Montag, 22. Juli 2013

[Rezension] Blood & Chocolate (Annette Curtis Klause)

Titel: Blood and Chocolate
Autorin: Annette Curtis Klause
Einzelband
Verlag: Heyne
Seiten: 335
Genre: Urban Fantasie/ Romanze
Sprache: Deutsch (Hardcover)
Preis: 14,99€

HIER bestellen!


Klappentext:
Kannst du mich lieben, so wie ich bin?

Nur bei Mondschein fühlt sich die sechszehnjährige Vivian ganz in ihrem Element. Dann verwandelt sich das schöne und leidenschaftliche Mädchen in einen Wolf und streift gemeinsam mit ihrem Rudel durch die Wälder Marylands. Doch als Vivian sich eines Tages in Aiden, einen Menschen, verliebt, muss sie eine schicksalhafte Entscheidung treffen...
_____________________________________________________________________________________________

Flammen lodern hoch in den Himmel empor und tauchen die Nacht in ein gespenstisch karnevaleskes Licht.

Die Romanvorlage Blood & Chocolate zum gleichnamigen Film glänzt mit einer schönen Idee, die ein spannendes Abenteuer und eine gefühlsechte Auseinandersetzung zwischen Mensch und Werwolf verspricht.

Das Cover gefällt mir gut. Es ist zwar nichts Außergewöhnliches, aber die leuchtend grünen Augen des Mädchens ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Es wirkt dennoch etwas eintönig, weil die braunen Haare die ganze Seite dominieren und nur mit einer sehr großen Aufschrift des Titels abgelenkt wird.
Der Titel klingt zwar gut, ist aber im Bezug auf die Geschichte nicht sehr einfallsreich oder charakteristisch. Der Zusammenhang zwischen Blut und Schokolade wird zwei-, dreimal angesprochen, aber auch nur als Zitat eines anderen Buches. Und für mich ist es eher ein Charakteristikum für Vampire als für Werwölfe.

Vivan ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie ist ein loup-garou und kann sich nach Belieben, besonders gerne aber in Vollmondnächten, in einen Werwolf verwandeln. Sie lebt bei ihrer Mutter und hält sich meist in Gesellschaft ihres Rudels auf. Obwohl sie das Dasein als loup-garou liebt, ist sie nicht gerne mit ihrem Rudel zusammen. Sie will lieber ein normales Mädchen sein und ab und zu die Freiheit spüren. Eines Tages trifft sie in der Schule auf Aiden, der sie total fasziniert und sie fühlt sich von ihm angezogen.
Doch kann sie mit ihm zusammensein und ihm sogar ihr Geheimnis anvertrauen, ohne die Wut und Verachtung ihres Rudels auf sich zu ziehen oder ihn in Gefahr zu bringen?

Ich muss zugeben, dass ich Blood & Chocolate als Film schon vor vielen Jahren gesehen und mich total darin verliebt habe. Deshalb war ich wohl auch etwas vorbelastet, als ich das Buch gelesen habe. Dennoch war ich schwer erschüttert, als ich immer mehr Differenzen zwischen Buch und Film gefunden habe und als Abschluss kann ich sagen: Das Buch ist bis auf einige wenige Tatsachen, wie zum Beispiel Namen, einhundertprozentig anders als der Film. Und leider nicht im positiven Sinne.

Vivian ist ein sehr schwieriger Charakter für mich. Ich konnte mich nur schwer und selten in sie hineinversetzen. Sie liebt das Leben als loup-garou, solange sie ihre Freiheit genießen und durch die Nacht rennen kann. Aber das dazugehörige Rudel ist ihr ein Dorn im Auge. Ihre Gleichaltrigen sind nur auf Spielchen mit Menschen aus und riskieren regelmäßig die Entdeckung ihrer Rasse. Und ihre Mutter, ebenso wie einige andere erwachsene Frauen, greifen sich andauernd verbal und sogar körperlich an, um die größte Gunst des Rudelführers Gabriel zu bekommen.
Vivians Gefühle, während sie als loup-garou durch die Nacht rennt, sind sehr authentisch und stark dargestellt. Dennoch hapert es an anderen Stellen. Das sie sich zumindest tagsüber ein normales Leben wünscht, ist durchaus nachvollziehbar.

