Dienstag, 30. April 2013

Leseplanung Mai

In letzter Zeit habe ich mir für den jeweiligen Monat eine Leseliste angelegt und diese auch weitgehenst einhalten können. Diese Leseplanung möchte ich gerne mit euch teilen und natürlich interessiert es mich auch, was ich im nächsten Monat alles lesen wollt.


Ich starte durch mit Seelen. Schon seit Winter 2008 steht es in meinem Regal. Nachdem ich Twilight von Stephenie Meyer gelesen hatte und total begeistert war, wollte ich ein weiteres Werk von ihr lesen. Aber ich war vom Anfang total verwirrt und habe es seitdem liegen gelassen. Krass, wie lange das schon her ist...
Da nun auch bald der Film ins Kino kommt (Kinostart am 13.06.), ist es eine gute Gelegenheit, dem Buch eine neue Chance zu geben. Der Trailer hat meine Begeisterung entfacht und nun bin ich wirklich gespannt auf das Buch.

Dann geht es weiter mit Das göttliche Mädchen. Dieses Buch scheint die Blogger-Welt etwas gespalten zu haben und ich möchte mir gerne mein eigenes Bild machen. Es hat mich irre gefreut, dass ich es auf Marissa's Blog gewonnen habe. Der Klappentext sagt mir sehr zu, aber man weiß ja inzwischen, dass dieser uns manchmal zu viel oder sogar etwas verspricht, das nicht eingehalten wird.

Und um den Lesemonat Mai abzuschließen, möchte ich gerne ein Rezensionsexemplar lesen, welches (traurigerweise) seit einigen Monaten auf meinem SuB liegt. Die Zeit vergeht seit dem Beginn meiner Ausbildung einfach irre schnell und das macht sich besonders an meinem SuB bemerkbar. Die Besessene klingt sehr spannend und ich freue mich darauf, das Buch zu lesen. Besonders auch deshalb, weil ich bisher nicht so viele Meinungen dazu gelesen habe.

Was habt ihr im Mai lesetschnisch vor?

Dienstag, 23. April 2013

Soll ich oder soll ich nicht...?

Zunächst wünsche ich euch allen einen wundertollen Welttag des Buches!  Ich wünsche allen gaaanz viel Spaß bei der Aktion Blogger schenken Lesefreude! Ich wühle mich jetzt auch durch ein paar Blogs :)
Obwohl ich etwas zum heutigen Tag planen wollte, kam nichts zustande. Wahrscheinlich habt ihr schon bemerkt, dass in letzter Zeit wenige persönliche Posts online kamen. Aber ich habe nun wieder einige in Planung.
http://3.bp.blogspot.com/-Ko0eEpfmFuQ/UQ7C9yGAugI/AAAAAAAAI7I/XQOj4MG0lYc/s1600/598685_144425162382934_392973229_n.png
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Die Tintenherz-Trilogie zählt zu den bekanntesten Buchreihen in Deutschland. Und das nicht nur, weil die Originalsprache deutsch ist. Band 1 Tintenherz habe ich verschlungen, aber irgendwie habe ich danach einfach nicht weitergelesen. Band 2 Tintenblut steht in meinem Regal und wartet darauf gelesen zu werden. Wie ihr sicher wisst, lese ich sehr gerne auf englisch. Das hat mehrere Gründe:
 
1. Zwar sagen viele, dass es so ist, aber man braucht auf meiner Arbeit nicht wirklich viel Englisch (zumindest ist das meine Meinung ;D). Damit es nicht verloren geht, möchte ich weiterhin viele englische Bücher lesen.

2. Da die meisten Bücher original-englischsprachig sind, möchte ich einfach nicht, dass viel vom O-Ton verloren geht. Außerdem muss man nicht auf die Übersetzungen warten, was besonders bei Buchreihen sehr angenehm ist.

3. Da ich relativ viel lese und daher auch viele Bücher kaufe, ist der Preis-Faktor der Bücher sehr wichtig für mich. Am Liebsten lese ich englische Taschenbücher, da diese recht günstig sind - meist um die 6-7€.


Nun zu meiner kleine Zwickmühle. Da ich Band 2 noch nicht gelesen habe und Band 3 noch nicht einmal besitze, habe ich mir überlegt, die Reihe komplett auf Englisch zu kaufen (etwa 25€) und dafür meine deutschen Exemplare zu vertauschen. Allerdings ist ja der O-Ton Deutsch, deswegen bin ich mir etwas unsicher. Noch unsicherer wurde ich, als ich dann die englischen Ausgaben von 2011 entdeckte und mir der Kiefer bei den Covern auf den Tisch klappte.
Vielleicht würde ich auch nur Band 2 vertauschen und Tintenherz auf Deutsch einfach behalten. *Bing* Das erscheint mir eine gute Idee :))


Was meint ihr dazu? Und hätte sogar jemand Interesse an Tintenblut als Hardcoverausgabe ???

Sonntag, 21. April 2013

[Rezension] Auracle (Gina Rosati)

Titel: Auracle
Autorin: Gina Rosati
Einzelband
Verlag: Bloomoon
Seiten: 362
Genre: Fantasy
Preis: 16,99€

HIER bestellen!

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Bloomoon Verlag ♥


Klappentext:
Die 16-jährige Anna Rogan hat ein Geheimnis: Sie kann sich aus ihrem Körper herausprojizieren und so die entlegensten Winkel des Universums entdecken. Als Taylor, Annas Klassenkameradin, bei einem dramatischen Unfall ums Leben kommt und ihr Geist Annas Körper besetzt, wird die Lage bedrohlich: Anna ist in einer anderen Dimension gefangen und kann nicht mehr zurück in ihren Körper. Der Einzige, der ihr helfen kann, ist ihr bester Freund Rei, in den sie sich langsam zum verlieben beginnt. Doch auch Taylor versucht, in Annas Körper, Rei zu verführen...

Ich brauche eine Weile, um zu verstehen, dass mein Bett leer ist. Was fehlt, bin ich.
Ich bin NICH DA!
Ich sehe auf den Boden und unter das Bett, aber ich kann mich nirgendwo finden.
Nein, nein, NEIN!
Panik steigt in mir hoch wie eine Tsunami-Welle.
WO zum Teufel bin ich?
Dann geht die Badezimmertür auf. Was zur Hölle...?
Es ist mein Gesicht, aber mit einem Ausdruck wie aus einem Zombiefilm.
Doch irgendetwas kommt mir bekannt vor.
Dieses Miststück!!!
DAS IST TAYLOR DA DRIN -
IN MEINEM KÖRPER!
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Als das Licht ausgeht, flüstert mir Rei Ellis leise zu: "Anna, geh nicht."

