Samstag, 20. April 2013

[Rezension] Beautiful Creatures (Kami Garcia & Margaret Stohl)

Titel: Beautiful Creatures
Deutscher Titel: Sixteen Moons
Autorinnen: Kami Garcia & Margaret Stohl
Band 1 der Beautiful Creatures Reihe
Verlag: Little, Brown & Company
Seiten: 563
Genre: Fantasy / Romance
Preis: 7,30€

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Klappentext:
Lena Duchannes is unlike anyone the small Southern town of Gatlin has ever seen, and she's struggling to conceal her power and a curse that has haunted her family for generations. But even within the overgrown gardens, muky swamps, and crumbling graveyards of the forgotten South, a secret cannot stay hidden forever.
Ethan Wate, who has been counting the months until he can escape from Gatlin, is haunted by dreams of a beautiful girl he has never met. When Lena moves into the town's oldest and most infamous plantation, Ethan is inexplicably drawn to her and determined to uncover the connection between them.
In a town with no surprises, one secret could change everything.
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 There were only two kinds of people in our town.

Beautiful Creatures ist der erste Band einer Buchreihe, der uns mit einer neuen Art von fantastischen Wesen konfrontiert. Ein Fluch, der aus Liebe entstand und die Familie Duchannes ins Unglück stürzte. Eine Angst vor der Berufung und somit vor dem Fluch, die nur durch Liebe gelindert werden kann.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist zwar relativ nichtsaussagend, aber es spiegelt schon die düstere Stimmung des Buches wieder. Die Schriftart des Titels ist wirklich ausgefallen und wunderschön, sodass er sofort ins Auge fällt.
Der Titel passt ebenfalls sehr gut. Eigentlich geht man davon aus, dass die Beautiful Creatures Lena und ihre Familie sind, allerdings wird später klar, dass damit die einfachen Menschen gemeint sind.

Ethan Wate lebt in Gatlin, dem kleinsten und abgeschnittensten Städtchen in Amerika. In den letzten Jahrzehnten hat sich absolut nicht verändert - Gatlin und seine Bewohner bleiben immer gleich und unter sich. Das ist auch der Grund, warum Ethan so bald wie möglich so weit wie möglich von dort weggehen möchte.
Nur sein bester Freund Link bewahrt ihn davor, im letzten Jahr der High School total durchzudrehen. Das sehr verplante Leben der Bewohner in Gatlin und besonders die Cliquenbildung in seiner Schule nerven ihn.
Eines Tages jedoch kommt eine neue Schülerin nach Gatlin - Lena Duchannes, die Nichte des gefürchteten Macon Ravenwood, der auf einem abgelegenen Grundstück lebt und noch nie von jemandem gesehen worden ist. Schon vor Lenas Ankunft wird heftig über sie besprochen und gelästert. Dies weitet sich noch aus, als sie schließlich allen in Fleisch und Blut gegenüber steht.
Ethan jedoch ist fasziniert und angetan von ihr und sucht immer wieder den Kontakt, doch sie ist eher abweisend. Bald schon weiß er wieso: Lena ist ein Caster und wird an ihrem sechzehnten Geburtstag berufen. Und sie ist fest davon überzeugt, dass sie böse werden wird...

Beautiful Creatures ist eine Geschichte, die uns endlich einmal mit einer mystischen Art von Wesen konfrontiert, die nicht das geringste mit Vampiren oder Werwölfen zutun hat. Caster sind so etwas ähnliches wie Hexen. Sie haben magische Kräfte und vollführen hin und wieder Rituale. Aber das Besondere daran ist ein Fluch.
Zunächst erscheint der Roman wie eine ganz normale High-School-Geschichte: Der Unterricht ist langweilig und die Schüler sind in den typischen Cliquen aufgeteilt. Allerdings merkt man erst später wie sehr sich die gleichbleibenden Bewohner von Gatlin in diese Sache mit einmischen. Denn Gatlin ist eine Stadt, in der es keine Überraschungen gibt und nichts Unvorhergesehenes passiert. Somit ist Lena von Anfang an ein Dorn im Auge der Bewohner.

Besonders fasziniert hat mich die Tatsache, dass alles aus der Sicht von Ethan erzählt wird - noch nie habe ich einen Roman aus der Sicht eines Jungen gelesen. Seine Gedankengänge sind zu Beginn noch sehr typisch: Es geht um Football, Mädchen und Musik. Allerdings merkt man schon, dass er sich etwas von den anderen Schülern abhebt, denn dieses zu normale Leben gibt ihm nicht das, was er will. Von zu Hause aus bekommt er kaum Rückhalt. Seine Mutter ist bei einem Autounfall gestorben und sein Vater schließt sich den ganzen Tag in seinem Schreibzimmer ein. Nur Amma passt auf ihn auf. Sie ist fast wie eine Mutter für ihn geworden, allerdings steht sie sehr auf mystische Zauber und Voodoo, was ihn ab und zu abschreckt und verwirrt.
Obwohl er am Anfang noch sehr in dem Football-Star-Schema steckt, gefällt mir Ethans Entwicklung. Er lästert nicht über Lena und will ihr zunächst eine Chance geben. Als sie ihn dann aber immer wieder abweist, wird er - verständlicherweise - etwas frustriert, gibt aber nicht auf. Er sorgt sich um Lena und baut - wenn auch zunächst einseitig - eine Beziehung zu ihr auf. Sein Drang, sie beschützen und ihr helfen zu wollen, ist wirklich bewundernswert und er schreckt auch niemals zurück - egal, wie unglaublich oder gefährlich es für ihn wird.

