Sonntag, 29. Dezember 2013

[Rezension] Light & Darkness (Laura Kneidl)

Titel: Light & Darkness
Autorin: Laura Kneidl
Einzelband
Verlag: im.press (Carlsen)
Seiten: ca. 400
Genre: Fantasy
Preis: 3,99€

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Klappentext:
Die Existenz von Vampiren, Feen und anderen Paranormalen ist längst kein Geheimnis mehr. Doch ist es ihnen verboten, sich ohne die Begleitung des ihnen zugeteilten Delegierten in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ausgerechnet bei der warmherzigen Light versagt jedoch das raffinierte Auswahlsystem: Ihr erster Paranormaler ist der rebellische und entgegen aller Regeln männliche Dämon Dante. Und schon bald muss sie sich fragen, ob sie ihn vor der Menschheit oder sich selbst vor ihm schützen muss …
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 >>Vom Staat benannte Bürger, sogenannte Delegierte, verpflichten sich aus freiem Willen den ihnen zugewiesenen paranormalen Bürgern Schutz und Sicherheit zu gewähren. Delegierte sammeln ihre erste Praxiserfahrung mit Vollendung des 17. Lebensjahres.<< (Buch der Delegation, Artikel 2)

Mit ihrem Debütroman bringt uns Laura Kneidl eine zukünftige Version unserer Welt, die mir in Verbindung mit den übernatürlichen Wesen so noch nicht untergekommen ist. Diese Idee ist einzigartig und so interessant, dass man sich sofort in die Geschichte fallen lässt, die von den Normen in dieser Welt abweicht und man sofort den "unnormalen" Fall miterleben kann. Der doch so schön gestaltete Rahmen hat unter der Oberfläche deutliche Risse, die aber erst sichtbar werden, wenn man genauer hinsieht.

Das Cover ist wirklich wunderschön! Natürlich weiß inzwischen jeder hier, dass ich blau in allen Varianten liebe und da kommt mir diese Gestaltung wie gerufen :) Die beiden Personen sind einander abgewandt, sie zum Licht und er zum Dunkel. Somit weiß man schon indirekt, was einen erwartet. Und er sieht einfach total süß aus ;D
Der Titel passt sehr gut zur Geschichte, sodass man die Gedanken in eine grobe Richtung lenken kann, aber nicht unbedingt weiß, was alles passieren und was der Knackpunkt an der Geschichte sein wird.

Vor vielen Jahren haben sich übernatürliche Wesen wie Vampire, Elfen, Werwölfe und Dämonen öffentlich zu erkennen gegeben und leben nun als paranormale Bürger unter den Menschen. Damit der Frieden und die Eingliederung gesichert sind, werden junge Menschen zu Delegierten ausgebildet und erhalten ab dem 17. Lebensjahr einen Paranormalen, um diesen in die Gesellschaft einzugliedern und Respekt zwischen ihm und den Menschen aufzubauen.
Light soll ihr erstes Wesen erhalten, jedoch gab es im System einen Fehler und ihr wird ein männlicher, rebellischer und dunkler Dämon zugeordnet, der ihr das Leben von morgens bis abends schwer macht. Zu allem Überfluss gewinnen die rebellischen Gruppen Impia und Censio immer mehr an Macht und Light's Wesen ist ebenfalls darin verstrickt...

Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen! Sie ist einzigartig und ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen. Genügend Geschichten über übernatürliche Wesen gibt es. Aber dass sich diese öffentlich zu erkennen geben und in ein System eingegliedert werden, um den Frieden zu sichern, ist mir neu. Ich schaue eher etwas pessimistisch in die Zukunft und bin eigentlich nicht der Meinung, dass wir Menschen uns auf diese Wesen einlassen würden, aber dennoch wäre es eine schöne Vorstellung. Denn immerhin tanzt im Laufe der Geschichte fast kein Wesen aus der Reihe und eigentlich sind es wieder einmal nur wir Menschen, die Probleme in das System und die Gesellschaft bringen.
Es ist ebenfalls eine schöne Vorstellung, dass jeder paranormale Bürger einen Delegierten zur Hilfe an seine Seite bekommt, um nicht in Gefahr zu geraten, allerdings begreift man im Laufe der Geschichte auch, dass die Rebellengruppen vielleicht gar nicht so unrecht haben, sich gegen das System aufzulehnen. Denn im Grunde ist es nur eine Mechanismus der Unterdrückung, sodass den Wesen keine freie Hand gelassen wird. Die vielen Regeln sind eigentlich einfach, aber dennoch schränken sie beide sehr ein - den Delegierten und sein Wesen.

Ich empfinde es immer als wahnsinnig aufregend, wenn es bei Geschichten eine Art Auswahl oder Tradition gibt, bei der sich die ganze Familie versammelt, als würde ihr Schützling ein neues Leben beginnen. Was meistens ja auch der Fall ist. Es ist total spannend, wenn man die Umgebung und den Protagonisten kennenlernt und schließlich mitfiebert. Ich hatte wahrscheinlich ebenso feuchte Hände wie Light, als sie zu ihrer ersten Delegation ging, um ihr erstes Wesen zu erhalten. Es wirkte fast wie ein Schulabschlussball, allerdings hatte ich schon von Anfang an ein komisches Gefühl in der Magengegend. Denn die jungen Delegierten und ihre Familien schienen so aufgeregt zu sein, welches Wesen sie als neues Familienmitglied begrüßen dürfen, als gingen sie in ein Tierheim, um einen Welpen mitzunehmen... Obwohl sehr viele der Wesen als richtige Familienmitglieder angesehen werden, hat diese Zuführung einen seltsamen Beigeschmack. Die paranormalen Bürger haben immerhin keine Wahl, wenn sie nicht in einer Strafkolonie leben möchten.

Light ist ein wirklich starker Charakter, der nach außen vermutlich selbstbewusster wirkt, als sie eigentlich ist. Aber jeder hat ja ab und zu seine Sorgen und Zweifel, die man nicht unbedingt mit anderen teilen möchte. Als sie den rebellischen Dämon Dante als ihr Wesen zugeteilt bekommt, ist sie zunächst geschockt. Ebenso auch ihre Eltern, die wahrscheinlich die ganze Veranstaltung abbrechen wollten, hätten sie die Möglichkeit dazu gehabt. Sie sind unglaublich wütend, dass das System so einen Fehler gemacht hat, da eigentlich nur gleichgeschlechtrige Menschen und Wesen gepaart werden können. Light allerdings überwindet den Schock recht schnell und bleibt professionell. Immerhin ist sie zu einer Delegierten ausgebildet worden und nun steht Dante unter ihrem Schutz und genauso behandelt sie ihn auch. Das finde ich sehr mutig und wunderbar zugleich. Denn auch wenn ihr die Auswahl nicht gefällt und Dante ihr die ganze Zeit das Leben schwer macht, indem er ihre Hausaufgaben versteckt, ihre Zahnbürste in die Toilette wirft und in ihrem Bett schläft, damit sie beim Erwischen ihren Job verliert, so steht sie immer zu ihm. Sie geht mit ihm einkaufen, faucht jeden böse an, der Dante seltsam anschaut oder über ihn flüstert und versucht, eine freundschaftliche Beziehung zu ihm aufzubauen.

Dante dagegen ist ein richtiges Ekel und ich hätte ihn vermutlich schon längst aus dem Haus gejagt. Er hat einen gewissen Charme, den auch Light wahrnimmt, allerdings konnte ich zu Beginn ihre Eltern fast besser verstehen als sie. Es wird eine Revision eingelegt, die Light und Dante als Partner wieder trennen soll, aber diese wird bis zu acht Wochen in Anspruch nehmen. Zu Beginn zeigt jeder außer Light im Haushalt der Adams, dass Dante nicht willkommen ist und er zeigt ebenfalls deutlich, dass er nicht hierbleiben will. Allerdings hat er keine andere Möglichkeit, denn sein Vater ist der Anführer der Censio, einer Rebellengruppe von Paranormalen, die die Gleichberechtigung und die Abschaffung des Systems verlangen und er lebte zuvor in der Strafkolonie, nachdem er davongelaufen ist. Er steht unter ständiger Beobachtung und darf sich keine Fehltritte erlauben. Light erfährt nur zufällig davon und ist ab diesem Moment noch mehr auf der Hut, dass er keine Dummheiten anstellt. Dafür nimmt sie alle möglichen Gemeinheiten in Kauf, bei
denen ich schon längst ausgerastet wäre.

Obwohl wir mehr in Light's als in Dante's Gefühlswelt stecken, merkt man doch mit der Zeit, dass er nicht mehr gemein sein und ihr das Leben schwer machen will. Immerhin werden wir auch feststellen, dass er kein so böser Dämon ist, wie er vorgibt zu sein. Wäre er von grundauf wirklich böse, so hätten ihn Light's Bemühungen vermutlich total kalt gelassen. Aber da sie nicht aufgibt und ihn immer wieder verteidigt - auch vor ihrer Familie - merkt er bald, dass er sie durch keine Gemeinheit in die Knie zwingen kann. Und doch tut er es in den unmöglichsten Momenten immer wieder. Der Höhepunkt war wirklich als er Light's Tagebuch gelesen hat und sie daraufhin wirklich zusammenbricht. Ihm scheint das total egal zu sein und ich hätte ihn am Liebsten dafür getreten.
Light gibt sich die größte Mühe und wird nur immer wieder dafür bestraft, dass sie ihm in den wenigen Minuten vertraut, in denen er nett zu ihr ist. Zudem hat sich mit eigenen Problemen zu kämpfen, die nicht unbedingt Dante betreffen. Ihr Bruder ist nämlich schwer krank - er hat Leukämie und die ständige Sorge um ihn ist ihr anzumerken. Hinzu kommt außerdem, dass sein Wesen, der Vampir Kane in sie verliebt ist, sie ihn aber nur als Bruder und besten Freund ansieht.

