Montag, 25. März 2013

[Rezension] Saphirblau - Liebe geht durch alle Zeiten(Kerstin Gier)

Titel: Saphirblau - Liebe geht durch alle Zeiten
Autorin: Kerstin Gier
Band 2 der Edelstein-Trilogie
Verlag: Arena
Genre: Fantasy / Zeitreiseroman
Seiten: 395
Preis: 16,99€ für den Einzelband oder
         39,99€ für die gesamte Trilogie


ACHTUNG! Dies ist Band 2 der Edelstein - Trilogie und meine Rezension enthält Spoiler zu Band 1!

Lest hier meine Rezension zu Rubinrot!


Klappentext:
Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen den Zeiten!
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Es war dunkel in den Gassen von Southwark, dunkel und einsam.

Nachdem Rubinrot mit einem aufwühlenden Überraschungsmoment aufgehört hat, geht es in Saphirblau glücklicherweise sofort ohne Umschweife an derselben Stelle weiter - gleich mit einem Feuerwerk der Gefühle, weil sich Gwendolyn und Gideon küssen (ausgerechnet im Beichtstuhl einer Kirche). Wir wurden mit vielen Fragen zurückgelassen, die aber teilweise in Saphirblau beantwortet werden.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Farbe ist wunderschön! Am Rand sehen wir kleine dämonische Figuren, die für den Verlauf der Geschichte noch eine (nebensächliche, aber humorvolle) Rolle spielen. Im Gegensatz zu den Figuren auf dem Cover zu Rubinrot stehen sich die beiden hier nun näher und haben auch einen freundlicheren Gesichtsausdruck, was Gwendolyns und Gideons Zuneigung zueinander zeigt.
Der Titel passt natürlich ebenfalls wieder zur Geschichte, wobei Lucy, die der Saphir ist, nicht so sehr im Vordergrund steht. Aber drei der wichtigsten Personen des Romans tauchen auch in allen Titeln auf und das ist in Ordnung.

Nachdem Gwendolyn und Gideon im Jahre 1912 bei Lady Tilney von Lucy und Paul überrascht wurden und knapp entkommen sind, warten sie in einer Kirche auf ihren Rücksprung. Dabei gibt es nicht nur den langersehnten Kuss, sondern auch eine nette Bekanntschaft, die uns noch viel Freude bereiten wird: Xemerius, ein dämonischer Wasserspeier, den nur Gwendolyn aufgrund ihrer Gabe sehen und hören kann, hängt sich an sie wie eine Klette und begleitet sie überall hin.
Es ist natürlich immer noch die Hauptaufgabe der Zeitreisenden, dass Blut aller ihrer Art einzusammeln und in den Chronografen einzulesen, damit das Geheimnis offenbart werden kann. Gwendolyn ist zwar erst vor wenigen Tagen in die Loge der Wächter eingewiesen worden und sehr viel wird ihr noch verschwiegen, dennoch kann sie nicht bedinungslos glauben, dass Lucy und Paul den Chronografen gestohlen haben um das Geheimnis für sich zu behalten. Aber sie hat leider noch mit anderen Problemen zu kämpfen: Sie soll den Grafen von Saint Germain auf einem Soiree treffen und muss dafür ausgebildet werden, was ihr mehr als schwer fällt. Dazu kommt auch noch Gideon, der sie in einem Moment leidenschaftlich küsst und im nächsten wieder völlig ignoriert...

Gwendolyn wird mir immer symphatischer. Obwohl sie noch nicht viel über die Zeitreisen und Wächter weiß und viel um die Ohren hat, versucht sie immer einen kühlen Kopf zu bewahren und die Dinge objektiv zu sehen. Leider werden ihr dabei immer wieder Steine in den Weg gelegt, was man ihr nach einer Weile auch anmerkt. Sie zweifelt an sich und ihren Fähigkeiten. Neben der Schule muss sie nun nicht nur für ein paar Stunden in die Vergangenheit elapsieren, um unkontrollierte Zeitsprünge zu verhindern, sondern auch noch Gideon auf Missionen begleiten. Nach ihrer ersten unangenehmen Begegnung mit dem Grafen von Saint Germain will sie ihn am besten gar nicht mehr wieder sehen, aber in den Annalen der Wächter hat dieser genau festgelegt, wer ihn wann und wo besuchen soll. Deshalb wird Gwendolyn für das Soiree im 18. Jahrhundert ausgebildet. Doch ausgerechnet Charlotte und ihr selbstverliebter Lehrer Giordano sollen ihr alles beibringen. In diesen Stunden tut mir Gwendolyn unglaublich leid. Immerhin hatte Charlotte jahrelang Zeit, um all die Tänze von Etiketten zu erlernen und demnach ist sie ein Engel für alle. Gwendolyn steht neben ihr wie ein Bauerntrampel da und wird nur fertiggemacht.