Lena hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Sie sprengt allein durch ihre Anwesenheit das gesamte Bild Gatlins und wird schon vor ihrer Ankunft buchstäblich in Stücke gerissen. An ihrem Beispiel sieht man sehr deutlich, wie jemand Fremdes in einer gleichbleibenden und vorhersehbaren Gesellschaft aufgenommen wird - nämlich gar nicht. Dennoch bleibt sie immer sie selbst und verbiegt sich nicht für neue Freunde. Wer will auch schon Freunde, für die man sich verstellen muss? Sie bleibt fast immer für sich und weist sogar Ethan immer wieder ab obwohl er häufig ihre Nähe sucht und sich weder von ihr noch von den anderen Schülern abschrecken lässt.
Lena hütet aber ein Geheimnis, welches durch die Zahlen auf ihrer Hand deutlich wird: An ihrem sechzehnten Geburtstag werden ihre Kräfte vom Licht oder vom Dunkel berufen. Da sie deutlich davon überzeugt ist, böse zu werden, möchte sie niemandem zu nahe kommen.

Beide strahlen aber für den jeweils anderen eine besondere Magie aus, derer sie sich nicht entziehen können.
Lena gibt schließlich nach und freundet sich mit Ethan an. Allerdings steht diese Beziehung unter keinem guten Stern. Denn Macon Ravenwood will Lena davor schützen, für die Dunkelheit empfänglich zu sein und Ethan würde sie von ihrer Fokussierung ihrer Kräfte ablenken. Aber sie sind immer beieinander, was niemand weiß. Denn sie können gegenseitig ihre Gedanken hören und einander rufen, was sich in der ein oder anderen Situation als sehr hilfreich erweist. Gedanklich können sie einander beruhigen, besonders in der Schule, wenn Lena von allen Seiten buchstäblich beschossen wird.

Macon Ravenwood ist auf den ersten Blick ziemlich unheimlich. Noch nie hat ihn jemand aus Gatlin zu Gesicht bekommen und deshalb kursieren viele Gerüchte um ihn und seine Familie. Aber er ist sehr hilfsbereit und möchte Lena beschützen. Er hat sie wirklich sehr gern und man merkt, dass er alles für den Schutz seiner Familie tun würde. Zudem ist er ein sehr mächtiger Caster, der vom Dunkeln berufen wurde, aber den Weg ins Licht gewählt hat. Somit gibt er Lena die kleine Hoffnung, dass sie ihren eigenen Weg wählen kann. Ihre Cousine Ridley konnte das leider nicht.

Ridley ist ein fantastischer Charakter, obwohl sie ein dunkler Caster ist. Vor einigen Monaten verschwand sie in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages, weil sie spüren konnte, wie die dunkle Macht von ihr Besitz ergriff. Nun ist sie nicht mehr in ihrer Familie willkommen, taucht aber immer wieder auf, um Ethan und Lena das Leben schwerer zu machen. Ihre Kräfte sind unglaublich, ebenso wie ihre Sexyness und ihr Humor. Obwohl sie so gefährlich und unberechenbar ist, haben mir ihre Auftritte immer sehr gefallen, da sie eine gewisse Lockerheit mitgebracht hat.

Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Zum Einen gibt es das normale Leben an der Schule und in der Stadt und zum Anderen das mystische Leben der Caster. Und das normale Leben zuvor gibt nicht nur eine Rahmenhandlung vor, sondern taucht immer wieder auf. Zwar wissen die Stadtbewohner nicht, dass Lena ein Caster ist, aber sie gehen immer gegen sie vor bis es schließlich zu einer Verhandlung kommt, dass sie die Schule nicht mehr besuchen darf, da ihre Familie angeblich mit dem Teufel im Bunde ist.
Diese Gerüchte verstärken sich leider noch mehr, als Lena immer öfters die Kontrolle über ihre Kräfte verliert und Fenster bersten lässt und gewaltige Unwetter heraufbeschwört.
Ihre Liebe scheint zwar gefährlich, aber zusammen sind Lena und Ethan sehr stark und geben einander Halt, sodass sie sogar mit einem magischen Medaillon die Geschichte der Berufung der Caster herausfinden und einen Weg suchen, diese zu verhindern.
Hin und wieder war die Geschichte zwar etwas langatmig und hätte etwas kürzer sein können, allerdings hat sie mich sehr gefesselt und fasziniert. Die Zahlen, die bei den Kapitelüberschriften stehen, geben mir zwar immer noch Rätsel auf, aber sie geben der Geschichte keinen Abbruch.

Beautiful Creatures ist eine Mischung aus normalem, engstirnigem Leben in einer Stadt ohne Überraschungen und der mystischen Welt der Caster, die oft im Dunkeln und auch in Angst um ihre Jüngsten leben, die noch berufen werden sollen. Die Liebe zwischen Ethan und Lena ist wechselhaft und doch unglaublich schön.

5 Marshmallows

It was that she made me realize how much I was just like the rest of them, even if I wanted to pretend I wasn't. (S.36)

"Mortals, I envy you. You think you can change things. Stop the universe. Undo what was done long before you came along. You are such beautiful creatures." (S.446)


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