Donnerstag, 14. Juni 2012

[Rezension] Die Drachen der Tinkerfarm (Tad Williams & Deborah Beale)

Titel: Die Drachen der Tinkerfarm
Autoren: Tad Williams und Deborah Beale
Verlag: Klett-Cotta
Seiten: 380
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch (Taschenbuch)
Preis: Für diese Ausgabe? Unbezahlbar (:

Klappentext:
Eigentlich sollte es ein ganz normaler Ferienaufenthalt auf dem Land werden, aber was die Geschwister Tyler und Lucinda auf der geheimnisvollen Tierfarm ihres Onkels erleben, übersteigt jede Vorstellungskraft. Der erste Band einer spannenden Fantasyserie von Bestsellerautor Tad Williams und Deborah Beale. (c)


Meine Meinung:
Der Klappentext gibt ja nicht sonderlich viele Informationen her, aber allein der Titel und das Cover machten mich unglaublich neugierig. Ich bin ein absoluter Drachenfan und wurde von diesem Buch nicht enttäuscht!
Zu Beginn erfährt man, wie Lucinda und Tyler leben. Ihre Eltern haben sich scheiden lassen und ihre Mutter versucht alles, um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. Allerdings kommt sie mir wie einer dieser Menschen vor, die einfach alles falsch machen, obwohl ich versuchen, alles richtig zu machen ^_^
Sie möchte in diesem Sommer in ein Single-Camp fahren und Lucinda und Tyler bei einer anderen Familie unterbringen. Das jedoch verursacht wieder einmal einen Riesenstreit zwischen Mutter und Tochter. Tyler spielt die ganze Zeit nur auf seinem GameBoy und ist genervt.
Da sich ihre Mutter so viele Sorgen um ihre Kinder zu machen scheint, kommt es mir doch höchst seltsam vor, dass sie ihre Kinder einfach zu ihrem Großonkel Gideon auf die Tinkerfarm (oder Ordinary Farm) schickt- wobei sie selbst zugibt, dass sie keinen Großonkel Gideon kennt. Die typische Reaktion der Kinder: bockig sein und rummeckern. Ich hätte wahrscheinlich nicht anders reagiert. Was, wenn dieser "Großonkel" ein Verbrecher wäre? Zum Glück ist er das aber nicht.
Und somit beginnt das Abenteuer. Zumindest ansatzweise. Schon von Anfang an hat man auch als Leser das Gefühl, dass die Farm ein Geheimnis birgt und somit auch ihre Bewohner/Arbeiter. Gideon war eine echte Belustigung für mich. Er rennt nur in Hausschuhen und Bademantel herum und seine Haare erinnern an einen verrückten Professor- ein fantastisches Bild ;)
Lucinda und Tyler sehen nicht ein, dass sie helfen sollen, die tagtäglichen Farmarbeiten zu verrichten. Und wie es für pubertierende Jungen typisch ist, schleicht sich Tyler dauernd davon, um die Geheimnisse der Farm aufzudecken. Tatsächlich schafft er es, das größte Geheimnis zu lüften- die Drachen. Allerdings werden lange keinerlei Fragen beantwortet, auch nicht für den Leser. Aber das macht es umso spannender. Man geht mit Tyler und Lucinda auf Entdeckungstour und findet ansatzweise Antworten, aber auch immer mehr Rätsel.
Die wechselnde personelle Erzählweise des Romans lässt einen tiefer in die Geschichte blicken. Jeder scheint irgendein Geheimnis zu haben, aber Antworten sucht man auch hier vergeblich.
Aber gegen Ende des Romanes stellt man fest, dass alle Rätsel und Geheimnisse miteinander verbunden sind, was die Geschichte nur noch spannender macht.
Es beginnt schon viele Jahre zuvor. Octavio Tinker, der Gründer der Farm, war ein absolutes Genie und hat eine sogenannte Verwerfungsspalte entdeckt, durch die man durch die Zeiten reisen kann. Daher kommen auch die Drachen und Arbeiter. Gideon war sein Assistent, verliebte sich in Octavios Enkelin Grace und erfuhr dann jahrelang Verachtung von ihm. Am selben Abend, als Octavio starb, verschwand Grace...
Alle Geheimnisse führen auf die Geschichte und die Kostbarkeit der Farm zurück. Leider gibt es in diesem ersten Band nicht alle Antworten, aber ich freue mich schon auf den zweiten!
Besonders toll fand ich die magischen Wesen, die es auf der Farm gibt- von den Drachen über Einhörner bis hin zu Basilisken. Sie gehören zu einer fantastischen Welt, in die man selber gerne eintauchen möchte. Und diese doch sehr reale Geschichte gibt einem das Gefühl, dass so etwas wirklich möglich ist oder dass es diese magischen Wesen wirklich einmal gegeben haben muss.

