Montag, 30. April 2012

Aktion: Das göttliche Mädchen

Achtung an alle Buchblogger!

Mira Taschenbuch veranstaltet eine Gewinnaktion für alle Blogger! Gewinnen kann man eins von zehn Exemplaren von Aimee Carter's Das göttliche Mädchen.
Eine einfachere Teilnahme gibt es nicht: Postet das Cover des Buches auf eurem Blog und schreibt, warum ihr es gewinnen wollt! Alle Infos dazu gibt es hier. 


Klappentext:
Du kannst das Leben deiner Mutter retten wenn du als Wintermädchen bestehst!
Sie sind nach Eden gekommen, weil es der Wunsch ihrer sterbenskranken Mutter ist. Hier lernt Kate den attraktiven und stillen Henry kennen. Seit der ersten Begegnung fühlt sie sich auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen. Er sieht so gut aus und scheint gleichzeitig so ... unendlich traurig zu sein.
Bald erfährt Kate, warum: Er ist Hades, der Gott der Unterwelt! Und er macht ihr ein unglaubliches Angebot: Er wird ihre Mutter heilen, wenn Kate sieben Prüfungen besteht und sein geliebtes Wintermädchen wird. Aber ob ihre Seele für ein Winterleben stark genug ist? Bisher haben alle ihr Scheitern mit dem Tod bezahlt. 



Ich mochte die Percy Jackson - Reihe schon sehr gerne mit den griechischen Mythosgestalten. Außerdem finde ich es immer klasse, wenn es in Büchern Prüfungen gibt, die die Hauptperson bestehen muss. Und dann fühlt sie sich auch noch zum "Bösen" hingezogen ... erste Sahne. Das trifft genau meinen Geschmack. Solche Geschichten bringen einen als Leser auch zum Nachdenken. Würde ich dasselbe versuchen, um meiner Mutter zu helfen? Natürlich sagt man sofort: Das würde ich auf jeden Fall machen!, aber wenn ihr wirklich in der Situation seid, ist es nicht mehr so einfach. Würdet ihr euer Leben geben, damit eure Mutter ohne euch gesund weiterleben kann? Und wenn ihr scheitert, sterbt ihr beide.
Keine leichte Entscheidung. Aber total spannend und einprägsam. Ich bin sehr gespannt auf das Buch!


Sonntag, 29. April 2012

Coververgleich: Bloodlines + Graphic Novels

Vielleicht kennen einige von euch die Vampirreihe Vampire Academy von Richelle Mead. Es ist eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen! Da die Fans weitere Geschichten in dieser Welt verlangt haben, schreibt Richelle Mead gerade an einer spin-off Serie mit dem Titel Bloodlines. Im letzten Jahr erschien dann das erste Buch, welche ich mir natürlich unbedingt sofort bestellen musste. In diesem April erschien es dann auch auf Deutsch unter dem Titel Bloodlines - Falsche Versprechen. Ein idealer Zeitpunkt, um die verschiedenen Cover zu vergleichen.


Englisches Cover
Deutsches Cover
Klappentext:
Als Alchemistin ist es Sydneys Aufgabe, die Geheimnisse der Vampire zu bewahren und gleichzeitig die Menschen vor den Blutsaugern zu schützen. Da gerät Jill Dragomir, die Schwester der Vampirkönigin Lissa, in tödliche Gefahr, und die Moroi müssen sie verstecken. Um einen Krieg zwischen den Vampiren zu verhindern, soll Sydney über Jill wachen. Gemeinsam flüchten sich die Mädchen an einen Ort, wo niemand eine Vampirin vermuten würde: ein Internat für menschliche Schüler in Kalifornien. Doch damit fängt der Ärger erst richtig an ... 

Das englische Cover hat mich von Anfang an begeistert, denn rot ist eine meiner Lieblingsfarben. Die Rosen und auch die goldene Schrift passen sehr gut dazu. Leider bin ich dennoch der Meinung, dass die abgebildeten Personen überhaupt nicht zu Sydney und Adrian passen. Ihre Gesichter wirken irgendwie eingefallen und extrem blass. Nun gut, bei Adrian kann ich es noch verstehen, da er ein Vampir ist, aber Sydney ist ein normaler Mensch und sollte deshalb auch irgendwie gesünder aussehen.
Im Gegenzug finde ich die goldene Lilie auf Sydneys Wange sehr schön! Immerhin hat dieses Tattoo auch einiges mit der Geschichte zu tun.
Die Figur der Sydney auf dem deutschen Cover gefällt mir dann schon besser. Die des Adrian aber gar nicht. Das liegt vielleicht auch einfach daran, dass ich eine Verfechterin von Ryan Sypek für Adrian bin ^_^ Der düstere Hintergrund passt gut zu der Welt, in der das Buch spielt, allerdings ist es nicht so düster wie Vampire Academy selbst. Obwohl Bloodlines eine spin-off Serie von Vampire Academy ist, ist das Cover fast schon identisch. Das finde ich nicht so gut. Jedes Buch steht irgendwie für sich und sollte ein "eigenes" Cover bekommen. Die deutschen Buchcover haben alle denselben Aufbau: düsterer Hintergrund, Personen, die die Hauptfiguren repräsentieren sollen und die getrennten Wörter BLOOD-LINES bzw. VAMPIRE ACADEMY mit dem Symbol dazwischen.
Das deutsche Cover ist schön und gleicht sich denen der Originalreihe an, dennoch empfinde ich das englische als schöner und passender.


Dann möchte ich euch auf ein weiteres Projekt von Richelle Mead aufmerksam machen: Die Vampire Academy Reihe wird es auch als Graphic Novels geben! Bereits der zweite Teil erscheint am 24.Mai auf englisch. Soweit ich weiß gibt es das erste noch nicht auf deutsch, aber ich empfehle es euch! Emma Vieceli zeichnet fantastisch! Obwohl alles natürlich sehr im Stil eines Comics gehalten ist, finde ich es sehr schön, die Geschichte auch einmal in Bildern zu sehen (:












Im Übrigen erscheint der zweite Band von Bloodlines am 12. Juni 2012 und wird The Golden Lily heißen. Nach dem Cover zu urteilen, kommt Sydneys Schwester nun auch ins Spiel. Ich bin total gespannt auf das Buch. Vorab gab es einige Blogger, die das Buch bereits lesen durften und sie waren alle begeistert, was man an den Rezensionen erkennen kann.



Samstag, 28. April 2012

[Rezension] Plötzlich Fee - Sommernacht (Julie Kagawa)


Titel: Plötzlich Fee - Sommernacht
Autorin: Julie Kagawa
Verlag: Heyne
Seiten: 495
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch (Hardcover)
Preis: 16,99€

HIER bestellen!


Klappentext:
Mein Name ist Meghan Chase, 
ich bin sechszehn Jahre alt, 
und seit gestern bin ich ...
Plötzlich Fee.

Schon immer hatte Meghan Chase das Gefühl, nicht dazuzugehören. Nicht in der Schule und auch nicht zu Hause. Doch mit ihrem sechszehnten Geburtstag soll das alles endlich anders werden. Wie anderes, das hätte sie Meghan in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können: Sie erfährt, dass sie die Tochter des sagenumwobenen Feenkönigs Obern ist. Kaum am Hof ihres Vaters in der Feenwelt angekommen, gerät Meghan zwischen die Frontten eines magischen Krieges zwischen ihrem Vater und Mab, der Königin der Winterfeen. Als Meghan dort den wunderschönen Ash kennenlernt, verliebt sie sich unsterblich in ihn. Doch Ash ist der Prinz des Winterreiches und damit ihr schlimmster Feind. Kann sie mit ihm trotzdem ihr Glück finden - mit einem dunklen Prinzen, der sie lieber tot sehen würde, als zuzulassen, dass sie sein eiskaltes Herz berührt?

