Sonntag, 30. März 2014

[Rezension] Dezembergeheimnis (Caroline Richter)

Titel: Dezembergeheimnis
Autorin: Caroline Richter
Einzelband
Verlag: Schandtaten Verlag
Seiten: ca. 315
Genre: Romanze/Märchen
Preis: 2,99€

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Klappentext:
Sich ihren Traummann ausmalen, welche Erscheinung und charakterlichen Vorzüge er haben soll … All das hat Lea getan. Bis ins kleinste Detail. Dass das Gespinst ihrer Tagträume eines Morgens urplötzlich in ihrer Küche steht, hätte Lea allerdings nicht erwartet. Und dass er das auch noch nackt tut, war gleich zweimal nicht geplant. Ein dummer Zufall? Ein Wunder? Oder ein verrückter Irrer, der ihre Bude ausräumen will? Lea geht stark von Letzterem aus, nur dass Noel sich so gar nicht wie ein verrückter Irrer verhält, sondern nach allen Regeln der Kunst versucht, ihr Herz für sich zu gewinnen. Auf einmal ist nichts mehr so, wie es vorher war und Leas Welt steht Kopf. Nie hätte sie gedacht, dass Noel und die mysteriöse Geschichte seiner Herkunft bald zu ihrem schönsten Geheimnis werden könnten.
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Lieber Weihnachtsmann, ich schätze, ich bin ein hoffnungsloser Fall.

Wer träumt nicht davon, sich seinen Traummann einfach selbst daheim in der Küche backen zu können? Caroline Richter entführt uns in ein solches Abenteuer. Allerdings zeigt sie auch deutlich, dass mit dem Backen nicht alles erledigt ist. Das muss auch ihre Protagonistin Lea herausfinden, als der Kuchen plötzlich als leibhaftiger Mann in ihrer Küche steht...

Das Cover gefällt mir unglaublich gut! Die vielen Zweige und die wunderbaren Blautöne zeigen unmissverständlich, dass die Geschichte im Winter spielt. Und die beiden Vögelchen sind die Liebes-Turteltäubchen, was natürlich eindeutig für eine Liebesgeschichte spricht.
Der Titel passt sehr gut, da Lea aus ihrem Kuchen-Traummann ein Geheimnis macht und die Geschichte Ende Dezember, Anfang Januar spielt.

Lea ist Single und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben, aber ab und zu wünscht sie sich dennoch einen Freund. Jedoch ist sie sehr erstaunt, als der Kuchen für den Nachmittagstee mit ihrer Freundin plötzlich als leibhaftiger Mann in ihrer Küche steht und Lea zur glücklichsten Frau zur Welt machen will. Dieser Umstand ist natürlich mit einigen Schwierigkeiten verbunden, denen sich Lea stellen muss...

Die Idee zur Geschichte finde ich einfach fabelhaft! Schon oft habe ich das "Traummann-Backset" in Geschäften stehen sehen, aber dass er dann wirklich in der Küche stehen würde, hätte ich mir nicht träumen lassen. Lea ist ebenso erstaunt oder besser gesagt schockiert. Zunächst hält sie diesen nackten Mann für einen Einbrecher, der sie von vorne bis hinten veräppeln will. Allerdings ist seine Art so seltsam und zeitgleich so authentisch, dass er einfach ein Kuchenmann sein muss.
Das erste Kapitel ist einfach zu witzig. Lea macht sich noch darüber lustig, dass ihre Eltern ihr aus dem Urlaub ein Traummann-Backset zu Weihnachten schenken, das sie wieder einmal allein verbringt. Als sie dann keine anderen Zutaten für den Nachmittagstee mit ihrer besten Freundin findet, muss sie wohl oder übel auf das einfach Kuchenmann-Rezept zurückgreifen und - schwuuups, ist der Kuchen fort und ein Mann in der Küche. Die Vorstellung ist schon etwas unheimlich, aber Leas Reaktionen zu beobachten unglaublich amüsant.

Lea führt eigentlich ein Leben, mit dem ich mich selbst sehr gut identifizieren kann. Sie lebt allein in ihrer Wohnung und arbeitet in der örtlichen Stadtbücherei. Nebenbei hat sie früher auch noch Geschichten geschrieben. Zu dieser Zeit arbeitete sie noch als Lektorin bei einem Verlag. Als sie jedoch ihrer Chefin ihre eigenen Geschichten zeigte und nur höhnische Kritik erntete, kündigte sie. Das macht mich schon sehr traurig. Denn ihre Chefin gab ihr keine konstruktive Kritik, sondern sagte einfach nur, dass sie doch lieber beim Lesen der Manuskripte bleiben solle. Ob es nun von Leas Seite aus eine Überreaktion war, kann ich nicht genau beurteilen, aber ihre Kränkung kann ich durchaus nachempfinden. Es gibt nichts schlimmeres, als höhnische Bemerkungen über die eigene Leidenschaft zu bekommen, die man künstlerisch ausgelebt hat.
Umso mehr freut es mich im Laufe der Geschichte, dass sich Lea trotz anfänglicher Schwierigkeiten auf ihren Kuchenmann, der übrigens Noel heißt (Haha, sehr kreativ^^), einlässt und sich tatsächlich ein wenig in ihn verliebt.

