu Band eins und zwei!


Klappentext:
Before America Singer met Prince Maxon . . .
Before she entered the Selection . . .
She was in love with a boy named Aspen Leger.
Don't miss this digital original novella set in the captivating world of Kiera Cass's #1 New York Times bestselling Selection series. This brand new 64-page story begins just after the group of Selected girls is narrowed down to the Elite and is told from Aspen's point of view.

Lest hier meine Rezension zu The Selection!

Lest hier meine Rezension zu The Elite!

Lest hier meine Review zur Kurzgeschichte The Prince!
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"Wake up, Leger!"

Diese Kurzgeschichte wurde beinahe so sehr herbeigesehnt, wie das große Finale der Trilogie - The One. Ich war auch unglaublich neugierig und der Februar kam zum Glück schneller als erwartet. Wieder in die Welt um den Palast von Illéa und die Selection einzutauchen, war einfach wunderbar und weiterhin gilt die Reihe als absolute Leseempfehlung!

Das Cover ist wirklich ganz, ganz toll! Es reiht sich hervorragend zu den anderen ein und obwohl die Farbwahl Gelb manchmal echt ins Auge gehen kann, sieht es hier einfach nur toll aus!
Der Titel lässt uns erst rätseln um welchen Wächter es wohl gehen mag. Wenn man den Klappentext nicht kennt, dann könnte man vermuten, dass es sich vielleicht um Woodwork handelt, aber man bekommt noch etwas Besseres!

Wir verfolgen einige Geschehnisse aus dem zweiten Roman - The Elite, nur diesmal aus der Sicht von Aspen. Es beginnt mit der Bestrafung von Marlee und Wächter Woodwork, die sich ineinander verliebt hatten. Schließlich erfahren wir auch noch, was hinter den Kulissen passiert und wie die Wächter auf die beiden großen Rebellenangriffe reagieren.

Im Laufe der beiden Romane empfand ich immer mehr Sympathien für Maxon - und America offensichtlich auch. Obwohl ich immer mal etwas wütend mit Aspen war, konnte ich seine Beweggründe nachvollziehen. Aber durch diese Kurzgeschichte hat man einen wunderbaren Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt und ich kann ihm nun überhaupt nicht mehr böse sein.
Aspen ist ein sehr fürsorglicher Mensch. Und er liebt America über alles. Als Sechs ist er sich bewusst, dass er ihr nicht bieten kann, was sie verdient - das redet er sich zumindest ein. Deshalb war ich auch so wütend, weil er sie von sich gestoßen und somit den ganzen Trubel erst ausgelöst hat. Und dann reist er ihr als neue Palastwache hinterher, offenbart ihr immer wieder seine Gefühle und spricht davon, wie hinterhältig die königliche Familie und somit auch Maxon ist.
Nun aber bekommt man einen wirklichen Eindruck von seinen Gefühlen. Die Autorin beschreibt sehr genau und unglaublich authentisch, wie sehr er America liebt und dass er alles für sie tun würde. Nicht einmal die Liebe und Fürsorge für seine eigene Familie ist so stark.

Immer wieder erkundigt er sich nach ihr und sorgt dafür, dass es ihr gut geht. Dass er dies schafft, ohne erwischt zu werden, ist bewundernswert und zeigt umso mehr, was er alles für sie riskieren würde. Immerhin haben alle mitbekommen, was mit Kandidatin Marlee und Wächter Woodwork passiert ist, als herauskam, dass sie ein Liebespaar sind.
Aspen fokussiert sich aber nicht ausschließlich auf America. Er ist nicht umsonst eine der Palastwachen. Er nimmt seine Aufgabe sehr ernst - natürlich auch zum Schutz seiner Geliebten. Aber auch zu den Angestellten des Palastes ist er unglaublich freundlich und man könnte sich fast auf jeder einzelnen Seite in ihn verlieben. Er ist gütig, nett und akzeptiert seinen Gegenüber die ganze Zeit. Außer den König, aber dieser ist nicht ja nicht unbedingt ein gleichgestellter Gegenüber.

Ich kann den König immer weniger leiden. Zumal er in den Romanen auch nicht gerade nett zu America ist. Er will sie herausekeln, weil er sie auf keinen Fall an der Seite seines Sohnes sehen will. Ihm geht es nicht um Liebe und Zuneigung, sondern um Beziehungen und Geschäfte. Es kümmert ihn nicht, wenn er ein Todesurteil unterschreibt, er setzt einfach nur einen Schriftzug auf ein Blatt Papier.
Und er redet beinahe sehr offen über seine Pläne und Ansichten. Seine Wachen sind immer dabei und bekommen alles mit. Aspen kann dabei nicht tatenlos zusehen und will etwas dagegen unternehmen. Aber was kann er als kleiner Bürger schon ausrichten? Als Zwei, also als Palastwache, hat er auch nichts zu sagen. Er hat nur seine Arbeit zu verrichten, nämlich die königliche Familie und nun auch die Mädchen der Elite zu beschützen.

Besonders schön finde ich es, wie sehr er sich um Americas Dienstmädchen kümmert. Besonders die junge Lucy, die einen so schweren Verlust erlitten hat, freut sich über seine Güte und Aufmerksamkeit. Fast schon glaube ich, dass sie sich ein wenig in ihn verliebt hat - oder zumindest für ihn schwärmt, aber wer tut das nicht?
Immer wieder gibt es Momente, in denen er sich wirklich zusammenreißen und seine Haltung bewahren muss. Bei den Rebellenangriffen zum Beispiel. Er kann America nicht einfach erleichtert um den Hals fallen, wenn er sieht, dass es ihr gut geht. Er kann sie nicht einfach so küssen. Das verlangt sehr viel Selbstbeherrschung, die er wirklich sehr gut innehat. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass auch America sich kaum zurückhalten kann.
Aber wir wissen ja, dass sie auch Gefühle für Maxon entwickelt hat.
Seltsam... Nach dem Beenden der Kurzgeschichte bin ich ein bisschen mehr auf Aspens Seite, obwohl ich glaube, dass es heftige Konsequenzen nach sich ziehen wird, wenn ihre Liebe herauskommt. Und dennoch kann ich nicht mit Sicherheit sagen, für wen sich America letzten Endes entscheiden wird. The One wird alles aufklären und ich bin sehr gespannt.