Meine Meinung:
Das Buchcover ist wirklich eine Augenweide. Es ist mir schon sehr lange bevor ich das Buch gekauft habe aufgefallen. Die drei Folgebände sind ebenso schön gestaltet und auch immer passend zum Titel! Im Gesamten finde ich die Aufmachung des Buches mit der geschwungenen Schrift und den Pusteblumen sehr schön. Leider ist das auch das Einzige, was ich kritiklos annehmen würde. Viele Buchblogger widersprechen mir jetzt vielleicht, denn durch die Bank weg waren alle von dem Buch begeistert.
Ich erwartete mir von dem Buch eine märchenhafte Feenwelt mit zarten Wesen. Teilweise wurde dies auch erfüllt. Vielleicht hätte ich mich eher auf den Originaltitel des Buches stützen sollen. Denn meiner Meinung nach ist die deutsche Version mit "Plötzlich Fee" ein totaler Schuss in den Ofen. Natürlich erfährt Meghan, dass sie eine Fee ist und lernt diese ganzen Feenwesen kennen, aber hätte ich nur den Titel "The Iron King" gehört, hätte ich mir nicht so eine märchenhafte Welt erwartet, sondern etwas mehr Düsteres. Und ebenso unpassend erscheint mir nun auch der Klappentext. Er hört sich so an, als würden alle Feen, die es nicht wissen eben jenes Geheimnis an ihrem sechszehnten Geburtstag erfahren. Aber das ist nicht so. Meghan geht nach Nimmernie, um ihren entführten Bruder Ethan zu finden. Dabei erfährt sie nur zufällig, dass sie die Tochter von König Oberon, des Königs des Sommerhofes, ist. Und der Eiserne König, um den es in diesem Buch auch hauptsächlich geht, wird gar nicht erwähnt. Also nach etwa den ersten 150 Seiten habe ich das Buch unterbrochen und erst später weitergelesen. Die Geschichte an sich bis zu diesem Punkt empfand ich nicht als schlecht, aber auch nicht gerade spannend. Deshalb musste ich mich wirklich aufraffen, um weiterzulesen. Und das habe ich auch nur gemacht, weil ich mit diesem Buch ein Tauschgeschäft abgeschlossen hatte und es wenigstens zuende lesen wollte. Danach wurde es von der Handlung schon spannender. Denn Meghan, ihre Freunde Puck und Grimalkin und der Winterprinz Ash erleben eine doch recht aufregende Reise. Aber irgendwie gab es nie so den Punkt, wo ich gesagt habe, jetzt muss ich unbedingt weiterlesen oder ich kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Es war eine nette Unterhaltung, aber diesen AHA-Moment gab es irgendwie nicht.
Die Pluspunkte, die ich dem Buch anrechne, sind, dass es nicht so langweilig war, dass ich es verstauben ließ und dass die Geschichte mit Ash recht süß war. Gepunktet hat es bei mir aber dann doch mit der Kreativität und Fantasie für die Wesen im Nimmernie. Auch wenn ich mir nicht alle immer unbedingt vorstellen konnte. Die eisernen Feen, sowie Eisenpferd und Machina haben echt einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Dass sie entstanden sind, weil die Menschen nicht mehr an Magisches, sondern an Wissenschaft und Technologie glauben, ist eine tolle Idee!
Ich finde es immer ganz gut, wenn Schauplätze geändert werden und neue Handlungen stattfinden. Obwohl man grob auch sagen könnte, dass Meghan und ihre Gefährten auf böse und nette Wesen treffen, ist das nicht so negativ aufgefallen. Denn die Schauplätze und Umstände waren immer anders. Ein Nachteil ist daran vielleicht, dass ich mich nicht mehr genau an alles erinnern kann. Aber durch viel Handlung und Dynamik kommt einem der Beginn des Buches unglaublich weit weg vor. Nachdem Meghan und Ash ihre Reise ins Reich der Eisernen Feen beendet haben, kommt es auch dem Leser wie eine Ewigkeit vor, dass sie am Sommerhof gewesen ist.


Das Buch ist in drei Teile gegliedert.
*Spoiler* 

Aber mich stört das Ende ein wenig. Nach der langen und gefährlichen Reise kommt es mir ein wenig zu dünn und einfach vor, wie Meghan den Eisernen König besiegt. Merkwürdig fand ich diese Szene, als Machina Meghan das Angebot gemacht hat. Mir ist schon klar, dass er sie als Königin haben will, weil sie ein mächtiges Potenzial in sich trägt. Aber wieso nennt er sie "meine Liebe" oder "meine Liebste"? Irgendwie kam es mir so vor, als wolle er nicht nur ihre Macht, sondern sie auch ins Bett kriegen. Sehr merkwürdig.
Und es gibt mir zu viele Cliffhanger. Natürlich gibt es einen Folgeband, aber mir sind es einfach zu viele ^_^ Ethan ist total schweigsam und "erwachsen" geworden. Meghan muss ihren Vertrag mit Ash erfüllen und man weiß gar nicht, was jetzt passiert. Puck ist immer noch (tot?) in dem Baum der Dryaden.

*Spoiler Ende*

 
Dadurch ist man einfach gezwungen, den Folgeband zu lesen. An sich keine schlechte Idee, aber das Buch im Gesamten hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, weshalb ich die weiteren Bände auch nicht lesen werde.

Obwohl die Aufmachung klasse ist, die Idee der Geschichte und auch die Wesen alle sehr schön und kreativ sind, überwiegen meine negativen Punkte. Es gibt keinen Moment, an dem man total darauf brennt, weiterzulesen und Neues zu erfahren. Der erste Teil des Buches zieht sich sehr und ist nicht sehr spannend, was ein Buch durchaus erfüllen sollte, denn sonst liest man nicht oder nur widerwillig weiter. Der Titel und auch der Klappentext passen nicht (Okay, dafür kann Julie Kagawa ja nichts, aber es gehört dazu^_^).
Bei meiner Bewertung schwanke ich ein bisschen. Ich denke schon, dass man das Buch aufgrund der Gesellschaftskritik, die man ansatzweise heraushören kann, und der erstaunlichen Kreativität wenigstens einmal gelesen haben sollte.

3 Marshmallows

Freitag, 27. April 2012

Neue Bücher bei Weltbild #2

Als ich heute von der Schule nach Hause kam, lag der neue Weltbild Katalog auf meinem Bett! Yay!
Leider war die Freude schnell getrübt, denn der Fantasyteil war einfach nicht drinnen. Er sollte zwischen Historie und Krimis sein, aber da ist nichts. Es gibt nur wenige Fantasybücher in dem Katalog, aber nur welche, die ganz neu sind. Danke Weltbild :/
Das ein oder andere Buch klang aber doch spannend und hier stelle ich sie euch vor (:


Ein neues Nocholas Sparks Buch - jaaaa (: Ich liebe seine Bücher!

Inhalt: Kann Liebe die Vergangenheit überwinden?
Amanda und Dawson sind erst siebzehn, als sie sich unsterblich ineinander verlieben. Doch ihre Familien bekämpfen die Beziehung, und widrige Umstände trennen sie schließlich endgültig. Fünfundzwanzig Jahre später kehren die beiden in ihr Heimatstädtchen zurück. Sie empfinden noch genauso tief füreinander wie damals. Aber beide sind von Schicksalsschlägen gezeichnet, und die Kluft zwischen ihnen scheint größer denn je zu sein ...
Mit siebzehn verlieben sich Dawson und Amanda ineinander. Sie werden ein Paar obwohl ihre Familien nicht unterschiedlicher sein könnten und die Beziehung nach Kräften bekämpfen. Ein Jahr lang hält die Liebe stand, dann trennen die widrigen Umstände und ein Schicksalsschlag die beiden.
Erst als fünfundzwanzig Jahre später ein gemeinsamer Freund stirbt, sehen sich Dawson und Amanda anlässlich des Begräbnisses wieder. Erneut sind sie von den Gefühlen füreinander überwältigt, sie wissen, dass ihre Herzen auf ewig verbunden sind. Aber mit beiden hat es das Leben nicht nur gut gemeint, und sie haben wichtige Entscheidungen getroffen, die sie nachträglich bereuen. Die Kluft zwischen ihnen ist nur noch größer geworden. Kann ihre Liebe, die schon einmal ihr Leben verändert hat, die Vergangenheit überwinden und eine neue Zukunft für Dawson und Amanda schaffen?*


Preis: 19,99€     Buch kaufen     Homepage ansehen
_________________________________________________________________________

 Und noch ein weiteres Buch von Nicholas Sparks, welches bei Weltbild günstiger verkauft wird. Im Original heißt es Safe Haven und ich habe es letztes Jahr in England gekauft - aber leider noch nicht fertiggelesen.

