Montag, 26. März 2012

[Rezension] Dschungelkind (Sabine Kuegler)

Weltbild - Ausgabe
Titel: Dschungelkind
Autor: Sabine Kuegler
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Seiten: 352
Genre: Biografie
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 9,99€

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Klappentext:
Fern jeglicher Zivilisation wächst Sabine Kuegler als Tochter deutscher Forscher im Urwald von West-Papua auf. Der Dschungel ist ihr Zuhause, ihre besten Freunde sind Steinzeitjäger. Doch mit 17 Jahren muss sie ihre Heimat gegen ein Internat in der Schweiz eintauschen. Von nun an ist ihr Herz zerissen zwischen dem modernen Leben in Europa und der Faszination der Wildnis ...

Meine Meinung:
In einem Satz: Das Buch hat mich umgehauen. Beinahe hautnah das ganze bisherige Leben dieser jungen Frau zu lesen, war beeindruckend. Und es war ein ganz besonderes Leben und ist es bis heute. Mit sieben Jahren zog Sabine mit ihren Eltern und Geschwistern in den Dschungel. Ihre Eltern erforschten die Lebensweise und Sprache der Fayu, einer Gruppe von Eingeborenen, die sich in vier sich bekriegende Stämme aufgeteilt hat und wie in der Steinzeit lebt. Im Laufe des Buches erfährt man sehr vieles zu der Lebensweise, der Geschichte und den Bräuchen der Fayu. Besonders schockierend war ihre Art der Heirat. Mit zehn Jahren war ein Mädchen soweit, "genommen" zu werden. In diesem Alter "stahl" sie ein Fayu-Mann, um sie zu heiraten. Dafür gab es keine tradionellen Feste oder dergleichen - sie lebten dann einfach zusammen.
Noch interessanter ist jedoch das Leben der "weißen Familie" im Dschungel. Bekanntlich passen sich jüngere Kinder imm schneller an andere Gegebenheiten an. Es ist wirklich faszinierend, wie sich besonders Sabine und ihr kleiner Bruder Christian an das Dschungelleben angepasst haben. Es machte ihnen nichts aus, Käfer zu essen oder mit wunden und nackten Füßen durch den Urwald zu rennen.
Dieser für uns eigenartige Lebenstil entpuppt sich trotz aller Gefahren, die durch Tiere und kaum vorhandene medizinische Versorgung drohen, als ein sehr positiver. Als Sabine ihr heutiges Leben in Deutschland mit dem im Dschungel verglich, staunte ich Bauklötze:
Im Dschungel lebte man mit dem Nötigsten zum Überleben; jeden Tag gab es Neues zu entdecken. Hier in der westlichen Welt dagegen steht man früh auf, bringt die Kinder in den Kindergarten oder die Schule, geht arbeiten, putzt, kocht und wäscht und geht abends wieder ins Bett - und das alles nur, um am Ende des Monats eine große Anzahl von Rechnungen zu bezahlen. Sabine Kuegler hat absolut Recht!
Natürlich gibt es auch in unserem Alltag Neues zu entdecken und die Kultur, zu denen auch Bücher und Filme zählen, bereichern das Leben ungemein. Aber hat sie im Grunde nicht Recht? Wozu besuchen wir dreizehn Jahre lang die Schule? Um eine gute Arbeit und einen guten Verdienst zu bekommen, damit wir alle in Zukunft anstehenden Rechnungen bezahlen können.
