Dienstag, 29. Juli 2014

[Rezension] Bevor ich sterbe (Jenny Downham)

Titel: Bevor ich sterbe
Autorin: Jenny Downham
Einzelband
Verlag: cbt
Seiten: 318
Genre: Jugendbuch/Drama
Preis: 8,95€

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Klappentext:
Ihr bleibt keine Zeit, aber die Liebe...
Tessa hat den langen Kampf gegen die Leukämie verloren. Doch die 16-jährige will leben. Auf die Wand ihres Zimmers schreibt sie zehn Dinge, die sie noch tun wird, bevor sie stirbt. Nummer eins ist Sex. Als Adam auftaucht, ist Sex plötzlich mehr als nur ein Punkt auf ihrer Liste. Darf man lieben, wenn man stirbt? Tessa tut es.
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Wenn ich doch nur einen Freund hätte.

Mit diesem Buch betritt man eine Terrain, auf welchem sich sicherlich viele Menschen unwohl fühlen - aus Angst oder Unwissen. Die Autorin geht mit dem Thema Tod uns Krebs sehr offen um, sodass wir Leser einen Eindruck gewinnen können. Allerdings muss ich nach Beenden der Geschichte leider sagen, dass sie über das Ziel hinausgeschossen ist. Im Nachhinein bleiben bei mir eher Unverständnis und wenig Mitleid.

Das Cover gefällt mir gut. Es ist sehr schlicht und mit Bezug auf den Titel in einem Gegensatz dargestellt. Obwohl wir das Gesicht des Mädchens nicht sehen können, glaube ich zu sehen, dass es irgendwie glücklich ist, da er auf der Matratze herumspringt.
Der Titel macht sofort melancholisch. Irgendwie hat man etwas Angst, sich mit diesem Thema zu befassen, andererseits möchte man schon gerne verstehen, was in den Köpfen solch kranken Menschen vorgeht.

Tessa ist sechszehn Jahre alt und so schwer an Leukämie erkrankt, dass weitere Therapien aussichtlos sind. Eigentlich hat sie noch gar nicht richtig gelebt, wenn sie bald stirbt. Deshalb beschließt sie, mit der Hilfe ihrer besten Freundin Zoey ihre Liste mit zehn Dingen abzuarbeiten, die sie unbedingt noch erleben möchte. Und dabei passiert etwas, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hätte: Sie verliebt sich in den Nachbarsjungen Adam. Plötzlich findet sie sich in einer Welt wieder, in der sie bleiben möchte.

Die Idee ein todkrankes Mädchen noch einmal allen Lebensmut aufbringen und zehn wichtige und schöne Dinge erleben zu lassen bevor es stirbt, stimmt mich zwar traurig, aber auch neugierig. Obwohl mich die Themen Tod und Krebs auch sehr traurig machen, so wollte ich doch gerne wissen, wie Tessa ihre letzten Wochen verbringt. Ich habe eine zarte Geschichte voller Gefühl erwartet, die dann ihren Höhepunkt in einer Liebe findet. Naja, ich habe leider nur sehr wenig davon im Buch wiedergefunden.
Tessa ist ein ziemlich rotzfreches und depressives Mädchen, dass sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden will, sich aber trotzdem immer in seinem Bett verkriecht. Die Autorin hat sie aber auch in keine einfachen Rahmenbedingungen gesteckt: Sie bekommt mit dreizehn Jahren die Diagnose Leukämie und ihre Eltern leben getrennt voneinander. Ihre Mutter hat überhaupt keine Ahnung von der Krankengeschichte ihrer Tochter und versteht all die Behandlungen nicht. Ihr Vater ist mit Job, Haushalt und zwei Kindern heillos überfordert. Er gibt sich Mühe, muss aber immer wieder Tessas Launen aushalten.

Nun zu Tessas Liste. Dinge wie ein Ausflug ans Meer, mit einer Achterbahn fahren und sich verlieben hätte ich mir vorgestellt, aber stattdessen bekommen wir das: Sex, Drogen, Alkohol, Party. Ja, ihr lest richtig. Keine angebrachten Lebensweisen für eine leukämiekranke Sechszehnjährige. Also begleiten wir Tessa und Zoey auf viele Partys, auf denen es vor Alkohol und Drogen nur so wimmelt. Über den Punkt Sex möchte ich hier kein Wort verlieren.
So sehr ich Tessa in ihren Depressionen und Launen auch verstehen kann, so sehr stößt ihre Liste bei mir auf Unverständnis. Natürlich ist es grausam, wenn man erfährt, dass man nur noch wenige Wochen zu leben hat, die Mutter sich kaum dafür interessiert und der Vater abends weinend in der Küche sitzt und auch nichts Gutes beitragen kann. Aber ich habe immer die Vorstellung, dass solch kranke Menschen zwar ihre schlechten Tage haben, aber immer sehr positiv gegenüber Kleinigkeiten sind, die sie noch erleben können. Tessa dagegen wirkt auf mich total verrückt und ich kann überhaupt nicht verstehen, warum sie gerade diesen Weg einschlägt, um die letzten Wochen ihres kurzen Lebens so schön wie möglich zu machen.

