Samstag, 23. Februar 2013

[Rezension] Frostzauber - Magische Liebesgeschichten (Tanja Heitmann)

Titel: Frostzauber - Magische Liebesgeschichten
Herausgeberin: Tanja Heitmann
Autorinnen: Tanja Heitmann, Lilach Mer, Mechthild Gläser, Gesa Schwartz, Antonia Michaelis und Jennifer Benkau
Anthologie
Verlag: Rowohlt
Seiten: 187
Genre: Romantik / Fantasy
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 8,99€

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Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag! ♥


Klappentext:
Tanja Heitmann, Antonia Michaelis, Gesa Schwartz und andere Autorinnen verzaubern und verführen mit magischen Liebesgeschichten!

Eine Nymphe, die in einem zugefrorenen Fluss auf den Liebsten wartet, der sie befreit; ein junger Mann ohne Gestern und Morgen, der nur durch die Tränen einer Liebenden in der Silvesternacht von seinem tragischen Schicksal erlöst werden kann; eine Elfe, zart und zerbrechlich, die die Kraft der Ewigkeit in sich trägt - diese und viele weitere Geschichte laden ein zu einer spannenden Reise voll großer Gefühle!
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Tanja Heitmann: Unter dem Frosthauch
"Dort lauert das Eismädchen, um dich mit ihren kalten Lippen zu küssen. Nicht, dass wir dich morgen erstarrt am Ufer finden, du kennst die alten Geschichten."

Eine Nymphe, die dazu verdammt ist, bei jedem Frost zum Vorschein zu treten und junge Männer in ihren Bann zu ziehen und eben so ein junger Mann, der die Natur über alles liebt. Tanja Heitmann spinnt eine magische kleine Welt mitten im Winter. Die zarte Nymphe erwacht aus ihrem Schlaf, weil der erste Frost einsetzt, ist aber unglaublich einsam mit ihrem Schicksal. Mato verbringt den Winter bei seinen Großeltern auf dem Land, weil er es bei seinen sehr modernen Eltern in der Stadt nicht mehr ausgehalten hat. Er liebt die Natur und könnte sich stundenlang draußen aufhalten.
Trotz der alten Geschichten lässt er sich von einem Mädchen am Fluss hinreißen und gibt ihr sogar einen Namen. Dies ist eine völlig neue Erfahrung für die Nymphe und sie verliebt sich in den jungen Mann, der jeden Tag zum Fluss kommt, um sie zu sehen.
Eine magische Geschichte, die uns im Winter von ungeahnten Wesen träumen lässt und die Faszination der Menschen für solche Wesen beschreibt. (5 Sterne)

"Wärme und Kälte können nicht zusammengehen."


Lilach Mer: Cirque Indigo
In der Silvesternacht, auf dem Boulevard Saint-Germain, legte Marja den Kopf in den Nacken und sah zum Nachthimmel auf.

Marja läuft durch die Straßen von Paris. Es wird das Ende des Krieges gefeiert - in einer Silvesternacht mit viel Feuerwerk. Aber Marja kann sich nicht freuen, denn sie musste aus Russland fliehen und versinkt in Trauer und Einsamkeit. Verzweifelt will sie an einer Brücke Selbstmord begehen, wird aber von einem jungen Mann aufgehalten, der sie zu einer besonderen Zirkusvorstellung einlädt, die von indigofarbenen Lichtkugeln geziert ist.
Leider konnte ich mit dieser Geschichte kaum etwas abgewinnen. Zwar mag ich die Farbe blau und war auch positiv angetan vom Einstieg, aber die Zirkusvorstellung ist sehr abstrakt und kaum nachzuvollziehen. Alles ist sehr sprunghaft und unverständlich, sodass ich keine Interpretationsmöglichkeit hatte. Das Ende war dann aber wiederum schlüssig. (2 Sterne)


Mechthild Gläser: Die gefrorene Zeit
"Perfekt", sagte Hannah und grub ihre Hand in die Papiertüte in ihrer Manteltasche."

Hannah und Tom sind verliebt. Fast jeden Tag treffen sie sich am Strand, obwohl es tiefster Winter und kurz vor Weihnachten ist. Tom wohnt nämlich in dem alten Leuchtturm. Allerdings ist zwischen ihnen etwas anders als bei anderen Paaren. Denn Tom ist ein Zeitreisender. Vor 100 Jahren wurde er ausversehen im Leuchtturm in die Zukunft geschickt. Obwohl er Hannah über alles liebt, kann er nicht für immer hier bleiben, denn er altert nicht. Schließlich findet er heraus, wie man die Zeitmaschine benutzt, kann sich aber nicht von Hannah trennen.
Den Zeitreiseaspekt fand ich sehr schön und ebenso die Beziehung der beiden. Sie sind wirklich süß zusammen. Allerdings wird das Ende sehr schmalzig und kitschig. Ich habe nichts gegen Romantik. Dennoch war die Vorstellung, dass jemand nur durch die Zeit reisen kann, wenn sein Liebster oder seine Liebste am Silvesterabend frische Tränen als Treibstoff vergießt, sehr schmalzig und ich konnte den Teil kaum lesen. Dies hat sich dann auch bis zum Ende in der Geschichte gezogen, was wirklich einen Touch zu viel ist. (3 Sterne)


  Gesa Schwartz: Jenseits des Lichts
Sie singen, weil sie die Schatten lieben.

