Mittwoch, 9. April 2014

[Rezension] MondLichtSaga #1 MondSilberLicht (Marah Woolf)

Titel: MondSilberLicht
Autorin: Marah Woolf
Band 1 der MondLichtSaga
Verlag: Createspace Independent Publishing
Seiten: 289
Gener: Fantasy/Romanze
Preis: 2,99€

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Klappentext:
Keiner ihrer Albträume hätte Emma auf die drastische Veränderung in ihrem Leben vorbereiten können. Aber nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter ist sie gezwungen, in die verschlafene Hauptstadt der Isle of Skye, nach Portree, zu ihrem Onkel und dessen Familie zu ziehen.

Das Letzte, mit dem sie rechnet ist, dass sie hier ihre große Liebe finden wird. Vom ersten Augenblick an verfällt sie Calums geheimnisvoller Ausstrahlung. Er zieht sie unwiderstehlich in seinen Bann, woran auch sein allzu offensichtliches Desinteresse nur wenig ändert. Sein widersprüchliches Verhalten macht ihn für sie nur interessanter. Aber diese Fassade beginnt zu bröckeln...und irgendwann gibt auch er den Widerstand gegen seine eigenen Gefühle auf.

Als er ihr eines Tages seine wahre Identität verrät, flieht sie vor ihm. Doch es ist zu spät, längst ist sie ihm bedingungslos verfallen...
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Das Wasser um mich herum schien dunkler und dunkler zu werden.

MondSilberLicht ist der Auftakt einer wunderbaren und zauberhaften Geschichte, die zunächst traurig und harmlos zu beginnen scheint. Jedoch werden wir immer tiefer in die Mythen der schottischen Geschichte hineingezogen und können uns dem Zauber, der dort weilt, nicht mehr entziehen. Gemeinsam mit den Charakteren erleben wir fantastische Abenteuer, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen.

Das Cover ist wunderschön und unglaublich ansprechend. Die Ranken, Vögel und Schlüssel haben mit der Geschichte unmittelbar nichts zutun, aber das macht mir in diesem Fall nichts aus. Es zeigt jedoch sofort, dass uns eine magische Geschichte erwartet.
Der Titel lag mir zu Beginn irgendwie schwer auf der Zunge, ich wollte immer MondLichtSilber sagen, da man es einfach gewohnt war. Aber inzwischen finde ich ihn sehr passend und zauberhaft.

Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Emma zu der Familie ihres Onkels nach Schottland. Sie muss sich in ein neues Leben einfinden, freut sich aber auch über ein intaktes Familienleben. Doch diese Ruhe währt nicht lange, denn Emma verliebt sich in den mysteriösen Jungen Calum, der sie jedoch immer nur abweisend und finster ansieht. Was keiner der Betroffenen ahnt, ist dass Calum ein mythisches Geheimnis in sich trägt...

Zunächst bin ich etwas skeptisch an die Geschichte herangegangen, weil sie mir genau in das "Verkaufsschlager-Muster" zu passen schien: Mädchen kommt in einen neuen Ort und verliebt sich in einen mysteriösen Jungen, der ein fantastisches Geheimnis birgt. Obwohl sich damit fast die Hälfte des Buches füllt, so muss ich sagen, dass mich die Art und der Stil, wie Marah Woolf die Geschichte erzählt, total begeistert hat. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, dass Calum sich als Vampir outen würde, da mich auch die Namensvergabe doch sehr an die bekannten Cullens erinnerte, aber dem war nicht so. Die Angst währte auch nur kurz, denn die mythische Welt, die die Autorin um Calum herum aufgebaut hat, ist sehr durchdacht und unglaublich authentisch beschrieben, dass man sich sofort hineingezogen fühlt. Und unsere Protagonistin Emma steckt sogar schon tiefer in dieser Welt drin, als wir alle gedacht haben.

Die Autorin schafft es ebenso, dass wir im unwissenden Teil der Geschichte nicht andauernd über Calum nachdenken, es verändert sich auch so genug in Emmas Leben und wir können aktiv daran teilnehmen. Der Tod ihrer Mutter trifft Emma hart, obwohl sie sich immer zurückgezogen hat und nie wirklich glücklich zu sein schien. Bald erfahren wir auch, warum das so gewesen ist. Ein intaktes Familienleben kannte Emma bis zu diesem Punkt nicht, weil sie auch nie erfahren hat, wer ihr Vater ist.
Die Lebensumstellung für sie ist gewaltig: Sie zieht aus dem vollen und modernen Amerika auf die kleine Halbinsel Skye in Schottland, wo man ein paar Stunden zum nächsten größeren Ort fahren muss und jede Menge Natur vor der Haustür hat. Das ist wohl auch der geeignetste Ort, um schottischen Mythen auf die Spur zu kommen. Ethan, Emmas Onkel, hat keine Sekunde gezögert, seine Nichte in seiner Familie aufzunehmen. Und die ist wirklich herzlich und unglaublich liebenswürdig. Neben Bree, Ethans Frau, versteht sich Emma besonders gut mit Peter und Amelie, die ungefähr in ihrem Alter sind. Die beiden Zwillinge Amber und Hannah mischen die Familie ab und zu auf, sind aber wegen ihres jungen Alters - so gemein das auch klingen mag - eher unbedeutend für die Geschichte.

