Samstag, 23. November 2013

CATCHING FIRE oder die beste Verfilmung des Jahres

Am 22.03.2012 sah die ganze Welt zu, wie Katniss für ihre kleine Schwester Prim in die gefürchteten Hungerspiele zog und sich somit zu einer Spielfigur des Kapitols machte. Eineinhalb Jahre später fängt die Welt Feuer. Katniss hat sich verändert. Und auch alle Menschen um sie herum. Aber eines hat sich nicht verändert: Sie ist immer noch eine Spielfigur des Kapitols und wird es auch für den Rest ihres Lebens bleiben. Denn sie ist der Spotttölpel - das Zeichen der Revolution in Panem und somit auch ein Dorn im Auge der Herrschenden. Sie gibt den Menschen in Panem Hoffnung und der kleine Funke wird sich schon bald in ein explosionsartiges Feuer verwandeln.

Hope is stronger than fear

Genau das waren die Worte von Präsident Snow, als er Seneca Crane erklärte, warum sie die Hungerspiele veranstalten. Allerdings war er sich seiner Sache zu sicher. Bisher war es ein eiskalter Überlebenskampf, in dem jeder seine Rolle spielte. Jedoch hatte er nicht damit gerechnet, dass es irgendwann einmal jemanden geben würde, der diesen Rahmen sprengt und zur Inspiration der unterdrückten Menschen wird. Katniss ist eine solche Vorbildfigur geworden. Und damit gilt sie als der größte Feind des Kapitols. Und mit ihr auch die anderen Sieger, die als Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont gelten. Denn sie sind der Beweis dafür, dass man es durch die Hungerspiele schaffen kann; dass man weiterleben kann. Aber was das bedeutet, lernen wir erst, als es bereits zu spät ist. Katniss und Peeta leben dies natürlich in einer besonderen Form. Das Kapitol liebt sie als das tragische Liebespaar von Distrikt 12, obwohl sie sich insgeheim geschworen hatten, zu vergessen. Doch das Leben spielt immer anders als man denkt. Präsident Snow durchschaut Katniss und droht ihr mit dem Mord an allen, die sie liebt, wenn sie ihn nicht überzeugt, dass sie Peeta liebt. Obwohl sie die schrägen und liebesbesessenen Bürger des Kapitols natürlich schon längst auf ihrer Seite hat. Allerdings sind diese naiv und würden alles glauben. Präsident Snow dagegen weiß ganz genau, was er tut und das macht ihn so gefährlich.


Ich konnte es noch gar nicht fassen, als ich im Kino saß und der Film begann. So lange hatten wir alle gewartet und nun war es endlich soweit! Sofort war ich wieder in der Atmosphäre gefangen. Es fühlte sich tatsächlich so an, als wäre es erst gestern gewesen, dass Katniss in der Arena um ihr Leben gekämpft hat. Dass sie das Kapitol mit dem berühmten Beeren-Trick lächerlich gemacht hat und mit Peeta nach Hause fahren konnte. Doch das Leben ändert sich nun schlagartig für die beiden: Ab sofort leben sie im Dorf der Sieger; sie haben genug zu essen und eine Menge Geld. Allerdings ist dies überhaupt kein Ersatz für das, was sie erlebt haben und was ihnen noch widerfahren soll...
Der Anfang des Filmes zeigt auf fantastische, aber auch auf grausame Weise, wie sehr Katniss noch unter den Hungerspielen leidet. Sie jagt mit Gale, aber anstatt einen der Truthähne mit einem Pfeil zu erschießen, hat sie plötzlich Marvel getroffen. Natürlich ist dies nur in ihrem Kopf passiert, aber dadurch bekommt man als Zuschauer schon gleich am Anfang einen Eindruck davon, wie sehr die Hungerspiele im Gedächtnis geblieben sind. Natürlich ist dies total gut nachzuvollziehen. Vergessen ist eben doch nicht so einfach, wie man glaubt.