Zwar lag das Maximalalter der Fayu bei etwa dreißig, aber sie lebten ihr Leben - wenn auch mit Krieg. Aber das ist eine andere Geschichte.
In jedem Kapitel beleuchtet Sabine Kuegler einen anderen Aspekt des Lebens im Dschungel. Auch wenn uns die ein oder andere Lebensweise fremdartig erscheint, so ist dieses Leben im Gesamtkonzept sehr wertvoll.
Jedoch muss man dies vor dem Hintergrund der weltlichen Entwicklung betrachten. Die westliche Welt ist übersät mit Technologie und allem Möglichen modernen Schnickschnack und hat natürlich auch mit ihren Problemen zu kämpfen, aber durch "Dschungelkind" wird es sehr anschaulich, dass man sogar uralte Konflikte einer steinzeitartigen Gruppe mit einfachen Mitteln lösen kann.
Beispielsweise bekriegen sich die vier Stämme ständig, denn sie glauben, dass jeder natürliche Tod, der ihnen nicht bekannt ist, durch einen Fluch des jeweils anderen Stammes ausgelöst worden ist. Sabines Vater schafft es mit der Zeit, den Kriegern Vergebung zu lehren und heute gibt es kaum noch Konflikte.
Manchmal liegt die Lösung in der Einfachheit der Dinge. Das wird in unserer westlichen Welt oftmals vergessen.
Aber das Erwachsenwerden verändert den Menschen. Das musste auch Sabine feststellen. Nach dem einjährigen "Heimaturlaub" nach Deutschland, kehrte die Familie Kuegler in den Dschungel zurück. Zu dem Zeitpunkt war Sabine fünfzehn. Sofort merkte sie, dass etwas nicht stimmte. Der Dschungel würde immer ihr Zuhause bleiben, aber sie konnte dort nicht länger leben.
Und so reiste sie mit siebzehn Jahren in die Schweiz, um ein Internat zu besuchen. An diesem Punkt beginnt für sie ein komplett neues Leben und für den Leser eine weitere fremdartige Situation. Sabine musste alles lernen - zum Beispiel hatte sie totale Angst vor dem Straßenverkehr und vorm Busfahren. Für uns ist das schwer vorstellbar, da wir das alles schon seit frühster Kindheit kennen, aber wir würden uns bestimmt in Sabines gewohntem Umfeld auch nicht zurechtfinden.
Besonders heftig empfand ich das Ende des Buches. Mittlerweile ist Sabine älter geworden, die hat geheiratet, zwei Kinder bekommen und sich wieder scheiden lassen. Ihre Eltern lebten weiterhin im Dschungel, ihre Geschwister in Amerika. Man kann Sabines Verzweiflung regelrecht durch die Buchstaben fühlen. Sie fühlt sich in dieser Welt so verloren und weiß manchmal einfach nicht, was sie tun soll. Es ist alles so fremd und wird es vermutlich auch bleiben.
Umso schöner finde ich es, dass Sabine mit dem Schreiben dieses Buches neuen Mut gefasst hat und auch hier in Deutschland "ums Überleben kämpfen" will - genauso wie sie es im Dschungel tun würde.

