Sonntag, 16. September 2012

[Rezension] Earth Girl - Die Prüfung (Janet Edwards)

Titel: Earth Girl - Die Prüfung
Autorin: Janet Edwards
Verlag: Rowohlt
Seiten: 446
Genre: Fantasy / Zukunft
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: 9,99€

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Ich danke vielmals dem Rowohlt Verlag!









Sie kommt von der Erde. Ihr Schicksal steht in den Sternen.

Jarra ist ein "Earth Girl". Während sich der Rest der Menschheit aufmacht, fremde Galaxien zu entdecken, ist Jarra zu einem Leben auf dem alten Heimatplaneten verdammt: Aufgrund eines Gendefekts kann sie nicht teleportieren. Sie gehört zu den Ausgestoßenen, den Wertlosen.  Aber Jarra hat einen Traum: Sie will normal sein, will wie alle anderen studieren. Ihre Leidenschaft ist die Frühgeschichte - der faszinierende Zeitraum vor Erfindung der Portaltechnik. Damals lebten die Menschen in riesigen Städten wir New York, die heute nur noch Ruinen sind. Um ihren Traum wahr werden zu lassen, muss Jarra ihre Identität verleugnen. Sie ist bereit, diesen Preis zu zahlen.
Doch als ein schreckliches Unglück droht und nur Jarra es aufhalten kann, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, normal zu sein...

"Am Wallham-Crane Day entschied ich mich endlich für das Fach meines Grundstudiums."

Das Buchcover ist eine absolute Augenweide! Ich liebe sowieso blau in allen möglichen Tönen. Und dieses blauweiß-leuchtende ist einfach der Wahnsinn! Die Buchstaben des Titels scheinen zu leuchten. Die leuchtende Kugel mit dem Mädchen in sich passt wie die Faust aufs Auge: Jarra ist ein Earth Girl. Sie kann aufgrund eines Gendefektes nur auf der Erde leben. Deshalb ist auch der Titel sehr passend. Die Prüfung bezieht sich meiner Meinung nach auf die "Prüfung", die Jarra sich selbst zu Beginn des Buches auferlegt hat.

Die Welt in der Zukunft. Die Menschen haben die Portaltechnik entwickelt und besiedeln nun nach und nach neue Planeten. Zu einem Leben auf der Erde verdammt sind jedoch jene, die aufgrund eines Gendefektes nicht auf andere Planeten teleportieren können. Zu diesen Menschen gehört auch Jarra. Als es endlich Zeit ist, sich für ein Studium zu entscheiden, trifft sie eine Entscheidung: Sie will nicht an der "Affen Schule" auf der Erde studieren, sondern auf das Asgard University. Sie möchte sich und auch den Exos beweisen, dass sie normal ist. Das erste Jahr des Studiums der Asgard University wird auf der Erde abgehalten, da Ausgrabungsstätten besucht werden. Jarras Plan sieht vor, sich unter die Exos zu mischen, anerkannt zu werden und schließlich ihre Identität zu lüften und die Exos beschimpfend zu verschwinden.
Aufgrund ihrer zahlreichen Erfahrungen auf Ausgrabungsstätten ist sie schnell die Expertin No. 1 in ihrem Kurs. Und die Exos sind doch gar nicht so schlimm, wie Jarra gedacht hat. Allerdings verstrickt sie sich immer weiter in ihrer Tarnidentität - Jarra, die Militärstochter...

