Montag, 23. September 2013

[Rezension] Die Sturmjäger von Aradon 02. Magierlicht (Jenny-Mai Nuyen)

Titel: Die Sturmjäger von Aradon 02. - Magierlicht
Autorin: Jenny-Mai Nuyen
Band 2 der Dilogie
Verlag: cbt
Seiten: 378
Genre: Fantasy
Preis: 18,99€

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ACHTUNG! Dies ist Band 2 der Reihe und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1!

Lest hier meine Rezension zu Feenlicht!

Klappentext:
Die junge Sturmjägerin Hel ist weiter auf Dämonenjagd, doch immer fragwürdiger scheint ihre Mission. Denn auch die Magier, die sie ausgesandt haben, spielen nicht mit offenen Karten. Es fällt Hel von Tag zu Tag schwerer, gegen Mercurin zu kämpfen, den Dämon mit den Augen voller Unendlichkeit. Auf dem Spiel steht nichts Geringeres als die Zukunft der Menschheit und das Leben all ihrer Freunde...
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Der Westen ist tot. Reglos die Berge, in alle Weite leere Erde ohne Licht. Nur die glimmende Spur des Mannes, der das Totenlicht trägt.
Nachdem Jenny-Mai Nuyen Feenlicht mit einem Überraschungsmoment beendet hat, ist die Spannung der Ereignisse in Magierlicht schon vorherbestimmt. Werden die Dämonen siegen und alle Wesen des Lebendigen Landes vernichten oder können Hel und ihre Gefährten es schaffen, sie aufzuhalten?

Das Cover gefällt mir fast noch besser als das von Band eins. Die blauen Farben zusammen mit dem Gold sind einfach umwerfend schön! Das Leuchten und Glitzern verspricht Magie und Zauberhaftes. Allerdings hat auch hier wieder das Cover nicht das Geringste mit der Geschichte im Innern des Buches zutun. Schade...
Der Titel hat meines Erachtens auch wenig mit der Geschichte gemein. Es dreht sich alles um die Totenlichter. Welche Rolle die Magier dabei spielen und ob es so etwas wie ein Magierlicht gibt, ist mir schleierhaft geblieben.

Nachdem Meister Olowain herausgefunden hat, dass die Dämonen auf der Suche nach den sagenumwobenen Totenlichtern der alten Druiden sind, gibt es nur noch ein Ziel: Die Dämonen müssen aufgehalten werden! Die Magierschaft hat dabei aber ganz eigene Pläne: Sie wollen einen Krieg gegen das Alte Reich beginnen, die diese Dämonen hervorgebracht hat.
Derweil hat Hel ganz andere Sorgen. Sie ist total enttäuscht von Mercurin, aber gleichzeitig auch fasziniert und neugierig. Immerhin hat er ihr das Leben gerettet, obwohl es seine Mission ist, das Tiefe Licht zu beschwören und alle Lebewesen damit zu vernichten. Auf ihrer Suche nach dem Isen Karat, der nun eines der Totenlichter in sich trägt, gelangen sie an die seltsamsten Orte. Aber auch die Isen ruhen nicht. Ihre Rebellion nimmt weiter Form an und sie beginnen, die magischen Städte zu erobern...

Nachdem ich von Band eins total enttäuscht war, habe ich meine Erwartungen deutlich runtergeschraubt. Da mir ja der Schreibstil überhaupt nicht zugesagt hat, befürchtete ich schon, dass ich das Buch abbrechen werde. Zur Info: Das habe ich nicht getan. Da die Geschichte mit diesem Band enden musste, war es auch eine Pflicht für die Autorin, von seltsamen Metaphern und nicht nachvollziehbaren Gefühlswelten abzulassen und die Handlung voranzutreiben. Der Wink mit den Totenlichtern am Ende von Feenlicht war der einzige Aspekt, der einen zweiten Band verlangte. Aber ich froh, dass sie es getan hat. Denn die Geschichte dabei zu belassen, wäre nicht gut gewesen. Die Handlung nimmt ihren Lauf und die Spannung nimmt ein neues Maß an. Zumindest für die Verhältnisse dieser Dilogie. Es gibt weitaus spannendere Bücher. 

