Donnerstag, 30. Mai 2013

[Rezension] Das göttliche Mädchen (Aimée Carter)

Titel: Das göttliche Mädchen
Autorin: Aimée Carter
Band 1 der Goddess-Trilogie
Verlag: Mira Taschenbuch
Seiten: 298
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 9,99€

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Klappentext:
Du kannst das Leben deiner Mutter verlängern - wenn du als Wintermädchen bestehst!

Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist. Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen. Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Er sieht so gut aus und schein gleichzeitig so... unendlich traurig zu sein.

Bald erfährt Kate, warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt! Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot: Er wird ihrer Mutter helfen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird. Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist? Bisher haben alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt.
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"Wie ist es diesmal passiert?"

Aimée Carters Geschichte entführt uns in die griechische Mythologie. Allerdings in einer Weise, die wir so noch nicht erlebt haben. Zunächst scheint es eine normale Geschichte eines normalen Mädchens zu sein, doch schon bald stellen wir fest, dass nicht alles so ist wie es scheint.

Das Cover zeichnet sich durch seine grüne Farbe aus. Klar passt sie zu der Geschichte, die sich hauptsächlich in Eden Manor, einem "Garten", abspielt. Mittendrin liegt ein Mädchen - passend zu unserer Vorstellung der alten Griechen und griechischen Göttern gekleidet. Allerdings mag ich ihr Gesicht überhaupt nicht. Es wirkt seltsam aufgedunsen und unproportioniert. Allerdings mag ich die Gestaltung des Titels sehr! Mit dem griechisch gehaltenen Stil und den kleinen Details ist er ein echter Blickfang. Zudem passt er auch noch gut zur Geschichte, die sich mit den griechischen Göttern und deren Welt befasst, in die unsere Protagonistin hineingerät.

Kate's Mutter ist sehr krank. Sie hat Krebs und nicht mehr viel Lebenszeit. Kates gesamte Energie fließt in die Pflege ihrer Mutter. Eines Tages fahren sie in den kleinen Ort Eden, den ihre Mutter unbedingt noch sehen wollte. Kate soll hier zur Schule gehen und hat prompt am ersten Tag eine neue Feindin, weil sie mit deren Freund gesprochen hat: Ava. Kate möchte sich so weit wie möglich aus allen Dramen heraushalten, aber als sie auf eine Party eingeladen wird, passiert etwas Unfassbares: Ava hat sie hereingelegt und springt in den Fluss, um Kate allein zurückzulassen. Dabei prallt sie jedoch auf einen Felsen und stirbt. Kates einzige Chance ist Henry, der mitten aus dem Nichts aufgetaucht ist. Er holt Ava ins Leben zurück und nimmt Kate das Versprechen ab, dass sie am Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche zu ihm kommt, um sechs Monate bei ihm als seine Frau zu leben.
Natürlich nimmt Kate dies nicht ernst, bis sie erkennt, dass Henry sie nicht hinters Licht geführt hat und sie einen Hoffnungsschimmer für ihre Mutter entdeckt...

Zunächst war ich am Anfang überrascht, dass die Geschichte so normal beginnt. Wenn man den Klappentext liest, weiß man immerhin, dass es zu unvorstellbaren Vorkommnissen kommt. Dennoch hat mir die Gesamtheit des Buch gefallen, das sich in etwa zwei Teile gliedern lässt: Die "normale" Zeit in dem Ort Eden und schließlich das göttliche Leben auf Eden Manor, Henry's Zuhause.

Kate's Kummer und Sorge konnte ich sehr gut nachvollziehen und sie hat mir wirklich leid getan. Man merkt sehr, dass ihre Mutter alles ist, was sie noch hat. Demnach ist es auch klar, dass sie alles tut, um ihre Mutter länger bei sich zu behalten. Aber die Krankheit lässt sich nicht lange aufhalten. Kate möchte das aber nicht einsehen und schafft es nicht 'Lebwohl' zu sagen. Sehr verständlich. Wenn sie ganz allein ist, was soll sie dann nur machen? Ich kann ihre Ausweglosigkeit absolut verstehen und hätte in ihrer Situation auch keine Ahnung, was ich nach dem Tod der einzigen Person, die ihr etwas bedeutet, tun sollte.
Allerdings wird Kate's Sorge im Laufe des Buches zu einer richtigen Jammerei. Innerlich sagt sie oft genug, dass sie ihre Mutter gehen lassen muss und nun endlich auch gehen lassen kann, da sie jemanden gefunden hat, der für sie das ist. Aber wenn es darum geht, es laut auszusprechen oder es jemandem gegenüber zuzugeben, ändert sich ihre Meinung und sie ist wieder im alten Rhythmus, dass sie nicht weiß, was sie tun soll, sobald sie allein ist.

