Montag, 9. Juli 2012

[Rezension] Legend (Marie Lu)

Titel: Legend
Autorin: Marie Lu
Verlag: razorbill
Seiten: 295
Genre: Fantasie
Sprache: Englisch (Taschenbuch)
Preis: 8,10€

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Los Angeles, California, Republic of America

He is Day,
the boy who walks
in the light.

She is June, 
the girl who seeks 
her brother's killer.

On the run and undercover, they meet by chance.
Irresistibly drawn together, neither knows the other's past.
But Day murdered June's brother.
And she has sworn to avenge his death.

"My mother thinks I'm dead."


Das Cover ist wirklich legendär. Der Rauch am Himmel wird durch den Sonnenuntergang deutlich und Rauch vermittelt immer so ein Gefühl von Mystik und Geheimnis oder auch Kampf. Und genau das findet man auch im Buch: Geheimnis und Kampf. Das Mädchen als größten und höchsten Punkt gesetzt zu haben, ist sehr schlau ausgetüftelt auf und fokussiert den Leser gleich auf die Hauptperson June. Allerdings mag ich das Zitat von Sarah Rees-Brennan nicht: "If you liked THE HUNGER GAMES, you'll love this." Immer diese Vergleiche... Außerdem hat der Inhalt von Legend NICHTS mit The Hunger Games gemeinsam >.< Das Wappen der Republik von Amerika ist nur im Licht zu sehen oder zu fühlen- sowas mag ich total bei Buchcovern Herz
Der Buchtitel erregt natürlich Aufmerksamkeit und man erwartet viel von dem Buch, wenn es so heißt. Hundertprozentig sicher bin ich mir nicht, warum das Buch so genannt worden ist. Das Wort 'legend' fällt im gesamtem Buch nur einmal und wird mit Day's jüngsten Taten in Verbindung gebracht. Denn er arbeitet gegen die Republik, denn er kennt ihre Geheimnisse.

Man wird direkt ins Geschehen hineingeworfen- ohne Hintergrundinformationen. Das ist zunächst etwas verwirrend, aber bald gibt es Klarheit für den Leser. Denn man erfährt die Geschichte immer abwechselnd aus Day's und June's Sicht.
Die Republik von Amerika kämpft schon seit Jahren gegen die Kolonien. Sind sind davon überzeugt, dass die Kolonien ihnen die Macht entreißen wollen. Das Militär ist die wichtigste Macht des Electo Primo- dem Diktator. Und auch hier gibt es wieder die typische Verteilung: Die Reichen haben alles, vor allem Macht und Einfluss und die Armen verkümmern ohne genügend Lebensmittel in ihren Dörfern. Fast schon regelmäßig brechen Seuchen in den ärmeren Vierteln auf und das Militär macht deswegen immer wieder Kontrollbesuche. Jedes Haus, das von einer solchen Seuche betroffen ist, wird mit einem roten X markiert und später "leergeräumt".
Dann gibt es noch die Trials. Jedes Kind muss diese im Alter von zehn Jahren absolvieren. Die Trials bestehen aus physischen und psychischen Tests und einem Interview. Die Punktzahl, die erzielt wird, entscheidet über die Zukunft des Kindes. Erreicht es einen guten bis sehr guten Rang, so kann es an die High School und schließlich aufs College gehen. Kinder, die ihre Trials nicht bestehen, werden für immer von ihren Familien getrennt und in labor camps gebracht, wo sie weiter trainiert werden.
Und hier beginnt die Geschichte. Day lebte mit seiner Familie in einem Armenviertel und als er die Trials nicht schaffte, wurde er fortgebracht. Doch er floh aus den labor camps und lebt seither auf der Straße. Doch nun, mit fünfzehn Jahren, verübt er regelmäßig Anschläge auf verschiedene Militärstationen und ist der meistgesuchteste Kriminelle der Republik. Eines Tages beobachtet er, wie ein Militär ein seltsames rotes Kreuz an die Tür seiner Familie sprüht. Nun ist er fest entschlossen, Heilmittel zu stehlen.
June ist die einzige, die es je geschafft hat, einen Rang von 1500 zu erreichen. Sie gilt als Wunderkind und besucht schon mit fünfzehn Jahren das College. Allerdings ist sie eine Regelbrecherin und ein Wildfang. Und doch steht sie treu hinter der Republik und bekommt einen hohen militären Rang, nachdem ihr Bruder ermordet worden ist.
Obwohl sie Day, den Mörder ihres Bruders, töten will, zeigt er ihr eine andere Welt und seine Sichtweise auf die Republik. Und June kann es gar nicht glauben, als sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten.
Spoiler (Mitte des Buches) Doch da ist es schon zu spät, denn sie hat Day bereits an die Republik ausgeliefert... Spoiler Ende
Das Wappen der Republik

Day ist ein Fünfzehnjähriger, der bereits seit Jahren gegen die Republik arbeitet. Er verübt regelmäßig Anschläge auf Militärstationen und stiehlt Medikamente und Geld. Nur sein großer Bruder John weiß noch, dass er am Leben ist. Denn nach seinen Trials wurde Day weggebracht und Tage später für tot erklärt. Er kennt die Wahrheit über die Republik, kann diese aber nicht kundtun, ohne erschossen zu werden. Die Regierung ist sowieso schon hinter ihm her. Kaum jemand weiß, dass er der Junge ist, der eigentlich vor fünf Jahren für tot erklärt worden ist, da sein echter Name nicht Day ist. Zusammen mit Tess, die er vor drei Jahren auf der Straße aufgelesen hat, streift er umher.
Richtig entschlossen ist er aber erst, nachdem bei seiner Familie eine Seuche festgestellt worden ist- jedoch eine andere als zuvor. Denn ihre Tür ziert nun nicht mehr ein rotes X, sonder ein durchgestrichenes rotes X. Keiner weiß, was das bedeutet.
Durch die Republik und auch June bekommt man einen schlechten Eindruck von Day, aber er hat noch nie jemand getötet oder vorsätzlich verletzt. Schließlich rettet er June sogar das Leben, als sie ihn undercover finden soll.
Egal, in welcher Situation er sich befindet, er ist immer entschlossen, alles für seine Familie zu geben, auch wenn das seinen eigenen Tod bedeuten würde.

