Dienstag, 15. April 2014

[Rezension] Indigo - Das Erwachen (Jordan Dane)

Titel: Indigo - Das Erwachen
Autorin: Jordan Dane
Band 1 der Hunted Reihe
Verlag: darkiss
Seiten: 362
Genre: Fantasy/Romanze
Preis: 10,99€

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Danke an Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar!


Klappentext:
"Ich will dich sehen, aber es ist zu gefährlich. Du darfst nicht nach mir suchen. Versprich es mir."

Als Rayne Darby die Nachricht ihres Bruders Luke auf ihrem Anrufbeantworter hört, ist sie völlig verwirrt. Überstürzt macht Rayne sich auf die Suche, bemerkt jedoch bald, dass sie verfolgt wird. In einem Tunnel sieht sie dann plötzlich ein blaues Licht, das von einem fremden Jungen ausgeht. Er hat die Arme ausgestreckt, die Lippen geöffnet in einem stummen Schrei - und ihre Verfolger ergreifen die Flucht.
Ihr Retter heißt Gabe - mehr gibt er nicht von sich preis. Er scheint jedoch zu wissen, wo Luke steckt...
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Lucas Darby stolperte durch die wabernden Lichter von Neonreklamen und vorbeiziehenden Schatten und versuchte verzweifelt, den Sinn des dumpfen Geflüsters zu erfassen, das er hörte.

Jordan Dane arbeitet in ihrem Roman den Mythos der Indigokinder in einer ganz eigenen Weise auf. Sie erschafft eine Übergangszeit zwischen der Welt, wie wir sie jetzt kennen und einer Zukunftsvision, die von jenen besonderen Kindern beherrscht wird. Jedoch wird auch hier thematisiert, was immer wieder zu Problemen führt: Wir Menschen zerstören das, was wir nicht verstehen können oder wollen.

Das Cover ist wirklich wunderschön! Die verschiedenen Blautöne treffen genau meinen Geschmack und das indigoblaue Leuchten des Titel verleiht ihm etwas Mystisches und Geheimnisvolles. Die Blume passt auch gut ins Bild, wobei sie jedoch keinerlei Verbindung zum Inhalt des Buches hat.
Der Titel passt natürlich sehr gut, immerhin geht es um die sogenannten Indigokinder. Das Erwachen würde ich darauf beziehen, dass deren Geheimnis nach und nach gelüftet und nicht mehr verheimlicht wird.

Rayne Darbys Bruder Lucas ist aus der Nervenheilanstalt geflohen und sie versucht, ihn zu finden. Doch dabei stellt sich ihr immer wieder ihre große Schwester Mia in den Weg, die sich von der Spiritual Church of Freedom berufen fühlt, die Welt vor ihrem Bruder zu schützen.
Jedoch wissen sie nicht, dass Lucas eines der besonderen Indigokinder ist, die von eben jener Kirche gejagt und ausgelöscht werden. Rayne trifft auf der Suche ihrerseits auf Gabriel - ebenfalls ein Indigokind - und versucht mit seiner Hilfe, ihren Bruder zu schützen.

Grundsätzlich finde ich die Idee sehr interessant. Über Indigokinder habe ich noch nie etwas gehört, aber anscheinend gibt es sogar in unserer realen Welt Mythen über sie. Es soll sich dabei um die Menschheit 2.0 handeln, um Krieger, die die Welt in eine bessere Zukunft führen. Jedoch gibt es auch Gegenspieler, die das unbedingt verhindern möchten: Die Spiritual Church of Freedom. Sie arbeitet im Untergrund zusammen mit der Nervenheilanstalt, die genau solche Kinder aufnimmt, untersucht und nie wieder ans Tageslicht lässt.
Das ist eigentlich auch schon alles, was man dazu sagen kann, da im Roman selbst kaum etwas dazu erklärt wird. Genauer gesagt dauert es fast ganze 200 Seiten bis man überhaupt eine grobe Vorstellung davon bekommt, wer oder was Indigokinder eigentlich sind. Und selbst das wird nur in einem kleinen Nebensatz erwähnt. Es war schwer, der Geschichte mit ihren Motiven zu folgen. Die Handlung an sich war spannend und auch nachzuvollziehen, aber da dies ja eigentlich aufgrund der Jagd auf die Indigokinder passiert, weiß man gar nicht genau, woran man festhalten soll.
Es gibt häufige Ortswechsel, weshalb diese durch Absätze mit Erwähnung des Ortes und der Zeit angegeben sind. Dies stört den Lesefluss nicht wirklich, aber durch die häufigen Wechsel kann man keine richtige Beziehung zu den Charakteren aufbauen und alles scheint sehr schnell vonstatten zu gehen. Man kann meist auch nicht nachvollziehen, wie die Charaktere zueinander stehen, da man durch die vielen Wechsel eigentlich kaum Zeit mit ihnen verbringt und sich dann fragt, warum sie sich nach wenigen Stunden plötzlich ineinander verliebt haben.