Ava ist für mich ein schwieriger Charakter. Zu Beginn ist sie leicht als Schulzicke zu identifizieren, die mit dem beliebtesten Jungen der Schule zusammen ist. Und sie tut alles, damit niemand anderes an ihn herankommt. Deshalb stellt sie Kate auch eine Falle - auch wenn ihr Tod dabei nicht geplant gewesen war. Umso seltsamer ist es dann, dass sie nach Kate's Rettung total anhänglich und plötzlich ihre beste Freundin ist. Wenn man über den anfänglichen Streit hinwegsieht, ist sie aber eine wunderbare beste Freundin, mit der man durch dick und dünn gehen kann. Leider bleibt aber der Anfang immer noch im Hinterkopf, deswegen weiß ich Ava nicht so ganz einzuordnen.

Im Allgemeinen gibt es verschiedene Verhaltensweisen von den Charakteren, die mich stutzig gemacht haben und die ich dann nicht zuordnen konnte. Am Ende gibt es eine Erklärung, die ich an dieser Stelle aber nicht verraten möchte. Dennoch finde ich es schwierig, trotz einer abschließenden Erklärung, die Charaktere über das gesamte Buch hinweg so seltsam erscheinen zu lassen.
Aimée Carter lässt die Götter der griechischen Mythologie in sterbliche Hüllen schlüpfen und die Umsetzung finde ich großartig. Dabei bleiben sie ihren Charakterzügen natürlich treu. Aber obwohl die Umsetzung gut ist, finde ich die Idee wenig kreativ. Immerhin konnte sie die Charakterzüge der griechischen Götter einfach übernehmen und musste sich keine eigenen ausdenken.

Henry hat mir gut gefallen. Er ist Hades, der Herrscher der Unterwelt. Eigentlich sollte er genau über diese mit einer Frau an seiner Seite herrschen. Allerdings ist die Auswahl dieser Frau nicht so einfach. Denn der Rat der Götter, prüft die ausgewählten Mädchen, ob sie diese Verantwortung tragen können und überhaupt würdig sind, die Unsterblichkeit eines Gottes zu erlangen. Alle bisherigen Mädchen sind gestorben und Henry gibt sich die Schuld daran. Man könnte ihn also als depressiv bezeichnen. Nur eines der Mädchen hat er jemals wirklich geliebt: Persephone. Doch sie wollte ihn nicht. Da sie aufrichtig geliebt hat und immer noch liebt, brach dies sein Herz und er lässt kaum noch jemanden an sich heran.
Kate ist seine letzte Hoffnung. Im Falle ihres Scheiterns wird er nämlich vergehen und jemand anderes wird seinen Platz einnehmen.

Als Kate in Eden Manor eintrifft, ist Henry sehr distanziert von ihr wegen der Vorgeschichte der Auswahl und Prüfung der Mädchen. Er glaubt zwar an Kate, sagt ihr aber immer wieder, dass sie freiwillig gehen kann und sich danach an nichts mehr erinnern wird. Kate aber will auf keinen Fall aufgeben, da ihre Mutter ansonsten sterben würde. Henry erhält sie am Leben, solange Kate bei ihm bleibt. Er ist sehr zurückhaltend und man hat das Gefühl, dass er am Liebsten einfach aufgeben möchte, um noch nicht mehr Mädchen in Gefahr zu bringen.

Kate jedoch hat einen starken Willen. Zu Beginn bleibt sie nur ihrer Mutter wegen in Eden Manor - damit sie jede Nacht in ihren Träumen zusammen sein können. Aber nachdem sie Henry besser kennenlernt, bleibt sie auch seinetwegen. Sie muss ihm immer und immer wieder sagen, dass sie nicht will, dass er vergeht. Aber er scheint schon lange aufgegeben zu haben.

Obwohl mir die immer wiederkehrenden Jammereien schon sehr auf die Nerven gegangen sind, haben sie im genau richtigen Moment aufgehört und wurden durch spannende Handlungen ersetzt. Die Charaktere sind gut umgesetzt, aber nicht unbedingt kreativ. Und dennoch hatte ich viel Freude am Lesen und werde mir auf jeden Fall die Folgebände kaufen!
Die Erklärungen am Ende haben mir supergut gefallen und hatten auch einige Überraschungsmomente dabei :)

Das göttliche Mädchen ist der Auftakt zu einer spannenden und göttlichen Liebesgeschichte zwischen Kate und Henry, die sich durch Stärke, Mut und Freundschaft auszeichnet und uns die Materie der griechischen Mythologie näherbringt. Eine tolle Geschichte, die für mich noch einiges bereithalten kann.

4 Marshmallows

1 Kommentar:

  1. Ahh, ich darf die Rezi noch gar nicht lesen.. hab mir also nur das kurze Fazit schnell angesehen.

    Ich lese das Buch nämlich gerade :o)
    (eigentlich sollte ich ein anderes lesen..aber ich konnte einfach nicht widerstehen heute)

    ..und wenn ich fertig bin - lese ich den Rest :D

    LG Sarah
    rawrpunx.blogspot.co.at

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