Als sie dann aber durch Zufall Aiden kennenlernt, der in der Schülerzeitung ein Gedicht über Wölfe veröffentlicht hat, gerät ihre Gefühlswelt total außer Kontrolle. Und als sie sich näherkommen, wird es noch schlimmer. Aber leider ist es kein romantisches oder total schönes Annähern, was man sich als Leser wünscht. Sobald Vivian Aiden einmal mit einem Kuss geschmeckt hat, sieht sie ihn fast nur noch als Beute an und hat fast schon einen gierigen, tierischen Trieb ihm gegenüber. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie ihn am Liebsten auffressen will - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Obwohl mir Aiden nicht gerade sehr symphatisch oder auffallend vorkommt, war er doch authentisch dargestellt. Nach und nach nähert er sich Vivian an und scheint wirklich Gefühle für sie zu entwickeln. Seine Reaktionen, besonders zum Ende des Buches hin, sind durchaus nachvollziehbar für einen "normalen" Menschen, der solch eine Geschichte von Werwölfen erzählt bekommt.

Gabriel, der Anführer des Wolfsrudels hat mir sehr gut gefallen! Er ist ein sehr geheimnisumwobener und düsterer Charakter und die mag ich am Liebsten. Man weiß nie genau, was er wirklich denkt oder vorhat und dennoch hat er das Rudel durch seine Authorität total im Griff. Dennoch finde ich es nicht in Ordnung, dass er mit den Frauen des Rudels spielt. Zwar ist er nie unmittelbar an den Kämpfen beteiligt, doch er ist der Grund für die Kämpfe. Denn das Gesetz verlangt, dass er sich alle paar Jahre ein neues Weibchen nimmt. Dieses wird in einer besonderen Zeremonie ausgewählt, in der sich die Weibchen bekämpfen, bis das letzte Unverwundete übrig bleibt. Durch einen doch dummen Zufall ist dieses Weibchen ausgerechnet Vivian.

Diese Wendung bringt natürlich wieder ordentlich Pfeffer in die Geschichte, da ja auch Vivians Mutter hinter Gabriel her ist. Vivian versucht natürlich mit aller Macht, sich gegen ihr Schicksal aufzulehnen. Gabriel gibt ihr aber viel Zeit, sich daran zu gewöhnen und das ist ein wirklich guter Zug an ihm, denn er könnte sie sich auch einfach nehmen, da es das Gesetz so vorschreibt.

Im Allgemeinen gibt es die ein oder andere Szene, die mich an der Geschichte gehalten und auch etwas Spannung in die Handlung gebracht hat. Einzig und allein Gabriel hat mich als Charakter vollends überzeugt. Da ich den Film so toll finde, war ich dann doch sehr enttäuscht, dass das Buch nicht annähernd so gute Unterhaltung und Spannung verspricht. Besonders die Tatsache, dass Vivian noch zur Schule geht und Aiden dort kennenlernt, hat mich etwas genervt. Dadurch ist man wieder im alten Trott mit den Freunden von Aiden, die Vivian komisch finden und das beruht auf Gegenseitigkeit und so weiter...

Blood & Chocolate reizt mit einer guten Idee, die nicht unbedingt gut umgesetzt worden ist. Die Charaktere sind eher schwach und laden nicht wirklich zur Identifikation ein. Eine grundlegende Spannung ist nicht vorhanden, sodass man sich zwischendruch fragt, wann endlich mal wieder etwas passiert oder wann das Buch zu ende ist.

2 Marshmallows


1 Kommentar:

  1. Uuuh, so schlecht? Dabei hört es sich so gut an. ^^ Danke für deine tolle Rezension!

    AntwortenLöschen