Dienstag, 15. Januar 2013

{FMTTB} Die Säulen der Erde - Prolog

Worum geht's?
P r o l o g (1123 / S.1 - 14)
Wir schreiben das Jahr 1123. Ein scheinbar normales Szenario wird beschrieben: Ein kleines Dorf, in dem Händler, Mägde und Bauern ein und aus gehen. Sie müssen sehr hart arbeiten, wie es zu dieser Zeit üblich war, um auch nur eine Kleinigkeit zu essen zu haben. Aber ebenso üblich ist ihr Verhalten: Denn ein Mann soll hingerichtet werden. Hinrichtungen, die zu dieser Zeit täglich auf brutalste Weise vorkamen, waren immer ein Fest für die Dorfbewohner. Doch diese Hinrichtung ist anders: Die Verurteiler sowie der Veurteilte sind den Dorfbewohnern gänzlich unbekannt. Der Verurteilte soll den silbernen Kelch des nahgelegenen Klosters gestohlen haben. Die Verurteiler - ein Ritter, ein alter Priester und ein junger Mönch - zeigen kein Erbarmen und verbrennen den jungen Dieb. Aber etwas Unglaubliches geschieht: Er singt und sein Blick ruht auf einem jungen schwangeren Mädchen, welches weinend in der Menge steht. Sie stürmt nach vorne, schneidet einem Hahn die Kehle durch und verflucht die Verurteiler bevor sie in den Wald flieht.


"Krankheit und Sorge, Hunger und Schmerz beschwöre ich auf Euch herab. Euer Haus soll vom Feuer verzehrt werden, und Eure Kinder sollen am Galgen enden. Euren Feinden soll es wohl ergehen, während Ihr in Gram und Trauer alt werdet und in Siechtum und Elend dahinfault..."


Die anfängliche Beschreibung des Dorfes und die Tätigkeiten dessen Bewohner gibt uns einen Eindruck über die damalige Lebensweise. Die Menschen tun mir wirklich sehr Leid, da sie tagtäglich hart und lange schuften müssen um überhaupt etwas zu essen auf den Tisch zu bekommen. Und dann sind es nur einfach Speisen, die die Familie kaum ernähren können. 
Aber man merkt auch sofort mit dem Eintreffen der Fremden, dass die Kirche eine große Rolle im Leben jedes Einzelnen spielt. Niemand zweifelt das an, was die Kirche entscheidet oder verkündet - alles wird einfach so hingenommen. Die Kirche hatte damals einen viel zu großen Einfluss und es musste nur ein kleiner Mönch mit einer Lüge daherkommen und schon gab es eine weitere Hinrichtung eines unschuldigen Menschen.
Und diese Hinrichtungen wurden wie Feste gefeiert und die Zuschauer feuerten den Hinrichter oder Henker immer weiter an. Die Kirche verbietet Sünden wie Diebstahl, Lügen oder Töten und deshalb freuen sich die Menschen, wenn ein Sünder, der unter ihnen geweilt hat, endlich bestraft und aus dem Weg geräumt wird. Es ist einfach grausam, die Menschen so zu unterdrücken und von einer Macht abhängig zu machen, die schon im Prolog eindeutig unter dem Einfluss machtgeiler Menschen steht.

Von den Filmen weiß ich natürlich schon, dass diese Szene noch bedeutend für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Aber ansonsten hätte ich sie wohl nicht wirklich einordnen können. Dass ein Verwandter des Verurteilten Flüche ausstößt oder protestiert, klingt für mich vorerst nicht ungewöhnlich. Aber dieser besondere Fluch mit dem Kehledurchschneiden den Hahnes macht es zu einer besonderen Tat, die damals nur Hexen angehängt worden ist.


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