Sonntag, 13. Januar 2013

[Rezension] Hourglass - Die Stunde der Zeitreisenden (Myra McEntire)

Titel: Hourglass - Die Stunde der Zeitreisenden
OT: Hourglass
Autorin: Mya McEntire
Band 1 der Hourglass - Reihe
Verlag: Goldmann
Seiten: 376
Genre: Fantasy / Romanze
Preis: 12,99€

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Klappentext:
Sie kann in die Vergangenheit sehen, er in die Zukunft. Zusammen sprengen sie die Grenzen der Zeit.

Die 17-jährige Emerson Cole sieht Dinge, die niemand sonst sehen kann: Es sind Geister, Menschen aus einer anderen Zeit. Keiner konnte ihr bisher erklären warum. Erst als sie Michael Weaver kennenlernt, den attraktiven Experten einer mysteriösen Organisation namens Hourglass, scheint ihre Welt wieder Sinn zu ergeben. Nicht nur fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sondern er eröffnet ihr, dass sie eine besondere Gabe besitzt - sie kann durch die Zeit reisen. Nur deshalb hat Michael sie aufgesucht, und nur deshalb schwebt sie bereits in größter Gefahr.
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 Meine kleine Heimatstadt im Süden ist eine etwas verblichene Schönheit und erinnert an eine in die Jahre gekommene Ballkönigin.

Dieser Zeitreiseroman, der uns durch seinen Titel diese Thematik leider schon vorwegnimmt, ist mysteriös und liebenswert zugleich. Erst nach und nach werden uns die Geheimnisse offenbart, die uns viele Fragen in den Kopf gesetzt haben. Zunächst wirkt die Geschichte wie die eines Teenagers mit den normalen Problemen, die allerdings mit dem Sehen von Menschen aus der Vergangenheit einen Hauch Fantasie eingehaucht bekommt.

Das Cover ist schlicht und doch wunderschön gestaltet. Eine junge Frau steht am Rande des Meeres in einem feinen Kleid und befreit Schmetterlinge aus einem Glas. Ich kann mich an dem Cover gar nicht sattsehen, allerdings hat es überhaupt nichts mit dem Inhalt zutun. Leider habe ich auch keine Interpretation tief in meinen Gehirnzellen sitzen, die mir den Zusammenhang zwischen Bild und Inhalt erklären könnte.
Der Titel Hourglass dagegen ist schon passender, da wirklich die Organisation Hourglass ihren Auftritt im Buch hat. Der Untertitel Die Stunde der Zeitreisenden dagegen passt für mich überhaupt nicht. Es klingt fast wie eine Kriegserklärung der Zeitreisenden und der Inhalt des Buches wird hier schon zu weit vorgegriffen.

Emerson Cole ist ein nicht ganz normales 17-jähriges Mädchen. Sie hat schon einiges hinter sich, als sie zu ihrem Bruder und dessen Frau nach Ivy Springs zieht. Vor einigen Jahren sind ihre Eltern bei einem Busunglück ums Leben gekommen. Seitdem hat Emerson zahlreiche Therapien und sogar eine Klinikeinweisung hinter sich gebracht. Aber nicht, weil sie immer noch unter Schock steht, sondern weil sie tote Menschen sieht - oder eher Geister aus der Vergangenheit, die verschwinden, sobald sie sie berührt.
Eines Tages lernt sie Michael kennen. Ihr Bruder Thomas hat ihn engagiert, damit er Emerson bei ihrem Problem hilft. Und tatsächlich: Michael versteht sie besser, als sie gedacht hat, denn auch er kann Menschen sehen - Menschen aus der Vergangenheit und der Zukunft. Schon bei ihrer ersten Begegnung offenbart sich ihm Emerson, was sie sonst nie tut und fühlt sich zu ihm hingezogen. Nach und nach lernt sie auch die Organisation kennen, für die Michael arbeitet: Hourglass. Eine Organisation, die sich um jene Menschen bemüht und kümmert, die durch die Zeit reisen können. Und Emerson ist eine dieser Menschen...

Da man vom Titel her schon wusste, dass es sich hierbei um einen Zeitreiseroman handelt, war ich am Anfang doch etwas verwirrt, dass der Roman so normal angefangen hat: Emerson, ein junges Mädchen, zieht zu ihrem Bruder zurück in ihre Heimatstadt, weil ihre Stipendium aufgelöst worden ist. Die Beschreibungen und Wortwechsel wirken alle sehr normal, bis Emerson auf die erste Dame aus der Vergangenheit trifft und wir merken, dass sie doch nicht so normal ist. Emerson ist ein starker Charakter, der am Liebsten alleine mit allem zurechtkommen möchte und keine Hilfe haben will. Sie gibt erst nach, als sie Michael kennenlernt und merkt, dass er ihr womöglich endlich Antworten geben kann. Nicht einmal zu ihrer besten Freundin hat sie jemals ein Wort über die Menschen aus der Vergangenheit verloren. Sie ist sehr zurückgezogen bis sie auf Michael trifft. Mit ihm fühlt sie sich sofort wohl und vertraut ihm alles an - sogar ihre Gefühle. Sie entwickelt eine richtige Bindung zu ihm, was süß zu beobachten ist, da sie sich selbst nicht erklären kann, warum sie ihm alles anvertraut.