In Auracle werden wir mit einer (mir) neuen Art von Fantasie konfrontiert - der Astralprojektion, die für manchen Mystikfan wohl nicht nur Fantasie ist. Für mich war sie vollkommen neu und somit war ich sehr gespannt darauf, was Anna Rogan erlebt, wenn ihre Seele ihren Körper verlässt. Allerdings zeigt uns der Roman ganz klar, dass aus Spaß schnell Ernst werden und man die Kontrolle leicht verlieren kann.

Das Cover ist wirklich ein Augenschmaus. Es ist in dunklen Grüntönen gehalten und erzeugt damit eine mystische Wirkung. Nur das kleine, helle Licht am Wasserfall ist ein Blickfang und das Mädchen, welches darauf zuschreitet. Dieses Bild ist sehr passend und man kann sich gar nicht daran satt sehen.
Der Titel ist ebenfalls sehr mystisch, wobei er keine bedeutende Rolle spielt. Nur ein einziges Mal chattet Anna mit ihrem besten Freund Rei und ihr Nickname ist Auracle.

Anna Rogan kann sich aus ihrem Körper herausprojizieren und die verschiedensten Orte auf der ganzen Welt besuchen. So tauscht sie beispielsweise eine Unterrichtsstunde voller Langeweile gegen einen Kurztrip zu einem Vulkanausbruch ein.
Obwohl ihr bester Freund Rei ihr oft rät, nicht ständig aus ihrem Körper zu fliehen, ignoriert sie seine Warnungen und bekommt eines Tages die Rechnung dafür. Nachdem die Schulzicke Taylor das Handy von Seth gestohlen hat, damit er endlich auf sie aufmerksam wird, trifft sie sich mit ihm an einem Wasserfall im Wald. Anna beobachtet in ihrer körperlosen Gestalt das Geschehen und kann kaum fassen, was dort passiert: Taylor streitet sich mit Seth und weicht immer weiter zurück bis sie ausrutscht und in die Tiefen des Wasserfalls fällt. Ihre Seele, die sich von ihrem toten Körper gelöst hat, klammert sich an die einzig leere Hülle, die sie finden kann: Annas Körper. Nun beginnt der Wahnsinn erst richtig, denn Taylor gibt Annas Körper nicht mehr frei und verhält sich total merkwürdig - zudem spielt sie sich als einzige Augenzeugin für den Mord an sich auf...

Der Charakter von Anna hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Sie wirkt genauso, wie sie es später im Roman einmal beschreibt: Das Mädchen von nebenan. Natürlich fällt sie aus dem Rahmen, da sie sich aus ihrem Körper herausprojizieren kann, aber diese Fähigkeit wirkte sehr nebensächlich und dessen Potential wurde nicht voll ausgeschöpft.
Ihre Sturheit ist typisch für die Mädchen in ihrem Alter, weshalb sie sich auch von Rei die Reisen nicht verbieten lässt. Vielleicht hat sie diese Sturheit aber auch entwickelt, da sie zu Hause keinerlei Rückhalt bekommt - ihre Mutter arbeitet immer und ihre Vater ist ein Alkoholiker. Nachdem er sie einmal so fest geschlagen hat, dass sie auf die Küchentheke geknallt ist, hält sie sich lieber fern von ihm und spricht ihn kaum noch an.

Rei, Annas bester Freund und Nachbar, dagegen hat mich wirklich umgehauen. Auch wenn Anna hin und wieder sein gutes Aussehen betont, ist er kein typisches Schmachtobjekt. Er ist eben der beste Freund, ein Kumpel, mit dem man durch dick und dünn geht. Er tut alles für seine Freunde und fährt Seth sogar durchs ganze Land hinterher, um ihm zu helfen. Seine ruhige Art hat mir sehr gefallen, aber manchmal sogar noch mehr die Momente, in denen er die Kontrolle verloren hat. Er lässt nichts unversucht, um Anna wieder zu ihrem Körper zu verhelfen und lässt sich sogar von Taylor fast bis aufs Äußerste verführen.

Taylor ist ein fantastisches Beispiel für eine hirnlose High-School-Diva. Wobei hirnlos nicht so ganz zutrifft. Sie gehört zu den drei intelligentesten Schülern ihrer High School, aber dennoch wirkt für mich sehr aufgesetzt, man bemerkt dies auch deutlich daran, wie sie Annas Körper mit Tattoos, Piercings, Schminke und Mini-Klamotten zurichtet. Eigentlich könnte man denken, dass sie nach ihrem Tod völlig aufgelöst ist und sich eher zurückhält, aber es ist genau das Gegenteil der Fall: Sie ist fest davon überzeugt, dass Seth sie umgebracht hat und trumpft in Annas Körper auf, als sei sie immer noch Taylor. Diese Reaktion war für meinen Geschmack doch ziemlich unrealistisch.

Zudem hätten die anderen Schüler doch merken müssen, wie sehr sich Anna, die schüchterne Außenseiterin, auf einmal verändert hat und total auf Taylor fixiert ist, obwohl sie nichts miteinander zutun hatten. Taylors Reaktionen zum Ende des Romans hin waren dann schon realistischer.

Die versprochene Liebesgeschichte blieb aber aus. Wobei mir das nicht so viel ausgemacht hat. Anna verbringt viel Zeit bei Rei, um ihm mit ihrem und auch Seths Problem zu helfen. Und da ich Rei mit Abstand als den gelungensten und authentischsten Charakter empfand, hat es mit viel Spaß gemacht, mit den beiden zu rätseln und zu fiebern.

Enttäuscht war ich leider auch von Annas besonderer Fähigkeit. Als ihr Körper noch ihr gehört, gibt uns die Autorin das ein oder andere Beispiel von Annas Reisen, aber diese werden nur kurz in einem Nebensatz erwähnt und finden kaum Beachtung. In diesem Sinne ist das, was Anna zu etwas Besonderem macht, fast auf Eis gelegt worden und bildet nur eine Steilvorlage für den Körperklau Taylors.
Beispielsweise beschließt Anna abends, nach Madagaskar zu reisen und im nächsten Satz ist es bereits morgen, an dem sie Rei erzählt, wie süß Lemuren-Babys sind. Die Euphorie, die Anna spürt, wenn sie auf Reisen geht, bleibt auf den Buchseiten kleben und kommt nicht zum Leser durch, da sie überhaupt nicht beschrieben wird.