Inhalt: Katie ist neu im Küstenort Southport. Sie lebt sehr zurückgezogen und gilt im Ort als Außenseiterin. Niemand weiß etwas über die hübsche junge Frau. Welches Geheimnis versucht sie zu verbergen? Erst der einfühlsame Witwer Alex schafft es, sich Katie zu nähern. Langsam öffnet sie sich und entwickelt ungewollt stärkere Gefühle für Alex. Und das reißt alte Wunden einer dunklen Vergangenheit in ihr auf. Wird sie sich einer neuen Liebe gegenüber öffnen?*

Wie findet ihr eigentlich die Bücher von Nicholas Sparks? Wie findet ihr die Verfilmungen?

Preis: 11,99€     8€ zum gebundenen Original sparen     Buch kaufen     Homepage ansehen
___________________________________________________________________________


Dieses Buch würde mich sehr interessieren. Solche Fälle sind selten, aber das Stockholm Syndrom gibt es wirklich, bei welchen sich ein Entführungsopfer in den Täter verliebt.

Inhalt: "Du hast mich zuerst gesehen. Auf dem Flughafen, an jenem Tag im August. Dein intensiver Blick, noch nie hat mich jemand so angeschaut. Ich hab dir vertraut. Dann hast du mich entführt. Raus aus meinem Leben, weg von allem, was ich kannte. Hinein ins Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr. Du hast geglaubt, dass ich mich in dich verliebe. Und dort im Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr, hab ich mich in dich verliebt. Doch ich wünschte, ich könnte dich hassen." *

Preis: 10,99€     ca. 4€ zur Originalausgabe sparen     Buch kaufen
___________________________________________________________________________

 Ich habe schon viel von Sebastian Fitzek's Romanen gehört, mich aber nie so herangetraut. Solche Psychosachen sind eigentlich nicht wirklich etwas für mich. Aber dieses Buch reizt mich sehr.

Inhalt: Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er komplizierte Operationen durch, doch nachts wird der Mediziner zum Monster: Er entführt Frauen und entfernt ihnen die Augenlider, treibt sie so in den Selbstmord. Doch es gibt zu wenig Beweise gegen ihn. Die blinde Physiotherapeutin Alina, ein Medium, soll Hinweise auf Sukers nächste "Patientin" geben – und gerät dabei selbst in einen Strudel aus Wahn und Gewalt.*

Hat jemand von euch das Buch schon gelesen? Mich würden ein paar Meinungen interessieren!

Preis: 10,99€     9€ zum gebundenen Original sparen     Buch kaufen     Homepage ansehen
___________________________________________________________________________

Schon wieder so ein Psychobuch ^_^ Aber der Klappentext ist einfach total spannend!

Inhalt: Deutschland im Zweiten Weltkrieg: Nach einem Flugzeugabsturz hinter feindlichen Linien retten sich die britischen Piloten Bryan und James in einen Krankentransport. Unter der Identität von zwei deutschen Soldaten gelangen sie in ein Lazarett für psychisch Kranke. Hier sind sie der Willkür und dem Sadismus des Personals hilflos ausgeliefert. Bryan gelingt schließlich die Flucht, doch das Schicksal von James bleibt ungewiss. *

Preis: 15,90€     Deutsche Erstausgabe     Buch kaufen 



Habt ihr schon eines von diesen Büchern gelesen? Ich hätte gerne ein paar Meinungen.

Disclaimer: Alle Klappentexte und Buchcover sind von weltbild.de 

Donnerstag, 26. April 2012

Neuzugang #4 - The Lucky One; Der Übergang & Juwel des Ostens

Heute ist mein Paket gekommen! Hugendubel.de hatte nämlich einen Frühlingssale, den ich nicht habe vorbeistreichen lassen können ;D Und außerdem kommt heute The Lucky One ins Kino, weshalb ich das Buch natürlich unbedingt gebraucht habe. Leider läuft die OV hier nur am Sonntag, aber dann habe ich noch etwas Zeit, das Buch fertig zu lesen. Ich habe es bei Filmen lieber, wenn ich erst das Buch dazu gelesen habe.
Auf Der Übergang bin ich echt gespannt. Das Buch entdeckte ich zum ersten Mal bei der Frankfurter Buchmesse 2010, aber es war immer so teuer oder ich habe nicht dran gedacht und nun habe ich es für 9,99€ abgestaubt. Äm, von der Dicke will ich gar nicht erst anfangen xD
___________________________________________________________________________



Titel: The Lucky One - take a chance
Autor: Nicholas Sparks
Verlag: sphere
Seiten: 334
Genre: Drama
Sprache: Englisch (Taschenbuch)
Preis: 10,10€

HIER bestellen!

Filmtrailer ansehen!


Klappentext:
While in Iraq, U.S. Marine Logan Thibault finds a photo, half-buried in the dirt, of a woman. He carries it in his pocket, from then on his luck begins to change.

Back home, Logan is haunted by thoughts of war. Over time, he becomes convinced that the woman in the photo holds the key to his destiny. So he finds the vulnerable and loving Beth and a passionate romance begins.

But Logan battles with the one secret he has kept from Beth: how he found her in the first place. And it is a secret that could utterly destroy everything they love ...

Erster Satz:
"Deputy Keith Clayton hadn't heard them approach, and up close, he didn't like the looks of them any more than he had the first time he`d seen them."
___________________________________________________________________________


Titel: Der Übergang
Autor: Justin Cronin
Verlag: Goldmann
Seiten: 1020 (die Schrift ist irre klein ^_^)
Genre: Science Fiction
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 9,99€

HIER bestellen!


Klappentext:
Something is coming ...

Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief - völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Erster Satz:
"Bevor sie Das Mädchen Von Nirgendwo wurde - das Mädchen, das plötzlich auftauchte, Die Erste Und Letzte Und Einzige, die tausend Jahre lebte - war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy."
_________________________________________________________________________


Titel: Juwel des Ostens
Autorin: Maureen Lindley
Verlag: Bloomsbury Berlin
Seiten: 347
Genre: Bellestrik
Sprache: Deutsch (Hardcover)
Preis: 2,99€ (SALE!)

HIER bestellen!


Klappentext:
Peking 1914. Die achtjährige "Juwel des Ostens", Tochter von Prinz Su und seiner jüngsten Konkubine, beobachtet heimlich ihren Vater beim Liebesakt mit einer Dienerin. Ihre frühe sexuelle Neugier und ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein werden ihr zum Verhängnis.
Ihr Vater verbannt sie nach Tokio zu entfernten Verwandten, die sie im Alter von achtzehn Jahren mit einem mongolischen Prinzen verheiraten. Ihr gelingt eine lebensgefährliche Flücht über Tokio nach Shanghai, voller Liebesabenteuer und politischer Intrigen, bei denen die Japaner sie als Spionin anwerben.

