Samstag, 8. Februar 2014

[Rezension] Der Preis der Ewigkeit (Aimée Carter)

Titel: Der Preis der Ewigkeit
Autorin: Aimée Carter
Band drei der Goddess-Trilogie
Verlag: Mira Taschenbuch (darkiss)
Seiten: 300
Genre: Fantasy
Preis: 9,99€

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ACHTUNG! Dies ist Band drei der Goddess-Reihe und meine Rezension enthält Spoiler zu Band eins und zwei!

Lest hier meine Rezension zu Das göttliche Mädchen!

Lest hier meine Rezension zu Die unsterbliche Braut! 

Lest auch hier und hier meine Reviews zu den beiden Kurzgeschichten Die vollkommene Kämpferin und Hades und das zwölfte Mädchen! 

Klappentext:
Neun Monate dauerte Kates Gefangenschaft. Neun Monate, in denen sie eine eifersüchtige Göttin, einen rachsüchtigen Titanen und eine ungeplante Schwangerschaft überlebt hat. Jetzt will die Königin der Götter ihr Kind - und Kate kann nichts dagegen tun. Da bietet ihr Götterkönig Kronos einen Handel an: Wenn sie ihm Ergebenheit schwört, wird er die Menschheit verschonen und ihr das Kind lassen. Doch ihr geliebter Henry, ihre Mutter und der Rest des Rates müssen sterben. Sollte Kate sich hingegen weigern, will Kronos auf der Erde wüten, bis alles Leben ausgelöscht ist.
Das Schicksal aller, die sie liebt, liegt in ihren Händen. Kate muss einen Weg finden, das mächtigste Wesen des Universums zu besiegen, selbst wenn es sie alles kostet. Selbst wenn es sie die Ewigkeit kostet.
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"Es scheint, als würden die Spiele nun ihren Lauf nehmen."

Mit Der Preis der Ewigkeit schließt sich der Kreis und somit auch die Geschichte um Kate und Henry. Die große Schlacht steht bevor und es entscheidet sich endgültig ob es in Zukunft noch den Rat geschweigedenn überhaupt noch eine Erde geben wird, denn mit der Macht eines Titanen ist nicht zu spaßen. Und wieder einmal liegt es in der Hand unserer Protagonistin, wie der Krieg ausgehen wird.

Das Cover gefällt mir gut, es passt wunderbar in das Schema der anderen Bände und Kurzgeschichten. Obwohl es kleinlich sein mag, ich muss kritisieren, dass plötzlich nicht mehr Mira Taschenbuch sondern Darkiss auf dem Cover und dem Büchrücken steht. Normalerweise achte ich nicht so verstärkt auf das einheitliche Aussehen im Regal, aber mir ist es nur aufgefallen ;)
Der Titel bezieht sich natürlich auf die letzte große Schlacht und nicht um die persönliche Ewigkeit von Kate. Denn es geht um das ewige Leben aller Götter.

Calliope hat dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird und entführt sie. Neun Monate wurde Kate eingesperrt und niemand ahnte etwas davon. Schließlich bekommt sie einen Sohn und tut alles, um ihn in Sicherheit zu wissen. Jedoch nimmt ihr Calliope das Baby weg. Der einzige Verbündete in diesen Momenten ist der Titan Kronos - doch er will Kate zu seiner Königin machen. Ihr bleibt keine andere Wahl, weil er sonst alle Ratsmitglieder töten würde. Kate bewegt sich auf einem schmalen und gefährlichen Pfad, von dem sich nicht abweichen darf, denn sonst ist das ewige Leben aller vorbei...