Der Anfang wirkt ein wenig wie eine gezwungene Einführung, die dann aber mit dem Hauptgeschehnis - Taylors Tod - schnell vergessen ist. Hier nimmt die Geschichte an Fahrt auf und auch wenn Taylors und Annas Reaktionen auf die neue Situationen unrealistisch und zu untertrieben erscheinen, gibt es doch eine dauerhafte Spannung. Man möchte wissen, was Taylor alles in Annas Körper anstellt; was mit Seth passiert und ob er verurteilt wird; und ob Anna und Rei eine Lösung für diesen Schlamassel finden.

Obwohl ich beim genaueren Betrachten von Auracle vieles kritisiere, haben mich der sehr flüssige Schreibstil, die andauernde Spannung und die fantastische Freunschaft zwischen Anna und Rei begeistert und ich hatte Spaß beim Lesen.
Aus dem fantastischen Element der Astralprojektion hätte man mehr herausholen können und es wurde nicht unbedingt das im Klappentext Versprochene eingehalten, aber ich hatte Freude an dem Buch und das ist die Hauptsache.

4 Marshmallows




Samstag, 20. April 2013

[Rezension] Beautiful Creatures (Kami Garcia & Margaret Stohl)

Titel: Beautiful Creatures
Deutscher Titel: Sixteen Moons
Autorinnen: Kami Garcia & Margaret Stohl
Band 1 der Beautiful Creatures Reihe
Verlag: Little, Brown & Company
Seiten: 563
Genre: Fantasy / Romance
Preis: 7,30€

HIER auf Englisch bestellen!
HIER auf Deutsch bestellen (9,99€)!


Klappentext:
Lena Duchannes is unlike anyone the small Southern town of Gatlin has ever seen, and she's struggling to conceal her power and a curse that has haunted her family for generations. But even within the overgrown gardens, muky swamps, and crumbling graveyards of the forgotten South, a secret cannot stay hidden forever.
Ethan Wate, who has been counting the months until he can escape from Gatlin, is haunted by dreams of a beautiful girl he has never met. When Lena moves into the town's oldest and most infamous plantation, Ethan is inexplicably drawn to her and determined to uncover the connection between them.
In a town with no surprises, one secret could change everything.
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 There were only two kinds of people in our town.

Beautiful Creatures ist der erste Band einer Buchreihe, der uns mit einer neuen Art von fantastischen Wesen konfrontiert. Ein Fluch, der aus Liebe entstand und die Familie Duchannes ins Unglück stürzte. Eine Angst vor der Berufung und somit vor dem Fluch, die nur durch Liebe gelindert werden kann.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist zwar relativ nichtsaussagend, aber es spiegelt schon die düstere Stimmung des Buches wieder. Die Schriftart des Titels ist wirklich ausgefallen und wunderschön, sodass er sofort ins Auge fällt.
Der Titel passt ebenfalls sehr gut. Eigentlich geht man davon aus, dass die Beautiful Creatures Lena und ihre Familie sind, allerdings wird später klar, dass damit die einfachen Menschen gemeint sind.

Ethan Wate lebt in Gatlin, dem kleinsten und abgeschnittensten Städtchen in Amerika. In den letzten Jahrzehnten hat sich absolut nicht verändert - Gatlin und seine Bewohner bleiben immer gleich und unter sich. Das ist auch der Grund, warum Ethan so bald wie möglich so weit wie möglich von dort weggehen möchte.
Nur sein bester Freund Link bewahrt ihn davor, im letzten Jahr der High School total durchzudrehen. Das sehr verplante Leben der Bewohner in Gatlin und besonders die Cliquenbildung in seiner Schule nerven ihn.
Eines Tages jedoch kommt eine neue Schülerin nach Gatlin - Lena Duchannes, die Nichte des gefürchteten Macon Ravenwood, der auf einem abgelegenen Grundstück lebt und noch nie von jemandem gesehen worden ist. Schon vor Lenas Ankunft wird heftig über sie besprochen und gelästert. Dies weitet sich noch aus, als sie schließlich allen in Fleisch und Blut gegenüber steht.
Ethan jedoch ist fasziniert und angetan von ihr und sucht immer wieder den Kontakt, doch sie ist eher abweisend. Bald schon weiß er wieso: Lena ist ein Caster und wird an ihrem sechzehnten Geburtstag berufen. Und sie ist fest davon überzeugt, dass sie böse werden wird...

Beautiful Creatures ist eine Geschichte, die uns endlich einmal mit einer mystischen Art von Wesen konfrontiert, die nicht das geringste mit Vampiren oder Werwölfen zutun hat. Caster sind so etwas ähnliches wie Hexen. Sie haben magische Kräfte und vollführen hin und wieder Rituale. Aber das Besondere daran ist ein Fluch.
Zunächst erscheint der Roman wie eine ganz normale High-School-Geschichte: Der Unterricht ist langweilig und die Schüler sind in den typischen Cliquen aufgeteilt. Allerdings merkt man erst später wie sehr sich die gleichbleibenden Bewohner von Gatlin in diese Sache mit einmischen. Denn Gatlin ist eine Stadt, in der es keine Überraschungen gibt und nichts Unvorhergesehenes passiert. Somit ist Lena von Anfang an ein Dorn im Auge der Bewohner.

Besonders fasziniert hat mich die Tatsache, dass alles aus der Sicht von Ethan erzählt wird - noch nie habe ich einen Roman aus der Sicht eines Jungen gelesen. Seine Gedankengänge sind zu Beginn noch sehr typisch: Es geht um Football, Mädchen und Musik. Allerdings merkt man schon, dass er sich etwas von den anderen Schülern abhebt, denn dieses zu normale Leben gibt ihm nicht das, was er will. Von zu Hause aus bekommt er kaum Rückhalt. Seine Mutter ist bei einem Autounfall gestorben und sein Vater schließt sich den ganzen Tag in seinem Schreibzimmer ein. Nur Amma passt auf ihn auf. Sie ist fast wie eine Mutter für ihn geworden, allerdings steht sie sehr auf mystische Zauber und Voodoo, was ihn ab und zu abschreckt und verwirrt.
Obwohl er am Anfang noch sehr in dem Football-Star-Schema steckt, gefällt mir Ethans Entwicklung. Er lästert nicht über Lena und will ihr zunächst eine Chance geben. Als sie ihn dann aber immer wieder abweist, wird er - verständlicherweise - etwas frustriert, gibt aber nicht auf. Er sorgt sich um Lena und baut - wenn auch zunächst einseitig - eine Beziehung zu ihr auf. Sein Drang, sie beschützen und ihr helfen zu wollen, ist wirklich bewundernswert und er schreckt auch niemals zurück - egal, wie unglaublich oder gefährlich es für ihn wird.