Der Roman basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Yoshiko Kawashima, einer ebenso sinnlichen wie mutigen und intelligenten Frau, die ihren Lebensweg zwischen Tradition, sexueller Freiheit und politischen Interessen selbst bestimmte.

Erster Satz;
"1914 wurde ich im Alter von acht Jahren dabei erwischt, wie ich meinen Vater Prinz Su heimlich beim Liebesspiel mit einem vierzehnjährigen Mädchen beobachtete."


Besonders gespannt bin ich auf "Der Übergang", da der Roman viele gut Kritiken bekommen hat!

Donnerstag, 19. April 2012

[Fanfiction] The Last Hunger Games. Kapitel 6

Ich habe momentan echt viel mit der Schule zutun. Auch, weil ich Ende Mai meine letzten Abiturprüfungen habe.
Deshalb habe ich heute "nur" ein weiteres Kapitel dabei!


Kapitel 6

Schlagartig wird mir auch klar, warum. Wir sind keine Kinder aus den Distrikten, die man noch kennenlernen muss. Wir sind keine Stars in ihrer Show. Wir sind ihre Kinder. Die Leute, die dort am Straßenrand stehen, die all die vergangenen Jahre den Kindern zugejubelt haben, die nun tot sind, kennen uns. Und wir kennen sie.
Der erste Wagen setzt sich in Bewegung. Immer noch ist es still. Nur das Hufgetrappel der Pferde ist zu hören.
Ich hoffe, dass ich meine Familie nicht hier irgendwo stehen sehe. Doch vermutlich sind sie zu Hause geblieben. Der Schmerz ist zu groß. Aber sie müssen mir im Staatsfernsehen sowieso zusehen. Was sie wohl gerade machen … Denken sie an mich oder haben sie mich schon vergessen? Streiten sie sich wegen mir?
Mein Magen dreht sich um und ich habe das Gefühl, mich gleich übergeben zu müssen, als sich auch unser Wagen in Bewegung setzt. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns auf einem Fahrzeug befinden, vielleicht liegt es auch an meinem Gefühlszustand, ich weiß es nicht, aber ich schwanke. Ich sehe mich schon auf der Straße liegen und dass ich von den anderen Wagen überfahren werde, als sich plötzlich ein Arm um meine Taille schlingt. Er gibt mir Halt. Er sorgt dafür, dass ich nicht umfalle.
Sam.
Ich sehe ihn an und flüstere kaum hörbar „Danke.“ Dann blicken wir nach vorne auf die Straße. Ich möchte den Kapitolbewohnern, die in einem Schockzustand zu sein scheinen, nicht in die Gesichter sehen. Immerhin müssen sie nicht in die Arena. Sie können glücklich weiterleben und wir sind bald schon vergessen.
Je weiter wir unseren Weg fortsetzen, desto unangenehmer wird es. Die Stille frisst sich durch meinen Körper, meine Gedanken. Aber fast haben wir es geschafft. Wir müssen nur noch um zwei Biegungen fahren, bevor wir wieder auf dem großen Platz ankommen.
Aber was uns da erwartet, schockt mich. Wo vorhin zu Beginn der Parade noch Stille geherrscht hat, jubeln die Menschen plötzlich. Sie schreien unsere Namen und klatschen. Sogar laute Musik ist im Hintergrund zu hören. Sam scheint auch verwirrt zu sein, denn sein Griff um meine Taille lockert sich etwas.
In dem Moment, als mir diese Situation bewusst wird, fahren wir gerade in das Trainingscenter. Als wir vom Wagen steigen, lässt mich Sam los.
„Ihr habt fantastisch ausgesehen“, begrüßen uns Acta und Kolja einstimmig.
Ich bin aber immer noch verwirrt. Nun, da alle Wagen da und die Türen verschlossen worden sind, können wir die Rufe und Gesänge vom großen Platz nicht mehr hören.
„Was ist da draußen passiert?“, frage ich, als ich meine Stimme wiedergefunden habe.
„Was meinst du, Emily?“, fragt Acta. Offenbar hat sie es nicht mitbekommen oder es ist ihr einfach egal. Auch Kolja sieht mich fragend an.
„Die Menschen“, unterstützt mich Sam. „Als die Parade begann, war alles ganz still und jetzt … Es ist nun genauso wie früher.“
„Freut euch doch, dass die Menschen euch zugejubelt haben“, sagt Kolja.
Ich weiß immer noch nicht, was ich von all dem halten soll. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber irgendetwas läuft hier nicht richtig. Hat es während unserer Fahrt vielleicht eine Ansage von Präsidentin Paylor gegeben, die wir nicht mitbekommen haben? Wurden die Menschen gezwungen, noch einmal den Geist der Spiele zu erfüllen?
Vermutlich werde ich niemals Antworten bekommen, aber diese Fragen spuken weiter durch meine Gedanken. Selbst als ich bereits im Bett in der zweiten Etage des Trainingscenters liege und versuche, diesen Tag zu vergessen.
Aber ich kann diesen Tag nicht vergessen oder aus meiner Erinnerung streichen. Bis zu meinem Tod werden mich die Geschehnisse, auch jene, die noch kommen, verfolgen. Ich werde in der Arena gewiss nicht aufgeben und mich schnell töten lassen, aber die Vorstellung, andere zu töten, jemanden zu töten, den ich kenne, ist surreal. Ich habe nicht vor, das zu tun. Aber was, wenn ich keine Wahl habe? Wenn mich jemand, den ich kenne, mit einer Waffe attackiert?
Ich schließe ganz fest meine Augen und versuche, an etwas anderes zu denken. Leider gelingt es mir nicht. Wenn ich dann doch eingeschlafen bin, wache ich kurze Zeit später wieder auf. So geht das die ganze Nacht.
Als die Uhr neun anzeigt, beschließe ich, aufzustehen. An die Duschen hier im Kapitol bin ich bereits gewöhnt, deshalb geht es recht schnell. Ich lasse mich einseifen und dann von kaltem Wasser abspülen, um meine Lebensgeister zu wecken. Aber sie lassen mich heute im Stich. Ich bin sehr müde und habe das Gefühl, dass man meine Augenringe mit keiner Schminke der Welt überdecken kann.
