Sonntag, 13. Juli 2014

[Rezension] Charlie und die Schokoladenfabrik (Roald Dahl)

Titel: Charlie und die Schokoladenfabrik
Autor: Roald Dahl
Illustrator: Quentin Blake
Einzelband
Verlag: Rowohl
Seiten: 159
Genre: Kinderbuch
Preis: 7,99€

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Klappentext:
Charlies wunderbare Erlebnisse im Willy-Wonka-Schokoladenland beweisen es: Es gibt ein Schlaraffenland! Köstlich ist die Schokolade, die in dieser Fabrik hergestellt wird, Könige und Kinder aus aller Welt sind hier Kunden. Aber Willy Wonka ist auch ein großer Erfinder - er erfindet lauter süße Sachen, von denen Kinder sonst nur träumen: Leucht-Lutscher für die Nacht, Erdbeersaft-Wasserpistolen, Karamellen für Zahnlöcher oder Zungenleim für geschwätzige Eltern.
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 Diese beiden sehr alten Leute sind der Vater und die Mutter von Herrn Bucket.

Eine riesengroße, weltweit berühmte Schokoladenfabrik, ein alter und verrückter Chocolatier und fünf außergewöhnliche Kinder. Das sind die Grundzutaten für ein farbenreiches und leckeres Abenteuer rund um Willy Wonka und seine großartige Schokoladenfabrik, welches viele Kinder auf der ganzen Welt begeistert. Und man kann dabei noch etwas lernen, denn hinter jeder noch so verrückten Geschichte gibt es eine Lehre, die wichtig für das eigene Leben sein kann und die man sich zu Herzen nehmen sollte.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Es ist mit cartoonartigen Figuren gestaltet, die man auch in den Illustrationen im Buch wiederfindet. Durch die bunten Farben wirkt es sehr ansprechend und freundlich - genau das richtige für (groß gewordene) Kinder!
Oftmals kann man schon am Titel erkennen, dass man ein Kinderbuch vor sich hat. Ohne große Tiefe und Geheimnisse gibt es genau das wider, was man im Buch findet: Den Jungen Charlie und eine große Schokoladenfabrik.

Charlie Bucket lebt mit seinen Eltern und Großeltern mütterlicher- und väterlicherseits in einem kleinen kaputten Haus. Sie sind sehr arm und können sich fast nichts leisten. Nur die prächtigen Geschichten von Großvater Josef über den verrückten Chocolatier Willy Wonka versüßen Charlie den Tag. Eines Tages passiert etwas Unglaubliches: Willy Wonka hat fünf goldene Eintrittskarten in seinen Schokoladentafeln auf der ganzen Welt versteckt. Diejenigen fünf Kinder, die die Eintrittskarten finden, dürfen sich seine Fabrik ansehen! Charlies größter Wunsch ist es, eines dieser Kinder zu sein und wie es der Zufall will, findet er eine goldene Eintrittskarte...

Lange wusste ich gar nicht, dass es zu Charlie und die Schokoladenfabrik eine Romanvorlage gibt. Die Verfilmung mit Johnny Depp ist einer meiner Lieblingsfilme, die mich immer wieder begeistern können. Durch Zufall entdeckte ich das Buch und musste es mir natürlich gleich bestellen! Roald Dahl gilt noch heute nach seinem Ableben als einer der beliebtesten Kinderbuchautoren. Und das kann ich nur bestätigen!
Innerhalb weniger Seiten und mit einer für Kinder sehr einfach gehaltenen Sprache, schafft er eine fantastische Geschichte, die sogar Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Oftmals verbergen sich gerade hinter solch einfach gestrickten Geschichten die größten Lehren, weil man sie sehr leicht herausfiltern kann. Roald Dahl verpackt seine Botschaften in einer zauberhaften Geschichte, die für viele Menschen und besonders eben für Kinder sehr anziehend wirkt: So gut wie jeder mag Süßigkeiten und diese mit einer Unmöglichkeit zu verbinden, lässt Kinderaugen strahlen.

Quentin Blake unterstützt diese Ausgabe mit cartoonartigen Illustrationen, die uns das Geschehene näherbringen. So kann man sich alles genau vorstellen und fühlt sich fast wie in einem kleinen Film. Es werden zu Beginn alle Charaktere vorgestellt, die in der Geschichte mitwirken. Über einige muss man wirklich laut loslachen. Sie erfüllen wahre Klischees, aber dies natürlich sehr übertrieben, sodass man sich einfach auf Charlies Seite schlagen muss. Denn Charlie ist das einzig normale Kind, das die Schokoladenfabrik besichtigen darf. Die anderen möchte man im echten Leben lieber nicht kennenlernen, weil sie einfach grausig und nervig sind. Aber ohne sie gäbe es auch keine Lehre ;)