The Guard zeigt uns Aspens Gefühle und seine Gedanken. Er liebt America über alles und kann sich nur schwer zurückhalten, wenn er mit ihr zusammen ist. Er darf nicht einmal die Kontrolle verlieren, denn sonst würden sie beide alles verlieren. Ein wunderbarer Einblick, der großen Hunger auf das Finale und somit auch auf die finale Entscheidung Americas macht.


5 Marshmallows

"Any girl who would risk her life for someone she loves certainly deserves to be called a lady." (Pos. 72)

"[...] I've seen a lot of people let the bad around them make them hard or stubborn. In the end, they miss the chance to make their world better because they only see the worst in it." (Pos. 534-535)

What would I fight for in this world if I wasn't fighting for her? (Pos. 958-959)

Dienstag, 11. Februar 2014

Die Reise von Rob Cole (Der Medicus / Noah Gordon)

Da mich der fiktiv-historische Roman Der Medicus von Noah Gordon ziemlich beeinruckt hat (Rezension), wurde ich von einer kreativen Idee überfallen und ich möchte euch gerne die lange Reise von Rob Cole etwas näher bringen (zumal Google Maps einige interessante Dinge dazu ausspuckt). Es ist schon unglaublich, wie er im Mittelalter durch ganz Europa bis nach Persien gereist ist, um seinen Wissensdurst zu stillen und Arzt zu werden. So etwas findet man heutzutage nur noch selten. Natürlich war das Reisen damals nicht sehr einfach. Man musste ständig damit rechnen, dass man überfallen wird, weshalb man besser in größeren Gruppen oder ganzen Karawanen reiste. Da man erst auf die passende Gelegenheit warten musste und natürlich auch Rasten eingelegt wurden, dauerte so eine Reise extrem lange. Rob Cole erreicht zwanzig Monate nach seinem Aufbruch in England die persische Stadt Isfahan und scheint dem Ziel so nahe wie nie zuvor.


Wie ihr offensichtlich auf dem Foto sehen könnt, ist das Buch sehr dick - es hat 842 Seiten. Etwa die Hälfte davon beschäftigt sich mit dem Leben Robs beim Bader und der Reise nach Persien. Dazwischen vergehen viele Jahre und erst mit ungefähr einundzwanzig Jahren erreicht er sein Ziel Isfahan, um endlich ein Medicus zu werden.
Auf der Reise dorthin lernt er unglaublich viel über die jüdische Religion, weil er sich aufgrund des Hasses zwischen den Religionen dem Judentum vorübergehend anschließt und natürlich alle Gesetze und Gebräuche erlernen muss. So lernt man als Leser auch sehr viel darüber und bringt ein besseres Verständnis auf.

Obwohl der Beweggrund für die Reise natürlich der Wunsch ist, ein Medicus zu werden, zeigt uns Noah Gordon - vielleicht unbeabsichtigt - noch etwas anderes. Es geht bei Reisen nicht darum, bei sich zu bleiben. Es geht darum, dass man sich auf Neues einlässt und neue Menschen kennenlernt. Es ist in gewisser Weise ein Experiment und die Entdeckung des Ungewissen. Mich persönlich hat diese Reise etwas abenteuerlustig gemacht. Heutzutage ist es nicht mehr so gefährlich, durch Europa zu reisen und man hat genügend Möglichkeiten, Neues und Spannendes zu erleben, was einen für sein Leben lang prägt und in Erinnerung bleibt.


Auf Google Maps habe ich mir den Weg von Rob Cole nachzeichnen lassen, auch wenn sie nicht 100%ig identisch sind. Denn offensichtlich ist er nicht erst in die Mitte Frankreichs gereist, um dann Kehrt nach Deutschland zu machen und sie befahren auch für kurze Zeit das Schwarze Meer. Dennoch ist es unglaublich, welch eine Strecke er zurückgelegt hat. Die Europakarte sieht sehr klein aus und deshalb wirkt die Strecke vielleicht nicht so imposant wie sie es eigentlich ist. Im Weiterschreiten des Romans reist Rob auch noch einmal innerhalb Persiens umher und sogar mit einem Kriegstrupp bis nach Indien!
Es ist erstaunlich, welche Wege und Strecken die Menschen damals zurückgelegt haben und manch einer von uns heutzutage jammert schon, wenn er ein paar Treppen steigen soll anstatt den Aufzug zu nehmen.
Aber das sind eben der Fortschritt und die Bequemlichkeit, mit denen wir leben. Und damals wurde sich bestimmt oft genug Fortschritt gewünscht, besonders in der Medizin wie uns Noah Gordon näherbringt. Das Sezieren von Menschen war verboten, weil die Toten dann nicht in den Himmel aufsteigen konnten. Deshalb konnten nur Vermutungen über das Innere des Körpers angestellt werden und viele Krankheiten nahmen einfach ihren Lauf, weil man sie nicht behandeln konnte.