5 Marshmallows
 

Samstag, 24. März 2012

I'm back + The Hunger Games

Hallo meine Lieben!
Ist ja fast eine Ewigkeit her, dass ich etwas gepostet habe ... :( Dafür habe ich die schriftlichen Abiturprüfungen erfolgreich hinter mich gebracht ^_^
Belohnt habe ich mich direkt am Donnerstag mit dem Film The Hunger Games. Wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt: ANSEHEN! Wenn ihr das Buch nicht kennt: TROTZDEM ANSEHEN! =D
Da habe ich die Gunst der Stunde genutzt und gleich ein neues Design entworfen: The blog on fire. Haha ;)

Um auch etwas Produktives beizusteuern, habe ich zwei Kritiken bzw. Artikel zum Start von The Hunger Games gelesen und muss dazu mal meine Meinung loslassen. Wenn ich immer die Namen "Twilight" oder "Harry Potter" im gleichen Satz wie "The Hunger Games" höre, kriege ich schon einen Anfall. Natürlich sind Twilight und Harry Potter auch Bestseller und sehr erfolgreiche Filme, aber keine dieser drei Reihen kann man mit den anderen vergleichen.

"Das Geheimnis der Hunger-Spiele" von Bild.de (22.03.2012)

"Die Erfolgsgeschichte erinnert an „Harry Potter” oder die „Twilight”-Bücher:"
Tut mir ja Leid für dich, dass du die Bücher nicht gelesen hast, aber in Harry Potter geht es um Zauberer, in Twilight um Glitzervampire und in The Hunger Games um eine Dystopie, in der die Kinder dazu verdammt sind, sich gegenseitig zu töten. Oder habe ich in der Arena den Glitzervampir übersehen? Ach, bestimmt hat Voldemort Peeta angegriffen -_-'


"Um die Distrikte an die Aufstände und ihre Schuld zu erinnern, veranstaltet die Hauptstadt einmal im Jahr die großen „Hungerspiele”, eine Art „Dschungelcamp des Todes“."
Äm... Ja. Komisch... Warum hat Katniss denn kein Hirschanus gegessen? Mann, da hat sie ja von Anfang an schon verloren. So ein Mist aber auch. Was hätte der Autor des Artikels denn bloß dahin geschrieben, hätte die Arena nicht aus einem Wald bestanden? ^_^

Ansonsten ist der Artikel in Ordnung. Nur am Ende wieder dieses: Gibt es eine Fortsetzung? Das hängt vom Erfolg des ersten Films ab. Der Starttermin für den nächsten Film stand schon fest, bevor The Hunger Games überhaupt ins Kino kam ... -_-'

Hier ist der gesamte Artikel zu lesen.


Ein weiterer Artikel hat mir letztens das Frühstück gründlich verdorben ... :/ Online gibt es ihn, soweit ich weiß, nicht.

"Mögen die Spiele beginnen" aus der TV Spielfilm (Ausgabe 7/12)

"Der totalitäre Staat überträgt alljährlich zur Erheiterung der darbenden Bevölkerung den Überlebenskampf einer Gruppe Jugendlicher."
Fast richtig. Erheiterung und Abschreckung sind ja fast dasselbe -_-'


"Erzählt wird diese Geschichte 1979 im Roman "Todesmarsch", geschrieben von Richard Bachman - besser bekannt als Stephen King."
Das Buch habe ich nicht gelesen. Aber die Inhaltsangabe sagt mir, dass der Boss des Militärs einen Marathon mit 100 männlichen Jugendlichen veranstaltet und wer irgendwie falsch läuft, wird erschossen bis einer übrig ist. Natürlich kann man dadurch schon einige Parallelen ziehen, aber es ist ja auch nicht jedes Buch, in dem Vampire vorkommen, genauso wie Twilight. Und - ohne ihn beleidigen zu wollen - offenbar war sein Buch nicht sehr erfolgreich ;P


"Dschungelcamp mit Killfakor."
Schon wieder -_-' Was ist so schwer daran, einen Wald von einem Dschungel zu unterscheiden?!


"Tatsächlich finden sich in "Die Tribute von Panem" etliche Parallelen [zu Twilight], nicht nur das clever angelegte Liebesdreieck betreffend."
Oh mein Gott, ey, als ob Twilight das einzige Buch ever wäre, wo es ein Liebesdreieck gibt. Nur für euch anzumerken, dieses Liebesdreieck ist die einzige der "etlichen Parallelen", die in dem Artikel genannt werden. Offenbar wurden keine weiteren gefunden ^_^


"Auch Katniss-Darstellerin Jennifer Lawrence war nicht unumstritten, besänftigte aber die Hardcore-Fans [...] indem sie sich die blonden Haare dunkel färbte."
Offenbar wollten die "Hardcore-Fans" einfach nur, dass die Katniss im Film dieselbe Haarfarbe hat, wie im Buch?!


"Und auch wenn man sicher eine gute Viertelstunde hätte einsparen können."
Du Autor, du! Pass auf, dass du mir nicht mal begegnest! Spast -_-'


Tut mir Leid für den ganzen Sarkasmus - solche Artikel regen mich einfach auf xD

Was haltet ihr eigentlich von dem Film? Ich finde ihn genial ♥ 
Ich kann mich nun nach dem Film gar nicht mehr am Trailer satt sehen :)


Ich wünsche euch ein wunderbar sonniges und erholsames Wochenende! 
♥ Dani