Zunächst lernen wir Charlie und seine Familie kennen. Schnell wird klar, dass sie sehr arm sind und sich nicht einmal genug zu essen leisten können.
Doch genau wie Charlie sind wir wie gebannt, wenn Großvater Josef vom berühmten Willy Wonka erzählt. Der Chocolatier schaffte es auf unerklärliche Weise, Süßigkeiten mit besonderen Eigenschaften herzustellen: Eis, das in der Sonne nicht schmilzt; Kaugummi, der nie seinen Geschmack verliert oder leckere Schokoladenvögelchen, die einem von der Zunge fliegen, wenn man nicht Acht gibt. Besonders gut gefällt mir die Geschichte über den indischen Prinzen, der sich einen ganzen Palast aus Schokolade bauen ließ. Dank des Filmes können wir uns das sehr genau vorstellen, dass alle Steine, das Fundament und die Möbel aus Schokolade gemacht sind. Mir läuft dabei immer das Wasser im Mund zusammen und am Liebsten würde ich die Wände einfach aufessen.
Allerdings gibt es auch wie in unserer echten Welt Neider und böse Menschen, die seine Rezepte stehlen, deshalb hatte Willy Wonka vor vielen Jahren seine Fabrik geschlossen. Aber nun passiert das Unglaubliche: Er gibt bekannt, dass er fünf Kinder in seine Fabrik einlädt - diejenigen, die eine goldene Eintrittskarte in einer der Wonka-Schokoladentafeln finden. Eigentlich ist das gar keine schlechte Geschäftsidee - plötzlich will jeder auf der Welt so viele Wonka-Schokoladentafeln wie möglich kaufen, um eine goldene Eintrittskarte zu erhaschen. Der Umsatz ist wirklich sehr groß :D Aber da wir hier ja von einem Kinderbuch sprechen, passiert es nur aus reiner Herzensgüte ;)

Die anderen vier Kinder, die neben Charlie die Schokoladenfabrik besuchen dürfen, sind wirklich schreckliche Menschen, die nur an sich selbst interessiert sind. Sogar ihre Eltern können sie nicht in Zaum halten. Das sorgt aber natürlich für eine abwechslungsreiche Geschichte. Obwohl Handlung und Umgebung recht einfach erklärt und beschrieben sind, so kann man sich die Fabrik und all ihre Wunderlichkeiten sehr genau vorstellen. Die Fabrik scheint ein magischer Ort zu sein, an dem auch magische Wesen arbeiten: Die Umpa-Lumpas. Sie singen schrecklich gerne und so erhalten wir jedes Mal, wenn sich eines der Kinder durch seine Eigenarten aus der Gruppe schießt, ein sich reimendes und unglaublich witziges Liedchen. Die Umpa-Lumpas durchschauen die Kinder nämlich und singen somit immer die reine Wahrheit.
Engstirnig betrachtet könnte man sagen, dass Willy Wonka ein verrückter alter Mann ist, in dessen Kopf noch ein Kind wohnt. Jedoch ist er die perfekte Figur für eine solche Schokoladenfabrik, in der es nicht mit normalen Dingen zugeht - man braucht eine Menge Fantasie, aber die Geschichte zeigt auch, dass man nur glauben muss, um die fantastischsten Dinge zu erschaffen.

Charlie und die Schokoladenfabrik ist eine wunderbare Geschichte, die zum Träumen und Glauben anregt. Wenn man an eine Sache glaubt und hart dafür arbeitet, kann man alles schaffen! Außerdem zeigt uns gerade die Situation von Charlie und seiner Familie, dass man nicht immer materiellen Besitz braucht, um glücklich zu sein - dazu reicht schon eine liebevolle Familie und ein bisschen Fantasie und Interesse an zauberhaften Geschichten. Willy Wonka mag verrückt wirken, aber doch gibt er die wichtige Botschaft weiter, dass man auch manchmal wieder zum Kind werden kann und man als Erwachsener nicht immer alles so kleinlich sehen sollte. Auch uns tut es manchmal gut, die Welt ab und zu mit Kinderaugen zu sehen.
Die anderen vier Kinder sind natürlich sehr krasse Beispiele, aber ihre Art ist einfach umöglich. In diesem Fall wäre wohl ein Erziehungsberater angebracht. Man mag lachen, aber solche Kinder gibt es bestimmt irgendwo. Materieller Besitz ist eben doch nicht alles - er kann Kinder schrecklich verziehen. Dieser Umstand kommt bei der Geschichte ganz deutlich heraus, dass Charlie, der im Grunde nichts Materielles besitzt, der normalste unter den Kindern ist.

Mit seinem fantastischen Kinderbuch über den Chocolatier Willy Wonka entführt uns Roald Dahl mit den verschiedensten Charakteren in eine außergewöhnliche Schokoladenfabrik, die unsere Sinne berauscht. Es geht um Fantasie, Kreativität und Glaube. Nicht immer machen uns materielle Dinge glücklich und umgänglich - manchmal muss man auch hinter die Fassade blicken, um Glück zu finden.

5 Marshmallows

1 Kommentar:

  1. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und auch für fantastisch befunden. <3

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