Obwohl Persien in diesem Sinne sehr viel weiter entwickelt war als Europa. Als Rob viele Jahre später wieder nach England zurückkehrt, merkt er zu seinem und unserem Verdruss, dass man sein Wissen nicht würdigt oder davon Gebrauch macht. Den meisten Badern und "Ärzten" ging es damals nur um den Gewinn und viel Geld. Aber den Menschen konnten sie nicht wirklich helfen. Und neue Erkenntnisse wurden meist nicht angenommen, weil man sich ihres Ursprunges nicht sicher war. Auch wenn bewiesen wurde, dass die alten medizinischen Schriften falsche Informationen enthielten, blickte man eher auf sie, als auf einen dahergelaufenen jungen Arzt.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch gerne eine kleine Warnung von Google Maps weiterleiten, die es bei der Fußreise von England nach Isfahan aufgezeigt hat. Also, seid schön vorsichtig, wenn ihr in nächster Zeit vorhabt, nach Persien zu wandern :)

Sonntag, 9. Februar 2014

[Rezension] Der Medicus (Noah Gordon)

Titel: Der Medicus
Autor: Noah Gordon
Band 1 der Trilogie
Verlag: Heyne
Seiten: 842
Genre: Historischer Roman
Preis: 9,99€

HIER bestellen! 


Klappentext:
Eine Reise aus der Dunkelheit ins Licht.
London im 11. Jahrhundert. Nach dem Tod seiner Mutter findet der neunjährige Waise Rob Cole Schutz bei einem Bader und wird sein gelehriger Schüler, bis er eines Tages nach Persien aufbricht, denn dort, im fernen Isfahan, lehrt Ibn Sina Avicenna, der berühmteste aller Ärzte. Rob trotzt mutig den Gefahren seiner weiten Reise, Hunger, Pest und den Überfällen religiöser Fanatiker. Unbeirrt folgt er seiner Berufung als Arzt und Heiler.
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Es waren Robs letzte ruhige und geborgene Augenblicke seliger Unschuld, doch in seiner Arglosigkeit hatte er es als ungerecht empfunden, dass er mit seinen Geschwistern zu Hause bleiben musste.
 
Noah Gordons Weltbestseller, welcher im Jahr 1986 erschienen ist, fasziniert als fiktiv-historischer Roman mit der Neugier und dem unerschöpflichen Wissensdurst und Mut zum Lernen des Robert Jeremy Cole, der ein unbeständiges Leben führt und schließlich alle Gefahren auf sich nimmt, um ein großer Medicus zu werden. Der Roman beschäftigt sich mit vielerlei Themen, die auch noch heute eine große Rolle spielen.

Das Cover meiner Ausgabe enspricht dem Filmposter. Es gefällt mir unglaublich gut, obwohl nun auch ich sagen muss, dass es zwischen Buch und Film fundamentale Unterschiede gibt, dennoch mag ich beides sehr gerne. Zu sehen sind - von unten nach oben - Rob Cole, Mary, der Bader, Schah Alã, Ibn Sina.
Der Titel passt natürlich hervorragend. Er spiegelt jedoch nicht nur den Wunsch wider, ein Medicus zu werden, sondern auch, wie vielen Gefahren man sich dafür stellen und wie viel Zeit man opfern muss.
Rob wächst in ärmlichen Verhältnissen in London auf. Als seine Eltern sterben, werden er und seine Geschwister, sowie ihr ganzer Besitz aufgeteilt. Ein herumreisender Bader nimmt sich seiner an und Rob lernt bei ihm, wie er Menschen heilen kann. Allerdings lernt er mit den Jahren auch, dass diese Medizin nicht wirklich heilsam ist. Von einem Juden, der sogar den Grauen Star behandeln kann, erfährt er von einem großen Arzt in Persien, Ibn Sina. Rob macht sich auf die lange Reise in das weit entfernte Isfahan. Doch dort erwartet ihn nicht nur die Lehre unter dem Arzt aller Ärzte, sondern auch Ablehnung, die Bräuche und eigenen Lebensweisen der Islamisten und ihres Schahs und exotische Krankheiten, die es zu bekämpfen gilt.

Auf der Rückseite des Buches findet sich ein sehr treffendes Zitat des Spiegels wieder: "Noah Gordon vermag es, einer Story Saft und Kraft zu geben." Dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf. Bisher habe ich schon den ein oder anderen historischen Roman gelesen und mich auch schon an einigen versucht, allerdings waren sie mir meist zu langatmig und aufgrund der vielen Erklärungen nicht spannend genug. Noah Gordon hat es geschafft, dass ich an den 842 Seiten geklebt habe und das Buch innerhalb einer Zeitspanne gelesen habe, in der ich Bücher mit halb so vielen Seiten lese. Man ist so in die Geschichte miteingebunden, sodass man sich ihr nicht entziehen kann. Obwohl auch vieles sehr umfangreich erklärt wird, schwächt dies die Geschichte kein bisschen in ihrer Spannung ab. Man verfolgt die lange Reise des Rob Cole, die mit der Aufnahme beim Bader beginnt und erst endet, wenn man die letzte Seite gelesen hat.
Der Roman beschäftigt sich mit sehr vielen Themen und Rob lernt immer wieder neu dazu. Man wird nicht mit neuen Informationen zugeschüttet, sondern lernt sich mit Rob gemeinsam Stück für Stück. Dies fördert unser Verständnis für andere Religionen und so manches kann ich im Nachhinein nun besser verstehen. Wobei das nicht heißen soll, dass ich es gutheiße.