Lena hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Sie sprengt allein durch ihre Anwesenheit das gesamte Bild Gatlins und wird schon vor ihrer Ankunft buchstäblich in Stücke gerissen. An ihrem Beispiel sieht man sehr deutlich, wie jemand Fremdes in einer gleichbleibenden und vorhersehbaren Gesellschaft aufgenommen wird - nämlich gar nicht. Dennoch bleibt sie immer sie selbst und verbiegt sich nicht für neue Freunde. Wer will auch schon Freunde, für die man sich verstellen muss? Sie bleibt fast immer für sich und weist sogar Ethan immer wieder ab obwohl er häufig ihre Nähe sucht und sich weder von ihr noch von den anderen Schülern abschrecken lässt.
Lena hütet aber ein Geheimnis, welches durch die Zahlen auf ihrer Hand deutlich wird: An ihrem sechzehnten Geburtstag werden ihre Kräfte vom Licht oder vom Dunkel berufen. Da sie deutlich davon überzeugt ist, böse zu werden, möchte sie niemandem zu nahe kommen.

Beide strahlen aber für den jeweils anderen eine besondere Magie aus, derer sie sich nicht entziehen können.
Lena gibt schließlich nach und freundet sich mit Ethan an. Allerdings steht diese Beziehung unter keinem guten Stern. Denn Macon Ravenwood will Lena davor schützen, für die Dunkelheit empfänglich zu sein und Ethan würde sie von ihrer Fokussierung ihrer Kräfte ablenken. Aber sie sind immer beieinander, was niemand weiß. Denn sie können gegenseitig ihre Gedanken hören und einander rufen, was sich in der ein oder anderen Situation als sehr hilfreich erweist. Gedanklich können sie einander beruhigen, besonders in der Schule, wenn Lena von allen Seiten buchstäblich beschossen wird.

Macon Ravenwood ist auf den ersten Blick ziemlich unheimlich. Noch nie hat ihn jemand aus Gatlin zu Gesicht bekommen und deshalb kursieren viele Gerüchte um ihn und seine Familie. Aber er ist sehr hilfsbereit und möchte Lena beschützen. Er hat sie wirklich sehr gern und man merkt, dass er alles für den Schutz seiner Familie tun würde. Zudem ist er ein sehr mächtiger Caster, der vom Dunkeln berufen wurde, aber den Weg ins Licht gewählt hat. Somit gibt er Lena die kleine Hoffnung, dass sie ihren eigenen Weg wählen kann. Ihre Cousine Ridley konnte das leider nicht.

Ridley ist ein fantastischer Charakter, obwohl sie ein dunkler Caster ist. Vor einigen Monaten verschwand sie in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages, weil sie spüren konnte, wie die dunkle Macht von ihr Besitz ergriff. Nun ist sie nicht mehr in ihrer Familie willkommen, taucht aber immer wieder auf, um Ethan und Lena das Leben schwerer zu machen. Ihre Kräfte sind unglaublich, ebenso wie ihre Sexyness und ihr Humor. Obwohl sie so gefährlich und unberechenbar ist, haben mir ihre Auftritte immer sehr gefallen, da sie eine gewisse Lockerheit mitgebracht hat.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Zum Einen gibt es das normale Leben an der Schule und in der Stadt und zum Anderen das mystische Leben der Caster. Und das normale Leben zuvor gibt nicht nur eine Rahmenhandlung vor, sondern taucht immer wieder auf. Zwar wissen die Stadtbewohner nicht, dass Lena ein Caster ist, aber sie gehen immer gegen sie vor bis es schließlich zu einer Verhandlung kommt, dass sie die Schule nicht mehr besuchen darf, da ihre Familie angeblich mit dem Teufel im Bunde ist.
Diese Gerüchte verstärken sich leider noch mehr, als Lena immer öfters die Kontrolle über ihre Kräfte verliert und Fenster bersten lässt und gewaltige Unwetter heraufbeschwört.
Ihre Liebe scheint zwar gefährlich, aber zusammen sind Lena und Ethan sehr stark und geben einander Halt, sodass sie sogar mit einem magischen Medaillon die Geschichte der Berufung der Caster herausfinden und einen Weg suchen, diese zu verhindern.
Hin und wieder war die Geschichte zwar etwas langatmig und hätte etwas kürzer sein können, allerdings hat sie mich sehr gefesselt und fasziniert. Die Zahlen, die bei den Kapitelüberschriften stehen, geben mir zwar immer noch Rätsel auf, aber sie geben der Geschichte keinen Abbruch.

Beautiful Creatures ist eine Mischung aus normalem, engstirnigem Leben in einer Stadt ohne Überraschungen und der mystischen Welt der Caster, die oft im Dunkeln und auch in Angst um ihre Jüngsten leben, die noch berufen werden sollen. Die Liebe zwischen Ethan und Lena ist wechselhaft und doch unglaublich schön.

5 Marshmallows

It was that she made me realize how much I was just like the rest of them, even if I wanted to pretend I wasn't. (S.36)

"Mortals, I envy you. You think you can change things. Stop the universe. Undo what was done long before you came along. You are such beautiful creatures." (S.446)


Samstag, 13. April 2013

Neuzugang #29 Endlich :))

Auracle stand schon vor seinem Erscheinungstermin auf meiner Wunschliste und als ich es bei Blogg Dein Buch entdeckte, musste ich mich einfach bewerben. Dann kam die große Überraschung zu Ostern: Nicht 10 Exemplare wurden ausgegeben, sondern jeder der 107 Bewerber bekam als Ostergeschenk ein Exemplar! Ich war total aus dem Häuschen! Leider kennt man ja die Post und erst heute (nach zwei Wochen) kam es bei mir an. Zum Glück hat meine Mutter das Päckchen entgegen genommen, ansonsten hätte ich den Briefträger wahrscheinlich umgerannt und das Päckchen aus seinen "kalten, toten Händen" gerissen x)

Titel: Auracle
Autorin: Gina Rosati
Einzelband
Verlag: Bloomoon
Seiten: 362
Genre: Fantasy
Preis: 16,99€

HIER bestellen!

Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Bloomoon Verlag ♥

Klappentext:
Die 16-jährige Anna Rogan hat ein Geheimnis: Sie kann sich aus ihrem Körper herausprojizieren und so die entlegensten Winkel des Universums entdecken. Als Taylor, Annas Klassenkameradin, bei einem dramatischen Unfall ums Leben kommt und ihr Geist Annas Körper besetzt, wird die Lage bedrohlich: Anna ist in einer anderen Dimension gefangen und kann nicht mehr zurück in ihren Körper. Der Einzige, der ihr helfen kann, ist ihr bester Freund Rei, in den sie sich langsam zum verlieben beginnt. Doch auch Taylor versucht, in Annas Körper, Rei zu verführen...