Nach dem erschreckenden Ende von Die unsterbliche Braut konnte ich es fast gar nicht mehr abwarten. Endlich hatten sich Kate und Henry wieder versöhnt und liebten einander aufrichtig und dann das! Und dass ausgerechnet Ava die Verräterin ist, hat mich traurig gemacht.
Calliope hat dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird, nur um ihr alles zu nehmen, was sie liebt. Da alle Ratsmitglieder glauben, sie sei auf dem Weg zur Gottesmutter Rhea, war es auch nicht verwunderlich, dass sie neun Monate weg bleibt. Wobei das spätere Aufsuchen Rheas nur wenige Tage dauert...
Leider gibt es hier einen massiven Zeitsprung. Denn plötzlich steht die Geburt von Kates Sohn an, aber was in den neun Monaten dazwischen passiert, erfährt man nicht. Das ist sehr schade, denn so kann man Kates Gefühle diesbezüglich nicht gut nachvollziehen. Die Autorin stützt sich auch sehr auf die Tatsache, dass Kate nur ihren Sohn beschützen will. Vielleicht hat sie sich selbst keine großen Gedanken darüber gemacht, was in der langen Zeit geschehen ist, denn sie wird überhaupt nicht mehr aufgegriffen. Genauso gut hätte Kate auf magische Weise schon nach einem Tag ihr Baby bekommen können.

In diesem Band geht es hauptsächlich um Liebe und die Beweggründe für bestimmte Taten. Man kann Calliope schon verstehen, obwohl das natürlich ihr Handeln nicht rechtfertigt. Sie liebt Henry aufrichtig, aber da er sich lieber ein fremdes Mädchen sucht, welches auch noch die schweren Prüfungen bestehen muss, wird ihre Rachsucht immer größer. Ihr ganzer Hass entlädt sich nun auf Kate, da sie es ist, für die sich Henry entschieden hat. Deshalb hat sie auch dafür gesorgt, dass Kate schwanger wird - damit sie das Baby für sich haben kann. Sie will in einer Illusion leben und mit Avas Hilfe schafft sie das auch immer wieder.
Auch Ava kann man sehr gut verstehen. Ihr Mann Nicholas wird von Calliope gefoltert und aus Liebe zu ihm verrät sie sogar ihre tiefe Freundschaft zu Kate. Und dennoch kann ich nicht so wütend auf Ava sein, wie sie es vielleicht verdient hätte. Durch die Seiten hindurch begegnet Kate ihr nur mit Verachtung und Hass, aber ich kann keine echten negativen Gefühle für sie aufbauen. Eigentlich bin ich nur etwas enttäuscht. Aber was Ava auch tut, sie bringt es wieder in Ordnung und sei es "nur" damit, dass sie sich auf der Insel, auf der Kronos gefangen gehalten wird, um Kates Sohn Milo kümmert, sodass er wahre Liebe erfährt. Denn die gibt Calliope ihm nicht. Ihr geht es nur um Rache und darum, die Beziehung zwischen Henry und Kate zu zerstören.

Kate entwickelt einen wahren Familiensinn, nachdem ihr Sohn auf die Welt kommt. Sie versucht von nun an nicht nur alles, um Milo zu beschützen, sondern diese Gefühle greifen auch auf Henry über. Sie entwickelt einen wahren Märtyrerkomplex - wie James es so schön ausdrückt. Ihr eigenes Wohl ist ihr gleichgültig, solange es ihrer Familie gut geht. Allerdings kommt ihr niemals der Gedanke, dass ihre Familie sie in Zukunft auch noch brauchen wird. Sie denkt nicht langfristig. Sie wirft sich in den Kampf und schließt sogar einen vermeintlich rettenden Handel mit Kronos ab, obwohl das alles noch schlimmer macht. Aber dass ihr Mann dann ohne sie leben und ihr Sohn ohne seine Mutter aufwachsen muss, kommt ihr nicht in den Sinn. Im Gegenzug dazu will sie aber, dass Henry sich für ihren Sohn nicht in die Schlacht stürzt. Sie will Henry nicht verlieren, aber wenn sie sich genauso kopflos an dem Krieg beteiligt, steht Henry auch alleine da.
Kate sieht meist nur ihren Standpunkt und ist in dieser Hinsicht schon etwas egoistisch. Aber ihre Taten sind auch ehrenwert. Ihre Familie ist ihr wichtiger als ihr eigenes Leben.