Sehr ausführlich begleiten wir Rob auf seiner Reise, um ein Medicus zu werden. Es beginnt schon damit, dass er nach dem Tod seiner Eltern von einem in England umherreisenden Bader aufgenommen wird. Nun springt Noah Gordon nicht einfach mit dem Satz "Viele Jahre lernte er beim Bader" in die Zukunft. Natürlich beschreibt er nicht detailreich zehn Jahre, aber er lässt uns an der harten Ausbildung Robs Teil haben, sodass wir eine Draht zum Bader als Mensch und Beruf entwickeln und auch zu der Art, wie er seine Arbeit verrichtet. Somit ist das Verständnis für bestimmte Handlungen viel größer und macht die Geschichte so glaubhaft.
Im Mittelalter war es natürlich üblich, dass man keine langwierigen Heilungsprozesse anwandte, sondern lieber schnell ein Körperteil amputierte. Und aufgrund des mangelnden Wissens um den menschlichen Körper konnte man vielen Patienten nur den Segen Gottes wünschen und ihnen dann noch für viel Geld einen angemischten Punsch mit Alkohol anbieten.
Damals gab es in England nur wenige, die überhaupt etwas Ahnung vom Heilen hatten und auch Rob sieht bald ein, dass das Eintreffen des Baders eher einer großen Show gleicht.

Dennoch hat es mir viel Spaß gemacht, den Bader und Rob auf ihren Reisen zu beobachten. Der Bader bringt Rob bei, wie er ein Teil der großen Show werden kann, indem er die Leute mit Jonglieren, interessanten Geschichten, Witzen und Schmeicheleien dazu bringen kann, sie untersuchen zu lassen. Eigentlich bekommen sie alle nur ein vorgegaukeltes Universalspezifikum zur Heilung von allem, obwohl dies hauptsächlich nur aus Met besteht. Deshalb bleiben die beiden auch nie länger als einen Tag in einer Stadt, damit ihr Schwindel nicht auffliegt.
Obwohl der Bader die Leute betrügt und sich nur mit Alkohol und Frauen amüsiert, wird er für Rob wie ein Lehrmeister und Vaterersatz.
Als Rob dann aber von einem jüdischen Medicus hört, der den Menschen wirklich hilft und sogar einem Blinden das Augenlicht wieder schenkt, sieht er eine neue Chance. Er will den Menschen wirklich helfen und ihnen nicht vorspielen.

Nach dem Tod des Baders reist Rob weiterhin durch England, um die Medizin zu verkaufen. Aber dabei merkt er, wie wenig er eigentlich weiß und dass er es nicht würdig ist, sich als Arzt oder Bader zu bezeichnen. Also sucht er den jüdischen Medicus auf und erfährt zum ersten Mal von Ibn Sina, den Arzt alle Ärzte, der Studenten in Persien ausbildet.
Rob macht sich auf eine sehr weite Reise in die persische Stadt Isfahan. Allerdings ist die Reise nicht einfach. Je weiter man in den Westen kommt, desto verhasster sind Christen und neben den Islamisten sind nur noch Juden geduldet. Also bittet Rob um Gottes Segen und wird zu Jesse ben Benjamin.
Besonders während seiner Reise erfährt und lernt er unglaublich viel über die jüdische Religion. Und wir als Leser mit ihm. Neben der jüdischen und persischen Sprache eignet er sich Wissen über die Thora und den Koran an. Sein Wissensdurst ist unerschöpflich und das macht ihn aus.
Rob ist in dieser Hinsicht ein vorbildlicher und beeindruckender Charakter. Er hat ein sehr gutes Selbstverständnis, weshalb er einsehen konnte, dass seine wenigen Kenntnisse nicht ausreichen, um Menschen zu heilen. Er besitzt große Mengen an Toleranz und Akzeptanz. Er passt sich den Gegebenheiten an: Er will in Persien lernen, gut, dann muss er Persisch lernen. Da in diesem Land der Koran gilt und er sich unauffällig verhalten und sich nicht schuldig machen will, lernt er die Gesetze des Koran. Da er als Jude reist, muss er die jüdische Sprache und die Gesetze der Thora erlernen. Er akzeptiert alles Neue, was ihm daraufhin begegnet, auch wenn er nicht alles gutheißen kann.

Da Rob in ein islamistisch geprägtes Land reist und das auch noch als verdeckter Jude, muss er all die Gesetze und Bräuche lernen. Daher ist das Buch sehr religiös geprägt. Ich persönlich bin nicht wirklich sehr religiös, aber trotzdem wurde man mit diesem Thema nicht überhäuft. Noah Gordon führt uns langsam an sie heran und man lernt Schritt für Schritt die Bedeutungen und Lebenswege. Man bringt mehr Verständnis auf, wenn man nicht nur wie sonst an der Oberfläche kratzt, sondern tiefer eintaucht und sich darauf einlässt.
Auf seiner Reise mit einer Karawne durch Europa lernt Rob einen christlichen Schotten und seine Tochter Mary kennen. Sie verlieben sich ineinander, aber in Konstantinopel trennen sich ihre Wege. Hier gilt es für Rob eine erste schwere Entscheidung zu treffen: Entweder kann er Mary heiraten oder er reist ohne sie nach Isfahan weiter. Und so lesen wir lange Zeit nichts mehr von ihr.
Nach ganzen zwanzig Monaten (!) erreicht Rob Isfahan und ist gleich mit einem völlig neuen Leben und völlig neuen Umständen konfrontiert. Zugegeben hat er sich vorher auch keine wirklichen Gedanken darüber gemacht. Nur weil er vorgibt, Jude zu sein, kann er nicht einfach in die madrassa, die örtliche Akademie für Studenten, hineinspazieren und wird aufgenommen. Er muss einige Hürden nehmen und ist aber dennoch von Anfang an eine Attraktion. Ein europäischer Jude in Persien? Das ist schon eine seltsame Kombination, die sogar Schah Alã aufmerksam macht. Rob bittet um seine Gunst und erhält einen calãt des Schahs - ein Haus, ein Pferd und die Erlaubnis, in der madrassa studieren zu dürfen. Und nun steht er noch mehr in aller Munde und erregt das Aufsehen von Ibn Sina.