Der Frühstücksraum ist noch leer, als ich ihn betrete. Dennoch nehme ich mir ein Brötchen und etwas Käse und beginne zu essen. Unsicher schaue ich mich um. Die Avoxe, die stummen Diener des Kapitols, machen mir Angst. Warum sind sie überhaupt noch hier? Präsident Snow wurde gestürzt. Ich will lieber nicht weiter darüber nachdenken, woher diese Avoxe stammen. Vielleicht sind sie früher Kapitolbewohner gewesen und nun von den Rebellen bestraft worden?
Nein, das kann nicht sein. Die Rebellen wollen den Frieden wiederherstellen und nicht genauso grausam herrschen, wie wir früher.
Als ich den letzten Bissen zu mir nehme, kommt Sam herein. Er lächelt mir kurz zu, aber ich sehe ihm an, dass auch er nicht gut geschlafen hat.
„Morgen“, sagt er, als er sich mit seinem Frühstück neben mich setzt. Ich schiebe meinen Teller weit von mir weg. Obwohl ich nur ein einziges Brötchen gegessen habe, ist mir furchtbar schlecht. Es ist noch schlimmer, als gestern bei der Wagenparade.
Man muss mir wohl ansehen, dass ich dagegen kämpfe, dass mein spärliches Frühstück wieder hochkommt, denn Sam wirft mir einen besorgten Blick zu.
„Was hast du?“, fragt er und eine Sorgenfalte bildet sich auf seiner Stirn.
Bevor ich den Kampf gegen das Frühstück verliere, kann ich gerade noch auf die Toilette rennen.
Nun fühle ich mich richtig elend. Merkwürdig, seltsam, schießt es mir durch den Kopf. Natürlich habe ich Angst vor den Spielen, aber ich bin bereit, den Kampf aufzunehmen und dennoch sagt mein Körper etwas ganz anderes.
Ich lasse mich gerade auf den Boden sinken, als jemand zaghaft an die Tür klopft.
„Alles in Ordnung. Alles gut“, rufe ich, aber nur, weil ich lieber alleine sein möchte. Dennoch tritt die Person ein und unter der Türspalte erkenne ich braune Turnschuhe.
„Ich glaube nicht, dass alles in Ordnung ist, Emily“, sagt die Person und sie hat Sams Stimme.
„Weißt du, wir sind zwar hier im Kapitol und im Grunde kann jeder das machen, was er will, aber sich als Mann in Damentoiletten aufzuhalten, gehört sicher nicht dazu.“
Er lacht leise. Wenigstens hat er seinen Spaß. Bis zu dem Countdown vielleicht. Dann wird jedem, absolut jedem der Spaß vergehen.
Langsam öffnet er die Tür zu meiner Toilettenkabine und setzt sich mir gegenüber auf den Boden. Mit Sam zusammen hier zu sitzen – in dieser engen Kabine – ist mir irgendwie unangenehm. Bereits gestern habe ich mich damit abgefunden, dass wir nun ein Team bilden sollen. Wenigstens innerhalb der nächsten vier Tage. Danach sind wir Konkurrenten. Die Zeit, ihn nach einer Verabredung zu bitten, ist vorbei. Ich habe meine Chance verpasst und nun stecken wir beide in dieser Situation hier fest. Ob meine Gefühle für ihn noch da sind, weiß ich nicht. Aber selbst wenn ich sie nur unterdrücke, darf ich sie nicht mehr zulassen. Das würde vermutlich tödlich enden.
Aber wenn ich ihn dann so vor mir sitzen sehe, mit seinem wuscheligen braunen Haar und seinen warmen grünen Augen, die mich anzulächeln scheinen … Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er in wenigen Tagen tot sein könnte. Und ich mit ihm.
„Bist du nervös wegen des Trainings?“, fragt er schließlich.
Ich schüttele den Kopf und vermeide es, ihn anzusehen. „Nein. Ich weiß gar nicht, was los ist. Eigentlich … Weißt du, ich habe mich im meinem Kopf bereits dazu entschieden, nicht aufzugeben und alles zu tun, damit ich da wieder rauskomme. Aber … Ach keine Ahnung.“
„Irgendwie geht es mir ähnlich“, sagt er und nun sehe ich ihn doch wieder an. „Ich will nicht aufgeben. Auch wenn es schwer werden wird. Aber dennoch kommen mir ständig diese Zweifel. Und ich sehe die Arenen der letzten Jahre vor meinem geistigen Auge. Und die Tode. Ich will nicht so enden.“
In diesem Moment sieht er so traurig aus, dass ich ihn am Liebsten in den Arm nehmen würde, aber ich zwinge mich dazu, es nicht zu tun. Deshalb versuche ich es mit Aufmunterung, die in unserer Situation aber auch nach hinten losgehen kann.
„In gewisser Weise haben wir noch Glück.“ Er hebt den Kopf. „Die anderen haben allesamt keine Ahnung, wie man überlebt. Wie man sich Essen und Trinken in der Wildnis besorgen kann. Vielleicht wird es nicht so schwer, wie wir es uns denken. Die Karrieretribute in den letzten Jahren haben immer alles an sich gerissen und Jagd auf die anderen gemacht. Aber das kann diesmal nicht so laufen. Niemand von uns hat Ahnung von so etwas.“
Sam lacht kurz auf, es klingt aber nicht herzlich. „Genau das ist der Punkt, Emily. Niemand von uns weiß, wie man in der Wildnis überlebt. Niemand kann jagen oder weiß, wo er Wasser findet.“
„Aber das macht das Ganze doch noch einfacher“, sage ich und werde schon fast enthusiastisch, weil mich meine eigenen Worte motivieren. „Die anderen werden schnell wegen Durst oder Hunger sterben. Wir müssen nur etwas länger überleben, als sie. Diese Spiele dürften wirklich schnell vorüber sein.“
„Glaubst du wirklich, dass es so sein wird? Vielleicht ist es total einfach, Nahrung und Wasser zu finden, damit wir lange überleben und uns gegenseitig töten müssen.“
„Sam“, sage ich und berühre seinen Arm. „Was glaubst du wohl, warum die Spiele Hungerspiele heißen? Vermutlich wird es nur wenig Nahrung geben. Wir sind Kinder aus dem Kapitol. Wir kennen Hunger nicht.“
Sam denkt eine Weile nach. Dann nickt er. „Das klingt logisch. Und wenn es so ist? Wie finden wir, was wir brauchen?“
„Ganz einfach“, sage ich und schaue auf die Uhr, die über den Waschbecken hängt. „Pass gut beim Training auf.“

