Samstag, 26. Januar 2013

{FMTTB} Die Säulen der Erde - Kapitel 2

Worum geht's?

Buch 1:  K a p i t e l 2 (1135 - 1136 / S.107 - 207)
Die Geschichte geht weiter mit dem Kloster, in dem Toms Sohn aufgenommen wurde. Wir lernen den Mönch Philip kennen. Früher, als Krieg herrschte und er und sein Bruder Francis noch kleine Jungen waren, wurden ihre Eltern vor ihren Augen grausam ermordet. Doch bevor sie selbst getötet werden konnten, trat der Bischof dazwischen, rettete die Jungen und nahm sie liebevoll in die Mönchsgemeinde auf. Philip achtet die Kirche und die Gesetze Gottes und lebt nach allen göttlichen Regeln ohne jede Ausnahme. Als er einige Jahre zuvor in die Außenzelle des Klosters von Kingsbridge kam, war er über die Zustände und die mangelnde Disziplin erschüttert. Kaum dort angekommen, reformierte er die Außenzelle und überall kennt man deswegen seinen Namen. Philip ist sehr darauf bedacht, andere in Gottes Sinne zu belehren und ihr gotteslästerisches Benehmen auszutreiben.

"Es ist für jedermann ersichtlich, dass der Herr seine Hand über dich hält."

Eines Tages taucht sein Bruder Francis auf und erzählt ihm das Unglaubliche: König Heinrich ist gestorben. Und sein Sohn wurde auf einer Schifffahrt getötet. Demnach wäre der nächste Thronanwärter Prinz Stephan. Seine Halbschwester Mathilde und auch einige angesehene Lords wollen dies aber verhindern und planen einen Angriff auf Stephan. Da Francis nicht in Ungnade fallen will und Philip eine angesehenere Stelle innehält als er, soll er zum Bischof von Kingsbridge reisen und ihm von dem Verrat Bericht erstatten. 
Der Bischof ist leider nicht anzutreffen, weshalb sich Philip dem Erzdiakon Waleran anvertraut. 
Derweil sieht Philip, wie schlecht es dem Kloster in Kingsbridge geht und welche Disziplinlosigkeit hier herrscht. Der Cellerar bittet Philip, sich als Kandidat für den Prior aufstellen zu lassen, doch der Subprioir Remigius will dies mit allen Mitteln verhindern. Nach vielen Reibereien und Hinterlistigkeiten wird Philip schließlich zum Prior von Kingsbridge ernannt.

"Jawohl, er wollte Prior von Kingsbridge werden, er wollte es von ganzem Herzen."

Philip ist mir sehr symphatisch, obwohl ich selbst nicht viel mit der Kirche anzufangen weiß. Er hat genaue Vorstellungen davon, wie man als Mönch zu leben hat und wie ein Kloster geführt werden sollte. Obwohl es auch in der Außenzelle zunächst viel Widerstand und Murren gegeben hat, leben nun doch alle sehr glücklich miteinander, sind diszipliniert und halten sich an die Regeln.
Philips Geschichte ist sehr traurig, da er seine Eltern sehr früh verloren hat und bei ihrer grausamen Ermordung zusehen musste. Vielleicht hat er auch deshalb einen guten Draht zu Gott entwickelt.
In diesem Kapitel beginnt sich die Rahmenhandlung zu bewegen. Die Einzelschicksale mögen traurig und mitleiderregend sein, aber die gesamte Rahmenhandlung bringt die Geschichte voran. König Heinrich ist gestorben und nun beginnt ein Machtkampf um den Thron. Der Thronanwärter wurde getötet - so berichten es jedenfalls die Quellen. Wer nun den Thron besteigen soll, ist nicht klar: Stephan oder seine Halbschwester Mathilde. Viele würden lieber sterben, als eine Frau auf dem Thron zu sehen, weshalb Stephan zum König gekrönt wird.
Damit sind aber nich alle einverstanden und so kommen die Gerüchte auf, dass Batholomäus, Graf von Shiring und Mathilde einen Angriff auf die Krone planen, um diese selbst an sich zu reißen.

Der Machtkampf nimmt schon hier große Formen an, nicht nur in politischer Hinsicht. Als sich Philip den Erzdiakon des Bischofs anvertraut, weiß er nicht, ob er das Richtige getan hat, denn Waleran wirkt alles andere als vertrauenserweckend. Und bald merkt man auch, dass er auch nur ein machthungriger Mensch ist:

"Ihr wollt, dass ich Euch zum Prior von Kingsbridge mache. Ich will, dass Ihr mich zum Bischof macht."

Damit Philip überhaupt eine Chance auf das Amt des Priors hat, will Waleran im Namen des Bischofs ein gutes Wort bei den Brüdern für ihn einlegen, dafür soll Philip in aber zum Bischof machen, sobald er Prior ist. Dabei gibt es nur ein Problem: Der derzeitige Bischof ist gesund und wird wohl nicht so bald aus dem Leben scheiden. Waleran aber scheint sich seiner Sache sehr sicher zu sein.
Subprior Remigius, der während der Krankheit von Prior James das Kloster geführt hat, will keinesfalls seine Macht abgeben, obwohl es den Mönchen sehr schlecht geht und das Kloster kein Geld mehr hat. Nach dem Tod von Prior James schreckt Remigius vor nichts zurück, um Philip, den jungen und unerfahrenen Mönch, in ein schlechtes Licht zu rücken, damit er in niemandes Gunst steht. Aber der Cellerar und seine Anhänger leisten ganze Arbeit und dank Waleran wird Philip zum Prior ernannt und von allen akzeptiert.

Und da Waleran nie etwas ohne eigene Zwecke tut, ist der letzte Satz zwar dennoch überraschend, aber doch glasklar:

"Liebe Gemeinde", sagte er feierlich. "der Bischof von Kingsbridge ist tot."

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