Dadurch, dass uns Noah Gordon langsam an alles herangeführt hat, sind auch schon einige persische Begriffe zum normalen Inventar des Wortschatzes hinzugefügt worden. Beispielsweise die madrassa, die Akademie, der maristan, das Krankenhaus oder der Begriff hakim, der gelehrte Arzt, bleiben genauso im Roman enthalten und sie lesen sich ganz natürlich und selbstverständlich.
Die Aufteilung des Buches gefällt mir unglaublich gut. Es gibt insgesamt sieben Teile, die innerhalb noch einmal in Kapitel unterteilt sind. Sie sind nicht zu lang und oft mit Absätzen geteilt. Das wirkt überhaupt nicht abgehakt, sondern bietet hier und da eine Lesepause, um über den beeinruckenden Lesestoff nachzudenken.
Obwohl die Zeit nie mit Sätzen wie "Viele Monate vergingen." oder "Er studierte nun schon seit drei Jahren in Isfahan." vorangetrieben wird, ist der Roman nicht langatmig. Noah Gordon nimmt sich ausreichend Zeit, alles genau zu beschreiben ohne dass es langweilig wird. Man lernt unglaublich viel. Da man die verschiedenen Entwicklungsstufen Robs seit seinem neunten Lebensjahr begleitet, ist man nur zu gerne dabei, wenn er einen neuen Weg einschlägt und da würden die eben genannten Sätze nur die Freude nehmen. Oft ist es in Büchern so, dass nur kurz über Vergangenes berichtet wird. So hätte man auch hier die Ausbildung Robs oder seine lange Reise nach Isfahan mit nur zwei Sätzen abhandeln können, aber so baut man eine viel bessere Beziehung zu den Charakteren auf.

In Robs Leben in Isfahan macht es am meisten Spaß, wenn er noch Student ist und in den Vorlesungen immer Neues lernt und sich um seine Patienten kümmern kann. Allerdings muss er auch ernüchternd feststellen, dass er neben Medizin auch Philosophie, Rechtswissenschaft und Theologie studieren muss, um die Prüfung zum hakim ablegen zu können. Nach einige Zeit findet er auch sehr gute Freunde, den Juden Mirdin und den Perser Karim.
Es ist unglaublich schön zu beobachten, wie Rob nach und nach Beziehungen zu den Fremden aufbaut und wie sie reifen. Schon bald ist er in Ibn Sinas Augen der vielversprechenste Student und das nicht nur wegen seiner besonderen Gabe. Schon früh konnte Rob mit der Berührung der Hände eines Patienten erkennen ob dieser bald sterben wird. Allerdings wird nicht allzu oft auf diese Gabe eingegangen, nur in wichtigen Momenten. Denn immerhin geht es um die Kunst des Heilens und nicht eine Ahnung um den Tod.

Allerdings wird Rob immer häufiger mit Themen konfroniert, denen er sich eigentlich fernhalten möchte. Der Schah erbittet immer öfter seine Anwesenheit und da sich Rob für den calãt erkenntlich zeigen muss, ist er auch oft auf Reisen dabei, sogar auf Beutezügen. Durch die Gunst des Schahs muss er nun immer öfters seine Aufgabe und Berufung vernachlässigen, denn das Nichtnachkommen der Befehle und Wünsche des Schahs gelten als große Beleidigung.
Auch wenn Rob älter wird, soll er immer mehr Aufgaben in der Akademie wahrnehmen, was ihn natürlich ehrt, aber man merkt deutlich, dass er nicht der Richtige dafür ist. Seine Berufung ist es, Menschen zu heilen. Genau deshalb kam er zum Lernen nach Isfahan.
Doch mit der Zeit muss man leider feststellen, dass nicht alles so bleiben kann, wie es ist. So kämpft Rob nicht nur gegen exotische Krankheiten an, sondern auch gegen den Schah und das Gesetz des Koran, welches das Leben so schwer und unwürdig für viele Menschen macht.

Der Medicus ist ein beeindruckender Roman, der sich mit vielen Themen beschäftigt und die Leser langsam an ein Verständnis für Judentum und Islam heranführt. Man durchlebt den Großteil des Lebens von Rob Cole, dessen Wunsch es ist, ein großer Medicus zu werden und dafür nimmt er alle Gefahren auf sich, sogar die Wut eines Schahs...

5 Marshmallows

Das Leben eines Menschen in der Hand zu halten wie einen Kieselstein. Zu fühlen, wie es einem langsam entglitt, es dennoch durch eigenes Handeln zurückzuholen! Nicht einmal ein König hatte solche Macht.
(S. 203)

Der Bader hatte immer gesagt, dass man bei der Auswahl eines Pferdes nach einem Tier Ausschau halten solle, das den Kopf einer Prinzessin und den Hinern einer fetten Hure hat.
(S. 414)

Samstag, 8. Februar 2014

[Rezension] Der Preis der Ewigkeit (Aimée Carter)

Titel: Der Preis der Ewigkeit
Autorin: Aimée Carter
Band drei der Goddess-Trilogie
Verlag: Mira Taschenbuch (darkiss)
Seiten: 300
Genre: Fantasy
Preis: 9,99€

HIER bestellen!

ACHTUNG! Dies ist Band drei der Goddess-Reihe und meine Rezension enthält Spoiler zu Band eins und zwei!

Lest hier meine Rezension zu Das göttliche Mädchen!