Donnerstag, 12. April 2012

[Fanfiction] The Last Hunger Games. Kapitel 5

Ich habe das neue Kapitel für euch dabei (: Lernt die Stylisten kennen!


Kapitel 5

Ich sitze noch eine ganze Weile in dem kleinen Zimmer. Dann werde ich, zusammen mit den dreiundzwanzig anderen Tributen, nach draußen geführt. Der Platz ist leer. Alle sind weg. Keiner sagt etwas. Nur ab und zu ist ein Schniefen zu hören, vermutlich von den Jüngsten.
Da wir nicht mit dem Zug anreisen müssen, wird die Wagenparade bereits heute Abend stattfinden. Unsere Stylisten, wenn wir überhaupt welche bekommen, werden nicht sehr viel an uns verändern können. Wir sind wie sie, aufgehübscht und makellos. Vielleicht werden uns die Stylisten aber auch besonders lächerlich aussehen lassen.
Wir werden zum Trainingscenter gebracht, einem turmartigen Gebäude, in dem sich die Wohnetagen der Tribute befinden.
Obwohl es ein eher unbedeutendes Detail ist, frage ich mich, wie wir in die Wohnetagen eingeteilt werden. Das Trainingscenter hat zwölf Etagen, sowie mehrere Kellerräume. Dort hinunter zu gehen, macht mir Angst. Denn in diesen Räumen befindet sich die Trainingshalle, in der wir uns drei Tage lang aufhalten werden, um uns Kampf- und Überlebenstechniken für die Arena anzueignen. Normalerweise wohnen die Tribute in der Etage, die ihrer Distriktzahl entspricht, aber vielleicht ist es auch egal, wo und wie wir wohnen werden.
Als wir in den Kellerräumen ankommen, kriecht mir eine Gänsehaut die Arme hoch. Überall sind abgetrennte Kabinen aufgestellt. Ich hoffe inständig, dass meine Stylisten mich nicht völlig verunstalten. Aber in wenigen Tagen ist das sowieso egal.
Jeder Tribut wird zu seinem Stylisten gebracht.
Meine Stylistin ist eine ältere, nett aussehende Dame, mit kaum merklichen Falten im Gesicht und einem feuerroten Haarknoten auf dem Kopf. Ihr grüner Overall ist ihr offenbar zu eng, denn ihre Atemzüge sind sehr kurz.
Ich erkenne sie sofort. Es ist Acta. In den ersten Hungerspielen, die ich erlebt habe, ist sie eine Stylistin gewesen. Danach war sie nie wieder dabei. Aber nach dem Beginn der Rebellion sind viele Stylisten und Mentoren getötet worden, weshalb nun wahrscheinlich auf andere Leute zurückgegriffen werden muss.
Mir soll es nur Recht sein. Acta wirkte in den Interviews immer sehr freundlich und nicht gerade so, als wolle sie ihren Tribut möglichst spektakulär aussehen lassen.
„Hallo, mein Kind“, sagt sie und lächelt. Es ist ein warmes Lächeln und ich kann nicht anders, und lächele zurück. Diese Situation ist so absurd. In Actas Gegenwart fühle ich mich wohl und das ist nach meinem Verstand ganz und gar falsch. Ich bin hier, um geopfert zu werden, um andere zu töten. Nicht um Freundschaft mit älteren Damen zu schließen.
In Gedanken verpasse ich mir selbst eine Ohrfeige.
Jetzt reiß dich gefälligst zusammen, Emily! , weise ich mich zurecht. Acta kann auch nichts dafür, dass du dich in dieser Situation befindest.
„Ich bin Emily“, sage ich freundlich und lasse mich von ihr hinter den Vorhang begleiten. Dann muss ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen und von Acta begutachten lassen.
„Mein liebes Kind“, sagt sie nach mehreren Minuten, in denen ich mir vorkomme, wie das Mittagessen eines Geiers. „Du hast da einen sehr guten Körper. Nicht zu dick, nicht zu dünn. Du bist trainiert.“ Ihre Stimme senkt sich. „Das wird dir gewiss ein Vorteil sein.“
Da sie nun weiterhin still um mich herumgeht, nehme ich an, dass sie nichts an mir verändern möchte. Aber das ist ihre Aufgabe und damit es nicht allzu auffällig wird, muss ich mich auf die Liege legen und meine Haare einer unnötigen Glanzpolitur unterziehen. Meine Fingernägel werden nachgefeilt und mit Klarlack lackiert.
Als Acta einmal die Lampe zurechtrücken muss, hält sie inne.
„Oh“, sagt sie und ihre Augen weiten sich. Ich sehe sie fragend an. „Du hast ganz besondere Augen, mein Kind. So viel Mut. So viel Courage. Das sind sehr seltene Eigenschaften hier im Kapitol.“ Erneut senkt sie ihre Stimme. „Bewahre sie gut. Aber lass dich nicht nur von ihnen leiten. Es könnte zu gefährlich für dich werden.“
Acta ist zwar eine nette Frau, aber manchmal spricht sie in Rätseln. Da mir nur noch die Spiele bevorstehen, werde ich wohl dort herausfinden müssen, was sie mit ihren Worten meint.
Als sich alle Tribute wieder versammeln, sieht kaum jemand verändert aus. Die größte Veränderung, die ich ausmachen kann, ist das Leuchten derjenigen, die bereits zuvor eine andere Hautfarbe gehabt haben. Elliotts pinkfarbenes Haar ist auch kräftiger als vor der Behandlung.
Nun werden wir für die Wagenparade eingekleidet.
„Fahren wir in Einzelwagen?“, ruft Holly Banks.
Einer der Organisatoren dreht sich zu ihr um und lächelt sie schief an. „Nein“, sagt er. „Um den Hungerspielen treu zu bleiben, werdet ihr alle zu zweit in den Wagen fahren. Ebenso wie ihr auch zu zweit eure Räume bewohnen werdet.“
Um den Hungerspielen treu zu bleiben. Also werden wir wahrscheinlich auch so aufgeteilt, dass immer ein weiblicher und ein männlicher Tribut zusammenwohnen werden.
Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, wie sie uns denn aufteilen wollen, tritt eine Frau mit hohen, klappernden Schuhen auf uns zu. Ich habe sie noch nie zuvor gesehen. Ihr junges, schönes Gesicht ist tadellos geschminkt, hat aber keinerlei Ausdruck, als wäre es nur eine Maske. Ihr Körper steckt in einem knielangen, blauen Abendkleid, welches perfekt zu ihrer braunen Hochsteckfrisur passt.
„Willkommen zur Wagenparade, liebe Tribute“, sagt sie und kein Muskel rührt sich in ihrem Gesicht. Vielleicht ist es doch eine Maske?
„Da ihr alle in diesem Jahr aus der gleichen Ortschaft kommt, können wir euch nicht danach verteilen. Deshalb wird dies auf andere Weise geschehen.“
