Dienstag, 13. August 2013

[Rezension] Die Chroniken von Narnia 01. Das Wunder von Narnia (C.S. Lewis)

Titel: Das Wunder von Narnia
Autor: C.S. Lewis
Band 1 der Chroniken von Narnia
Verlag: Brendow
Seiten: 173
Genre: Fantasy / Märchen
Preis: 12,95€ (Hardcover)
         49,00€ für die Gesamtausgabe aller sieben
                     Bände als Taschenbuch
         Fantasy-Edition bei diversen Anbietern.


Klappentext:
Jede Geschichte hat einen Anfang...
Onkel Andrew, ein skrupelloser Sonderling, führt Böses im Schilde, als er Polly und Digory mit seinem Experiment zwischen die Welten befördert. Dort erleben sie, was kein Mensch vorher gesehen hat: das Sterben einer alten Welt und die Entstehung eines neuen Universums, das der geheimnisvolle Löwe Aslan durch seinen Gesang ins Leben ruft - Narnia ist geboren. Doch nicht nur die Kinder gelangen dorthin. In der Gestalt der furchtbaren Königin Jadis, die bereits ihre eigene Welt vernichtet hat, schleicht sich auch das Böse ein...
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Diese Geschichte handelt von Ereignissen, die sich vor langer, langer Zeit zutrugen.

Die Chroniken von Narnia sind wohl die berühmtesten und klassischsten Märchen, die man im englischsprachigen Raum finden kann. Sie erzählen wunderbare und fantastische Geschichten, die in eine fremde und doch so wundervolle Welt führen, in welche wir uns in unserem manchmal doch tristen Alltag hineinwünschen könnten.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Vom Aufbau her sind die aller sieben Bände gleich. Sehr schön gefällt mir die charakteristisch goldene Titelschrift auf dem roten Hintergrund. Das Gesicht des mystischen und liebevollen Helden Aslan prankt ganz oben, als würde er über Narnia wachen - was er ja auch immer tut :)
In der Mitte ist ein kleiner grafischer Eindruck zur Geschichte festgehalten. In diesem Fall ein Stückchen Wald mit einem kleinen Bächlein.
Der Titel passt natürlich sehr gut. Denn wer einmal Zeuge von der Entstehung Narnia war, kann mit Sicherheit sagen: Das ist ein Wunder!

Digory lebt zusammen mit seiner sehr kranken Mutter bei seiner Tante Letty und seinem Onkel Andrew. Letzterer tut immer sehr geheimnisvoll in seinem Arbeitszimmer. Digory und seine Nachbarsfreundin Polly wollen eigentlich nur den Gang am Dachboden erkunden, der die charakteristischen Reihenhäuschen in London verbindet. Aber sie kommen nicht weit und landen genau in Onkel Andrews Arbeitszimmer.  Aus Wut werden die beiden plötzlich Teil seines Zauberexperimentes und finden sich in einer anderen Welt wieder. Doch ihre Neugier hat schon bald schlimme Folgen. Nicht nur für sie und ihre Welt, sonder auch für das neu geschaffene Land Narnia...

Wenn man diese Bücher lesen möchte, muss man sich im Klaren sein, dass sie Kinderbücher sind. Ich persönlich habe damit überhaupt kein Problem. Denn Kinderbücher, insbesondere Märchengeschichten, haben eine gewisse Unschuld und auch Naivität an sich, die alles so wunderbar erscheinen lassen. Und so gibt es in Das Wunder von Narnia die ein oder andere Situation, die durch kindheitliche Neugier ensteht, aber auch schlimme Folgen hat.
Digory ist ein aufgeweckter und neugieriger Junge, der immer wieder Abenteuer erleben und diese auch teilen will. Mit seiner freudigen Art reißt er sogar die manchmal sehr skeptische Polly mit. Aber er neigt auch oft dazu, nicht genau über etwas nachzudenken und einfach zu handeln. Im Laufe der Geschichte wird er sich immer mehr bewusst, was seine Handlungen für Folgen haben und dass er dafür die Verantwortung übernehmen muss.