Lest hier meine Rezension zu Die unsterbliche Braut! 

Lest auch hier und hier meine Reviews zu den beiden Kurzgeschichten Die vollkommene Kämpferin und Hades und das zwölfte Mädchen! 

Klappentext:
Neun Monate dauerte Kates Gefangenschaft. Neun Monate, in denen sie eine eifersüchtige Göttin, einen rachsüchtigen Titanen und eine ungeplante Schwangerschaft überlebt hat. Jetzt will die Königin der Götter ihr Kind - und Kate kann nichts dagegen tun. Da bietet ihr Götterkönig Kronos einen Handel an: Wenn sie ihm Ergebenheit schwört, wird er die Menschheit verschonen und ihr das Kind lassen. Doch ihr geliebter Henry, ihre Mutter und der Rest des Rates müssen sterben. Sollte Kate sich hingegen weigern, will Kronos auf der Erde wüten, bis alles Leben ausgelöscht ist.
Das Schicksal aller, die sie liebt, liegt in ihren Händen. Kate muss einen Weg finden, das mächtigste Wesen des Universums zu besiegen, selbst wenn es sie alles kostet. Selbst wenn es sie die Ewigkeit kostet.
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"Es scheint, als würden die Spiele nun ihren Lauf nehmen."

Mit Der Preis der Ewigkeit schließt sich der Kreis und somit auch die Geschichte um Kate und Henry. Die große Schlacht steht bevor und es entscheidet sich endgültig ob es in Zukunft noch den Rat geschweigedenn überhaupt noch eine Erde geben wird, denn mit der Macht eines Titanen ist nicht zu spaßen. Und wieder einmal liegt es in der Hand unserer Protagonistin, wie der Krieg ausgehen wird.

Das Cover gefällt mir gut, es passt wunderbar in das Schema der anderen Bände und Kurzgeschichten. Obwohl es kleinlich sein mag, ich muss kritisieren, dass plötzlich nicht mehr Mira Taschenbuch sondern Darkiss auf dem Cover und dem Büchrücken steht. Normalerweise achte ich nicht so verstärkt auf das einheitliche Aussehen im Regal, aber mir ist es nur aufgefallen ;)
Der Titel bezieht sich natürlich auf die letzte große Schlacht und nicht um die persönliche Ewigkeit von Kate. Denn es geht um das ewige Leben aller Götter.

Calliope hat dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird und entführt sie. Neun Monate wurde Kate eingesperrt und niemand ahnte etwas davon. Schließlich bekommt sie einen Sohn und tut alles, um ihn in Sicherheit zu wissen. Jedoch nimmt ihr Calliope das Baby weg. Der einzige Verbündete in diesen Momenten ist der Titan Kronos - doch er will Kate zu seiner Königin machen. Ihr bleibt keine andere Wahl, weil er sonst alle Ratsmitglieder töten würde. Kate bewegt sich auf einem schmalen und gefährlichen Pfad, von dem sich nicht abweichen darf, denn sonst ist das ewige Leben aller vorbei...

Nach dem erschreckenden Ende von Die unsterbliche Braut konnte ich es fast gar nicht mehr abwarten. Endlich hatten sich Kate und Henry wieder versöhnt und liebten einander aufrichtig und dann das! Und dass ausgerechnet Ava die Verräterin ist, hat mich traurig gemacht.
Calliope hat dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird, nur um ihr alles zu nehmen, was sie liebt. Da alle Ratsmitglieder glauben, sie sei auf dem Weg zur Gottesmutter Rhea, war es auch nicht verwunderlich, dass sie neun Monate weg bleibt. Wobei das spätere Aufsuchen Rheas nur wenige Tage dauert...
Leider gibt es hier einen massiven Zeitsprung. Denn plötzlich steht die Geburt von Kates Sohn an, aber was in den neun Monaten dazwischen passiert, erfährt man nicht. Das ist sehr schade, denn so kann man Kates Gefühle diesbezüglich nicht gut nachvollziehen. Die Autorin stützt sich auch sehr auf die Tatsache, dass Kate nur ihren Sohn beschützen will. Vielleicht hat sie sich selbst keine großen Gedanken darüber gemacht, was in der langen Zeit geschehen ist, denn sie wird überhaupt nicht mehr aufgegriffen. Genauso gut hätte Kate auf magische Weise schon nach einem Tag ihr Baby bekommen können.

In diesem Band geht es hauptsächlich um Liebe und die Beweggründe für bestimmte Taten. Man kann Calliope schon verstehen, obwohl das natürlich ihr Handeln nicht rechtfertigt. Sie liebt Henry aufrichtig, aber da er sich lieber ein fremdes Mädchen sucht, welches auch noch die schweren Prüfungen bestehen muss, wird ihre Rachsucht immer größer. Ihr ganzer Hass entlädt sich nun auf Kate, da sie es ist, für die sich Henry entschieden hat. Deshalb hat sie auch dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird - damit sie das Baby für sich haben kann. Sie will in einer Illusion leben und mit Avas Hilfe schafft sie das auch immer wieder.
Auch Ava kann man sehr gut verstehen. Ihr Mann Nicholas wird von Calliope gefoltert und aus Liebe zu ihm verrät sie sogar ihre tiefe Freundschaft zu Kate. Und dennoch kann ich nicht so wütend auf Ava sein, wie sie es vielleicht verdient hätte. Durch die Seiten hindurch begegnet Kate ihr nur mit Verachtung und Hass, aber ich kann keine echten negativen Gefühle für sie aufbauen. Eigentlich bin ich nur etwas enttäuscht. Aber was Ava auch tut, sie bringt es wieder in Ordnung und sei es "nur" damit, dass sie sich auf der Insel, auf der Kronos gefangen gehalten wird, um Kates Sohn Milo kümmert, sodass er wahre Liebe erfährt. Denn die gibt Calliope ihm nicht. Ihr geht es nur um Rache und darum, die Beziehung zwischen Henry und Kate zu zerstören.