June erzielte den höchsten Rang bei den Trials, den man überhaupt erreichen kann- und das als einzige. Sie gilt als Wunderkind und in sie werden große Hoffnungen für die Zukunft gesetzt. Bereits mit fünfzehn besucht sie das College, hat nur perfekte Noten und sitzt dennoch andauernd im Büro der Direktorin, weil sie etwas angestellt hat. Meiner Meinung nach ist sie entweder mit den schulischen Inhalten unterfordert oder mit den privaten Dingen überfordert- vielleicht auch beides. Ihre Eltern sind vor ein paar Jahren bei einem Unfall gestorben und sie hat nur noch ihren Bruder Metias und ihren Hund Ollie. Freunde hat sie keine, da alle anderen älter sind als sie.
Als ihr Bruder schließlich getötet wird, bricht ihre Welt völlig auseinander. Sie hat niemanden mehr. Außer den Mörder ihres Brudes, dem sie geschworen hat, ihn zu jagen, bis er tot ist. Sofort nach Metias' Tod wird sie ins Militär aufgenommen und bekommt einen hohen Rang. Ihre erste Mission: Day finden und ausliefern.
Als dieser ihr aber das Leben rettet, weiß sie noch nichts von seiner Identität. Sie verliebt sogar ein bisschen in ihn. Somit ist auch verständlich, dass sie oft ein schlechtes Gewissen hat, nachdem sie ihn ausgeliefert hat.
Aber ab und zu kann ich June einfach nicht verstehen. Natürlich sieht man in ihr nun endlich einmal eine ganz andere Sichtweise auf eine solche Welt. Denn sie steht voll und ganz hinter dem System, obwohl im Leser alles danach schreit, dass das doch alles nicht so richtig sein kann. Aber manchmal möchte ich ihr nur in den Popo treten -_-

Besonders grausam sind die "Marionetten" der Regierung. Sie töten einfach so Menschen und danach reden sie über alltägliche Dinge, als ob nichts passiert wäre.
Besonders jedoch mochte ich Tess. Obwohl sie noch so jung ist, weiß sie besonders viel über die Behandlung von Wunden, was Day und auch June sehr oft in Anspruch nehmen.

Besonders gut finde ich die wechselnden Sichtweisen von June und Day. So bekommt man einen sehr guten Einblick in das Leben beider und ihre Beweggründe für das, was sie tun. Gefallen hat mir ebenfalls, dass man einfach als Leser in dieser Welt zurechtkommen musste. Denn es gab keine Hintergrundinformationen darüber, wie die Republik entstanden ist oder dergleichen. Man musste die Welt einfach so akzeptieren, wie sie ist und das macht die ganze Geschichte sehr authentisch.
Ebenso beeindruckend ist June. Sie steht voll und ganz hinter der Republik (und das ist etwas völlig anderes, als wir es von dystopischen Romanen gewohnt sind). Doch nach und nach beginnt sie wirklich zu zweifeln und zu hinterfragen.

Das Buch hätte für meinen Geschmack gerne noch ein wenig länger sein können ww Der Beziehungsaufbau zwischen June und Day ist wirklich rasaaaant ^^ Da hätte sich Marie Lu noch etwas mehr Zeit lassen können.

Legend ist ein absolut spannender Roman, der beide Seiten des Systems zeigt und wer schließlich die Oberhand gewinnt. Gespickt mit etwas Liebe ist er einfach ein Muss für jeden Dystopie-Fan.
Aufgrund der geringen Seitenzahl ein schneller Bestseller für zwischendurch♥

5 Marshmallows

"I will hunt you down. I will scour the streets of Los Angeles for you. Search every street in the Republic if I have to. I will trick you and deceive you, lie, cheat and steal to find you, tempt you out of your hiding place, and chase you until you have nowhere else to run. I make you a promise: Your life is mine." (S.45)

"What a stupid puppet of the state." (S. 210)

"Few people ever kill for the right reasons, June", he said after a long silence. "Most do it for the wrong reasons."
(S. 240/241)

Kommentare:

  1. uaaah, deine Rezi ist super, aber willst du vielleicht den letzten Satz bei dem Abschnitt Handlung streichen? Ich hab das Buch noch nicht gelesen und empfinde das als Spoiler :S
    Liebe Grüße
    Elisa (:

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  2. Oh, ich freu mich so darauf... jetzt noch mehr :-)
    werde es auch bald lesen, aber meine Meinung darf ich ja nicht veröffentlichen :-(
    noch nicht ;-)

    glg
    Steffi

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  3. Ich fand das Buch auch richtig gut und wie bei dir, hätte ich mir auch gewünscht, dass es ruhig noch länger ist :-) Aber na gut, "The Prodigy" ist schon vorbestellt, auch wenn es noch sooo lange dauert.

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