Da es nun einiges an Erklärungen und spannender Handlung geben muss, legt sie Autorin ihre sehr eigene und ausschweifende Erzählweise ab - zumindest bis zur Hälfte des Buches. Die Kapitel, die sich mit dem Isen Karat befassen, der nun das Totenlicht in sich trägt, ohne zu wissen, was genau es bewirkt, sind weiterhin sehr unverständlich, ausschweifend und lenken von der eigentlichen Handlung ab. In all diesen Kapiteln gibt es nur eine Botschaft: Die Elfen, die Stimmen im Kopf derer, die ein Totenlicht in sich tragen, verwirren den Verstand derjenigen und wollen, dass sie ihr eigenes Ich zurücklassen, um das Tiefe Licht heraufzubeschwören. Immerhin ist man nicht nur als Leser sehr verwirrt, sondern auch Karat, der diese Stimmen überhaupt nicht einordnen kann.

Die Kapitel um Hel und ihre Gefährten dagegen haben mir Spaß gemacht, obwohl sie wieder einmal eine Reise antreten. Das liegt vermutlich daran, dass sie in der großen Stadt Tridad auf Kombasa treffen, die ein großes Badehaus betreibt und eine kriminelle Vergangenheit hat. Zudem habe sie angeblich Karat vor wenigen Tagen gesehen. Diese Szenerie im Badehaus hat mir sehr gefallen und mich an das Animemeisterwerk Chihiros Reise ins Zauberland erinnert. Kombasa wälzt sich im Luxus und lässt sich von allen Seiten bedienen. Wenn es aber um hochrangige Gäste geht, kann sie sehr einschmeichelnd und auch hilfreich sein. 
In eben jenem Badehaus treffen wir auch wieder auf Mercurin, der seit der Ankunft in Har'punaptra wie vom Erdboden verschluckt gewesen ist. Er jagt ebenfalls Karat, um sich dessen Totenlicht zu holen. Dabei jedoch kommt es zu einem Angriff und der Zerstörung des Badehauses. Bis dahin gefällt mir die Handlung sehr gut, doch dann folgt etwas, was für mich absolut unverständlich ist. Auch wenn Hel sich zu dem mysteriösen Mercurin hingezogen fühlt, er jedoch alle Lebewesen vernichten will, kann ich nicht nachvollziehen, warum sich so plötzlich eine Liebesbeziehung entwickelt. Es scheint so, als hätte die Autorin diesen Umstand bereits in Band eins vergessen und sich mittendrin erinnert und sie deshalb noch eingebaut.

Die darauffolgende Reaktion der Magierschaft dagegen ist für mich logisch und plausibel. Nachdem Hel so vertraut mit Mercurin beobachtet worden ist, wäre die einzige Schlussfolgerung, dass sie mit den Dämonen im Bunde steht. Aber natürlich ist das völliger Quatsch. Dennoch wird sie noch während der Reise der Kriegsflotte in das Alte Reich gefangen genommen, aber kurz darauf von Mercurin gerettet. Dann entfernt sich die Handlung und der Funke der Geschichte wieder von mir. Die Gefühle zwischen Mercurin und Hel werden gut und einfühlsam beschrieben, aber man kommt eben nicht um den Gedanken drumherum, dass diese Liebesgeschichte total falsch ist. Sie kommt so plötzlich und unwirklich zustande, dass sie einfach nur unglaubwürdig wirkt.
Jedoch kann ich der Geschichte zugute halten, dass es für jedes Geheimnis, welches im Laufe entstanden ist, eine Auflösung gibt. Dies ist auch manchmal bei sehr guten Büchern nicht der Fall. Und die Spannung wird immer wieder aufgenommen, auch wenn es zwischendurch Kapitel und Szenen gibt, die doch eher zum Abbrechen des Buches verleiten. Der Showdown am Ende hat mir sehr gut gefallen, weil er realistisch und überraschend ist.

Insgesamt hat mir Magierlicht besser gefallen als sein Vorgänger. Der Druck, dass die Geschichte mit diesem Band enden muss, hat die Handlung und Spannung vorangetrieben. Dennoch gibt es ganze Kapitel, die sich mit unverständlichen und ausschweifenden Szenarien beschäftigen und auch die Liebesgeschichte zwischen Mercurin und Hel war für mich zwar schön anzusehen, aber auch sehr unglaubwürdig.

Die Sturmjäger von Aradon - Magierlicht glänzt mit einer weitaus spannenderen Handlung wie man sie in Band eins nicht vermutet hätte. Die Liebesbeziehung wirkt sehr aufgesetzt, aber die Reaktionen der Magierschaft auf Krieg und Feindlichkeit sind absolut authentisch und sogar teilweise analog zu unserer wirklichen Welt, wie ich behaupten würde.

3 Marshmallows

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