Freitag, 10. Januar 2014

[Review] Alisik #1 - Herbst (H. Rufledt & H. Vogt)

Titel: Alisik - Herbst
Autoren/Illustratoren: H. Rufledt & H. Vogt
Band 1 der Comic-Reihe
Verlag: Carlsen
Seiten: 112
Genre: Comic
Preis: 7,99€

HIER bestellen!


Klappentext:
Alisik ist ein Mädchen, das nach ihrem Tod zwischen dieser Welt und dem Jenseits strandet, ohne Erinnerung an ihr Leben. Schnell wird ihr klar, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben sit, und sie versucht, mehr über ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen. Dabei hilft ihr der blinde Ruben, der sie als Einziger wahrnehmen und mit ihre sprechen kann. Sie wäre gerne mehr für ihn als nur eine gute Freundin; aber eine Tote und ein Blinder. wie soll das gehen?
____________________________________________________________________________________________

Glaubt ihr an Liebe auf den ersten Blick?

Ich hatte schon sehr viel Gutes über den neusten Comic aus dem Hause Carlsen gehört und war sehr gespannt darauf. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich lange nicht rangetraut habe. Die Zeichnungen wirken auf den ersten Blick abstrakt und die Stimmung ist sehr düster. Aber es hat sich gelohnt, dass ich ihn dann doch zur Hand genommen habe! Wenn man sich genauer mit den Illustrationen und der Geschichte beschäftigt, kann man sich nicht mehr entziehen.

Das Cover ist sehr düster und erweckt eigentlich nicht den Eindruck von einem herbstlichen Tag. Wobei wir schon beim Thema wären - die Geschichte spielt nur nachts. Der doch recht eigene Zeichenstil wird hier schon deutlich, aber das macht ihn auch so einzigartig.
Der Titel passt sehr gut. Der Name beschreibt unsere Hauptperson und der Untertitel die Jahreszeit, in der wir uns gerade befinden.

Alisik erwacht in einem Grab, umringt von seltsamen und gruseligen Gestalten und kann sich an nichts mehr erinnern. Sie ist tot. Genauso wie ihre Genossen auf dem Alten Friedhof, der von nun an ihr Zuhause sein wird. Alisik muss sich erst an ihr neues "Leben" gewöhnen und die Regeln kennenlernen, die für die Toten gelten. Eines Nachts trifft sie auf den blinden Ruben, der sie seltsamerweise hören kann und sie verliebt sich unsterblich in ihn.

In diesem ersten Band geht es um das Erwachen Alisiks und darum, wie sie ihr neues Leben zu führen hat. Es gibt bestimmte Regeln für das "Leben als Tote". Obwohl ihre Genossen auf dem Alten Friedhof ihr helfen und sehr nett zu ihr sind, braucht sie erst einige Zeit, um sich mit der Situation abzufinden. Das kann man natürlich durchaus verstehen. Jeder rätselt, wie es nach dem Tod wohl weitergehen könnte. Aber es ist schon eine seltsame Vorstellung, dass man dann auf einem Friedhof erwacht und dort weiterleben soll. Zunächst ist Alisik sehr verstört, aber Angst vor ihren Genossen hat sie keine. Ich muss zugeben, dass ich große Angst gehabt hätte. Immerhin sehen sie nicht gerade wie "normale" Menschen aus.

Der Zeichenstil gefällt mir unglaublich gut! Er ist im Dark-Fantasy-Stil gehalten - zumindest würde ich es so beschreiben. Die Atmosphäre ist sehr düster und die Figuren und Landschaften abstrakt gezeichnet. Und dennoch schaffen es die Illustratoren, dass die Geschichte zum Leben erwacht und man sich vorstellt, dass sie sich am nächsten Friedhof um die Ecke abspielen könnte. Diese Verbindung zwischen Abtraktheit und Realität ist einzigartig.
Das Einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, sind die roten Wangen von Alisik, die in großen Kreisen ausgedrückt sind. Sie wirken etwas aufgesetzt und puppenhaft.

Neben der tollen Illustration gefällt mir auch die Geschichte sehr. Ohne viele Worte und ausschweifende Reden fühlt man sich der Geschichte und der Charaktere sehr nahe und ist emotional dabei. Man leidet mit Ruben, weil er blind ist und man fühlt mit Alisik, weil sie in Ruben einen Freund gefunden hat. Er weiß nicht, dass sie tot ist, aber deshalb verurteilt er sie auch nicht. Das ist toll!
Die Geschichte tröpfelt auch nicht nur vor sich hin. Man lernt einiges über die Welt der Toten und auch, dass Ruben bei einem Autounfall erblindet ist. Er will mehr über den verschwundenen Unfallverursacher herausfinden und Alisik hilft ihm dabei. Vielleicht kann sie ja irgendwo auch Erinnerungen an ihr Leben finden.

Die generelle Gestaltung des Comic hat mich total beeindruckt. Beispielsweise sind die Sprechblasen der Toten auf dem Friedhof mit schwarzer Farbe gefüllt und die der echten, lebenden Menschen in weiß. Der Hintergrund ist fast immer schwarz. Es gibt auch Seiten, auf denen nur Text steht, meist zu Beginn eines neuen Kapitels. Wenn ein neues Kapitel beginnt, ist diese Seite immer mit einer großen Zeichnung versehen.
Und hin und wieder gibt es Auszüge aus dem Buch der Regeln für Tote. So ist immer für Abwechslung gesorgt!

Alisik - Herbst ist ein fantastischer Auftakt zu einer Comic-Reihe, die neu, fantasievoll und einprägend ist. Wir fühlen uns zu den Charakteren hingezogen, obwohl es sich um eine fremde Szenerie handelt und das, vereint mit dem wunderbaren Zeichenstil, ist einzigartig und macht den Comic für uns Leser zu einem wahren Festschmaus.

Wenn ihr mehr über Alisik erfahren wollt, dann schaut auf der offiziellen Homepage beim Carlsen-Verlag vorbei! Dort gibt es auch Leseproben und ein exklusives Bonuskapitel!


5 Marshmallows


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen