Freitag, 27. Dezember 2013

[Review] Dein Stern an meinem Himmel (Kristin Harmel)

Titel: Dein Stern an meinem Himmel
Autorin: Kristin Harmel
Prequel zu Solange am Himmel Sterne stehen
Verlag: Blanvalet
Seiten: 18
Genre: Romanze/Historisch
Preis: kostenlos!

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Klappentext:
Paris, Heiligabend 1942. In der Abenddämmerung begegnen sich im Jardin du Luxemburg ein Junge und ein Mädchen. Die Sperrstunde naht, und beide wissen, dass es gefährlich ist, noch auf den Straßen zu sein. Doch dann kreuzen sich ihre Blicke – und die Welt scheint stillzustehen. Es ist Liebe auf den ersten Blick, doch wird sie stark genug sein, um den Krieg zu überstehen?
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Die Dunkelheit senkte sich rasch, zu rasch, während der Junge inmitten eines Wirbels von Schneeflocken im Jardin du Luxembourg unter seiner Lieblingsstatue stand.

Diese zauberhafte Kurzgeschichte zu Weihnachten stimmt uns auf den großen Roman Solange am Himmel Sterne stehen ein. Ich gebe ehrlich zu, dass mich das Cover so sehr verzaubert hat, dass ich gar nicht mehr so richtig an den Klappentext gedacht habe. Aber die Geschichte wirkt noch viel mehr, wenn man diesen nicht kennt oder sich nicht mehr so genau daran erinnert und sich einfach darauf einlässt.

Das Cover ist einfach wunderschön! Die Vogelperspektive auf die zauberhafte Blume mit dem Titel in der Mitte ist total schön gestaltet und die Farbwahl ist total toll aufeinander abgestimmt! Sie passt zu Weihnachten, ist aber nicht zwangsläufig Weihnachten zuzuordnen, wenn man den Titel nicht sehen würde.
Dieser passt auch wunderbar und hat sogar eine doppeldeutige Wirkung, bei der man schlucken muss. Es ist romantisch, aber zeitgleich auch unsagbar traurig.

Wir erleben den Heiligabend 1942 in Paris. Kurz zuvor haben die Nazis Frankreich eingenommen und machen nun auch hier eine Hetzjagd gegen die Juden. In jener Nacht treffen sich ein Junge und das Mädchen Rose. Beide sind Juden und sie träumen davon, eines Tages frei zu sein.
Zwischen ihnen entwickelt sich eine Liebe, die aber von den Lebensumständen nicht möglich ist...

Die Umstände der Geschichte machen einen ganz befangen. Die damalige Zeit mit den Nazis und der Judenverfolgung war einfach schrecklich, aber die Autorin schafft es, dass man nicht sofort Angst oder ein schlechtes Gewissen bekommt. Es geht um Hoffnung. Hoffnung zweier junger Menschen, die den Traum von Freiheit haben. Dieser Traum verbindet sie miteinander und ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass sie sich ineinander verlieben. Die Geschichte ist zwar sehr kurz, aber dennoch weckt sie so viele Emotionen, wie es manche Romane nicht schaffen. Besonders zu Weihnachten werden die Menschen empfänglicher für Gefühle.

Der Titel kann also in Anbetracht der Umstände als doppeldeutig angesehen werden. Zum Einen mussten sich die Juden damals mit dem Davidsstern öffentlich kenntlich machen; zum Anderen betrachten der Junge und Rose zusammen die Sterne am Himmel. Als der Junge zwei Jahre später in das Konzentrationslager nach Auschwitz kommt, sind die Sterne am Himmel seine einzige Verbindung zu seiner geliebten Rose. Denn die Sterne sind von überall auf der Welt zu sehen und somit sehen sie dasselbe Bild am Himmel. Dieses gemalte Bild der Autorin, welches so realistisch ist, versetzt in eine traumhafte und romantische Stimmung, obwohl das Leben gerade am seidenen Faden hängt.

Sehr interessant finde ich auch, dass die Geschichte in der dritten Person geschrieben ist, wir aber den Namen des Jungen nicht erfahren. Wie erfahren allerlei anderer Namen, aber seinen nicht. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, was dies zu bedeuten hat, aber dieses besondere Schreibmittel schafft keine Distanz. Seltsamerweise fühlt man sich sehr zu dem Jungen hingezogen, obwohl man nur sein Alter und seine Gefühle kennt.
Der Schreibstil der Autorin ist absolut sagenhaft. Es gibt sehr viele gut geschriebene Geschichten und obwohl das "flüssig-Lesen" bei vielen Büchern der Fall ist, gibt es bei dieser Geschichte etwas, was einen total in seinen Bann zieht. Ich kann es nicht genau erklären, aber jedes Wort von ihr scheint Emotionen auszulösen und sich in ein Gedicht zu verwandeln :)

Dein Stern an meinem Himmel ist eine zauberhafte kleine Weihnachtsgeschichte, die von einer zarten Liebe zu einer sehr schweren Zeit erzählt. Freiheit war nicht immer selbstverständlich und diese kleine Geschichte erzählt davon und stimmt uns auf den großen Roman ein.

5 Marshmallows

Aber l'heure bleue war auch die Zeit, zu der die Sperrstunde verhängt wurde, zu der der Junge sich in Erinnerung rufen musste, dass seine Minuten, seine Stunden, seine Tage nicht länger ihm gehörten. 
(Pos. 24-25)

[...] denn er wusste mit einem Mal, dass er ein Teil von dem sein wollte, was sie tat, was immer das war, wohin auch immer sie ging. (Pos. 83-84)

"Solange am Himmel Sterne stehen", flüsterte er, in der Hoffnung, dass die Worte ihren Weg zu ihr finden würden, [...] (Pos. 269-270)

An dieser kleinen Freiheitsstatue im Pariser Park Jardin du Luxembourg lernen sich der Junge und Rose kennen.

Kommentare:

  1. Danke für deine schöne Rezi. :-) Ich habe die Kurzgeschichte auch vor ein paar Tagen gelesen und war ganz fasziniert von ihrem Schreibstil. Den Roman "Solange am Himmel Sterne stehen" werde ich mir auf jedenfall holen. Darauf bin ich schon echt gespannt.

    LG Jessamy

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  2. Kann man dieses Buch einzeln lesen oder soll man zuerst "Solange am GHimmel Sterne stehen" lesen???
    Liebe grüße
    Martina

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