Mittwoch, 23. April 2014

[Rezension] MondLichtSaga #2 MondSilberZauber (Marah Woolf)

Titel: MondSilberZauber
Autorin: Marah Woolf
Band 2 der MondLichtSaga
Verlag: Createspace Independent Publishing
Seiten: 288
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: 2,99€

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ACHTUNG! Dies ist Band 2 der MondLichtSaga und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1!

Lest hier meine Rezension zu MondSilberLicht!

Klappentext:
"Mein Herz fing an zu schlagen, immer schneller. Der Stein in meinem Magen schien größer zu werden, doch nicht vor Schmerz. Er polterte ein wenig herum, zersprang und tausend kleine Schmetterlinge flatterten aus seinem Inneren hervor.
Er lebte, er war gefangen, aber er lebte. Das war das Wichtigste. Calum war nicht tot, nicht in unerreichbare Ferne gerückt."

Als Emma erfährt, dass Calum noch lebt gibt es für sie nur ein Ziel: Sie möchte, dass er zu ihr zurückkommt! Doch Calum ist in seine Welt entschwunden. Eine Welt, in die sie ihm nicht folgen kann.
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Wird es Emma gelingen, Calum zu retten?
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Draußen fuhr der Wind um das Haus.

Nach einem packenden Schluss von Band eins gibt uns Marah Woolf keine Zeit zum Luftholen. Nahtlos geht die Geschichte um Emma und Calum und seiner magischen Welt weiter und Emma schwebt in Gefahr. Nun tauchen wir tiefer in die Welt Calums ein, lernen zu verstehen und erfahren einiges über die magischen Wesen und ihr Leben.

Das Cover orientiert sich an dem des ersten Bandes. Es gefällt mir sehr gut, dass es bis auf die Farbe genauso gestaltet ist. Es sieht wunderschön aus und man erkennt sofort, dass die Bücher zueinander gehören.
Ein Zauber ist in diesem zweiten Band wahrlich gegeben. Wir tauchen nun sehr tief in die magische Welt ein und all das wirkt sehr authentisch, aber dennoch unglaublich zauberhaft.

Emma musste erst einmal verdauen, dass Calum ein Shellycoat und damit Teil einer sehr realen magischen Welt ist. Die Offenbarung über ihre Existenz haben ebenfalls dazu beigetragen, dass sie erst ihren Platz finden muss. Doch der Hass, den Elin auf die Menschen hat, hat ihr Calum weggenommen. Da auch sie in Gefahr schwebt, wird sie zur Sicherheit an die magische Schule in Avallach gebracht. Hier lernt sie nicht nur allerlei über die magischen Völker, sondern startet mit ihren neuen Freunden auch eine Rettungsaktion, denn sie ist nicht bereit, Calum aufzugeben...

Ich kann euch gar nicht sagen, wie erleichtert ich war, dass ich mir nach Abschluss von MondSilberLicht direkt den zweiten Band auf meinen Kindle laden konnte. Den habe ich dann auch im Nu verschlungen.
Das Ende von MondLichtSilber hat mich dermaßen geschockt, dass ich gar nicht mehr wusste, wo oben und unten ist und wie die Charaktere wieder aus diesem Schlamassel herauskommen sollen. Abgesehen von den Beziehungen der Figuren untereinander, war die Bedrohung durch Elin groß und immer präsent. Was sollte ihn in seinem Hass davon abhalten, einfach im Haus von Emmas Onkel aufzutauchen und sie alle zu töten?
Natürlich fällt es einem immer schwer zu sehen, dass die Charaktere leiden, aber irgendwie empfinde ich es auch als einen genialen Schachzug von Marah Woolf, dass sich Calum geopfert hat, um Emma zu retten. Obwohl "opfern" nicht ganz richtig ist. Es wird nicht erwähnt, dass er stirbt und Gott sei Dank ist es auch nicht so, aber eigentlich wissen wir es nicht so genau.
Sehr gut finde ich ebenfalls, dass Band zwei nahtlos an die Geschichte anknüpft. Diese Zeitsprünge zwischen Büchern finde ich immer etwas schwierig, weil man dann auch in Gedanken diesen Sprung macht und die Zeit des Leidens überhaupt nicht aktiv miterlebt und somit wieder eine gewisse Distanz zu den Figuren aufbaut.

Seit den Harry Potter Büchern bin ich ein Fan von magischen Schulen und es hat mich umso mehr gefreut, dass Emma zu ihrem Schutz nach Avallach gebracht wurde. Dort findet die Schulausbildung aller jungen magischen Wesen statt und Emma muss nun dort ihren Platz finden. Sie findet aber rasch neue Freunde in der Elfe Raven, dem Faun Ferin und der Shellycoat Amia. Neben den üblichen Problemen, wie ihre Sorgen um Calum, den "Gesprächen unter Freunden" und Problemen im Schulalltag, bekommen wir als Leser einen fantastischen Einblick in die magische Welt. Und das macht die Geschichte so authentisch! Es existiert nicht nur die Tatsache, dass es Faune, Vampire, Werwölfe und Shellycoats wirklich gibt, sondern sie haben alle eine bestimmte Art und Weise zu leben und ihre Existenz vor den Menschen geheimzuhalten. Im Unterricht entdecken wir diese Völker gemeinsam mit Emma und es ist verblüffend, wie einbezogen man sich als eigentlich Außenstehender fühlt.
Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Mitschüler und Lehrer, mit dem man nicht so eine gute Bindung hat oder den man nicht richtig einordnen kann. Ich gebe zu, dass ich in den heiklen Situationen Charaktere verdächtigt habe, die eigentlich auf der Seite der Guten stehen.