Ich brauche eine Weile, um zu verstehen, dass mein Bett leer ist. Was fehlt, bin ich.

Ich bin NICH DA!

Ich sehe auf den Boden und unter das Bett, aber ich kann mich nirgendwo finden.

Nein, nein, NEIN!

Panik steigt in mir hoch wie eine Tsunami-Welle.

WO zum Teufel bin ich?

Dann geht die Badezimmertür auf. Was zur Hölle...?
Es ist mein Gesicht, aber mit einem Ausdruck wie aus einem Zombiefilm.
Doch irgendetwas kommt mir bekannt vor.

Dieses Miststück!!!

DAS IST TAYLOR DA DRIN -
IN MEINEM KÖRPER!

Mittwoch, 10. April 2013

Neuzugang #28

Als ich  neulich im Kino war, um Rubinrot zu sehen, lief der Trailer im Vorprogramm und der hat mich dermaßen geflasht, dass ich mir noch am selben Abend das Buch bestellt habe. Letzte Woche kam es hereingeschneit und bisher gefällt es mir sehr gut.

Titel: Beautiful Creatures
Deutscher Titel: Sixteen Moons
Autorinnen: Kami Garcia & Margaret Stohl
Band 1 der Beautiful Creatures Reihe
Verlag: Little, Brown & Company
Seiten: 563
Genre: Fantasy / Romance
Preis: 7,30€

HIER auf Englisch bestellen!
HIER auf Deutsch bestellen (9,99€)!


Klappentext:
Lena Duchannes is unlike anyone the small Southern town of Gatlin has ever seen, and she's struggling to conceal her power and a curse that has haunted her family for generations. But even within the overgrown gardens, muky swamps, and crumbling graveyards of the forgotten South, a secret cannot stay hidden forever.
Ethan Wate, who has been counting the months until he can escape from Gatlin, is haunted by dreams of a beautiful girl he has never met. When Lena moves into the town's oldest and most infamous plantation, Ethan is inexplicably drawn to her and determined to uncover the connection between them.
In a town with no surprises, one secret could change everything.

Freitag, 5. April 2013

[Rezension] The Wonderful Wizard of Oz (L. Frank Baum)

Titel: The Wonderful Wizard of Oz
Deutscher Titel: Der Zauberer von Oz
Autor: L. Frank Baum
Märchenklassiker
Verlag: Reclam
Seiten: 186
Genre: Fantasy / Klassiker
Preis: 5,40€

HIER auf Englisch bestellen!
HIER auf Deutsch bestellen!


Klappentext:
"She had accomplished all these wonders not because she was a fairy, or had any magical power whatsoever, but because she was a simple and sweet little girl who was honest to herself and to all whom she met. In this world in which we live, simplicity and kindness are the only magic wands that work wonders." (L. Frank Baum über seine Heldin Dorothy)
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Dorothy lived in the midst of the great Kansas prairies, with Uncle Henry, who was a farmer, and Aunt Em, who was the farmer's wife.

The Wonderful Wizard of Oz ist ein Märchen, welches uns in eine andere, zauberhafte Welt entführt und uns mit ihren Wesen und Fantasien wieder zum Kind werden lässt. Seit vielen Jahren ist es ein viel- und gernerzähltes Märchen, welches uns die wichtigsten Eigenschaften eines netten Menschen näherbringt.

Das Cover ist wie bei allen Reclam-Ausgaben sehr schlicht gestaltet, dennoch spiegelt es einen Teil des Inhalts wieder. Im Übrigen könnt ihr bei Reclam englischsprachige Bücher an der roten Farbe erkennen ;)
Der Buchtitel ist wunderbar märchenhaft. Er verrät fast nichts über den Inhalt, nur dass ein wunderbarer Zauberer die Hauptrolle spielt. Zwar spielt er nicht unbedingt die Hauptrolle, aber es ist essenziell für die Geschichte unserer kleinen Heldin Dorothy.

Die kleine Dorothy lebt mit ihrer Tante Em und ihrem Onkel Henry in den weiten Prärien von Kansas. Eines Tages zieht ein gewaltiger Sturm auf, der das Farmerhaus durch die Luft wirbelt. So landet Dorothy mitsamt dem Haus und ihrem Hund Toto im verzauberten Land Oz. Glücklicherweise wird sie von netten Wesen empfangen, die sie für eine Zauberin halten, weil sie die böse Hexe des Ostens getötet hat - obwohl ihr Haus nur zufällig auf dieser gelandet ist. Um wieder nach Kansas zurückzukehren, macht sie sich auf den Weg in die Smaragdstadt, um den großen Zauberer Oz um Hilfe zu bitten. Dabei folgt sie einem Pfad aus gelben Ziegelsteinen.
Auf ihrer Reise durchkämmt sie das ganze Land mit den unterschiedlichsten Landschaften und trifft neue Freunde, die sie auf ihrem Weg begleiten und ihrerseits hoffen, dass Oz ihnen auch ihre Wünsche erfüllt. Doch in der Smaragdstadt angekommen, stellt sich heraus, dass sie erst die böse Hexe des Westens töten müssen, bevor Oz ihnen überhaupt hilft...

Dorothy ist eine ganz zauberhafte Heldin für dieses Märchen, mit der sich jedes Mädchen identifizieren kann. Sie ist gutherzig und lieb und nimmt alle Gefahren auf sich, um wieder nach Hause zu finden. Gleichzeitig kümmert sie sich liebevoll um ihre mitreisenden neuen Freunde, die ihr sehr ans Herz gewachsen sind.
Besonders sind ihr diese wohl ans Herz gewachsen, weil sie keine gewöhnlichen Menschen oder Wesen sind, aber sehr wohl Hilfe von Außenstehenden benötigen.
Da Dorothy der einzig "normale Mensch" in diesem Märchen zu sein scheint, bringt sie für uns Leser ein wenig Normalität in die Geschichte. Pure Fantasie ohne einen einzigen Menschen oder wenigstens menschliche Züge wären für uns Leser vielleicht doch etwas zu viel. Sie muss essen und schlafen, während ihre Freunde auf ihre Sicherheit achten.

Zusammen mit Dorothy auf die Reise zu gehen und ihre neuen Freunde kennenzulernen, hat eine Menge Spaß gemacht und mich wirklich erheitert: Eine Vogelscheuche, die sich ein Gehirn wünscht; ein Mann aus Blech, der wieder ein Herz haben möchte und ein Löwe, der ein Feigling ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als Mut zu haben.
Diese zwar seltsame, aber doch sehr sympathische Truppe, macht sich also auf den gelben Ziegelsteinweg, um den Zauberer Oz in der Smaragdstadt aufzusuchen. Zwar wird dieses Abenteuer nicht allzu gefährlich, dennoch hält man manchmal die Luft an. Viele neue Freunde werden auf dem Weg gewonnen, die ihr Hilfe immer fortwährend anbieten, aber nicht alle mit auf die Reise kommen.