Das einzig Positive ist der Nachbarsjunge Adam. Zwar hilft er Tessa und Zoey in Bezug Drogen auch noch, aber man merkt, dass ihm etwas an Tessa liegt und er sie gern hat. Sie merkt es natürlich erst spät, aber als es dann endlich so weit ist, sind die beiden recht süß zusammen. Adam tut alles dafür, dass es ihr so gut wie möglich geht und dass ist doch besser als alles andere, was auf ihrer Liste steht, oder?!
Als es Tessa richtig schlecht geht, kommt sogar ihre Mutter und beginnt, sich für sie zu interessieren. Als sie eines Nachts aber einen Anfall bekommt und ihr Vater nicht da ist, merkt man erst einmal, wie hilflos Tessas Mutter eigentlich ist - sie weiß überhaupt nicht, was sie tun soll. Aber vielleicht hat sie sich nur so sehr herausgehalten, weil sie ebenso wenig mit der Diagnose klarkommt wie Tessa. Allerdings hätte sie für ihre Tochter da sein müssen. Dass sie es jetzt ist, ist das Mindeste.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto schlechter geht es Tessa. Dann fühlt man schon ein wenig mit ihr mit, immerhin bin ich ja kein hohler Klotz. Ihr Verhalten von vorher kann ich jedoch nicht einfach vergessen. Erst, als sie die Liebe zu Adam entdeckt und merkt, dass es zuende geht, verändert sich ihr Charakter und sie rutscht in meiner Symphatiskala weiter nach oben. Ihre Wutanfälle und Launen kann man natürlich alle darauf zurückführen, dass sie so krank ist und nicht richtig damit umgehen kann, aber trotzdem kann ich ihre Denkweisen manchmal einfach nicht verstehen.

Viel mehr kann ich zu der Geschichte auch nicht sagen. Gegen Ende wird die Stimmung melancholischer und Tessa ist nicht mehr eine solche Nervensäge. Ich will ja auch nicht gegen sie wettern, immerhin stirbt sie. Aber wie kann man sich nur Alkohol und Drogen reinhauen, wenn man genau weiß, dass man unheilbare Leukämie hat?!?! Eigentlich hat sie Adam gar nicht verdient. Sie schnauzt ihn die ganze Zeit an und Zoey auch, so als wären die beiden an ihrem Schicksal Schuld. Sie merkt überhaupt nicht, dass sie für sie da sind und alles mitmachen, was sie verlangt. Todkranken Menschen einen Wunsch auszuschlagen ist eben eine schwere Sache.

Bevor ich sterbe ist ein Roman, der auf Gefühle und Melancholie abzielt, diese aber nicht im Leser hervorruft. Die Protagonistin ist nervig, unvernünfig und ihr Handeln für mich absolut nicht nachvollziehbar. Allein Adam und der kleine Sinneswandel am Ende des Buches haben mich an der Geschichte gehalten.

2 Marshmallows

Kommentare:

  1. Hallihallo! :)
    Ich muss sagen mir ist es ähnlich ergangen als ich das Buch las.
    Wenn dir die Geschichte aber annähernd gefällt, dann kann ich dir die Verfilmung "Now is Good" sehr ans Herz legen. Sie ist soo viel besser als das Buch (was ja ne ziemliche Seltenheit ist)!
    LG Nina

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  2. Hallo,

    du möchtest ja gerne an meiner Harry Potter Challenge mitmachen, und hast gesagt, dass du gerne morgen einsteigen würdest. Doch ist heute der 31. Juli der letzte Tag an dem man sich bei meiner Challenge bewerben kann. Ab morgen nehme ich keine weiteren Anmeldungen mehr an. Das habe ich alles in der Ankündigung auf meinem Blog gesagt.
    Du könntest dann nur noch auf Facebook teilnehmen (ist alles auf meinem Blog verlinkt) aber dann nimmst du nicht am Gewinnspiel teil.
    Sorry dass ich da so streng bin, aber das habe ich alles im Post erklärt. :)

    Liebe Grüße,
    Nico

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  3. Wenn du noch mitmachen möchtest, dann verlinke die Challege in der Challengeseite oder schreibe einen Post und schicke mir einen Link. Dann verlinke ich dich in die Teilnehmerliste und schon machst du mit.
    Aber wie gesagt, heute ist der letzte Tag zum Anmelden.
    Wurde auf der Frankfurter Buchmesse über meine Challenge getuschelt? ;D

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  4. Mir ging es bei dem Buch genauso wie dir. Die Hauptperson fand ich super nervig und unsympathisch und die Liste lächerlich und unangebracht. Ich kann irgendwie nicht nachvollziehen, dass so viele Leute das Buch so gut und berührend fanden. Ich war fast schon froh, als Tessa endlich tot war :'D

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