Sonntag, 10. November 2013

[Review] Eine Weihnachtsgeschichte - Literaturcomic (Charles Dickens)

Titel: Eine Weihnachtsgeschichte
Autor: Charles Dickens
Literaturcomic des Klassikers
Verlag: Brockhaus
Seiten: 55
Genre: Weihnachtsgeschichte
Preis: 12,95€

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Danke an Blogg dein Buch für dieses Exemplar!



Klappentext:
Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Doch der kaltherzige Geizhals Ebenezer Scrooge lehnt das Weihnachtsfest ab. Da bekommt er unerwarteten Besuch: Der Geist seines Geschäftspartners prophezeit Scrooge ein düsteres und einsames Ende. Es folgen die Geister der vergangenen, der diesjährigen und der zukünftigen Weihnacht, um Scrooge auf den rechten Weg zu führen...
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Ich wünsche dir frohe Weihnachten, Onkel. Gott segne dich!

Wer kennt sie nicht, die wohl bekannteste und lehrreichste Weihnachtsgeschichte aller Zeiten? Das Meisterwerk von Charles Dickens gibt es inzwischen in allen nur erdenklichen Ausführungen und die meisten davon sind mir bekannt. Ich liebe diese Geschichte, denn sie zeigt, wie magisch Weihnachten sein kann, wenn man nur eine gute Einstellung dazu hat. Und wie das Fest der Liebe einen verändern kann.

Ich persönlich bin kein sehr religiöser Mensch, weshalb ich auch an Weihnachten keine besondere Bindung zur Kirche oder Bibel aufbaue. Weihnachten ist für mich ein Fest der Familie und deshalb verstehe ich auch nicht, warum viele immer in eine Panik verfallen, wenn Weihnachten nur noch wenige Wochen entfernt ist. Natürlich ist es schön, wenn man Geschenke bekommt und ein Festessen auf dem Tisch steht, aber es geht doch darum, dass man mit seiner Familie zusammen ist. Unsere Welt - und das muss ich leider immer wieder betonen - ist von Leistung und Konkurrenz geprägt. Deshalb hat man im Alltag vor lauter Arbeit, Haushalt, Terminen und Stress keine Zeit, sich in Ruhe mit der Familie hinzusetzen und manchmal wohnt man auch zu weit auseinander, sodass ein spontaner Besuch nicht in Frage kommt. Deshalb ist Weihnachten so schön. Genauso wie Geburtstage, nur dass man diese nicht als Feiertag gelten lassen kann.

Und an diesem Punkt setzt diese wunderbare Geschichte an. Ebenezer Scrooge ist ein alter, mürriger Geizhals, der seinen Mitarbeitern einen Hungerlohn zahlt und ihnen nicht einmal an Weihnachten freigeben will. Für ihn zählt nur Geld und der damit verbundende Lebensstil. Liebe, Freude und Spaßigkeiten interessieren ihn nicht. Und oho, wenn jemand an die Tür klopft und für die Armen Spenden sammeln möchte... Am Heiligen Abend wird er von einem Geist heimgesucht: Seinem alten und verstorbenen Geschäftspartner Jacob Marley. Dieser ist an lange Ketten gebunden, die er im Leben mit seinem Geiz und seinem Missmut geknüpft hat. Er möchte Scrooge davor bewahren und sendet drei Weihnachtsgeister zu ihm, die ihm die Augen öffnen sollen.

Durch seine miese Einstellung zum Leben ist Scrooge ein sehr unbeliebter Mann und er kann von Glück reden, dass er überhaupt Mitarbeiter hat. Allerdings zeigt dieser Umstand auch, dass Reichtum allein nicht glücklich machen kann. Denn materielle Dinge sind nicht für unser Glück ausschlaggebend. Sie vergehen und das was bleibt ist Leere. Scrooge kennt dieses Gefühl, will aber nicht zugeben, dass er Gesellschaft und Zuneigung braucht. Er ist ein Egoist, der keine Zweifel daran hat, dass er allein besser dran ist.
Diese Sicht auf sein Leben sollen die Weihnachtsgeister ändern. Der erste zeigt ihm vergangene Weihnachtsfeste, bei denen Scrooge durchaus Spaß hatte und auch noch ein netter junger Mann gewesen ist. Der diejährige Weihnachtsgeist zeigt ihm, welchen Spaß er bei seinem Neffen Fred verpasst. Schließlich wünschte er sich doch, dass er dabei wäre, aber es ist ihm auch klar, dass er eigentlich nicht erwünscht ist. Keiner mag seine miese Stimmung auf einem Weihnachtsfest haben. 
Der Geist der zukünftigen Weihnacht schließlich zeigt ihm, wie seine Zukunft aussieht, sollte er sich nicht ändern: Er wird alt und allein sterben und dann hat er nichts mehr von seinem Reichtum. Außer die armen Menschen, die zurückgeblieben sind: Sie ergötzen sich an den hinterbliebenen Gegenständen und niemand kommt zu seiner Beerdigung.

Was ihm jedoch wirklich die Augen öffnet ist die Krankheit des kleinen Tim. Dieser ist der Sohn einer der Mitarbeiter von Scrooge, der sehr arm ist und auch nur mit wenig am Weihnachtsabend zufrieden ist. Solange seine Familie da ist, ist alles gut. Doch sie können sich keinen Arzt und keine Medikamente für den kleinen Tim leisten, sodass dieser unweigerlich sterben muss. Scrooge, der eine ungewöhnlich Symphatie für den Jungen entwickelt hat, will sich nun ändern und Familien wie der von Tim ein gutes Leben ermöglichen.

Der Farbeinsatz in dem Comic ist gut gewählt. Die Szenen im Hier und Jetzt um Scrooge sind dunkel gehalten. Die Geister dagegen strahlen etwas Helles und Freundliches aus - bis natürlich auf den Dritten in ihrer Reihe. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Gesichtsausdrücke der Figuren überhaupt nicht gefallen haben. Sie sind immer ernst und entsetzt, selbst wenn es gute Nachrichten oder Grund zur Freude gibt. Das ist sehr, sehr schade, denn die Gesichtsausdrücke und Haltungen geben der Geschichte ihre Emotion. Ich konnte mich mit den Texten gut einfühlen, weil ich die Geschichte bereits kenne, aber die Gesichter haben es doch kaputtgemacht...
Die Geschichte ist wunderbar und auch die gekürzte Comic-Version gibt einen tollen Einblick in diesen Klassiker, aber die vielen Schatten und Linien in den Gesichtern ließen jeden alt und griesgrämig wirken.

Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist ein wunderbarer Kinderbuch-Klassiker, der uns zeigt, wie magisch Weihnachten ist und wie dieses Fest der Liebe Menschen zusammenbringt und sie sogar verändern kann. Jedoch ist die Umsetzung in den Comic nicht so gelungen. Schade.

3 Marshmallows

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