Besonders lustig sind die von L. Frank Baum erfundenen Wesen: Munchkins, Kalidahs, Winkies und Quadlings. Sie sind die Lebewesen, die die Welt Oz hauptsächlich bewohnen und in allen Himmelsrichtungen von den Hexen regiert werden.
Es gibt vier Hexen - die im Norden und die im Süden wohnenden sind die guten Hexen, währenddessen die aus dem Osten und die aus dem Süden sehr gefährlich und gemein sind. Obwohl Oz Dorothy und ihren Freunden den Auftrag gibt, die böse Hexe des Westens zu töten und Dorothy glaubt, dass sie das niemals schaffen würde, zweifelt man als Leser nicht im Geringsten daran. Da schon die erste Hexe durch das zufällig hinuntergefallene Haus Dorothy's zerquetscht worden ist, kann das Besiegen der zweiten Hexe ja nicht allzu schwer sein. Aber diese Hexe zeichnet sich durch eine besonders gemeine Art und nicht durch Zauberkräfte aus, weshalb ein Kampf gegen sie nicht allzu schwer werden dürfte.

Der Zauberer Oz ist ein wirklich lustiger Gesell. Überall ist er als "Oz, der Schreckliche" bekannt, aber niemand hat ihn je zu Gesicht bekommen. Empfängt er überhaupt Gäste in seinem Thronsaal, so nimmt er eine andere Gestalt an, sodass ihn niemand wirklich erkennt. Zwar haben viele Bewohner Angst vor ihm, dennoch wird er als großer und mächtiger Zauberer angepriesen. Da finde ich es sehr gemein, dass er zunächst den Auftrag gibt, die böse Hexe des Westens zu töten. Wenn er so wunderbar und mächtig ist, warum fordert er sie dann nicht selbst zum Kampf heraus?

Die kreierte Welt gefällt mir wahnsinnig gut. Obwohl alles sehr fantasievoll und zu zauberhaft ist, um wahr zu sein, ist die Welt sehr authentisch dargestellt und niemals zu übertrieben oder mit zu viel Schnickschnack dargestellt. Es ist ein einfaches Märchen mit viel Glanz. Und es teilt unsere Klischees sehr gut auf: Hexen sind nicht immer böse. Glenda, die Hexe aus dem Süden ist beispielsweise eine sehr nette und hilfsbereite Hexe. Ein Löwe muss nicht immer furchteinflößend sein. Eine Vogelscheuche muss nicht immer dumm mit Stroh gefüllt sein und auch ein Blechmann zeigt Gefühle. Beeindruckend sind die Geschichten hinter den Charakteren, die uns erklären, warum sie so sind wie sie sind, auch wenn sie für manch einen "nur" Stroh oder Blech sind.

Die Gestaltungen im Buch sind sehr schön anzusehen! Zwar passen sie nicht immer ganz genau zum geschriebenen Text (sie erscheinen meist ein, zwei Seiten später), dennoch veranschaulichen sie uns die in Oz lebenden Wesen sehr gut, ebenso wie den Zauberer Oz selbst. Dorothy ist wirklich süß getroffen und genauso habe ich sie mir auch vorgestellt!

The Wonderful Wizard of Oz ist ein zauberhaftes Märchen voller Magie, Glanz und Freundschaft. Eine fremde Welt, die uns begeistert und unserer Fantasie freien Lauf lässt, ohne mit zusätzlichem Schnickschnack aufzutrumpfen. Denn manchmal sind die einfachsten Dinge die Schönsten.

5 Marshmallows

"I am Oz, the Great an Terrible. Who are you and why do you seek me?" (S.90)


Mittwoch, 3. April 2013

[Filmreview] Rubinrot - Liebe geht durch alle Zeiten

Nachdem mich die gesamte Trilogie unglaublich begeistert hat, musste ich natürlich den Film sehen. Schon vorher habe ich mir die ein oder andere Meinung zu ihm durchgelesen und war zunächst skeptisch. Aber die erste Hälfte des Films hält sich wirklich nah ans Buch, was mir sehr gefallen hat. All die wunderbaren Szenen visuell zu sehen, hat mich wirklich gefreut und die Schauspieler haben alle ihr Bestes gegeben und gepasst (außer Veronica Ferres, die mag ich nicht ;P).

Vorsicht! Aber hier gibt es Spoiler zu Buch und Film!

In der zweiten Hälfte des Films war ich zwar auch gebannt, aber die meiste Zeit etwas verwirrt. Hätte ich nicht schon vorher alle drei Bücher gelesen, hätte ich wohl nichts mehr verstanden. Zudem wurden sehr viele Szenen in falscher Reihenfolge gezeigt oder einfach dazu erfunden - obwohl die Szene mit der Kuppel und dem Innenhof durchaus Charme und Spannung hatte. In den Büchern war alles wohl durchdacht und jede Begegnung in der Vergangenheit oder Gegenwart hatte eine Bedeutung und wurde später noch einmal aufgegriffen und erklärt. Im Film allerdings wirkten diese wie Lückefüller. Den Schlüssel, den im Film Gwendolyn um den Hals trägt, als Geschenk ihrer Mutter, ist nicht die Lösung des Truhenrätsels in Smaragdgrün. Dieser Karte ist nun verspielt. Als Gwendolyn in der erfundenen Szene vom Dach stürzt und im Innenhof festsitzt, ist der Schlüssel passend für den Ausgang. Nicht schlimm, sofern der kleine Robert ihr nicht gesagt hätte: "Lucy hat gesagt, du hast einen Schlüssel." Woher bitte schön wusste Lucy, dass Gwendolyn eines Tages dort hinunterstürzt und was hat Robert mit Lucy zutun?
Natürlich ist mir bewusst, dass nicht alles genauso wie im Buch sein kann, aber es ist immerhin eine Buchverfilmung. Leslie hat mir gut gefallen, aber im Buch ist sie blond mit Sommersprossen und nicht dunkelhäutig ^.^
Charlotte hat mir im Laufe des Films besser gefallen, allerdings wirkte sie zu anfangs sehr gekünstelt, als ob sie krampfhaft versucht, gemein zu sein, obwohl das in den Büchern ihre Natur ist. Und was hat sie am Anfang bei dem Schwindelanfall denn für ein Kostüm bekommen? Ich musste bei dem Hut fast laut loslachen :)
Wer mich - nicht nur äußerlich - sondern auch schauspielerisch zu 100 Prozent überzeugt hat, ist Gideon. OH MY.... Da muss man aufpassen, dass man nicht sabbert. Er ist genauso, wie ich ihn mir in den Büchern vorgestellt habe: Zunächst arrogant und überhaupt nicht von Gwendolyn begeistert, aber schließlich auch sehr fürsorglich. Und die Strähne hängt im Gesicht - jawoll!
Die witzigen Momente, die mir im Buch solchen Spaß gemacht haben, wurden glücklicherweise mit eingebunden und auch fantastisch umgesetzt, zum Beispiel die Begegnung von Gwendolyn mit dem Grafen von Saint Germain, als sie in Gedanken die Nationalhymne singt.
 Mr. Whitman und James kamen mir dagegen zu wenig vor, obwohl James wirklich witzig war :)
Im Großen und Ganzen fand ich den Film gut, aber er hat mich nicht vom Hocker gehauen.

