Donnerstag, 27. Dezember 2012

[Rezension] Der kleine Hobbit (J.R.R. Tolkien)

Titel: Der kleine Hobbit
OT: The Hobbit Or There And Back Again
Autor: J.R.R.Tolkien
Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe
Verlag: dtv
Seiten: 332
Genre: Fantasy/Märchen
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 9€

Meine Ausgabe ist von 1999, aber es gibt noch viele mehr und nun auch die sehr gelungene Neuauflage zum Film! Klickt euch HIER durch die verschiedenen Ausgaben :)


Klappentext:
Der Klassiker der Fantasy-Literatur vom Autor des >Herrn der Ringe<.

Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben des angesehenen Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei weitem übersteigt. Nicht nur, daß er sich auf eine Reise von der Dauer eines Jahres begibt, er läßt sich auch vom Zwegenkönig und seinen Genossen als Meisterdieb unter Vertrag nehmen und verpflichtet sich, den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes zu helfen. "Tolkien hat den Verdienst, im nüchternen 20. Jahrhundert die Welt der Drachen, Elben, Zauberer und Könige wieder transparent zu machen." (Salzburger Nachrichten)
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In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit.

Mit diesem Satz beginnt eine der fantastischsten Märchenerzählungen, die wir kennen. Fast jeder kennt diesen Satz, auch wenn man das Buch noch nicht gelesen hat. Diese Märchenerzählung im klassischen Sinn versetzt uns in eine Welt, die wir aus unserer Kindheit kennen und nie ganz vergessen haben: Die Welt der Zwerge, Drachen und Feen (wobei diese hier als Elben auftauchen ;)).

Das Cover ist einfach gezeichnet, weist aber dennoch unverkennbar auf den Inhalt hin. Farbenprächtige Landschaften und drei kleine Fässer, die im Wasser treiben - wer das Buch gelesen hat, weiß, welche Szene damit verdeutlicht wird. Der kleine Hobbit ist ein typischer Märchentitel, der uns nicht viel vom Inhalt preisgibt, uns aber neugierig macht. Was ist denn überhaupt ein Hobbit? Schon auf der ersten Seiten wird diese Frage beantwortet, wie in einem Märchen eben. Sehr einfach erzählt und trotzdem ziemlich eindrucksvoll in der Vorstellung.

Der kleine Hobbit, auch Bilbo Beutlin genannt, lebt in einem sehr aufgeräumten Zuhause unter der Erde. Sein Leben ist stets geordnet und vorhersehbar. Abenteuer und unvorhergesehene Geschehnisse kamen in seiner reinen Beutlin-Familie niemals vor. Und das war auch gut so. Eines Tages taucht der alte Zauberer Gandalf bei ihm auf, den er unfreundlich wieder abwimmelt. Doch schon am selben Abend wird sein Haus von dreizehn Zwergen gestürmt und aus reiner Feierlaune fast auseinander genommen. Die geordnete Welt von Bilbo bricht in sich zusammen, als er von Gandalf als "Meisterdieb" und vierzehntes Mitglied der Reisetruppe vorgestellt wird. Thorin und seine Zwergen-Gefährten wollen zum Einsamen Berg reisen und den gigantischen Zwergenschatz zurückgewinnen, den der böse Drache Smaug gestohlen hat. Und so beginnt also die Reise mit allerlei Gefahren und Prüfungen...
Bilbo als junger Hobbit ist ein fantastischer Charakter, der mich von anfang an begeistert hat. Er ist wie ein kleines, wohlbehütetes Kind in einer Blase. Er hat keine Ahnung von der Außenwelt und möchte, dass alles geordnet und stets geplant ist. Als er aber schließlich mit den Zwergen auf die Reise geht, verändert er sich. Die Blase um ihn herum platzt, er wird mutiger und selbstbewusster und geht bald sogar von allein auf Feinde los. Leider ist er anfangs ziemlich ungeschickt, was das angeht. Als sich sein Verstand erweitert, spielt er sogar die Rolle des Beraters und Vermittlers. Denn leider sind die Zwerge nicht sehr einsichtig und sehr auf Gold und Silber fixiert.