Was diese „andere Weise“ sein soll, erfahren wir nicht, stattdessen geht die Frau ein paar Mal unsere Reihe auf und ab und stellt sich dann in einiger Entfernung vor uns hin. Dann zeigt sie nur noch mit dem Finger auf einzelne Tribute, die von Organisatoren in Zweierpaaren zusammengestellt werden.
Vermutlich werden die Paare nur nach ihrem Äußeren bestimmt, damit die Parade ein wenig stilvoller wirkt. Offenbar gehört diese Frau zum Kapitol, ansonsten wären wir einfach dem Zufall nach eingeteilt worden. Meine Mutter hat mich jahrelang über Stil und äußere Erscheinungsbilder aufgeklärt, sodass ich mühelos erkenne, dass diejenigen, die gut zueinander passen, auch ein Paar bilden. Außer vielleicht bei den Jüngsten. Aber es wäre auch sehr ungalant, eine Zwölfjährige neben einen bulligen Achtzehnjährigen zu stellen.
Eigentlich ist mir egal, wer mir zugeteilt wird. Ich habe nicht vor, ein Team zu bilden. In der Arena wird jeder für sich kämpfen. Tief im Inneren hoffe ich aber, dass es nicht Connor ist. Wenn ich mit ihm ein Paar bilden soll, würde ich wahrscheinlich schon vor dem Beginn der Spiele mit einem Messer im Rücken aufwachen. Oder überhaupt nicht mehr aufwachen.
Aber es ist nicht Connor. Dennoch bin ich keineswegs erleichtert.
Es ist Sam.
Er wird neben mich gestellt und ich vermeide es, ihn anzusehen.
„Hi“, sagt er leise.
„Hallo“, erwidere ich, ohne den Blick auf ihn zu richten.
Acta und Sams Stylist, der sich als Kolja vorstellt, begleiten uns in einen separaten Raum. Dort hängen bereits unsere Kostüme – allerdings noch verhüllt.
„Nach welchem Schema werden wir eingekleidet?“, fragt Sam.
„Nun, da wir keine Vorlage haben, wie bei den Distrikten, durften wir unserem kreativen Geist freien Lauf lassen“, antwortet Kolja. „Es wird vermutlich sehr bunt werden, um eure Herkunft zu unterstreichen.“
„Ihr werdet fantastisch aussehen“, sagt Acta. „Aber nicht wie Paradiesvögel.“ Sie zwinkert.
Dann sehen wir zum ersten Mal unsere Kostüme. Das von Sam ist im Grunde ein hellgrüner Anzug, der perfekt zu seinen grünen Augen passt, aber nicht stechend oder leuchtend wirkt. An der Brusttasche ist eine lilafarbene Rose angebracht. Sie ist wunderschön, aber doch nur ein künstliches Produkt des Kapitols. Sam scheint genauso begeistert zu sein wie ich. Sofort folgt er Kolja, um das Kostüm anzuziehen.
„Und nun du“, sagt Acta und enthüllt mit einem strahlenden Lächeln mein Kleid.
Mein Mund klappt auf. Es ist wirklich wunderschön. Der lange Rock wurde aus Tüll gefertigt, das sehe ich sofort. Meine Lieblingslehrerin hat mir immer gesagt, dass Tüll mir am besten stünde.
Das Oberteil ist jedoch aus einem weichen Stoff, ähnlich wie Seide. Ein verschlungenes Blumenmuster ist dort eingestickt.
„Es ist wunderschön“, sage ich. Acta scheint noch breiter zu lächeln.
„Ich habe gehofft, dass es dir gefällt. Es wird einfach fabelhaft an dir aussehen.“
Sie hilft mir, es vorsichtig anzuziehen. Obwohl es trägerlos ist, passt es mir perfekt.
„Acta?“, frage ich und mein Lächeln erstirbt. „Woher wusstest du meine Kleidergröße? Und warum sind die Kostüme von Sam und mir perfekt aufeinander angestimmt?“
Actas Lächeln verschwindet nicht ganz, es wirkt jedoch nicht mehr so fröhlich.
„Die Kostüme an sich waren bereits fertig. Direkt nach der Ernte bekamen wir eure Daten zugeschickt, damit wir die sie in der passenden Größe fertigstellen konnten. Die Kostüme der Jungen sind extra einfach gehalten, damit sie – auch farblich – innerhalb weniger Minuten an das Kleid des Mädchens angepasst werden können.“
„Ach so.“ Ich hatte schon befürchtet, dass wir bereits vor der Ernte ausgewählt worden waren. Aber das war nicht möglich.
Als Sam zurückkommt, starrt er mich einen Moment lang an.
„Du siehst fantastisch aus“, sagt er. Ich werde ein wenig rot und schaue ihn das erste Mal heute richtig an.
„Danke“, erwidere ich. „Du siehst auch sehr gut aus.“ Das tut er tatsächlich.
Sam lacht laut auf. Es ist ein herzliches und warmes Lachen. Wir sehen ihn fragend an.
„Weißt du, irgendwie ist diese Situation total seltsam. So ein Gespräch sollten wir bei unserem Abschlussball führen.“
Ich lächele ihn an. Und schon drängt sich die Vorstellung in meine Gedanken, wie ich zusammen mit Sam auf den Abschlussball gehen würde. Vermutlich werde ich noch röter.
Aber Sam hat Recht. So schön die Kostüme auch sind, werden wir nur damit vorgeführt. In weniger als einer Woche bin ich vermutlich tot. Oder er. Oder wir beide.
Ich schüttele mich kurz, um diesen Gedanken loszuwerden.
Acta legt mir etwas Makeup auf, lässt mein Haar aber glatt und offen.
„Die Leute sollen dich doch auch wiedererkennen“, sagt sie.
Und schon befinden wir uns im Erdgeschoss, wo auch die anderen Tribute mit ihren Stylisten auf den Beginn der Parade warten. Die anderen sehen nicht unbedingt spektakulär aus, aber ich bin auch einiges gewohnt. Und wie Acta und Kolja bereits gesagt haben, es wird bunt. Und genauso sehen die anderen auch aus: bunt.
„Wie werden die Wagennummern verteilt?“, fragt Sam.
„Sie werden ausgelost“, sagt Acta. „In derselben Etage werdet ihr auch wohnen.“
Wir bekommen die Nummer zwei.
„Oje“, murmele ich. „So weit vorne.“ Ich bin nicht nervös, aber fast zu Beginn dort hinauszumüssen, macht mir etwas Angst. Sam legt seine Hand auf meine nackte Schulter und ich zucke leicht zusammen.
„Hey“, flüstert er nahe an meinem Ohr. „Das wird schon. Wir haben das doch schon so oft im Fernsehen erlebt. Nun betrachten wir das alles aus einem anderen Blickwinkel.“ Er lacht leise.
Mir ist wirklich schleierhaft, wie er in seiner Situation noch lachen kann.
Dann stellen wir uns auf den Wagen mit der Nummer zwei. Vor uns befinden sich Finn und Ruby, die beiden Zwölfjährigen, die in dem mächtigen Wagen fast schon winzig wirken. In meinem Herz macht sich Mitleid breit. Die armen beiden Kleinen …
Dann öffnen sich die Tore und ich erwarte tosenden Applaus, lautes Gebrüll und Jubelgesänge, genauso wie bei all den anderen Hungerspielen.
Aber es ist totenstill.