Thordis verbringt das Weihnachtsfest mit ihrer Familie in einer Hütte auf dem Land, seit ihr Vater gestorben ist. Da sie die traurige Stimmung zu Hause nicht mehr aushält, begibt sie sich für einen Spaziergang in den Wald und trifft dabei auf einen mysteriösen Jungen mit dunklen Augen, der von einem Raben angegriffen wird. Sie versucht ihm zu helfen, muss sich aber mit ihm vor dem Schneesturm in eine Höhle retten.
Diese Geschichte war für mich noch abstrakter und unverständlicher als Cirque Indigo. Vieles schien zusammenhangslos und einfach nur dahergeschrieben, ohne dass es etwas mit der Geschichte zutun hatte. Es ging auf jeden Fall um Licht und Dunkelheit, mehr kann ich aber leider nicht dazu sagen. Aber die Beschreibungen der Dämmerung und Dunkelheit fand ich sehr schön. (1 Stern)


Antonia Michaelis: Preußischblau
Zu viele Dinge auf der Welt waren rational erklärbar.

Ein junger Mann lebt allein in einem riesigen Haus draußen auf dem Land - weit weg von dem Stress der Stadt. Er erfindet und baut Brettspiele und lebt in seiner ganz eigenen Welt. Einen Wunsch hat er jedoch: Dass am Weihnachtsabend jemand zu ihm findet, der ihn liebt. Schon fast hat er die Hoffnung aufgegeben bis er ein junges Mädchen im Schneegestöber entdeckt und es über den Weihnachtsabend bei sich zu Hause aufnimmt. Ihre Augen sind preußischblau und sie genauso, wie er es sich vorgestellt hat.
Die Einsamkeit des jungen Mannes hat mir richtig leidgetan. Und er hat recht: Viel zu vieles auf der Welt kann man rational erklären, nichts verzaubert die Menschen mehr, sie existieren nur noch vor sich hin. Zwar wirkte das Mädchen erst sehr seltsam auf mich, aber eigentlich passen die beiden sehr gut zueinander. Sehr kreativ finde ich die Geschichte, die hinter dem Erscheinen des Mädchen steckt. (4 Sterne)

Er war immer schon anders gewesen als diese anderen, deren höchstes Ziel darin bestanden hatte, so zu sein wie alle.


Jennifer Benkau: Das Lied des Eiswolfs
"Ich bin Fynn, so weit hast du recht. Und du bist Lesla.

Lesla lebt mit ihrer Familie in einem Dorf voller Eiswirker. Es ist eine Gabe, Eis zu formen und es lebendig zu machen. Allerdings wird sie wie eine Aussetzige behandelt, weil gerade sie diese Gabe nicht hat. Oft fühlt sie sich verloren und allein, wenn hinter ihrem Rücken laut über sie getratscht wird. Und dann wird sie beim Jagen immer wieder von einem Eiswolf heimgesucht und sie weiß nicht, wer ihn erschaffen hat. Und da wäre auch noch Fynn, der Wanderer aus einem anderen Land, der sie unbedingt kennenlernen möchte, von ihr aber abgeblockt wird.
Diese Geschichte hat mir mit Abstand am besten gefallen. Jennifer Benkau baut in dieser Kurzgeschichte eine komplexe Welt und Geschichte auf, ohne den Leser zu verwirren. Man kann sich sehr gut in Lesla hineinversetzen und ihre blockierende Art gegenüber Finn verstehen, aber dafür möchte ich sie gerne mal hauen. Fynn ist wirklich sehr süß und will ihr helfen. Der Eiswolf birgt aber noch ein anderes, unerwartetes Geheimnis...
Das Lied des Eiswolfs hat definitiv das Potenzial um zu einem Roman ausgeweitet zu werden! (5 Sterne)


Frostzauber - Magische Liebesgeschichten hat mir Freude bereitet, denn der Winter bietet wirklich allerlei Magisches, um uns in eine andere Welt zu versetzen. Mit Abstand hat mir Das Lied des Eiswolfs am besten gefallen, danach folgt Unter dem Frosthauch. Wer den Winter, seine magische Atmosphäre und Romantik mag, kann mit dieser Anthologie nichts falsch machen.

3 Marshmallows

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