Montag, 16. Juli 2012

[Rezension] WAKE- Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast (Lisa McMann)

Titel: Wake- Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Autorin: Lisa McMann
Band 1 der Wake-Reihe
Verlag: Boje
Seiten: 219
Genre: Fantasie
Sprache: Deutsch (Hardcover)
Preis: 15,95€ (Hardcover) *klick*
           7,99€ (Taschenbuch) *klick*





Sie schwebt. Nicht schon wieder der Traum vom Fallen, denkt sie.
Diesen Traum ist sie echt leid.
Die Szene ändert sich im selben Moment. Jetzt ist Janie draußen.
Es ist dunkel. Sie ist allein hinter einem Schuppen, aber sie kann gedämpfte Stimmen hören. Sie war noch nie allein und weiß nicht, wie Leute Träume haben können, in denen sie selbst gar nicht vorkommen. Sie ist neugierig. Nervös sieht sie zu, hofft, dass es kein Albtraum ist, der plötzlich aus dem Schuppen oder den Büschen hervorgestürzt kommt...

 "Janie Hannagan fällt das Mathematikbuch aus der Hand."

Das Cover finde ich ausgesprochen eindrucksvoll, obwohl es sehr schlicht ist. Der überwiegende schwarze Teil vermittelt das Gefühl von Dunkelheit und damit Nacht. Und nachts träumt man. Genau um die Träume geht es in dem Buch. Das lilafarbene-weiße Kissen zieht den Blick auf sich. Besonders gefällt mir die Gestaltung des Titels. Es wirkt so, als würde er leuchten.
Der Buchtitel passt ebenfalls sehr gut. Denn unsere Hauptperson kann die Träume von anderen sehen und erleben- und das sogar im wachen Zustand, weshalb WAKE gut gewählt ist.

Das Buch ist in wenige Teile gegliedert, die für mich wie Überschriften wirken. Und jeder Teil ist nochmal in mehrere Teile gegliedert. Dort erfahren wir das derzeitige Datum und die Uhrzeit.
Die Geschichte beginnt mit vielen Rückblenden aus Janie Hannagan's Leben, in denen sie in Träume anderer Menschen gesogen wird, obwohl sie selbst wach ist.
Dann wird ausführlicher auf die Zeit eingegangen, als sie sechszehn und später siebzehn ist. Wie ihr das Leben an der Schule und auf ihrer Arbeit schwerfällt, weil dort so viele Schlafende sind. Ihre Mutter bemerkt nie etwas, weil sie eine Alkoholikerin ist. Langsam baut sich auch eine Beziehung zwischen Janie und dem eigentlich unbeliebten Carl auf.
Kann Janie etwas gegen die plötzlichen "Traum-Anfälle" tun und welches Geheimnis birgt Carl, der sich wirklich ausgesprochen seltsam verhält?

Janie wird seit ihrem achten Lebensjahr in die Träume anderer Menschen gesogen. Man hat wirklich Mitleid mit ihr, weil dies sogar in der Schule passiert. Sie kann nichts dagegen tun. Für die Umliegenden sieht es so aus, als hätte sie einen Krampfanfall. Und es hört erst auf, wenn der Träumende aufwacht. Obwohl das alles wirklich schlimm ist und auch an Janie's körperlicher und psychischer Verfassung nagt, fragt man sich als Leser, warum sie das alles über sich ergehen lässt. Sie könnte wenigstens versuchen, etwas dagegen zu unternehmen. Stattdessen fährt sie all die Jahre nur die Selbstmitleidsschiene. Und wenn sie Gerüchte über Carl hört, stellt sie ihn sofort zur Rede und beschimpft ihn als Lügner oder redet nicht mehr mit ihm.
Sie ist in dieser Hinsicht unglaublich naiv, aber jeder muss diese Erfahrungen einmal machen: Man sollte nicht immer auf das hören, was andere einem sagen, sondern sich selbst ein Bild machen.