Die ersten 100 Seiten könnte man so zusammenfassen: Lucas Darby ist aus Angst aus der Nervenheilanstalt geflohen und wird nun durch die Stadt gejagt. Es handelt sich bei seinen Verfolgern um die sogenannten Believers, die die Indigokinder auslöschen wollen. Rayne, Lucas' Schwester, macht sich auf die Suche nach ihm und begegnet am alten Zoo einem unheimlichen Jungen namens Gabriel.
Das ist auch schon alles, was passiert. Der Mangel an Informationen hat mich zunächst stutzig, später auch ziemlich wütend gemacht. Natürlich gibt es viele Geschichten, in denen man erst spät Informationen erhält, aber dann muss es auch richtig verpackt sein. Allein für die ersten 100 Seiten habe ich über drei Wochen gebraucht, weil man sich überhaupt nicht in die Geschichte einfinden konnte und das dann einfach nur total langweilig ist, auch wenn die Handlung einigermaßen Spannung enthält. Man hat dann einfach kein Bedürfnis zu erfahren, wie es mit den Charakteren weitergeht.
Und umso wütender macht es mich im Nachhinein, dass man auch nach Beenden des Buches überhaupt keine Ahnung von diesem "Jagdspiel" zwischen Indigokindern und Believers hat. Vielleicht ist all das auch einfach nicht gut genug durchdacht oder ich erwarte zu viel. Für mich baut sich all das so auf: Die Indigokinder spüren den inneren Drang, die Menschheit in eine neue Zukunft zu führen. Die Believers wollen das verhindern, weil sie die Kinder für sehr gefährlich halten.
Für mich klingt es so, als seien die Kinder eine Art Superarmee, die sich nur noch gegen die bösen Erwachsenen durchsetzen muss. Ich kann es nicht ganz in Worte fassen, aber die ganze Situation, die die Handlung im Roman auslöst, hat für mich weder Hand noch Fuß.

Vor zwei Tagen habe ich das Buch dann doch wieder zu Hand genommen und mir etwas Hoffnung gemacht, dass innerhalb der nächsten 262 Seiten doch noch einiges passieren oder erklärt werden könnte. Die Handlung hat mich dann aufgrund der Spannung hier und da doch in ihren Bann gezogen, allerdings hätte man diese auch wahllos in jede beliebige Rahmenhandlung stecken können. Einige Szenen jedoch haben nur Fragezeichen in meinem Kopf hinterlassen. Sie wirkten so, als hatte die Autorin eine grobe Vorstellung davon, warum die Charaktere nun so handeln, aber mittendrin schien sie sich doch anders entschieden zu haben und so haben einige Situationen überhaupt keinen Sinn gemacht - weder in sich selbst noch im Zusammenhang mit der großen Handlung. Hierbei spreche ich besonders die Szene in der Stadtbibliothek an. Ranye und Gabriel haben ein ganz bestimmtes Buch gesucht und werden dabei allerdings von Mia entdeckt. Um einen Ausweg zu finden, hat Gabriel offenbar eine Idee, wie er die anderen mit seinen Fähigkeiten ablenken kann. SO. Nun denkt man, dass er irgendetwas heraufbeschwört oder so etwas in der Art, denn eigentlich wissen wir gar nicht, welche Fähigkeiten genau diese Indigokinder haben, damit Rayne aus der Bibliothek fliehen kann. Und plötzlich bebt die Erde und die ganze Bibliothek stürzt ein, als wäre eine Bombe abgeworfen worden. SINNFREI?!?!
Nach dieser seltsamen Szene bringt Gabriel Rayne zum Anwesen seines Onkels, weil sie sich dort Hilfe bei der Suche nach Lucas erhoffen. Aber eigentlich endet dieser Ausflug in einem "Familientreffen" und Rayne erfährt endlich etwas über Gabriels Familie und seine Vergangenheit. Das ist eigentlich keine schlechte Idee, da er ansonsten nicht darüber reden möchte, aber die Hilfe auf der Suche nach Lucas bleibt dabei total auf der Strecke. Mehrere Tage verbringen sie auf dem Anwesen und da wäre ich manchmal gerne mitten durch die Seiten spaziert und hätte Rayne angeschrien. Lucas scheint ihr sehr wichtig zu sein und gerade deswegen verstehe ich nicht, warum sie ihn in manchen Situationen einfach "vergisst".