FAZIT: Als Film ist Rubinrot gut, als Buchverfilmung in Ordnung und Gideon ist... *schmacht*



Montag, 1. April 2013

[Rezension] Dark Destiny (Jennifer Benkau)

Titel: Dark Destiny
Autorin: Jennifer Benkau
Band 2 der Dilogie
Verlag: Script 5 (Loewe)
Seiten: 462
Genre: Fantasy
Preis: 18,95€

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ACHTUNG! Dies ist Band 2 der Dilogie und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1!


Lest hier meine Rezension zu Dark Canopy!





Klappentext:
Du glaubst, du kannst das Schlimmste verhindern.
Du glaubst, du kannst alle, die dir nahestehen, retten.
Du glaubst, du hast einen Weg gefunden.
Du glaubst, irgendwo gibt es Hoffnung.
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Ich hatte immer gedacht, der erste gewonnene Gerichtsprozess würde meine Zweifel verstummen lassen.

Nach dem fast schon verstörenden Ende von Dark Canopy konnte ich mir nicht vorstellen, wie es weitergehen sollte. In Dark Destiny gibt es endlich Antworten und neue Erlebnisse mit Joy und Neél. Allerdings scheint es zu Beginn sehr unwahrscheinlich, dass die beiden wieder zueinander finden - zu viel Schreckliches ist einfach geschehen.

Das Cover unterscheidet sich kaum von dem von Dark Canopy. Das Licht, welches Joy umstrahlt, ist nun nicht mehr hell, sondern blau. Ihr Leuchten ist dünner und trüber geworden. Ihre Hand ist nun in die andere Richtung ausgestreckt, fast schon zögerlich, als würde sie sich vom Pfad des ersten Buches abwenden und einen anderen einschlagen, ohne zu wissen, ob dieser der richtige ist.
Der Titel Dark Destiny passt nicht ganz so gut wie Dark Canopy zum ersten Band, da er bis zum letzten Teil des Buches unklar bleibt. Dennoch passt er für die neue Welt, in die Joy und Neél aufbrechen.

Einige Monate, nachdem Joy aus der Stadt befreit worden ist, bleibt Neél immer noch der Gefangene der Rebellen und wird jeden Tag aufs Neue gefoltert. Joy fühlt sich nach all ihren Erfahrungen und Erlebnissen nicht mehr zu den Rebellen zugehörig und zweifelt an deren Motiven und Methoden. Sie wird in ihrem eigenen Clan als Aussetzige behandelt, aber jeder glaubt, dass ihre seltsame Art bald wieder verschwinden wird.
Matthial übergibt Neél an Jamies Clan, um einige Vorteile auszuhandeln. Joy ist absolut entsetzt darüber und stürzt in ein tiefes Loch, als Matthial ihr von Neèls Tod berichtet. Nun wird ihr endgültig klar, dass sie nicht mehr bei dem Clan bleiben kann und bricht auf, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Zunächst führt sie ihr Weg zu Jamies Clan. Als sie erfährt, dass Matthial sie belogen hat, macht sie sich auf den Weg in die Stadt, um Neél zu suchen...

Jennifer Benkau holt in Dark Destiny alles aus ihren Hauptfiguren Joy und Neél heraus, was ich sehr beeindruckend finde. Sie berichtet abwechselnd von ihnen, ihren Gefühlen und Erlebnissen. Aber vor allem erfahren wir eine tiefe Zerrissenheit und Zweifel, die beide plagen. Damit werden sie nicht nur sehr authentisch dargestellt, sondern auch unglaublich sympathisch vom Leser aufgenommen, auch wenn sie viel Leid erfahren. Natürlich kann nichts mehr so sein wie vorher, das war schon in Dark Canopy klar, aber dass sich ihre Leben so sehr verändern, hätte ich nicht gedacht.

Joy war schon immer eine Kämpferin gewesen und hätte alles für ihren Clan getan. Aber kaum hatte sie herausgefunden, dass es auch Percents wie Neél gibt und ihr Clan keinen Unterschied zwischen ihnen macht, zeigt sich, dass sie nicht länger zu ihnen gehört. Sie versucht es wirklich, aber auch wir Leser merken, dass es keinen Sinn hat. Ihre Sichtweisen haben sich geändert, sodass die einzig logische Konsequenz ist, den Clan zu verlassen. Spätestens als Matthial ihr von Neéls Tod bei der Übergabe berichtet, wird Joy das auch klar. Zwar hat sie vor, wieder zum Clan zurückzukehren, um den Winter zu überstehen, aber dabei weiß sie genauso gut wie wir, dass sie nach dem Besuch bei Jamie nie mehr zum Clan zurückkehren wird. Die Rebellen haben sich verändert oder zumindest ist Joys Sichtweise auf sie anders geworden. Percents sind Feinde und müssen vernichtet werden und da wird kein Unterschied gemacht. Und Joy hat gelernt, dass es nicht so ist.

Obwohl sie auf ihrer Reise in die Stadt oft an ihre Grenzen stößt und am liebsten aufgeben möchte, schafft sie es. Neél zuliebe. Aber auch sich selbst zuliebe, denn sie muss Antworten finden. Da sie das Chivvey gewonnen hat, steht ihr eine Städtermarke zu, mit der sie legal in der Stadt leben kann. Dies ist nun der einzige Ort für sie, wenn sie nicht weiterhin zwischen Bäumen schlafen will. Allerdings fühlt sie sich auch dort nicht sicher - zu viel Schlechtes hat sie während ihrer Ausbildung zur Soldatin erlebt. Ihr einziger Lichtblick ist Neél, wobei sie sich nicht einmal sicher ist, ob er sie überhaupt noch ansehen oder ihre Nähe ertragen könnte. Während seiner Gefangenschaft bei den Rebellen hatte sie nicht die Kraft gefunden, ihm irgendwie zu helfen und hat deswegen ein furchtbar schlechtes Gewissen.