Besonders hat mich beeindruckt, wie die Emotionen zum Zuschauer gebracht worden sind. Man fühlt ganz genau, wie sehr Katniss und Peeta leiden. Und wie sehr sie vom Kapitol beobachtet werden. Als die Tour der Sieger startet, bekommt Katniss Besuch von Präsident Snow, der sie mit seinen Worten förmlich bedroht. Er ist wohl der einzige im Kapitol, der ihr die Show des tragischen Liebespaares nicht abnimmt. Dabei muss ich sagen, dass sie die Verliebte vor den Kameras wirklich sehr gut spielt! Aber Snow ist nicht dumm. Wenn er nicht überzeugt ist, kann er tun, was er will, um Katniss' Leben weiterhin zur Hölle zu machen. Er beginnt damit, dass eine neue gewaltsame Truppe von Peacekeepern in Distrikt 12 geschickt wird, um dort "aufzuräumen". Da die Distrike voneinander abgeschirmt sind, ahnt niemand, das sich seit den Hungerspielen Widerstand gebildet hat. Dies stellen Katniss und Peeta erstaunt und entsetzt fest, als sie zur Tour der Sieger aufbrechen. Distrikt 11, in welchem bereits während der Hungerspiele der Hass aus den Menschen herausgebrochen ist, herrscht mehr Unterdrückung und Angst denn je.

In der ersten Hälfte des Filmes - die Tour der Sieger und schließlich die Verkündung des Dritten Quarter Quells mit der Ernte - sind emotional gesehen sehr heftig. Ich habe schon sehr viele Filme in meinem Leben gesehen und zusammengefasst gibt es dabei vielleicht 5-10 einzelne Szenen, in den man schon hin und wieder ein kleines Tränchen verdrücken muss. Und ich kann euch sagen: Allein in der ersten Hälfte von Catching Fire gibt es schon drei Szenen, in denen mir die Tränen gelaufen sind. In der zweiten Hälfte gibt es auch nochmal ein bis zwei Szenen, bei denen man sich absolut nicht zurückhalten kann.
Auf der Tour der Sieger gibt es für jeden Distrikt vorgefertigte Karten für die Reden, die Katniss und Peeta halten sollen. Diese sind natürlich total schrecklich für die Familien der Verstorbenen anzuhören. Wer will schon wissen, welches so "glorreiches Opfer" das eigene Kind für das Kapitol gebracht hat, wo es doch nur zum Spaß und zur Unterhaltung der Bürger des Kapitol getötet worden ist?
Katniss kann sich natürlich nicht zurückhalten und übergeht diese Karten gleich auf ihrer ersten Station, in Distrikt 11. Sie spricht die Wahrheit über Tresh und Rue, ohne Lügen und ohne die Wahrheit zu beschönigen. Ein alter Mann macht das Abschiedszeichen aus Distrikt 12, welches Katniss bei Rue's Tod in die Kamera gemacht hat. Daraufhin wird er erschossen.
Dann wird nicht nur Katniss klar, sondern auch den Zuschauern, dass es einen Grund für die vorgefertigten Reden hat. Sie sollen diese Tour möglichst ohne Emotionen durchziehen, damit der Widerstandgedanke bei den Menschen im Keim erstickt wird. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall. Immer wieder gibt es Menschen, die das Abschiedszeichen machen und dafür verhaftet und getötet werden.


Allein die erste Hälfte des Filmes geht schon so unter die Haut, dass man eine Steigerung für nicht möglich hält. Doch wer die Bücher kennt, weiß natürlich, dass es noch schlimmer kommt. Das Versprechen, dass man ein wohlhabendes Leben nach dem Sieg in den Hungerspielen führt, wird gebrochen. Präsident Snow verkündet, dass beim Dritten Quarter Quell die Tribute aus den vorhandenen Siegern gezogen werden. Und nun wird es nur einen Gewinner geben. Katniss schließt ein Abkommen mit Haymitch, dass er diesmal Peetas Hals aus der Schlinge zieht. Allerdings ist diese Arena anders als alles, was wir bisher erlebt haben...