Die Zwerge sind schon eine lustige Truppe. Ihren mit Abstand besten Auftritt legen sie hin, als sie unangemeldet Bilbos Haus stürmen, seine Essensvorräte laut schmatzend vernichten und seine Möbel auseinandernehmen. Sie sind mir allesamt symphatisch und ich war gerne auf ihrer Reise dabei. Allerdings sind und bleiben sie "nur" Zwerge, die ziemlich engstirnig sind, wenn es um einen Goldschatz geht - und besonders dann, wenn um ihren Goldschatz geht. Besonders Thorin wird gegen Ende des Buches eine richtige Plage, der man am Liebsten ins Gesicht schlagen möchte. Aber es sin eben Zwerge und so ist ihr Verhalten. Und dafür lieben wir sie ja auch :)

Gandalf ist ein typischer Zauberer, wie wir ihn aus Märchen kennen. Er ist allwissend, unberechenbar und taucht immer auf, wenn sich unsere Freunde in einer Notlage befinden, um sie zu retten. Fast als hätte er einen inneren Wecker, der sofort losgeht, wenn Gefahr droht. Und natürlich verdanken ihm die Zwerge alles. Er hat Bilbo ausgesucht, denn er hat etwas Besonderes in ihm gesehen, dass nicht einmal Bilbo selbst in sich vermutet hätte. Und gerade deshalb ist auch Bilbo über sich hinausgewachsen und hat den Zwergen so einige Male sehr geholfen.

Besonders Smaug, der Drache, hat mich in eine Märchenwelt versetzt. Dass er sprechen kann, hat mich total begeistert. Sein Gespräch mit Bilbo ist sehr unterhaltsam. Sein Erscheinungsbild, auch wenn wir es nur schriftlich zu Gesicht bekommen, ist fantastisch! Er lebte so lange auf dem Zwergenschatz, dass sich die Juwelen schon mit seinen Schuppen vermischt und einen harten und undurchstoßbaren Panzer gebildet haben.

Das Buch ist sehr einfach geschrieben, was es auch zu einem Lesespaß für Kinder macht. Obwohl es auch Gruseliges gibt, hat man davor keine große Angst, da es wie ein Märchenbuch ist. Von Es war einmal über Die Zwerge hatten lange Bärte und Der Drache spie Feuer ist alles dabei, was man sich nur wünscht. Drei Dinge sind mit besonders in Erinnerung geblieben:
1. Der Einfall der Zwerge in Bilbos Haus.
2. Wie sich Bilbo vor lauter Angst vor den Trollen als Meisterhobbit vorstellt ;)
3. Das Rätselraten mit Gollum.

Szene 3 ist absolut fantastisch! Denn Der kleine Hobbit ist die Vorgeschichte zu Der Herr der Ringe, demnach spielt der Eine Ring auch eine bedeutende Rolle in diesem Abenteuer. Tief im Gebirge trifft Bilbo auf Gollum, der ihn fressen will, sollte er das Rätselraten-Spiel verlieren. Die Rätsel sind sehr gut gemacht und ich wäre in der ersten Runde schon rausgeflogen :) Gollums Schizophrenie wird hier wunderbar zur Geltung gebracht: Zuerst ist er wie ein kleines Kind (Jaaa, lass uns spielen.) und dann wieder ganz das Monster (Wenn es verliert, fressen wir es auf!). 

Der kleine Hobbit ist ein unterhaltsames Märchen, das sich durch Einfachheit, aber dennoch durch Charakterstärke und festes Fundament auszeichnet. Eine Reise voller unerwarteter Geschehnisse und die Entwicklung der Figuren begeistern und lassen uns nicht mehr los. Glänzende Schätze und goldene Ringe sind eben doch nicht alles - das zeigt uns J.R.R. Tolkien mit seinem Bestseller.

5 Marshmallows

"Die Beutlins hatten seit undenklichen Zeiten in der Nachbarschaft des 'Berges' gelebt, und die Leute hielten sie für außerordentlich achtbar - nicht nur weil die meisten der Beutlins reich, sondern weil sie noch nie in ein Abenteuer verstrickt gewesen ware und nie etwas Unvorhergesehenes getan hatten." (S.8)

"'Verflucht sei dieser Beutlin! Er ist fort! Was hat er in seinen Taschen? Oh, wir wissen's , wir wissen's, mein Schatz! Er hat's gewiß, er muss es haben, mein Geburtstagsgeschenk!'" (S.97/98)

"'Du darfst gern fragen! Ich komme unten vom Berg und unter den Bergen her. Und über die Berge ging es auch. Und durch die Luft. Ich bin derjenige, der unsichtbar kommt.'" (S.246)

"'Meine Rüstung ist ein zehnfacher Schild, meine Zähne sind Schwerter, meine Klauen Speere, das Aufschlagen meines Schwanzes ist ein Donnerkeil, meine Schwingen sind Wirbelstürme, und mein Atem bringt den Tod!'" (S.250)

1 Kommentar:

  1. Mich würde mal deine Meinung zur Verfilmung gesehen, falls du dir sie angetan hast? :)

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