Als Carl zum ersten Mal in der Geschichte auftaucht, fühlt man sofort eine (menschen-)typische Abneigung gegen ihn. Er hat lange, schwarze Haare und zu kleine und kaputte Kleidung. Er ist immer alleine, raucht ständig und kommt zu spät.
Im Jahr darauf, im Abschlussjahr, hat er sich äußerlich so sehr verändert, dass ihn die Mädchen für einen neuen, heißen Mitschüler halten. Er sucht nun mehr den Kontakt zu Janie. Carl ist manchmal wirklich richtig süß, aber manchmal total unverständlich.
Nachdem er das erste Mal miterlebt hat, was Janie während der Träume erleidet, ist er sehr hilfsbereit und kümmert sich liebevoll um sie, ohne nach dem Grund ihrer "Anfälle" zu fragen. Aber oftmals geht er danach einfach weg und redet tagelang nicht mit ihr. Wenn es ihr schlecht geht, ist er manchmal da, hilft ihr, ohne ein Wort zu sagen und geht wieder. Aber manchmal kommt er auch einfach nicht, obwohl sie verabredet waren.

Die Idee zur Geschichte finde ich absolut genial! Deshalb wollte ich das Buch auch unbedingt lesen. Zudem waren Janie's Gefühle und ihre "Mitleidstour" sehr authentisch für ein/e Kind/Jugendliche in dieser Situation. Die Szenen, in denen sich Carl sehr um sie kümmert, sind wirklich süß.

So gut die Idee auch ist, die Umsetzung ist katastrophal... Die kleinen Überschriften, die uns Datum und Uhrzeit anzeigen, stören den Lesefluss extrem und ich habe sie nach einer Weile einfach überlesen. Und die "größeren" Überschriften hatten irgendwie gar nichts mit dem Inhalt zutun. Außerdem sind die Sätze total abgehackt und manchmal ist der Satzbau so zerknüddelt, dass man gar nicht weiß, was der Satz nun eigentlich bedeuten soll.
Und obwohl das bereits beschriebene seltsame Verhalten von Carl gegen Ende etwas erklärt wird, finde ich es extrem nervig. Wenn er da sein sollte, ist er es nicht. Ständig streiten sich Carl und Janie, haben Vorurteile und ignorieren sich. Normalerweise würde so etwas eine spannende Jugendgeschichte vorantreiben, aber da das Buch sehr kurz ist, waren diese Streitereien einfach nur nervig und nicht sehr authentisch.

WAKE glänzt mit einer sehr guten Idee, aber die Umsetzung, sowie der Schreibstil und die Gestaltung des Buches lassen sehr zu wünschen übrig. Ich bin absolut enttäuscht von dem Buch Grafik

2 Marshmallows


Aber Janie weiß, dass es keine "Besserung" gibt. Es ist, wie es ist. So ist ihr Leben. (S.109)

Anscheinend muss alles erst schlimmer werden, bevor es besser wird. (S.115)

"Träume sind keine Erinnerungen, Janie. Es sind Hoffnungen und Ängste." (S.132)

"Ich glaube", murmelt Janie dann, "die echt schlimmen Sachen gehen nie ganz vorbei. Und daran ist niemand schuld." (S.192)

Kommentare:

  1. Hey :D
    Nee...ich glaube, da kaufe ich mir lieber den "normalen" Schuber. Der in Orange gefällt mir nicht so gut, auch wenn man 5 Cent spart.
    ^-^
    Die Idee von dem Buch hört sich wirklich gut an, aber der Schreibstil ist glaube ich auch nichts für mich...allein schon die Zitate und der Anfangssatz. Vlt. wäre es besser, wenn es aus der Perspektive von Jamie geschrieben wäre.

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  2. *lach* ich bin total oft zelten, auch mal im "normalen" Zelt ... Und es ist so cool, wie es aussieht, das kann ich dir sagen! *_*
    Danke! =)

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