Jarra ist ein unglaublich authentischer Charakter, wie man ihn selten erlebt. Man kann all ihre Entscheidungen und Gedankengänge nachvollziehen, weil man vermutlich auch so gehandelt hätte. Sie will kein "Affe" sein und von den Exos, die sie verabscheut, anerkannt werden. Und das nur, um sie dann wüst schimpfend wieder zu verlassen. Aber dann merkt sie, dass es zwischen ihr und den Exos keine Unterschiede gibt - bis auf den Gendefekt. Sie freundet sich mit ihnen an und verliebt sich sogar ein wenig in Fian. Regelmäßig weist sie sich zurecht, dass sie das nicht darf.
In ihrer Arbeit auf der Ausgrabungsstätte geht Jarra richtig auf. Es ist genau das, was sie schon immer gerne gemacht hat und für immer machen möchte. Und Arbeit ist Arbeit. Als ein Team von Exos verschüttet wird, hilft sie und riskiert sogar ihr eigenes Leben. Erst viel später überlegt sie, dass sie ja eigentlich verhasste Exos gerettet hat.
Aber man kann auch gut nachvollziehen, warum sich ihre Gefühlslage im Verlauf des Buches so sehr ändert. Sie muss immer wieder in die Rolle der Militärstochter Jarra schlüpfen und ihr Wissen darüber kundtun. Besonders auch dann, als sie immer mehr ins Rampenlicht gerät. Manchmal glaubt sie sogar, sie sei wirklich eine Militärstochter. Und als sie dann Informationen über ihre wahren Eltern anfordert, fällt sie aus allen Wolken...

Besonders Playdon, Jarras Kursleiter, hat mich als Charakter begeistert. Zu Beginn des Kurses hat man als Leser wirklich das Gefühl, dass er Jarra als "Affe" bloßstellen will, da er sie auch regelmäßig dazu auffordert, etwas zu erklären. Aber nach mehreren Einsätzen und Gesprächen akzeptiert er sie und die Spannung zwischen ihnen entspannt sich merklich. Er glaubt sogar bald selbst, dass Jarra wirklich dem Militär angehört.
Er kann aber auch sehr witzig sein.

Die anderen Charaktere, besonders Jarras Freunde und neue Kurskameraden sind alle genauso wie Mitschüler und Freunde im richtigen Leben. Issette, Jarras beste Freundin, ist ein wenig verrückt und immer quietschbunt. Kreon ist ein Pessimist, der total faul ist.
Wenn es auf der Ausgrabungsstätte einen Unfall gibt oder die Portale ausfallen, geraten Jarras Kurskameraden richtig in Panik. Da merkt man mal wieder, wie abhängig die Menschen doch von manchen Dingen sind. Ich vergleiche diese Szene mit dem Ausfall der Portale gerne mit dem Verlust eines Smartphones ;)

Obwohl ich weder ein Freund von Geschichte noch dem Studieren bin, hat mich dieses Buch in der Gesamtheit begeistert. Die Atmosphäre, die einen im gesamten Buch begleitet, ist einfach total toll. Selbst die Arbeit, die Jarra und ihr Kurs auf der Ausgrabungsstätte verrichten, die doch immer diesselbe ist, ist wirklich sehr spannend! Man zittert selber mit, ob etwas Geschichtliches gefunden wird. Es gab auch in den ruhigeren Szenen immer eine gewisse Grundspannung, weil man in Jarras Kopf steckt und selbst wegen ihren vielen Identitäten etwas durcheinander kommt.

Earth Girl - Die Prüfung ist ein Roman, der durch eine durchlaufende Grundspannung begeistert, da wir im Prinzip unsere Gegenwart in Ruinen erfahren und Jarras innere Konflikte über ihre Identität und Ansichten auf die Menschheit teilen.

5 Marshmallows

Und wusstet ihr, dass man früher per Rakete auf den Mond geflogen ist, lange bevor es Portale gab? Vermutlich nicht. Nun, da habt ihr schon ein faszinierendes prähistorisches Detail gelernt, und noch dazu ganz ohne Ausbildungsgebühr. (S.8)

"Ich wusste gar nicht, dass Tage so früh anfangen können", stöhnte Fian. "Es ist praktisch noch gestern." (S.303)

"[...] In diesem Moment wird sein Team vermutlich gerade in der Notaufnahme von Hospital Earth eingeliefert, weil sie unter einem Ausbruch akuter Peinlichkeit leiden. [...]" (S.336)


Danke vielmals an den
Verlag!

1 Kommentar:

  1. " In diesem Moment wird sein Team vermutlich gerade in der Notaufnahme von Hospital Earth eingeliefert, weil sie unter einem Ausbruch akuter Peinlichkeit leiden."

    Hahahaha!! Wunderbar! Direkt auf in die WL gewandert.

    Liebe Grüße
    Marleen

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