In diesem Film hat mich besonders Effie beeindruckt. War sie im ersten Film noch so typisch "kapitolisch" und total begeistert über die Tribute, so ist sie nun reifer geworden und zeigt ihre wahren Gefühle. Natürlich haben auch ihr Katniss und Peeta zu mehr Popularität geholfen, aber sie ist es, die das Vierergespann zu einem Team vereinigt. Ihr "altes Ich" bleibt sie auch noch während der Tour der Sieger, aber sobald klar wird, dass ihre geliebten Tribute wieder in die Arena müssen, verändert sie sich. Ihrem Stil bleibt sie treu und man kann über ihren Aufzug immer wieder den Kopf schütteln. Aber es ist einfach Effie und dafür lieben wir sie.

Und Effies Wandel führt mich unweigerlich zur Ernte. Man merkt ihr total an, dass sie emotional getroffen ist, aber dennoch versucht, ihre gute Stimmung zu verbreiten. Es funktioniert nicht. Ihr kommen fast die Tränen, als sie den einzigen Zettel aus dem Lostopf des weiblichen Tributes zieht. Spätestens in dieser Szene dürfte auch der härteste Macho die Kontrolle verlieren und losheulen.

Und es gibt einen weiteren Charakter, der mich sehr beeindruckt hat: Finnick. Wie sehen in ihm immer nur als den sexy Wassermenschen mit den Zuckerwürfeln und dem Dreizack, aber er strahlt noch etwas ganz anderes aus. Ich kann es nicht genau erklären, aber Sam Claflin spielt ihn so unglaublich gut, dass man noch etwas anderes in Finnick sieht. Und ja, er sieht auch sehr gut aus ^-^

The odds are never in our favor.

Die Arena wurde wirklich unglaublich gut umgesetzt. Besonders gut hat mir das "Rad" in der Mitte gefallen, welches das Füllhorn umgibt. Zusätzlich kommen die verschiedenen Gefahren dazu, die auf die Tribute warten - zu jeder Stunde eine andere Grausamkeit. Hier geht es nicht nur darum, dass sich die Tribute gegenseitig töten müssen, sondern darum, diesem Wahnsinn überhaupt zu entkommen. Die meisten Tribute sterben nicht durch die Hand eines anderen, sondern durch die Inszenierungen des Kapitols. Es ist einfach nur grausam, dass man den Siegern und damit auch den Bürgern von Panem die letzte Hoffnung nimmt, diesem Kontrollinstrument zu entkommen. Niemand ist vor dem Kapitol sicher.

Der Film hält sich nahe ans Buch und wurde fantastisch umgesetzt! Nicht nur von der Handlung und der Spannung, sondern auch besonders von den Emotionen, die den Zuschauer sehr oft zum Weinen bewegen. Das zweite Buch hat mir immer schon einen Ticken besser als das erste gefallen und der Film ist absolut gigantisch! Wenn ihr ihn gesehen habt, werdet ihr euch vermutlich fragen, wie der erste nur so gut ankommen konnte. Eine Steigerung von 100% ist dem Filmteam geglückt und kann es gar nicht mehr erwarten bis die DVD erscheint! ♥


Zum Abschluss kann ich euch nur sagen: Los, sofort ins Kino, ihr verpasst einen grandiosen Film! Packt eure Taschentücher ein und genießt es!

Und ich kann mich Jennifer Lawrence nur anschließen, wenn sie sagt:


1 Kommentar:

  1. Ich freu mich so extrem darauf, diesen Film zu sehen! Tolle Rezension und auch eine richtig toller Blog; ich bin direkt Leserin geworden.
    LG
    Krypta :)
    http://planet-der-buecher.blogspot.de/

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