Michael will Emerson wirklich helfen und man merkt auch, dass er sie wirklich mag. Aber sobald er Gefühle oder zu viele Informationen über Hourglass offenbart, zieht er sich zurück und wird abweisend. Es ist klar, dass er Emerson schützen will, wovor auch immer, aber sie und somit auch uns im Unwissen zu lassen, ist wirklich nicht fair. Deshalb ist es auch nur verständlich, dass Emerson sich über Hourglass schlaumacht und Michael ein wenig nachspioniert. Bald merkt Michael aber, dass er sie nicht länger im Unwissen lassen kann und schon bald bekommen wir Antworten. Ob er aber nun wirklich Gefühle für Emerson hegt, ist schwer zu erkennen, da er sich manchmal wirklich wie ein Idiot verhält.

Kaleb, Michaels bester Freund und der Sohn des Gründers von Hourglass, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er wird als attraktiv beschrieben und seine Art ist einfach irre komisch. Er reißt andauernd Witze und macht machoähnliche Bemerkungen. Allerdings ist dies nur eine Maske, wie wir schnell feststellen werden. Denn sein Vater ist tot und seine Mutter schwerkrank. Er fühlt sich zu Emerson hingezogen, da sie seine Gefühle nachempfinden kann und sucht oft Schutz und Trost bei ihr.

Die gesamte Szenerie und der Schreibstil haben mir sehr gut gefallen. Zunächst beginnt der Roman wie eine normale Teenagergeschichte und sie führt sich auch weiter fort, da sich Emerson zu Michael hingezogen fühlt. Es ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Beiden. Wenn einer seine Gefühle zeigt, wendet sich der andere ab - ob nun wegen dem Verbot, eine Beziehung einzugehen oder aus Wut wegen der ständigen Abweisung. Einfach süß die zwei ;) Die gesamte Geschichte wird nach und nach immer runder und verständlicher und jeder springt über seinen Schatten und wächst über sich hinaus, besonders Emerson, da sie nun endlich den Platz gefunden hat, an den sie gehört.

Zu Beginn war mir die Anziehung zwischen Emerson und Michael etwas zu schnell und zu heftig, allerdings gibt es hierfür später noch eine Erklärung. Kaleb dagegen könnte ich mir als richtig guten Freund für Emerson vorstellen. Beide wissen, was der andere fühlt und können sich gegenseitig Trost spenden und sich aufbauen. Dass Kaleb plötzlich Gefühle für Emerson zu haben scheint, hat mir absolut nicht gefallen, da die Geschichte dann wieder in das typische Schema einer Dreiecksbeziehung rutscht.
Obwohl der Titel des Romans Hourglass ist und man auch einiges über diese Organisation erfährt, ist mir vieles noch ein Rätsel geblieben. Informationen über die Zeitreisenden und über den Gründer gibt es zur Genüge, aber generell über die Organisation hat einfach zu vieles gefehlt.

Hourglass - Die Stunde der Zeitreisenden ist ein Roman voller Geheimnisse, Gefühle und Vertrauen. Gegenseitiges Vertrauen ist schwer, wenn man Geheimnisse voreinander hat und Emerson und Michael merken, dass dies bei ihnen keinen Sinn macht. Ihre Gefühle füreinander streiten sie zu Beginn zwar ab, weil sie nicht erlaubt sind, aber sie sind zu stark, als dass sie sie hätten abschalten können.
Emerson wächst über sich hinaus und findet endlich einen Platz, an den sie hingehört und an dem sie verstanden wird.

4 Marshmallows

Und ganz nebenbei fand ich das Austeilen von Arschtritten immer herrlich entspannend. (S.20)

"Sind dir zuhause die Semmelbrösel ausgegangen, oder warum kannst du das arme Brötchen nicht endlich in Ruhe lassen?" (S.63)

"Warum ist es unmöglich für dich zu tun, was man dir sagte?" (S.213)

Meine Welt, die ich so lange aus eigener Kraft zusammengehalten hatte, brach in Stücke. (S.316)

Die Gestaltung der Kapitelüberschriften ist echt wunderschön ♥

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