Die Gestaltung des Romans gefällt mir ausgesprochen gut! Die Kapitel sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Jedes Kapitel beginnt mit einem einleitenden Bild, durch welches man schon erahnen kann, welche Wesen in diesem Kapitel vorkommen oder an welchem Ort diese Szene spielt.


Jedoch gab es eine Szene im Buch, die mich absolut verärgert hat. Ihr werdet mir bestimmt zustimmen. Tyler ist manchmal wirklich... grrr.

Er hätte nie gedacht, dass es an einem Ort so viele Bücher geben könnte - alles hier war ein Bücherpalast, ein ganzes Reich von Büchern.
Schade, dass sie so viel Platz dafür verschwendet haben, dachte Tyler. Es hätte echt ein krasser Spielraum werden können.
Bücher waren schließlich voll langweilig, und gewöhnlich gab er sich so wenig wie möglich damit ab, vor allem deshalb, weil seine Mutter ständig davon redete, dass Kinder, die lasen, besser waren als die anderen, die nicht lasen [...]
(S.126)

Also wirklich *kopfschüttel* Unglaublich, was sich manche Menschen herausnehmen zu denken. Ich glaube zwar nicht wie seine Mutter, dass diejenigen, die nicht so viel lesen, schlechter sind, als diejenigen, die lesen, aber diejenigen, die lesen, haben ein besseres Verständnis für Rechtschreibung, für das laute Vorlesen und das Erlangen von Wissen an sich.
Wie auch immer, diese Szene ist ja noch recht anfänglich. Wie Tyler später über Bücher denkt, erfährt man nicht, jedoch machen er und auch Lucinda eine große Entwicklung durch. Tyler wird viel verantwortungsvoller und ernster. Er erkennt, dass das Leben mehr bietet, als nur Gameboy-Spiele.
Lucinda wird tiefgründiger und ist nicht mehr so oberflächlich. Auch wenn sie gegen Ende des Romans immer noch etwas Angst vor den Drachen hat, rennt sie wenigstens nicht mehr schreiend davon, wie am Anfang.
Sie und Tyler werden wirklich aktiv, als es darum geht, das Geheimnis der Farm zu bewahren und sie und seine Bewohner vor den geldgeilen Geschäftsleuten zu retten, die ahnen, dass dort irgendetwas Seltsames vor sich geht.

Die Drachen der Tinkerfarm ist ein geheimnisgeladener und magischer Roman, der Fantasyfans begeistern wird! Sogar Krimifans kommen auf ihre Kosten. Eine spannende kleine Welt, die sich mitten in unserem öden Alltag befindet.

5 Marshmallows


Kommentare:

  1. Ähm den Danbo habe ich selber gebastelt(: steht aber auch im Post..

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  2. Hehe, was hab ich gesagt! Das Buch ist MEGAGENIAL *_____*
    Wer das Buch nicht liest ist selbst schuld ;P Der- oder diejenige verpasst wirklich was XDDD Deine Rezi gefällt mir total (Y) Ein Hoch auf Drachenfans, yeahhhhh ♥ LG Hanna ;*

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  3. Dankeschoen. ♥
    Das Buch klingt ja interessant. Ich bin eigentlich kein grosser Drachenfan aber das macht mich schon etwas neugierig.

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  4. Du wurdest getaggt:
    http://meine-lesewelt.blogspot.de/2012/06/tag-8-dinge-uber-mich.html
    Viel Spaß! <3

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  5. Die Illustrationen sind echt wunderschön <3 Das Buch rückt auf meiner Wunschliste gleich um einige Plätze nach oben.

    "The Golden Lily" habe ich bei dem britischen Bücherladen The Book Depository (www.bookdepository.com) vorbestellt. Eine Lieferung dauert meistens so fünf Tage. Der Vorteil ist aber, dass sie Neuerscheinung (im Gegensatz zu Amazon) fast der immer vorrätig haben und sofort am Erscheinungstag verschicken. :)

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  6. tolle REzi, da bekomm ich direkt Lust auf das Buch :)
    LG, Sandrina

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