Und doch muss es kommen, wie es kommen muss. Light entwickelt Gefühle für Dante, was vom Gesetz her strengstens verboten ist. Denn sie merkt natürlich genauso wie wir Leser, dass er nicht so fies ist, wie er immer tut. Ich kann es durchaus nachvollziehen, denn es gibt Momente, auch wenn es wenige sind, in denen er fürsorglich und nett ist und das macht einiges wieder wett, was er getan hat.
Aber nicht, dass das schon alles wäre, was die Geschichte zu bieten hat - "schon" :P Das ist Stoff für drei weitere Bücher ;)
Nicht nur, dass die Censio ständig Anschläge auf die Menschen planen, ihr Anführer Crispin möchte Dante zurück, aber nicht unbedingt, um ihn mit offenen Armen zu empfangen. Er hält Dante für eine Schwachstelle in seiner ach so tollen Rebellengruppe und will ihn wieder, damit er niemandem von ihren Plänen erzählen kann. Das ist vermutlich auch einer der Gründe, warum Dante sich hinter der Maske des gemeinen Dämons versteckt. Sein Vater brachte ihm nie Zuneigung entgegen und er musste immer das tun, was er nicht tun wollte, um seinem Vater zu gefallen. Deshalb ist er auch weggelaufen.

Die Geschichte spitzt sich sehr weit zu und das nicht nur erst am Ende des Buches. Zwischendurch gibt es immer wieder brenzlige und sehr brenzlige Situationen, bei denen man die Luft anhält.
Und die sich entwickelnden Gefühle zwischen Light und Dante sind wunderbar zu beobachten. Was konnte auch anderes passieren, wenn sie seit der ersten Nacht in einem Bett schlafen? :P
Es gibt eigentlich nichts, was ich bemängeln könnte. Außer vielleicht Dantes Namen, man hätte vielleicht einen anderen wählen können, aber vermutlich bin ich die Einzige, die zu sehr an den Fußballer erinnert wird ;)
Ein sehr schönes Gestaltungselement sind die Artikel des Buches der Delegation. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es einen davon und sie passen auch immer zum Inhalt des folgenden Kapitels. Somit kann man schon erahnen, was einen erwartet und dennoch wird man immer wieder überrascht!

Light & Darkness ist eine facettenreiche und einzigartige Geschichte, die zum Hineinfallen einlädt und trotzdem immer wieder für zarte und auch actionreiche Situationen sorgt, die uns Dahinschmelzen oder den Atem anhalten lassen. Ein wunderbares Werk, welches man immer wieder zur Hand nehmen möchte!

5 Marshmallows

Ihre Aufgabe als Delegierte war es sich um Wesen zu kümmern und dabei sollte weder ihr Geschlecht noch die Abstammung eine Rolle spielen. (Pos.319-320)

Dante war wie eine kryptische Schrift: Man konnte sie sehen, aber dennoch nicht entziffern, es ei denn man gehörte zu den wenigen Auserwählten, die sie trotz aller Schwierigkeiten entziffern konnten. (Pos. 545-546)

Die Art, wie er sie musterte, als wäre sie etwas Wunderschönes, das nur darauf wartete, zerstört zu werden. (Pos. 853-854)

"Du magst ihn, mehr als du vermutlich zugeben willst und das ist in Ordnung. Wirklich. Er ist neu und aufregend. Interessant. Unerwartet." (Pos. 1881-1882)

Während Jude und ihr Dad gegen Light und ihre Mum um Platz eins kämpften, verloren Dante und Kane mit fast 30 Punkten Rückstand. Die beiden schrien sich an und beschimpften einander. Der Höhepunkt war eine Ohrfeige, als Kane das Wort "Weihnachtsmann" nicht erraten konnte. (Pos. 4154-4156)

1 Kommentar:

  1. hej
    den revlon lip butter habe ich mal in amsterdam gekauft :)
    es gibt aber diverse online bezugsquellen
    google einfach mal :)

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