Kate entwickelt einen wahren Familiensinn, nachdem ihr Sohn auf die Welt kommt. Sie versucht von nun an nicht nur alles, um Milo zu beschützen, sondern diese Gefühle greifen auch auf Henry über. Sie entwickelt einen wahren Märtyrerkomplex - wie James es so schön ausdrückt. Ihr eigenes Wohl ist ihr gleichgültig, solange es ihrer Familie gut geht. Allerdings kommt ihr niemals der Gedanke, dass ihre Familie sie in Zukunft auch noch brauchen wird. Sie denkt nicht langfristig. Sie wirft sich in den Kampf und schließt sogar einen vermeintlich rettenden Handel mit Kronos ab, obwohl das alles noch schlimmer macht. Aber dass ihr Mann dann ohne sie leben und ihr Sohn ohne seine Mutter aufwachsen muss, kommt ihr nicht in den Sinn. Im Gegenzug dazu will sie aber, dass Henry sich für ihren Sohn nicht in die Schlacht stürzt. Sie will Henry nicht verlieren, aber wenn sie sich genauso kopflos an dem Krieg beteiligt, steht Henry auch alleine da.
Kate sieht meist nur ihren Standpunkt und ist in dieser Hinsicht schon etwas egoistisch. Aber ihre Taten sind auch ehrenwert. Ihre Familie ist ihr wichtiger als ihr eigenes Leben.

Aber als Erinnerung daran, dass auch ihr Leben wichtig ist, haben wir ja James. Der gute alte James, der Kate immer noch als bester Freund zur Seite steht, obwohl er sie am liebsten zur Frau hätte. Kates Mutter ist auch sehr dankbar dafür, dass er auf Kate aufpasst. Er begleitet sie beispielsweise nach Afrika um mit Rhea zu sprechen und nimmt Kate auf der Reise dorthin das Versprechen ab, ihre erste Affäre zu sein. Da dies im allgemeinen Zusammenhang und in der Situation eher wie ein Scherz zwischen Freunden wirkt, ist es doch ein ernstes Versprechen, welches die beiden auch in der letzten Schlacht noch zusammenhält.
Obwohl James mit wirklich jeder Göttin auf der Welt schon eine Affäre hatte, sucht er noch immer nach seiner Partnerin. Kate hätte es vielleicht werden könne und er hat wirklich stark darauf gehofft. Und dennoch bleibt er der beste Freund und diese Eigenschaft, seine Liebe zur ihr hintenanzustellen, macht ihn zu etwas besonderem und zu einem wahren Freund.

Was aber neben Kates starkem Schutzbedürfnis ihrer Familie gegenüber das Hauptthema des Buches ist, ist der Handel zwischen ihr und Kronos. Wobei dieser Handel immer wieder verändert wird. Kronos ist ein wirklich schwer einzuschätzender Charakter. Im einen Moment ist er unglaublich zart zu Kate und im nächsten umstrahlt ihn eine dunkle Aura, bei der man nicht einschätzen kann, ob er sie nun in Stücke reißen will. Kate war die Einzige, die ihm Verständnis entgegengebracht hat und deshalb will er sie auch zu seiner Königin machen. Es ist vielleicht nicht gerade angenehm, aber es ist der einzige Grund dafür, dass Calliope Kate nicht schon am Ende von Band zwei getötet hat. Kate und auch ihr Sohn stehen unter Kronos' Schutz, solange sie ihm Ergebenheit schwört.
Er wirkt nicht gerade sehr gewalttätig und es scheint eher so, als würde ihn all das nur schwach amüsieren, aber dennoch entlädt sich seine Macht auf brutalste Weise auf der Erde. Er ist fast schon wie ein kleines Kind. Wenn er nicht bekommt, was er will, dann wird er bockig. Aber im Gegensatz zu einem kleinen Kind kann er ganze Städte auslöschen, was er schlussendlich auch tut.

Das Buch verspricht ein Wechselbad der Gefühle, denn natürlich bleibt der Handel zwischen Kate und Kronos nicht unentdeckt und der Rat hat seine ganz eigenen Pläne, wie sie den mächtigen Titanen erledigen wollen. Zudem spinnt auch Henry einen eigenen Plan, dem er niemanden anvertraut, um seine Frau und seinen Sohn zu schützen. Hier und da prallen diese Pläne natürlich aufeinander und scheinen das Ende klar für Kronos zu entscheiden.
Da Kronos die Menschen auf der Erde und die Götter nur töten will, wenn Kate nicht seine Königin wird, gibt sie sich natürlich die Schuld für alles. Es sieht auch meist danach aus, dass sie einen Teil der Schuld trägt, aber fast alle fünf Seiten macht sie sich Vorwürfe. Die Gründe sind plausibel und nachzuvollziehen, aber dennoch muss sie nicht alle paar Minuten in Selbstvorwürfen versinken.
Allgemein hat mir das Buch gut gefallen und es hält so einige Überraschungen bereit. Obwohl die Geschichte nun abgeschlossen ist, bietet das Ende durchaus Stoff für mehr.

Der Preis der Ewigkeit ist ein spannender Trilogie-Abschluss, in dem jeder versucht, seine Familie zu retten und dabei so wenig Schaden wie möglich entstehen zu lassen. Beweggründe für bestimme Taten werden offengelegt und man kann die Charaktere und ihr Handeln besser nachvollziehen und verstehen.

