Freitag, 5. April 2013

[Rezension] The Wonderful Wizard of Oz (L. Frank Baum)

Titel: The Wonderful Wizard of Oz
Deutscher Titel: Der Zauberer von Oz
Autor: L. Frank Baum
Märchenklassiker
Verlag: Reclam
Seiten: 186
Genre: Fantasy / Klassiker
Preis: 5,40€

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Klappentext:
"She had accomplished all these wonders not because she was a fairy, or had any magical power whatsoever, but because she was a simple and sweet little girl who was honest to herself and to all whom she met. In this world in which we live, simplicity and kindness are the only magic wands that work wonders." (L. Frank Baum über seine Heldin Dorothy)
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Dorothy lived in the midst of the great Kansas prairies, with Uncle Henry, who was a farmer, and Aunt Em, who was the farmer's wife.

The Wonderful Wizard of Oz ist ein Märchen, welches uns in eine andere, zauberhafte Welt entführt und uns mit ihren Wesen und Fantasien wieder zum Kind werden lässt. Seit vielen Jahren ist es ein viel- und gernerzähltes Märchen, welches uns die wichtigsten Eigenschaften eines netten Menschen näherbringt.

Das Cover ist wie bei allen Reclam-Ausgaben sehr schlicht gestaltet, dennoch spiegelt es einen Teil des Inhalts wieder. Im Übrigen könnt ihr bei Reclam englischsprachige Bücher an der roten Farbe erkennen ;)
Der Buchtitel ist wunderbar märchenhaft. Er verrät fast nichts über den Inhalt, nur dass ein wunderbarer Zauberer die Hauptrolle spielt. Zwar spielt er nicht unbedingt die Hauptrolle, aber es ist essenziell für die Geschichte unserer kleinen Heldin Dorothy.

Die kleine Dorothy lebt mit ihrer Tante Em und ihrem Onkel Henry in den weiten Prärien von Kansas. Eines Tages zieht ein gewaltiger Sturm auf, der das Farmerhaus durch die Luft wirbelt. So landet Dorothy mitsamt dem Haus und ihrem Hund Toto im verzauberten Land Oz. Glücklicherweise wird sie von netten Wesen empfangen, die sie für eine Zauberin halten, weil sie die böse Hexe des Ostens getötet hat - obwohl ihr Haus nur zufällig auf dieser gelandet ist. Um wieder nach Kansas zurückzukehren, macht sie sich auf den Weg in die Smaragdstadt, um den großen Zauberer Oz um Hilfe zu bitten. Dabei folgt sie einem Pfad aus gelben Ziegelsteinen.
Auf ihrer Reise durchkämmt sie das ganze Land mit den unterschiedlichsten Landschaften und trifft neue Freunde, die sie auf ihrem Weg begleiten und ihrerseits hoffen, dass Oz ihnen auch ihre Wünsche erfüllt. Doch in der Smaragdstadt angekommen, stellt sich heraus, dass sie erst die böse Hexe des Westens töten müssen, bevor Oz ihnen überhaupt hilft...

Dorothy ist eine ganz zauberhafte Heldin für dieses Märchen, mit der sich jedes Mädchen identifizieren kann. Sie ist gutherzig und lieb und nimmt alle Gefahren auf sich, um wieder nach Hause zu finden. Gleichzeitig kümmert sie sich liebevoll um ihre mitreisenden neuen Freunde, die ihr sehr ans Herz gewachsen sind.
Besonders sind ihr diese wohl ans Herz gewachsen, weil sie keine gewöhnlichen Menschen oder Wesen sind, aber sehr wohl Hilfe von Außenstehenden benötigen.
Da Dorothy der einzig "normale Mensch" in diesem Märchen zu sein scheint, bringt sie für uns Leser ein wenig Normalität in die Geschichte. Pure Fantasie ohne einen einzigen Menschen oder wenigstens menschliche Züge wären für uns Leser vielleicht doch etwas zu viel. Sie muss essen und schlafen, während ihre Freunde auf ihre Sicherheit achten.

Zusammen mit Dorothy auf die Reise zu gehen und ihre neuen Freunde kennenzulernen, hat eine Menge Spaß gemacht und mich wirklich erheitert: Eine Vogelscheuche, die sich ein Gehirn wünscht; ein Mann aus Blech, der wieder ein Herz haben möchte und ein Löwe, der ein Feigling ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als Mut zu haben.
Diese zwar seltsame, aber doch sehr sympathische Truppe, macht sich also auf den gelben Ziegelsteinweg, um den Zauberer Oz in der Smaragdstadt aufzusuchen. Zwar wird dieses Abenteuer nicht allzu gefährlich, dennoch hält man manchmal die Luft an. Viele neue Freunde werden auf dem Weg gewonnen, die ihr Hilfe immer fortwährend anbieten, aber nicht alle mit auf die Reise kommen.