Emma versucht sich an einem normalen und geregelten Alltagsleben und man merkt ihr wirklich an, dass sie sich sehr wohl fühlt und in Bree eine zweite Mutter und in Amber und Peter beste Freunde gewonnen hat. Die Familie verbringt das Abendessen zusammen und allgemein ist der Familienzusammenhalt sehr groß. Auch wenn Amelie ein wenig rebelliert, weil ihr Vater gegen ihren Freund Aiden ist, so ist die Harmonie in dieser Familie fast schon utopisch. Bisher habe ich nur in Büchern von solchen Familien gelesen, aber durch das Wunschdenken bleibt diese Vorstellung sehr authentisch.
Emma verliebt sich auf den ersten Blick in Calum, den gutaussehenden Mitschüler. Er jedoch wirft ihr nur finstere Blicke zu und sie fragt sich, wie er eine solche Abneigung gegen sie haben kann, wo er sie doch gar nicht kennt!
Natürlich ist sofort klar, dass er irgendein Geheimnis birgt - diese Art von Geschichte kennen wir Bücherratten nur zu gut. Und doch ist der Wandel sehr erstaunlich und ich konnte Calum nicht wirklich einschätzen. Abgesehen davon, dass wir sein Geheimnis noch nicht entdeckt haben. Als er einen Kennenlern-Versuch gegenüber Emma startet, ist man einfach nur hin und weg. Er ist ein absoluter Gentlemen und immer an ihrer Seite. Er ist nett und zuvorkommend, allerdings weißt er sie immer wieder darauf hin, dass Emma sich nicht auf ihn einlassen sollte. Aber sie kann sich ihm einfach nicht entziehen und ich muss sagen, dass ich es auch nicht gekonnt hätte, obwohl er sich manchmal immer noch abweisend verhält.

Bald erfahren wir mehr über Calums Wesen und ich verrate dies hier nicht. Ihr sollt euch selbst ein Bild davon machen :)
Jedenfalls war ich schon einmal wahnsinnig erleichtert, dass er sich nicht als Vampir oder Werwolf geoutet hat. Marah Woolf bringt uns aber eine wunderbare Welt näher, die ihren Grundgedanken in einem schottischen Mythos hat. Genaue Informationen darüber konnte ich im Internet nicht dazu finden, aber so konnte man sich auch voll und ganz auf die Vorstellung der Autorin einlassen und die ist wirklich wunderbar!
Doch gibt es auch hier einige Gefahren. Denn in Calums Welt gibt es feste Regeln und scharfe Gesetze. Seine Art nimmt diese sehr ernst und wird schon von kleinauf damit betraut. Und er darf sich niemals auf einen Menschen einlassen. Aber man merkt mit der Zeit, dass er nicht mehr gegen seine Gefühle ankämpfen möchte und sich auf Emma einlässt.
Warum Calums Art so gegen die Menschen ist, hat einen sehr plausiblen Grund und die Autorin greift dieses sensible Thema sehr gut im Rahmen ihrer Geschichte auf: Die Zerstörung unserer Natur. Calum bringt ein sehr passendes Zitat an, welches ich gerne besonders hervorheben möchte:

"Es gibt nur eins, in dem der Mensch fantasievoll ist. In den Bemühungen, die Natur und alles, was ihm fremd ist, zu zerstören." (S. 186)

Obwohl wir diese klassischen Kulissen und Handlungen bereits aus mehreren Büchern kennen, so berührt uns die Autorin auf eine ganz andere Weise. Ich weiß nicht genau, wie sie das schafft, aber ich habe mich nach meinen anfänglichen vampirischen Sorgen total und mit jeder Faser in die Geschichte verliebt. Emma und Calum scheinen einfach das perfekte Paar zu sein und dazu bekommt Emma auch noch eine wunderbare Familie und fabelhafte Freunde. Was wünscht man sich mehr?
Leider jedoch währt dieses Glück nicht sehr lange und wird durch einen Einzelnen von Calums Art bedroht, der die Menschen mehr als alles andere hasst und ausgerechnet mit Emma verbunden ist.
Ich lege euch die Geschichte wirklich wärmstens ans Herz - lasst euch fallen und genießt es!

MondSilberLicht ein ein toller Auftakt zu einer zauberhaften und wunderbaren Trilogie, die uns in die Welt eines schottischen Mythos entführt und im Gesamtpaket rund und authentisch ist. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und wir können uns sehr gut mit ihnen und ihren Handlungen identifizieren. Ein wahrer Lesegenuss!

5 Marshmallows

"Keine Chance, ich bleibe, wo du bist. Du könntest versehentlich in die Spüle fallen." (S. 106)

"Es wäre eine gute Gelegenheit, sich mit Calum zu versöhnen", flüsterte sie mir ins Ohr. "Eine klare Nacht, der Sternenhimmel, ihr zwei allein in einem Zelt." (S. 157)

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