Sonntag, 15. September 2013

[Rezension] Die Sturmjäger von Aradon 01. Feenlicht (Jenny-Mai Nuyen)

Titel: Die Sturmjäger von Aradon 01. Feenlicht
Autorin: Jenny-Mai Nuyen
Band 1 der Dilogie
Verlag: cbt
Seiten: 464
Genre: Fantasy
Preis: 18,99€ (Hardcover)
         13,00€ (Broschiert)

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(Anscheinend nur noch broschiert oder als Taschenbuch erhältlich!)
  
Klappentext: 
Als die junge Sturmjägerin Hel ausgesandt wird, um vier Dämonen zu finden, steht alles auf dem Spiel: die Zukunft der Magie sowie der Frieden zwischen den Zwergen, Isen und Menschen. Doch dann rettet ihr einer der Dämonen das Leben und stellt sie vor eine schreckliche Entscheidung: ihren Feind zu hassen oder zu lieben.
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 Drei Meilen westlich von Har'punaptra, der Hauptstadt der Zwerge und des Handels, trafen sich Sturmjäger und Trollhändler zu einem nicht ganz legalen Geschäft in den Gebirgen der Wüste.

Jenny-Mai Nuyen entführt uns in eine fremde, bezaubernde Welt, die nicht unbedingt so anders ist als unsere eigene. Langsam aber sicher versinkt das Lebendige Land im Chaos, weil die lebenswichtigen Ressourcen ausgehen und ausgerechnet die Kleingehaltenen und Unterdrückten nun einen Aufstand planen.

Das Cover gefällt mir unglaublich gut! Anhand des Titels könnte man das Wesen darauf für eine Fee halten. Die goldenen Schriftzüge verleihen dem Buch etwas Edles und Besonderes. Schade ist es daher, dass das Cover rein gar nichts mit der Geschichte im Inneren zu tun hat.
Der Titel dagegen passt schon besser, wobei das Augenmerk nicht auf das Feenlicht gerichtet ist. Es ist eher eine wichtige Komponente in einem großen Puzzle.

Hel ist eine Sturmjägerin. Und noch dazu eine besondere. Auf einem Auge ist sie blind, aber nur für das Ersichtliche. Mit ihrer zweiten Sicht kann sie Leben sehen - Lirium, die Magie und das wichtigste Gut für das Leben der Menschen, Zwerge und Magier. Eines Tages jedoch stürzt ihr Schiff ab und all ihre Freunde sterben. Nur sie überlebt. Sie wurde gerettet von Mercurin, einem geheimnisvollen Fremden, der von weit her zu kommen scheint. Er begleitet sie bis nach Aradon zu der Magierschaft, damit Hel von dem schweren Unglück berichten kann. Ab Aradon beginnt eine spannende Reise, denn es ist nicht klar, ob die Angriffe von den gehassten Isen ausgehen oder von einem mächtigen Dämon.
Hel, andere Sturmjäger, ein Spion, eine Attentäterin und ein mächtiger Magier machen sich auf die Suche nach der Wahrheit und begegnen dabei vielen Gefahren...

Zunächst muss ich leider sagen, dass der Klappentext viel zu viel vom Inhalt preisgibt. Erst ab der Mitte des Buches kommt der Gedanke an Dämonen überhaupt ins Spiel. Schade finde ich auch, dass das schöne Cover überhaupt nichts mit der Geschichte zutun hat und man etwas ganz anderes erwartet.
Zu Beginn hatte ich mir unter den Sturmjägern etwas völlig anderes vorgestellt. Aber ich habe mich auf die Geschichte eingelassen. Die Tätigkeit der Sturmjäger hat man sich wörtlich vorzustellen: Das ganze Lebendige Land ist von Lirium, einer besonderen Magie durchzogen. Sie ist das wichtigste Gut der Lebenden. Sturmjäger reisen auf ihren fliegenden Schiffen umher und sammeln das Lirium, um das Leben weiterzuerhalten. Leider wurde nicht ein einziges Mal von einer solchen Sturmjagd berichtet, was ich sehr schade finde. Dadurch hat man überhaupt keine Vorstellung davon, die der Liriumsturm tatsächlich eingesammelt wird.
Da das Lebendige Land den lebenden Wesen gefährlich werden kann, sollte jeder ein Feenlicht bei sich tragen, welches Schutz bietet. Große Angst allerdings herrscht auch vor dem toten Land, welche überhaupt kein Lirium mehr beherbergt. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, da die Autorin damit auf die aktuelle Lage unserer Welt hinweist: Wir nehmen immer nur die Ressouren der Welt, ohne etwas zurückzugeben und irgendwann ist nichts mehr da.

Über Hel als solches erfährt man kaum etwas. Man weiß, dass sie als kleines Mädchen vom Kapitän eines Sturmjägerschiffes von Zwergen gekauft und eine der wichtigsten Personen geworden ist, da sie mit ihrer zweiten Sicht Lirium sehen kann. Allerdings habe ich mich sehr schwer damit getan, ihre Charakterzüge zu lesen. Und nicht nur bei ihr. Natürlich kann man ungefähr abschätzen, wie sich die Charaktere zueinander verhalten, aber richtig einschätzen kann man kaum jemanden von ihnen. Dazu werden sie zu wenig beschrieben. Man erfährt fast nichts aus ihrer Vergangenheit und die Dialoge sind dabei auch nicht sehr aufschlussreich.
Diese Art des Schreibens der Autorin zieht sich durch das gesamte Buch und mag dem ein oder anderen gefallen, aber ich konnte mich damit überhaupt nicht anfreunden. Die erfundene Welt finde ich sehr gut, allerdings schafft es die Autorin nicht, den Funken Magie durch die Seiten zum Leser zu bringen.