Noel ist ein ganz besonders gestalteter Charakter. Zunächst finde ich es interessant, dass die Autorin ihn nicht zu einem Mensch-gewordenen Mann gemacht hat, sondern er im Innern immer noch ein Kuchen ist. So muss er sich beispielsweise von Flüssigkeiten fernhalten und kann nur rohen Kuchenteig essen. Diese Eigenschaften sind auch für uns Leser gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit wird dies ganz normal.
Immer wieder spricht er davon, dass er für Lea ihr Traummann sein oder werden möchte. Lea weist ihn anfangs immer wieder zurück, aber er gibt nicht auf.
Er bemüht sich sehr auf Leas Wunsch hin, eine Persönlichkeit zu entwickeln. Denn er kann ja nicht einfach nur ein Traumman für Lea sein. Sie muss ihn kennenlernen, aber er selbst weiß kaum etwas. Somit lernt er Tag für Tag immer mehr.
Durch seine unwissende und fast schon naive Art wird man an eine wirklich zarte Beziehung erinnert. So sind die beiden nicht nur in Alltäglichkeiten verbunden, sondern er hinterfragt auch Dinge, die für uns ganz normal erscheinen. Er gibt Lea zu bedenken, wie ihr wahres Wesen ist und warum sie so gehandelt hat, wie sie es getan hat.

Noel ist einfach total süß. Manchmal gerät er aber auch in brenzlige Situationen, weil er einfach das Wissen nicht hat. Umso schöner ist es, wenn er Lea ganz einfache Dinge fragt, wie beispielsweise ihre Lieblingsfarbe. Er bringt sie mit seiner Art dazu, über ihr bisheriges Leben und ihre Taten nachzudenken. Dies soll keine Zurechtweisung sein, aber sie hinterfragt nun öfters ihre Taten. Noel kann zum Beispiel gar nicht verstehen, warum Lea das Schreiben wegen einem einzigen blöden Kommentar ihrer damaligen Chefin aufgegeben hat, denn es ist doch ihre Leidenschaft.
Das Problem damit schien einfach zu sein, dass sie insgeheim mit ihrem Leben nicht mehr so zufrieden war. Es war akzeptabel, aber eben nicht wunderbar, wie es sein sollte. Nachdem Noel in ihr Leben tritt, verändert es sich und sie beginnt sogar wieder, zu schreiben und ihren Traum, Autorin zu werden, zu verfolgen. Allerdings steht ihr dabei irgendwie auch ihre Liebe zu Noel im Weg.

Die Geschichte ist süß erzählt und greift ein wichtiges Thema auf: Selbstfindung. Im Nachhinein kann ich gar nicht genau sagen, ob für mich persönlich die Liebe so im Vordergrund gestanden hat. Denn eine Botschaft ist für mich ganz klar herausgekommen: Man muss sich in seinem Leben öfters mal etwas trauen, wenn man seinen Traum erfüllen will und man darf gegenüber anderen nicht immer zurückstecken, denn man selbst muss dann damit leben und nicht die anderen.
Allgemein hat mir das "süß" der Geschichte allerdings nicht ganz gereicht. Ab und zu haben sich Szenen in die Länge gezogen. Die Botschaft finde ich ganz toll, aber mehr konnte ich aus der Geschichte auch nicht herausholen. Märchenhaft ist sie, keine Frage, aber für mich persönlich eben nicht genug im Gesamtpaket.

Dezembergeheimnis ist eine süß erzählte Weihnachts-Liebesgeschichte, die uns auf ein kleines Abenteuer mit einem Hauch Fantasy mitnimmt und eine sehr schöne Aussage für uns bereithält. Leider jedoch stimmte für mich das Gesamtpaket nicht und hier und da hätte man die Geschichte peppiger gestalten oder kürzen können.

3 Marshmallows

"Du bist ein Kuchen?" "Ich bin dein Wunsch." Er grinste triumphierend. (Pos. 168-169)

"Du bist etwas Besonderes für mich", sagte er zärtlich. (Pos. 760-761)

"Blau. Denn dank dir habe ich mich heute frei gefühlt." (Pos. 1241)

"[...] Liebe sollte doch nicht einengen. Sie sollte glücklich machen!" (Pos. 1572-1573)

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