Besonders lustig sind die von L. Frank Baum erfundenen Wesen: Munchkins, Kalidahs, Winkies und Quadlings. Sie sind die Lebewesen, die die Welt Oz hauptsächlich bewohnen und in allen Himmelsrichtungen von den Hexen regiert werden.
Es gibt vier Hexen - die im Norden und die im Süden wohnenden sind die guten Hexen, währenddessen die aus dem Osten und die aus dem Süden sehr gefährlich und gemein sind. Obwohl Oz Dorothy und ihren Freunden den Auftrag gibt, die böse Hexe des Westens zu töten und Dorothy glaubt, dass sie das niemals schaffen würde, zweifelt man als Leser nicht im Geringsten daran. Da schon die erste Hexe durch das zufällig hinuntergefallene Haus Dorothy's zerquetscht worden ist, kann das Besiegen der zweiten Hexe ja nicht allzu schwer sein. Aber diese Hexe zeichnet sich durch eine besonders gemeine Art und nicht durch Zauberkräfte aus, weshalb ein Kampf gegen sie nicht allzu schwer werden dürfte.

Der Zauberer Oz ist ein wirklich lustiger Gesell. Überall ist er als "Oz, der Schreckliche" bekannt, aber niemand hat ihn je zu Gesicht bekommen. Empfängt er überhaupt Gäste in seinem Thronsaal, so nimmt er eine andere Gestalt an, sodass ihn niemand wirklich erkennt. Zwar haben viele Bewohner Angst vor ihm, dennoch wird er als großer und mächtiger Zauberer angepriesen. Da finde ich es sehr gemein, dass er zunächst den Auftrag gibt, die böse Hexe des Westens zu töten. Wenn er so wunderbar und mächtig ist, warum fordert er sie dann nicht selbst zum Kampf heraus?

Die kreierte Welt gefällt mir wahnsinnig gut. Obwohl alles sehr fantasievoll und zu zauberhaft ist, um wahr zu sein, ist die Welt sehr authentisch dargestellt und niemals zu übertrieben oder mit zu viel Schnickschnack dargestellt. Es ist ein einfaches Märchen mit viel Glanz. Und es teilt unsere Klischees sehr gut auf: Hexen sind nicht immer böse. Glenda, die Hexe aus dem Süden ist beispielsweise eine sehr nette und hilfsbereite Hexe. Ein Löwe muss nicht immer furchteinflößend sein. Eine Vogelscheuche muss nicht immer dumm mit Stroh gefüllt sein und auch ein Blechmann zeigt Gefühle. Beeindruckend sind die Geschichten hinter den Charakteren, die uns erklären, warum sie so sind wie sie sind, auch wenn sie für manch einen "nur" Stroh oder Blech sind.

Die Gestaltungen im Buch sind sehr schön anzusehen! Zwar passen sie nicht immer ganz genau zum geschriebenen Text (sie erscheinen meist ein, zwei Seiten später), dennoch veranschaulichen sie uns die in Oz lebenden Wesen sehr gut, ebenso wie den Zauberer Oz selbst. Dorothy ist wirklich süß getroffen und genauso habe ich sie mir auch vorgestellt!

The Wonderful Wizard of Oz ist ein zauberhaftes Märchen voller Magie, Glanz und Freundschaft. Eine fremde Welt, die uns begeistert und unserer Fantasie freien Lauf lässt, ohne mit zusätzlichem Schnickschnack aufzutrumpfen. Denn manchmal sind die einfachsten Dinge die Schönsten.

5 Marshmallows

"I am Oz, the Great an Terrible. Who are you and why do you seek me?" (S.90)


Kommentare:

  1. Oh, das hört sich doch gut an! :)
    Den Film möchte ich auch bald sehen. ^^

    LG!
    Lydia

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  2. Das Buch war eines meiner Lieblingsbücher als Kind und ich habe es geliebt und wollte immer Dorothy sein :D

    Freut mich,dass es dir gefällt! :)

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  3. Oh, das möchte ich auch unbedingt noch lesen, bin mal wieder gespannt auf ein paar Klassiker :)
    Tolle Reziiii *-*
    "Auracle" war wirklich gut, ich hoffe, dir gefällt es auch!

    LG, Fina :)

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