Leider leidet die Handlung sehr darunter. Gegen Ende des Buches verbinden sich einige Bruchstücke miteinander, allerdings ist das Rätseln davor kein Spaß. Man fragt sich bei mehreren Absätzen und Kapiteln, ob diese nur Lückenfüller gewesen sind, weil sie überhaupt nicht in die Handlung zu passen scheinen oder generell keinen Sinn im Kontext ergeben. Jeder mag seinen eigenen Schreibstil haben und das ist auch gut so, aber viele Metaphern waren mir dann doch zu fremd und abstrakt, sodass sie den Lesefluss enorm unterbrochen haben und man sich teilweise fragt, worum es gerade überhaupt geht. Wegen diesen seltsamen Beschreibungen ist es vermutlich auch schwer, die Charaktere einzuschätzen.
Die Karte zu Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen. Man konnte immer nachvollziehen, wo sich die Handlung gerade abspielt und hat einen Überblick über das Land. Allerdings gibt es weiterlaufend von mir einen weiteren Kritikpunkt dazu. So schön die Reise durch das Land auch ist und man viele Facetten kennenlernt, das ganze wirkt nur wie eine Aneinanderreihung von Städten und Gebieten, sodass der Leser möglichst jede Ecke des ganzen Landes besucht hat.
Das finde ich sehr schade. Immerhin gibt es noch einen zweiten Teil, in welchem man noch andere Ort hätte besuchen können. Aber man hat schon in diesem einen Buch jeden Fleck de Landes kennengelernt, aber nur auf eine oberflächliche Art und Weise. Die Handlung gerät daher oft ins Stocken und Wanken. Denn die Reise durch Wüsten und Wälder besteht auch fast nur aus Rasten, Schlafen und Essen. Natürlich, was soll man während des anstregenden Marsches auch sonst tun? Aber da ja dauerhaft gereist wird, ist das doch schon sehr langweilig. Die zwischenzeitlichen Spannungsmomente wie zum Beispiel Angriffe oder Enthüllungen sind dann nur eine willkommene Abwechslung, aber nicht unbedingt ein Überraschungsmoment. Man freut sich einfach nur, dass mal etwas Spannendes passiert, egal was.

Ohne zuvor zu wissen, dass sich vieles in der Reise wiederholt und langgezogen wird, wurmte mich schon die erste Reise, nachdem Hel's Schiff abgestürzt ist. Ein unbekannter und mysteriöser Junge hat sie gerettet und bringt sie sicher nach Aradon zur Magierschaft. Leider jedoch steigt sein Grad des Mysteriösen ins Unendliche und man erfährt erst seeehr viel später, wie überhaupt sein Name ist. Deshalb konnte ich mich mit ihm überhaupt nicht anfreunden, da man rein gar nichts über ihn weiß. Nur, dass er einen langen Umhang trägt und morgens Gebete spricht.
Als dann schließlich etwas Pfeffer in die Geschichte kommt und vom einem Dämon gesprochen wird, der ganze Dörfer und Sturmjägerschiffe zerstört, ist der eigentlich auch sofort wieder verschwunden, da es einfach total vorhersehbar ist, wer hier seine magischen Finger im Spiel hat. Diese Ahnung wird am Ende natürlich auch bestätigt, aber immerhin kommt noch ein kleiner Überraschungsmoment, da es noch einen Zusatz gibt, der die Geschichte vorantreibt und somit den Übergang zu Band zwei schafft.

Die Welt, die Jenny-Mai Nuyen entworfen hat, gefällt mir sehr gut. Dennoch ist sehr schade, dass sie das Potenzial nicht ausschöpft, sondern alles auf einmal auf wenige Seiten packen will, sodass Handlung und Charaktere, sowie der Lesefluss erheblich darunter leiden. Alle Handlungen, auch wenn man natürlich weiß, dass sie zusammengehören, scheinen nur einzelne Bruchstücke zu sein, die rein gar nichts miteinander verbindet. Man hätte theoretisch auch bei jedem Ortswechsel neue Charaktere verwenden können, dann wäre nicht klar, dass dies alles ein zusammenhängender Roman ist.

Die Sturmjäger von Aradon - Feenlicht verspricht vom Klappentext her eine spannende Geschichte, in der sich ein Mädchen für ihre Liebe oder das Richtige entscheiden muss. Weder die Entscheidung noch die Liebe kommen im Roman vor und die Handlungen sind durch zu viele Ortswechsel und zu wenig Dialoge und Erklärungen beeinträchtigt, sodass ich keinen großen Lesespaß hatte und sogar etwas erleichtert war, als ich die letzte Seite erreicht hatte.

2 Marshmallows


Kommentare:

  1. Also mir hat "Feenlicht" einfach total gut gefallen. :) Der zweite Band ist im Gegensatz dazu echt schlecht gewesen - leider. :(

    LG! <3
    Lydi

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    1. Musst du selbst entscheiden, ob du dann abbrechen willst. ^^

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  2. Oh man ich finde das Cover - besonders in gebundener Form - richtig, richtig schön! Und auch so eine Landkarte finde ich immer ganz nützlich :)
    Schade, dass es wohl nicht so toll war ._. Von Jenny-Mai Nuyen habe ich bis jetzt nur "Nijura" gelesen, das hat mir solala gefallen, da lasse ich mal eher die Finger von dem Buch :D
    Alles Liebe,
    Mara

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