Mittwoch, 11. April 2012

Filmnews + [Fanfiction] The Last Hunger Games. Kapitel 4

Ich bin gerade total schockiert. Ganz unschuldig bin ich aufgestanden und habe den PC angemacht und da sehe ich es: Gary Ross wird bei Catching Fire nicht Regie führen! Irgendwie bin ich total traurig. Zwar muss es ja nicht schlecht sein, dass es einen neuen Regisseur gibt, aber in manchen Filmen, bei denen die Regisseure gewechselt haben, gibt es massive grafische Unterschiede ... :'( Des Weiteren hoffe ich, dass der neue Regisseur Catching Fire nicht in 3D machen wird ...

Heute habe ich aber noch etwas Positives für euch: Kapitel 4 meiner Fanfiction! Viel Spaß beim Lesen.


Kapitel 4

Hier und da ist ein erleichtertes Aufatmen zu hören. Bestimmt die Hälfte der Bewohner des Kapitols hatte ein ansehnliches Leben, aber keine Befugnis, in politischen Entscheidungen mitzubestimmen. Somit ist die Auswahl auf die möglichen Tribute begrenzt. Aber ich befinde mich unter ihnen. Ich bin wie gelähmt und Ash drückt mich fester an sich.
„Nun denn“, trällert Effie und zieht ihren seidenen Handschuh aus. „Ladies first.“
Ich schließe die Augen und versuche, ruhig zu atmen.
„Makayla Sanford.“
Ein Aufschrei ist zu hören. Meine Augen bleiben fest verschlossen, während sich meine Gedanken überschlagen. Nicht Makayla. Nein, das muss ein Fehler sein.
Sie ist erst dreizehn. Sie ist so jung und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Ich höre, wie meine Mutter neben mir nach Luft schnappt. Sie kennt Makayla schon seit ihrer Geburt.
„Komm, komm, komm, meine Liebe“, sagt Effie. Offenbar will Makaylas Familie sie nicht gehen lassen. Als Effie weiterspricht, spüre ich einen Stich in meiner Brust.
Ich könnte es einfach nicht ertragen, wenn noch mehr meiner Bekannten in die Arena müssten. Viele Kinder der höheren Abgeordneten sind noch jung, kaum fünfzehn Jahre alt. Die Vorstellung, sie sterben zu sehen oder sogar töten zu müssen, ist barbarisch. Aber haben wir nicht genau das den Distrikten zugemutet?
So fühlt es sich also an. Es ist schlimmer, als ich erwartet habe.
Bei jedem weiteren Namen, den Effie verliest, hört man lautes Schluchzen oder Schreien.
Einige der Namen sind mir fremd. Umso besser, denke ich. Je weniger du von ihnen kennst, desto leichter wird es werden, ihre Tode zu ertragen. Aber manche Namen brennen sich in mein Gehirn ein.
Chloe Merritt. Siebzehn Jahre alt und eine für das Kapitol ungewöhnlich stille Person. Lexie Bennett. Die vierzehnjährige kleine Schwester einer guten Freundin von Ash.
Sophie Fletcher. Die sechszehnjährige Tochter eines hohen Abgeordneten, mit der ich früher oft gespielt habe.
Holly Banks. Die sechszehnjährige Schulzicke.
Ruby Dawson. Eine Zwölfjährige, die in ihrem Jahrgang als ungewöhnlich clever gilt.
Eliza Wallace. Die Fünfzehnjährige hat sich gegen ihre Eltern durchgesetzt, die ihr rechtes, blindes Auge operieren lassen wollten. Sie aber sah sich damit als einzigartig an.
Zu meinem Glück kenne ich die restlichen weiblichen Tribute nicht.
Inzwischen habe ich die Augen wieder geöffnet. Je mehr Tribute ausgelost wurden, desto sicherer fühlte ich mich, da mein Name nicht dabei war.
„Nun kommen wir zum letzten weiblichen Tribut der sechsundsiebzigsten Hungerspiele.“ Effies Hand kreist im Lostopf, bevor sie einen Zettel vom Rand herauszieht.
Ich hoffe, dass nicht noch ein junges Mädchen in die Spiele ziehen muss. Es ist schon schlimm genug, dass Zwölfjährige gegen Achtzehnjährige antreten müssen. Die Kleinen haben gar keine Chance. Auch wenn sie klein, wendig und schlau sind, können sie nichts tun, außer warten, dass die älteren Tribute getötet werden oder durch Umwelteinflüssen sterben. Im direkten Kampf mit Waffen sind die schutz- und machtlos. Ich hoffe inständig, dass es nicht die kleine Mia ist, die ich oftmals auf dem Schulhof …
„Emily Barlow.“
Augenblicklich setzen meine Gedanken aus. Aber nur, um wenige Sekunden später wieder mit voller Wucht auf mich einzuwirken. Meine Mutter schlägt sich die Hände auf den Mund, um einen spitzen Schrei zu verhindern. Mein Vater steckt stocksteif da und starrt auf die Bühne. Ash umarmt mich und murmelt „Nein, nein, nein, nein.“
Ich bin kaum imstande, zu blinzeln. Als wäre mein Körper plötzlich eingefroren.
Mein Gehirn arbeitet umso schneller. Ich muss in die Arena. Ich muss gegen all die anderen Tribute antreten, die eben aufgerufen worden sind. Und das sind gerade einmal elf von dreiundzwanzig. Ich kann nicht kämpfen. Ich kann nicht jagen. Ich kann in einer anderen Welt als dem Kapitol nicht überleben. Ich kann nicht töten. Ich kann niemandem vertrauen.
„Ash“, murmele ich. Meine Stimme zittert. „Du musst mich gehen lassen.“ So gerne ich auch hier bei ihm bleiben würde, habe ich eingesehen, dass ich in die Arena muss. Und deshalb muss ich auch jetzt auf die Bühne gehen. Langsam lässt er mich los.
„Du kannst es“, sagt er. „Du bist nicht wie die anderen hier. Du kannst es schaffen.“
Ich nicke. „Ich komme wieder nach Hause.“
Dann drehe ich mich zur Bühne, von der aus mich Effie erwartungsvoll ansieht. Ich hebe mein Kinn und gehe fast schon zügig nach vorne. Auf keinen Fall will ich als Schwächling dastehen. So schlimm es auch ist, das hier ist ein Wettkampf – ein tödlicher Wettkampf. Jeder von uns wird um sein Überleben kämpfen, genauso wie es die Tribute aus den Distrikten getan haben. Sie haben niemals aufgegeben. Sie gaben sogar ihr Bestes, auch wenn das hieß, dass sie andere Kinder töten mussten. Bei den Hungerspielen muss man egoistisch sein, das habe ich über all die Jahre gelernt. Bündnisse müssen bald schon wieder aufgelöst werden, denn es darf nur einen Sieger geben. Oftmals habe ich mich gefragt, warum die Tribute überhaupt Bündnisse eingegangen sind. Man musste stets damit rechnen, im Schlaf getötet zu werden.
Im Kopf lege ich mir bereits eine Strategie zurecht. Dennoch befällt mich ein seltsames Gefühl. Meine Gedanken sind klar geordnet und ich entwerfe eine Strategie zum Überleben. Eigentlich müsste ich geschockt und in eine Starre gefallen sein, doch das ist nicht der Fall. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass ich nicht normal bin. Vielleicht ist die Arena ja genau der richtige Ort, um zu sterben.
Ich steige die steinernen Stufen hoch und begebe mich in die Reihe der anderen elf weiblichen Tribute. Sie sind alle bunt und für das Kapitol passend aufgetakelt, deshalb falle ich natürlich auf.
„Schön, schön“, sagt Effie. „Dann kommen wir zu den Jungen.“
Auch hier hoffe ich inständig, dass ich so wenig wie möglich von ihnen kenne.
Zu meinem Glück ist es so. Aber vier Namen lassen mich einen Stich in der Brust fühlen.
Finn Osborne. Der kleine zwölfjährige Freund von Ruby, dem die blonden Locken in die Stirn fallen.
Connor Johnson. Der Achtzehnjährige ist für seine Aggressivität bekannt.
Elliott Hallman. Er ist fünfzehn und bleibt gerne für sich. Sein pinkfarbenes Haar erregt immer wieder Aufmerksamkeit.
Und schließlich … „Sam Glendale.“
Als dieser Name aufgerufen wird, schnappe ich nach Luft. Langsam, aber mit erhobenem Kopf geht er auf die Bühne zu. Sein braunes Haar ist wie immer verwuschelt, seine grünen Augen blitzen im Sonnenlicht auf. Ich habe eine Schwäche für ihn, seit ich ihn das erste Mal in der Schulcafeteria gesehen habe. Wir haben keine Kurse zusammen, obwohl wir im selben Alter sind.
Ich starre auf den Boden, als wollte ich ihn mit meinem bloßen Blick verschieben. Meine Schwäche für ihn wird eine Schwäche in der Arena sein. Das ist mir schon jetzt klar.
„Fröhliche letzte Hungerspiele“, ruft Effie, doch niemand applaudiert. „Und möge das Glück stets mit euch sein.“
Danach werden wir alle in das Justizgebäude geführt. Dies ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen dem Kapitol und den Distrikten. Die Justizgebäude haben alle eine steinerne Bühne, die von Treppen gesäumt ist und schwere Metalltüren.
Jeder Tribut bekommt ein Einzelzimmer, um sich von seinen Liebsten zu verabschieden. Dazu bleibt uns maximal eine Stunde Zeit.
Und bereits heute Abend wir es die Wagenparade geben. In einer Woche könnte ich schon tot sein.
Bevor sich noch mehr Gedanken über die nächsten Tage in meinen Kopf einschleichen, öffnet sich die Tür und meine Familie stürmt herein. Meine Mutter. Mein Vater. Ash.
Zuerst nimmt mich mein Vater in die Arme. „Es tut mir so leid, Emily“, sagt er und seine Stimme zittert. „Das hätte nicht passieren dürfen.“
„Ist schon in Ordnung“, erwidere ich. „Jetzt ist es sowieso zu spät.“ Er lässt mich los und sein Blick ist ungläubig. Ebenso wie der von meinem Bruder.
„Du hast doch nicht schon etwa mit allem abgeschlossen?“, sagt Ash. „Du akzeptierst, dass du sterben wirst?“
„Nein“, sage ich ruhig. „Ich habe akzeptiert, dass ich in die Arena muss.“
Ash umarmt mich.
„Hör zu, Ash“, sage ich. „Ich habe nicht vor, zu sterben. Die anderen haben allesamt keine Ahnung vom kämpfen oder Überleben in der Wildnis. Wahrscheinlich haben sie die Hungerspiele nur als Unterhaltungsshow angesehen. Aber ich habe mir Tricks und Techniken abgeguckt. Ich kann es schaffen.“
Versuche ich mich etwa gerade zu rechtfertigen? Sollte meine Familie mich nicht aufbauen?
„Es tut mir leid“, flüstert Ash. „Natürlich wirst du kämpfen. Du kannst es, nein, du wirst es schaffen. Aber bitte nimm dich vor Connor in Acht. In der Arena wird er komplett durchdrehen und jeden töten, der ihm in die Quere kommt.“
Nun nimmt mich meine Mutter in die Arme. Sie sagt nichts. Ich kann nur ihr Schluchzen hören.
Mein Vater murmelt immer wieder vor sich hin, dass es ihm leidtue. Dabei kann er nichts dafür. Keiner hätte ahnen können, dass nur die Kinder der einflussreichsten Abgeordneten im Kapitol als Tribute ausgelost werden können.
„Es ist okay, Dad“, sage ich. „So oder so hätte es mich treffen können. Ash, ich schwöre, dass ich kämpfen werde und Mom … Ich hoffe, dass du auch mir zujubeln wirst.“
Ein Mann in Uniform kommt herein und bittet meine Familie, nach draußen zu gehen. Noch einmal umarme ich sie. Dann sind sie weg.
Nun lasse ich meinen Tränen freien Lauf. Auch wenn ich stark sein will, kann ich es in diesem Moment nicht. Vielleicht sehe ich sie nie wieder. Vielleicht habe ich meine Familie gerade das letzte Mal gesehen.
Vielleicht bin ich in einer Woche schon tot.