Polly hat mir sehr gut gefallen. Ab und zu wirkte auch sie sehr kindisch, wenn sie mit Digory über total banale Dinge gestritten hat und naja, man kennt ja dieses typische "Das habe ich nicht." "Doch, das hast du." - Spiel. Aber das ist auch völlig in Ordnung, denn immerhin ist sie noch ein Kind. In anderen Situationen jedoch wirkt sie sehr reif und überlegt für ihr Alter. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass sie ein Mädchen ist und die mehr über etwas nachdenken, als einfach mit dem Kopf durch die Wand zu rennen. Da Digory aber auf seinen Plänen und Verhaltensweisen beharrt, kann sie ihn meist nicht belehren und am Ende nur den Finger heben: "Ich habe es dir ja gleich gesagt." Aber wir hätten diese tolle Geschichte nicht erlebt, wäre Digory nicht sehr eigensinnig.

C.S. Lewis hat wirklich ein Talent dafür, magische Welten und Landschaften zu beschreiben. Man konnte sich alles genaustens vorstellen, ohne dass es überladen gewirkt hätte. Besonders schön finde ich die Vorstellung, dass es sozusagen ein "Vorzimmer" für die vielen magischen Welten gibt.
Mithilfe magischer Ringe, die Onkel Andrew entwickelt hat, kann man in andere Welten reisen. Zunächst landet man jedoch in einem kleinen Wäldchen, das von Teichen bepflastert ist. Trägt man den Ring und springt in einen Teich, so landet man in einer anderen Welt. Das ist wirklich eine wunderbare Vorstellung und auch sehr klug vom Autor gewählt. Denn so gibt es eine logische Erklärung, dass die Kinder immer wissen, in welche Welt sie gelangen und nicht einfach irgendwo landen.

Onkel Andrew scheint wie ein Bösewicht zu sein, aber in Wahrheit ist er nur ein Feigling. Zu Beginn prahlt er mit seinem Wissen über magische Ringe und magische Welten, aber als er sich selbst in einer solchen Welt befindet, will er so weit wie möglich von ihr weg. Man sollte doch meinen, dass selbst ein Erwachsener, sollte er an Magie glauben, diese auch zu schätzen weiß, wenn er sie sieht. Vermutlich hat er nur damit geprahlt und wollte Profit daraus schlagen. Erwachsene glauben einfach nicht daran, dass die Magie und magische Welten wunderbar und zauberhaft sind. Denn so etwas kann es nicht geben. Dementsprechend ist klar, warum Onkel Andrew total ausrastet. Für ihn ist alles unwirklich und er muss seine "Fantasie-Vorstellungen" erst einmal im Alkohol ertränken.

Die Entstehung Narnias ist ein wahres Wunder. Als Digory, Polly und noch so einige andere durch Zufall in einem Nichts landen, werden sie Zeuge der Geburt Narnias. Alles ist schwarz und leer und still. Aber dann hören sie einen Gesang, der nicht von dieser Welt ist und nach und nach entwickelt sich das Land Narnia - vom Himmel bis zum letzten Tierhaar.
Am Liebsten wäre man selbst dabei, aber durch die fantastische Beschreibungskunst des Autors ist es, als wären wir dabei. Alles wird genaustens beschrieben und man glaubt tatsächlich daran, dass durch den schönsten Gesang im Universum eine neue Welt entstehen kann.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch. Digory bekommt einen Auftrag vom Löwen Aslan, bei dem er über die Berge und Narnia hinausfliegen soll zu einem Garten. Aber dieser Garten müsste eigentlich noch Teil von Narnia sein, da vorher nur ein Nichts dort war.

Das Wunder von Narnia erzählt die Geschichte von zwei Freunden, die mit ein bisschen Magie neue fantastische Welten erkunden und durch ihre Neugier in ein Abenteuer rutschen, in welchem sie sogar Zeugen der Geburt einer neuen Welt werden. Obwohl es sich fast komplett um eine Fantasiegeschichte handelt, kommt sie einem so echt vor, als würde Narnia tatsächlich existieren.

4 Marshmallows

"Narnia, Narnia, erwache! Lieben sollst du. Denken. Reden. Den Bäumen sollen Füße wachsen, den Kreaturen Stimmen. Heilig seien deine Gewässer."
(S. 109)


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