Aber als Erinnerung daran, dass auch ihr Leben wichtig ist, haben wir ja James. Der gute alte James, der Kate immer noch als bester Freund zur Seite steht, obwohl er sie am liebsten zur Frau hätte. Kates Mutter ist auch sehr dankbar dafür, dass er auf Kate aufpasst. Er begleitet sie beispielsweise nach Afrika um mit Rhea zu sprechen und nimmt Kate auf der Reise dorthin das Versprechen ab, ihre erste Affäre zu sein. Da dies im allgemeinen Zusammenhang und in der Situation eher wie ein Scherz zwischen Freunden wirkt, ist es doch ein ernstes Versprechen, welches die beiden auch in der letzten Schlacht noch zusammenhält.
Obwohl James mit wirklich jeder Göttin auf der Welt schon eine Affäre hatte, sucht er noch immer nach seiner Partnerin. Kate hätte es vielleicht werden könne und er hat wirklich stark darauf gehofft. Und dennoch bleibt er der beste Freund und diese Eigenschaft, seine Liebe zur ihr hintenanzustellen, macht ihn zu etwas besonderem und zu einem wahren Freund.

Was aber neben Kates starkem Schutzbedürfnis ihrer Familie gegenüber das Hauptthema des Buches ist, ist der Handel zwischen ihr und Kronos. Wobei dieser Handel immer wieder verändert wird. Kronos ist ein wirklich schwer einzuschätzender Charakter. Im einen Moment ist er unglaublich zart zu Kate und im nächsten umstrahlt ihn eine dunkle Aura, bei der man nicht einschätzen kann, ob er sie nun in Stücke reißen will. Kate war die Einzige, die ihm Verständnis entgegengebracht hat und deshalb will er sie auch zu seiner Königin machen. Es ist vielleicht nicht gerade angenehm, aber es ist der einzige Grund dafür, dass Calliope Kate nicht schon am Ende von Band zwei getötet hat. Kate und auch ihr Sohn stehen unter Kronos' Schutz, solange sie ihm Ergebenheit schwört.
Er wirkt nicht gerade sehr gewalttätig und es scheint eher so, als würde ihn all das nur schwach amüsieren, aber dennoch entlädt sich seine Macht auf brutalste Weise auf der Erde. Er ist fast schon wie ein kleines Kind. Wenn er nicht bekommt, was er will, dann wird er bockig. Aber im Gegensatz zu einem kleinen Kind kann er ganze Städte auslöschen, was er schlussendlich auch tut.

Das Buch verspricht ein Wechselbad der Gefühle, denn natürlich bleibt der Handel zwischen Kate und Kronos nicht unentdeckt und der Rat hat seine ganz eigenen Pläne, wie sie den mächtigen Titanen erledigen wollen. Zudem spinnt auch Henry einen eigenen Plan, dem er niemanden anvertraut, um seine Frau und seinen Sohn zu schützen. Hier und da prallen diese Pläne natürlich aufeinander und scheinen das Ende klar für Kronos zu entscheiden.
Da Kronos die Menschen auf der Erde und die Götter nur töten will, wenn Kate nicht seine Königin wird, gibt sie sich natürlich die Schuld für alles. Es sieht auch meist danach aus, dass sie einen Teil der Schuld trägt, aber fast alle fünf Seiten macht sie sich Vorwürfe. Die Gründe sind plausibel und nachzuvollziehen, aber dennoch muss sie nicht alle paar Minuten in Selbstvorwürfen versinken.
Allgemein hat mir das Buch gut gefallen und es hält so einige Überraschungen bereit. Obwohl die Geschichte nun abgeschlossen ist, bietet das Ende durchaus Stoff für mehr.

Der Preis der Ewigkeit ist ein spannender Trilogie-Abschluss, in dem jeder versucht, seine Familie zu retten und dabei so wenig Schaden wie möglich entstehen zu lassen. Beweggründe für bestimme Taten werden offengelegt und man kann die Charaktere und ihr Handeln besser nachvollziehen und verstehen.

4 Marshmallows

"[...] Mach dir keine Sorgen über das, was im schlimmsten Fall geschehen könnte. Finde lieber einen Weg, dafür zu sorgen, dass der schlimmste Fall niemals eintritt. Konzentrier dich auf das, was du am besten kannst, und kämpfe für die, die du liebst." (S. 202)

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