Gideon konnte ich auch in Saphirblau nicht richtig einschätzen. Obwohl er lange Zeit sehr verliebt, aber dennoch ernst und sachlich wirkt, überrascht uns Kerstin Gier wieder einmal mit einer ziemlich gemeinen Wendung. Gideon ist eben von seiner Familie nach strengen Regeln und moralischen Ansichten erzogen worden, die immer wieder durchkommen, aber wenn er mit Gwendolyn zusammen ist, spürt man einfach die Harmonie zwischen den beiden. Gwendolyn bekommt schon Herzrasen, wenn sie ihn auch nur sieht und alle ihre Vorsätze für Gespräche mit ihm zerfallen zu Staub, wenn sie in seine grünen Augen blickt. Das ist wahre Liebe und wunderbar anzusehen. Sie darf sich aber nicht zu sehr ablenken lassen, denn ständig sagt man ihr nur, was sie falsch macht. Nicht nur Schlafstörungen und Paranoia sind Folgen davon.

Zum Glück hat sie aber ihre beste Freundin Leslie. Sie ist einfach fantastisch und ich wünschte, ich hätte eine so gute Freundin. Obwohl sie ihre ganze Freizeit damit verbringt, Informationen über bestimmte Zeiten, Veranstaltungen und Personen zu sammeln, findet sie ihr Leben nur aufregend und spannend, weil sie Gwendolyn kennt. Sie ist immer Feuer und Flamme, wenn es darum geht, Verhaltensweisen (besonders die von Gideon) zu analysieren und Geheimnisse zu lüften. Sie ist der kluge Kopf und weist Gwendolyn hier und da wieder zurecht, da sie sich sonst verlieren könnte.

Hat mir Charlotte in Rubinrot noch leid getan, so nehme ich jetzt alles wieder zurück. Sie ist eine richtige Giftschlange und tut alles, um Gwendolyn wie eine Idiotin dastehen zu lassen. In Gwendolyns und somit auch in unseren Augen wirkt sie perfekt: Sie sieht gut aus, hat alles mögliche gelernt und wird von allen wie ein Engel behandelt. Aber sie ist besonders in der Gesellschaft von Giordano ein richtiges Ekel. Da braucht man auch gar nicht mehr von ihrer nichtvorhandenen Kindheit und Jugend zu erzählen, denn dies kann nicht der Grund für ihr Verhalten sein, da sie mit dem erlernten Wissen die ganze Zeit angibt.

Xemerius, der kleine dämonische Wasserspeier, der Gwendolyn verfolgt, ist eine fantastische Bereicherung für die Geschichte! Er kann nicht nur für sie spionieren, er hat manchmal richtig gute und sehr witzige Sprüche auf Lager. Zwar behauptet er, ein furchteinflößender Dämon zu sein, aber eigentlich kommt er eher wie ein kleines, niedliches Kind rüber. Er ist mir unglaublich syphatisch und bringt mich immer wieder zum Lachen.

Sehr viele Antworten bekommen wir zwar nicht, aber die Geschichte ist einfach wunderbar! Man kann sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen, (teilweise) ihre Handlungen nachvollziehen und mitfiebern. Besonders interessiert natürlich die Entwicklung zwischen Gwendolyn und Gideon. Da ihre Beziehung meiner Meinung nach nicht unbedingt im Mittelpunkt der Geschichte steht, finde ich überhaupt nicht schlimm. Eine ständig anhaltende Spannung begleitet uns durch das ganze Buch. Humor und auch ein mehr oder weniger normaler Alltag lassen sich aber auch nicht vermissen.

Mit Saphirblau setzt Kerstin Gier eine wunderbare Geschichte fort, die uns als Leser mitfiebern und mitfühlen lässt. Sie ist sehr vielschichtig und doch behält man den Überblick und möchte gerne überall selbst dabei sein. Das Buch ist sehr flüssig zu lesen und es ist wirklich traurig, dass man so schnell auf der letzten Seite angekommen ist.

5 Marshmallows

Gestern schien irgendwie Jahre her zu sein. (S.55)


1 Kommentar:

  1. Ich bin gerade mit dem ersten Teil fertig geworden, bin gespannt wie mir der zweite gefällt! ;)

    LG
    Tina

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