Innerhalb der Geschichte springen wir immer wieder zwischen einigen Gruppen/Personen hin und her. Dabei hätten wir: Lucas; Rayne und Gabriel; Alexander Reese; Fiona; die Indigokinder; O`Dell. Wenn man bedenkt, dass innerhalb der 362 Seiten fast in jedem Kapitel mehrere Sprünge gemacht werden, so ist klar, dass man zwar einen groben Gesamtüberblick über die Motive der einzelnen Personen bekommt, man aber keine wirklich Bindung zu ihnen aufbauen kann. Alles wirkt sehr distanziert, allerdings kann ich auch einige Beziehungen unter den Charakteren nicht nachvollziehen. Einiges davon hat mit der Art der Indigokinder zutun, aber da es keine Erklärungen gibt, kann man nur von Weitem zuschauen und sich seine eigenen Gedanken machen.
Lucas scheint ein besonderes Indigokind zu sein, er ist sehr stark und entwickelt sich vermutlich in die nächste Stufe weiter - zu einem Kristallkind. Was genau SO besonders nun an dieser Art ist, erfährt man natürlich auch nicht. Jedenfalls hat ihn eine Stimme in seinem Kopf vor den Verfolgern gerettet: Kendra. Sie lebt gemeinsam mit einigen anderen Indigokindern im Tunnelsystem unter Los Angeles und versteckt sich vor den Believers. Sie fühlt sich sehr zu Lucas hingezogen und scheint ziemlich in ihn verliebt zu sein. Das ist schon einmal das Erste, was mir absolut unverständlich vorkommt. Er ist seit ihrer ersten Begegnung verletzt und bewusstlos und sie entwickelt Gefühle für ihn... Wobei ich eher der Meinung bin, dass sie sich in seine Kräfte verliebt hat, so wie sie andauernd davon schwärmt, wie stark er doch ist.

Im Grunde ist die Handlung an sich schon spannend gestaltet, allerdings scheint sie nicht sehr explizit auf den Rahmen mit dem Mythos der Indigokinder bezogen zu sein. Man fühlt sich als Leser total ausgeschlossen, obwohl man sogar in die Köpfe der bösen Believers schauen kann. Erklärungen sind anscheinend nicht notwendig und das ist wirklich schade um die Geschichte. Man hätte so viel mehr herausholen können, wenn man den Leser immer wieder mit kleinen Häppchen gefüttert und so an den Zeilen gehalten hätte. Aber so war ich einfach nur froh, als ich die letzte Seite erreicht hatte. Die Geschichte endet auch mit einer ziemlich schockierenden Aussage. Aber ich habe überhaupt nicht das Bedürfnis, sie weiter zu verfolgen.

Indigo - Das Erwachen hat weder Hand noch Fuß. Die Handlung ist spannend, wirkt aber hier und da total zusammengewürfelt. Der Mangel an Informationen ist einfach zum Haareausreißen, aber vielleicht ist das Wissen einfach eine Voraussetzung. Mich können leider weder Handlung noch Charaktere an der Geschichte halten und so verabschiede ich mich bereits nach Band eins von dieser Buchreihe.


2 Marshmallows

1 Kommentar:

  1. Hi Dani,

    eine schöne, ausführliche Rezi. Ich werde das Buch dann in naher Zukunft nicht lesen. ^^; Gibt eh sooo viele Bücher die ich lesen möchte und das sollen dann gute sein. :)

    Lg
    Micha

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