Während man zu Beginn der Schullebens noch recht unbeschwert teilnimmt, muss man sich jedoch klar machen, was außerhalb der Mauern passiert. Immerhin wurde Emma dort zu ihrem Schutz versteckt. Elin scheint Emma um jeden Preis töten zu wollen, da sein Vater Ares sich mit ihrer Mutter verbunden hat und daraus Emma enstanden ist. Sein Hass auf die Menschen ist daher sehr groß, aber wie groß, dass wird sich noch zeigen.
Die Vorstellung, dass Elin und Amia eigentlich Emmas Geschwister sind, ist zunächst sehr seltsam. Man kann sich diese Verwandtschaft zwischen ihnen nicht wirklich vorstellen. Das erste Aufeinandertreffen mit Amia ist eine fast schon peinlich berührte Situation. Denn sie solle sich eigentlich mit Calum verbinden und nun liebt er ihre Schwester. Dennoch ist Amia ein unglaublich symphatischer Charakter. Sie ist eine gute und reine Seele und sieht Calum als einen sehr guten Freund an. Deshalb ist sie auch nicht wütend auf Emma. Allerdings hätte ich sie gerne ab und zu wachgerüttelt, da sie ihren Bruder immer wieder in Schutz nimmt. Auch Blutsverwandschaft kann das nicht entschuldigen. Elins Taten sind grausam und es leiden nicht nur Emma und Calum darunter, sondern alle magischen Völker, da ein Krieg auszubrechen droht.

Nach und nach freundet sich Emma auch mit anderen Shellycoats an, was auch nicht zuletzt daran liegt, dass sie eine halbe Shellycoat ist und somit auch im Wasser gut mithalten kann. Sie ist sogar eine sehr talentierte Springerin und soll an einem Sprungwettbewerb teilnehmen.
Gemeinsam mit ihren neuen Freunden entwickelt sie einen Plan, um Calum aus den Fängen von Elin zu retten. Jedoch ist das überhaupt nicht so einfach, wie sie sich das vorstellt, denn Elin hat Berengar, die Hauptquelle der Shellycoats besetzt und unterdrückt die Bewohner. Er will unbedingt König werden, ersucht dies aber nicht durch rohe Gewalt. Er will dennoch von seinem Volk anerkannt werden und ist fest davon überzeugt, Calum beim Volk schlecht zu machen und dann loszuwerden.
Die Situation spitzt sich immer weiter zu - es kommt sogar heraus, dass Elin schwarze Magie benutzt, um an sein Ziel zu kommen und diese kann er nur von einer Quelle haben. Bald merkt Emma und somit auch wir, dass es um etwas viel Größeres geht, als um Elins Rache an den Menschen.

Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen. Obwohl es sich bei den meisten um magische Wesen handelt, sind sie alle sehr real und authentisch. Hin und wieder kommt uns alles wie eine normale Geschichte in einem Internat vor. Doch kurz bevor wir uns ganz daran gewöhnen, passiert wieder etwas.
Es gibt keine Seite, auf der man Langeweile finden könnte. Emma sorgt sich immer mehr um Calum und denkt an ihre gemeinsame Zeit, aber dennoch sind es keine weinerlichen Jammergedanken. Es ist immer alles genau auf den Punkt und ausreichend beschrieben und erklärt, ohne dass wir genervt aufstöhnen müssen, weil wir das schon zum fünften Mal gelesen haben.
Und auch Emmas Familie kommt nicht zu kurz. Zwar sind sie nicht immer körperlich anwesend, aber sie sind trotzdem immer präsent. Das ist auch eine Kunst, die ich bewundere: Die Autorin schafft es, dass beinahe alle Charaktere, die in der Geschichte vorkommen, präsent sind, obwohl sie nicht immer da sind.
Beispielsweise würde man nun nicht auf Peter oder Amelie treffen und denken: Ach, die gibt es ja auch noch. Sie sind kein Mittel zum Zweck, sondern wirklich ein wichtiger Teil der Geschichte und ein wichtiger Teil unserer Protagonistin.

MondLichtZauber ist eine wunderbare Fortsetzung, in der wir tiefer in die magische Welt eintauchen und die Völker kennenlernen. Doch zugleich ist die Gefahr durch Elin sehr präsent und es mangelt der Geschichte auf keiner Seite an Spannung. Ein Lesegenuss, der alles bietet: Spannung, Liebe, Freundschaft, Mut, Verständnis.

5 Marshmallows

"[...] Vor allem aber müsst ihr lernen, eure Gefühle selbst zu beherrschen und euch dabei nicht von anderen abhängig zu machen. Im schlimmsten Fall kann diese Abhängigkeit zur Droge werden."
(S. 51)

"Aber die Nichtgrausamen tun nichts dagegen. Ich bin mir nicht sicher, ob das besser ist." (S. 66)

"Ich werde das schaffen, Amelie." "Ja, aber nur, weil dir keine Wahl bleibt", meinte sie. (S. 266)

Er war es immer gewesen und er würde es immer sein. (S. 282)

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