Neél, der uns in Dark Canopy mehr als einmal bewiesen hat, dass es auch andere Percents gibt, als jene, die furchtlos und voller Gewalt auf die Menschen losgehen, ist fast das gesamte Buch über zu bemitleiden, wobei aber nicht schwach wirkt. Nach seiner furchtbaren Zeit bei den Rebellen, ist er nicht nur körperlich entstellt, sondern auch psychisch sehr angeschlagen. Obwohl er durch das Chivvey den Rang eines Hauptmannes innehat, fühlt er sich wie Abschaum in seinen eigenen Reihen. Kaum jemand möchte etwas mit ihm zutun haben. Nicht nur, dass er Joy, einen Menschen, im Chivvey retten wollte, er wurde dabei gefangen genommen und ist nun kein vollwertiger Percent mehr. Seine Haut zeigt dies deutlich. Sein zu befehligendes Regiment hat überhaupt keinen Respekt vor ihm und er überhaupt keine Lust auf seine Aufgabe. Er weiß nicht einmal mehr, was der Sinn seiner Existenz ist. Oft denkt er an Joy und was sie beiden hätten erreichen können - eine gemeinsame Zukunft. Aber er schämt sich für sein Aussehen und glaubt seinerseits, Joy wolle nichts von ihm wissen.

Matthial, der im Laufe des ersten Buches sehr auf meiner Sympathieskala gesunken ist, hat sich zunächst noch weiter Richtung Keller bewegt, was sich erst im letzten Teil von Dark Destiny geändert hat. Er ist seiner neuen Aufgabe als Clanführer einfach nicht gewachsen, was man deutlich spürt. Er wünscht sich so sehr die alte Joy zurück, dass er ihr Eigenschaften und Verhaltensweisen zuschreibt, die so gar nicht zutreffen. Er ist die ganze Zeit der Meinung, dass sich Joy seelisch wieder erholen wird. Er ahnt überhaupt nicht, dass sich ihre Ansichten verändert haben. Zudem ist er sehr fixiert darauf, sie für sich zurück zu gewinnen. Auch ihre Gefühle zu Neél schreibt er ihrem seelischen Zustand zu. Das Fass bringt er schließlich zum Überlaufen, als seine Behauptung, Neél sei tot, widerlegt wird. Und genau dieser Verrat bringt Joy dazu, endgültig von den Rebellen zu flüchten. Daran können auch Erinnerungen nichts verändern. Vergangenes ist vergangen.

Traurig hat mich Cloud gemacht. Zwar war er mir in Dark Canopy nicht gerade sympathisch, da er sehr gewaltbereit war und Neél das deutlich zu spüren bekommen hat. Aber in diesem Buch übertrifft er sich selbt und ich weiß nun immer noch nicht, wie ich sein Verhalten einschätzen soll. Er lässt sich zum dritten Präsidenten der Triade wählen. Laut seinen eigenen Aussagen gegenüber Neél, tut er dies nur, um Percents und Menschen Frieden zu bringen. Gleichzeitig gibt er ihm aber auch zu verstehen, dass er Neél nur "geschaffen" hat, damit er in seinem Willen handelt - auch wenn es zum Wohl aller sein soll.
Seine Absichten sind bestimmt gut, dass er aber Neél dabei so hintergeht, ist nicht in Ordnung.

Die Welt, die Jennifer Benkau in der Zukunft erschaffen hat, hat mich auch diesmal wieder eingesogen und ich war mittendrin. Die Zerrissenheit von Joy und Neél hat mich fast verrückt gemacht, besonders natürlich, da sie sehr lange alleine damit zurechtkommen mussten. Die drohende Gefahr war immer im Hintergrund spürbar, denn nur Gerüchte wiesen auf einen Rebellenaufstand und einen bevorstehenden Angriff hin. Da Joy nun kein Teil mehr von ihnen ist, konnten wir uns dessen nicht sicher sein.
Man fühlte sich selbst zerrissen, da man fast immer die Meinung der Hauptperson teilt und ihr so nahe steht. Allerdings ist Joy nun eine Städterin, aber rechtfertigen ihre Liebe zu Neél und ihr Glaube in eine neue Zukunft wirklich, dass sie sich gegen die Rebellen stellt und ihre früheren Ideale einfach so über den Haufen wirft? Wer ist hier eigentlich gut und wer böse?

Im Gegensatz zu Dark Canopy gibt es in Dark Destiny nicht so viele Wendungen und Überraschungen, was mir etwas gefehlt hat. Dennoch war das Buch sehr spannend, unterhaltsam und regte wieder zum Nachdenken an. Die Frage, wer hier eigentlich gut und wer böse ist, habe ich immer noch nicht beantworten können. Aber wahrscheinlich ist es einfach genau so, wie das Zitat von Erich Kästner zu Beginn sagt: Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind heißt Krieg.

SPOILER Die neue Welt, die Joy und Neél mit der Dark Destiny erreichen, gefällt mir gut, allerdings kann ich sie auch nicht einfach so als "gut" akzeptieren. Es ist natürlich schwer, nach solch schlimmen Verhältnissen eine neue Welt aufzubauen, aber dennoch ist die Ungleichbehandlung von Menschen und Percents aus Rache und Angst kein guter Weg, um eine Demokratie und eine neue Gesellschaft aufzubauen. Das Ende von Joy und Neél hat mich zwar traurig gestimmt, aber für sie beide hat das Buch genau richtig geendet. Neél wäre in der neuen Welt, die so viel Schönes für Joy bringt, niemals glücklich geworden. Und sie hätte es beim Wiederaufbau einer Welt, in der sie so viel Schlechtes erfahren hat, nicht ausgehalten.SPOILER

Dark Destiny überzeugt mit sehr authentischen Charakteren, die seelisch durch die Hölle gehen, um Vergangenes zu vergessen und ihren neuen Platz in dieser schrecklichen Welt zu finden. Ein würdiger Nachfolger von Dark Canopy, der uns Hoffnung schenkt, auch wenn uns Menschen in der Realität der schlimmste Teil der Geschichte noch bevorsteht.

4 Marshmallows

Es war erstaunlich, wie schnell die Stimmung zwischen uns umschlagen konnte. Aus Partnern wurden Feinde, aus Feinden Geliebte, und noch während wir Geliebte waren, konnten wir Freunde sein. (S.331)