4 Marshmallows

"[...] Mach dir keine Sorgen über das, was im schlimmsten Fall geschehen könnte. Finde lieber einen Weg, dafür zu sorgen, dass der schlimmste Fall niemals eintritt. Konzentrier dich auf das, was du am besten kannst, und kämpfe für die, die du liebst." (S. 202)

Dienstag, 4. Februar 2014

[Review] Edward - Auf den ersten Blick (Stephenie Meyer)

Titel: Edward - Auf den ersten Blick
Autorin: Stephenie Meyer
Kurzgeschichte zur Biss-Saga
Verlag: Carlsen
Seiten: 63
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: Kostenlos!

HIER bestellen!


Klappentext:
Sein Gesicht war fast überiridsch schön, doch sein Blick war stechend und hasserfüllt. Die erste Begegnung zwischen Bella und Edward bringt sie stärker zum Frösteln als der kalte Wind. Doch was denkt und fühlt Edward, als er Bella zum ersten Mal sieht? Die erste Begegnung zwischen Bella und Edward - diesmal aus Edwards Perspektive.
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Nie wünschte ich mir sehnlicher, schlafen zu können, als zu dieser Tageszeit.

Inzwischen dürfte wohl so ziemlich jeder die Geschichte um Bella und Edward kennen, die sich weltweit zu einem Phänomen entwickelt hat. Da wir alle Geschehnisse aus Bellas Sicht erleben und immer nur von Edward schwärmen, wäre es durchaus interessant zu erfahren, was Edward so an Bella fasziniert.
Mit Edward - Auf den ersten Blick erfüllt Stephenie Meyer den Wunsch ihrer Fans.

Das Cover in Verbindung mit der Schrift zeigt sofort, dass diese Kurzgeschichte der Biss-Saga zugehörig ist. Das finde ich bei Buchreihen und den dazugehörigen Novellen immer sehr wichtig, da man es auf den ersten Blick erkennt und sich nicht erst durch Beschreibungen wühlen muss.
Der Titel passt unglaublich gut. Da man als Biss-Fan natürlich bereits weiß, dass es sich hier um eine Geschichte aus Edwards Sicht handelt, ist auch ganz klar, dass es sich um die erste Begegnung mit Bella handeln muss.

Für Kenner ist von Anfang an klar, dass Edward und seine Familie Vampire sind. Ansonsten wird diese Tatsache erst etwas später klar. Es handelt sich hierbei um die Buchausschnitte von "Biss zum Morgengrauen" in der Kantine und der ersten Biologiestunde an Bellas erstem Schultag.
Edward schildert sein Leben mit seinen Geschwistern und es ist wirklich interessant, einmal hautnah mitzuerleben, wie er mit Alice auf seine Weise "kommuniziert".

Denn Edward kann Gedanken lesen und Alice muss in ihrem Kopf nur einige Sätze formen, sodass Edward möglichst auf seine Weise, ohne aufzufallen und ohne zu sprechen, Antwort geben kann. Man bekommt in dieser Hinsicht auch die Gedanken der anderen Schüler mit.
Edward beschreibt ziemlich gut, wie es sich anfühlt, diese Gedanken zu hören und wie man die einer bestimmten Person herausheben kann. Diese Sprachgewandheit in seinen Gedanken kennen wir bereits aus seiner verbalen Kommunikation in der Biss-Reihe.
Jedoch muss ich zugeben, dass mir einige Gedanken nicht gut vorgekommen sind. Sie sind durchaus authentisch und nachzuvollziehen, aber sie zerstören einfach das Bild, was man in den Roman erhalten hat.

Ein sehr gutes Beispiel ist Jessica. Sie ist eine wirklich gute Freundin von Bella geworden und trotz der manchmal seltsamen und schüchternen Art von ihr, hat sich Jessica nicht beirren lassen.
Aber nun erhält man einen Einblick in ihre Gedanken und eigentlich hält sie Bella nur für eine hässliches, trampeliges neues Spielzeug, welches die Aufmerksamkeit der Jungen auf sich zieht. Sie ärgert sich über Mike und alle, die nett zu Bella sind.
Das hat mich schon traurig gemacht, weil ich Jessica in den Romane gut leiden konnte. Wenn man nun wirklich nach dieser Kurzgeschichte geht, ist sie ein falsche Schlange, die Bella gegenüber Symphatie vorspielt, aber sie in Wirklichkeit nur verabscheut.

Besonders interessant wird es in der Biologiestunde. Edward ist neugierig auf Bella, weil er schon in der Kantine ihre Gedanken nicht lesen konnte. Allerdings verwandelt sich diese Neugierde aufgrund ihres Geruchs schnell in Mordlust. Die ganze Stunde lang überlegt er sich, wie er sie töten und ihr Blut trinken kann - und das äußerst detailreich. Er berechnet genau, wie lange er dafür bräuchte und wie viele Menschen als Zeugen sterben müssten.
Zwar erwähnte er etwas in der Art schon im Roman, aber es nun so beschreibungsfreudig in seinen Gedanken zu lesen, ist wirklich etwas gruselig.

Edward - Auf den ersten Blick spiegelt uns zwei wichtige Situationen aus dem ersten Roman wider, allerdings wirken sie aufgrund der Sicht von Edward komplett anders. Sie geben uns mehr Aufschluss über Edwards Wesen und seine Gabe, allerdings haben wir nun auch einen betrübten Blick auf Bellas Mitschüler.

4 Marshmallows

Ich verspürte den höchst eigenartigen Drang, dazwischenzutreten und Bella Swan vor Jessicas dunklen Gedanken zu schützen. Was für ein seltsames Gefühl.
(Pos. 157-158)