Mittwoch, 11. April 2012

Filmnews + [Fanfiction] The Last Hunger Games. Kapitel 4

Ich bin gerade total schockiert. Ganz unschuldig bin ich aufgestanden und habe den PC angemacht und da sehe ich es: Gary Ross wird bei Catching Fire nicht Regie führen! Irgendwie bin ich total traurig. Zwar muss es ja nicht schlecht sein, dass es einen neuen Regisseur gibt, aber in manchen Filmen, bei denen die Regisseure gewechselt haben, gibt es massive grafische Unterschiede ... :'( Des Weiteren hoffe ich, dass der neue Regisseur Catching Fire nicht in 3D machen wird ...

Heute habe ich aber noch etwas Positives für euch: Kapitel 4 meiner Fanfiction! Viel Spaß beim Lesen.


Kapitel 4

Hier und da ist ein erleichtertes Aufatmen zu hören. Bestimmt die Hälfte der Bewohner des Kapitols hatte ein ansehnliches Leben, aber keine Befugnis, in politischen Entscheidungen mitzubestimmen. Somit ist die Auswahl auf die möglichen Tribute begrenzt. Aber ich befinde mich unter ihnen. Ich bin wie gelähmt und Ash drückt mich fester an sich.
„Nun denn“, trällert Effie und zieht ihren seidenen Handschuh aus. „Ladies first.“
Ich schließe die Augen und versuche, ruhig zu atmen.
„Makayla Sanford.“
Ein Aufschrei ist zu hören. Meine Augen bleiben fest verschlossen, während sich meine Gedanken überschlagen. Nicht Makayla. Nein, das muss ein Fehler sein.
Sie ist erst dreizehn. Sie ist so jung und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Ich höre, wie meine Mutter neben mir nach Luft schnappt. Sie kennt Makayla schon seit ihrer Geburt.
„Komm, komm, komm, meine Liebe“, sagt Effie. Offenbar will Makaylas Familie sie nicht gehen lassen. Als Effie weiterspricht, spüre ich einen Stich in meiner Brust.
Ich könnte es einfach nicht ertragen, wenn noch mehr meiner Bekannten in die Arena müssten. Viele Kinder der höheren Abgeordneten sind noch jung, kaum fünfzehn Jahre alt. Die Vorstellung, sie sterben zu sehen oder sogar töten zu müssen, ist barbarisch. Aber haben wir nicht genau das den Distrikten zugemutet?
So fühlt es sich also an. Es ist schlimmer, als ich erwartet habe.
Bei jedem weiteren Namen, den Effie verliest, hört man lautes Schluchzen oder Schreien.
Einige der Namen sind mir fremd. Umso besser, denke ich. Je weniger du von ihnen kennst, desto leichter wird es werden, ihre Tode zu ertragen. Aber manche Namen brennen sich in mein Gehirn ein.
Chloe Merritt. Siebzehn Jahre alt und eine für das Kapitol ungewöhnlich stille Person. Lexie Bennett. Die vierzehnjährige kleine Schwester einer guten Freundin von Ash.
Sophie Fletcher. Die sechszehnjährige Tochter eines hohen Abgeordneten, mit der ich früher oft gespielt habe.
Holly Banks. Die sechszehnjährige Schulzicke.
Ruby Dawson. Eine Zwölfjährige, die in ihrem Jahrgang als ungewöhnlich clever gilt.
Eliza Wallace. Die Fünfzehnjährige hat sich gegen ihre Eltern durchgesetzt, die ihr rechtes, blindes Auge operieren lassen wollten. Sie aber sah sich damit als einzigartig an.
Zu meinem Glück kenne ich die restlichen weiblichen Tribute nicht.
Inzwischen habe ich die Augen wieder geöffnet. Je mehr Tribute ausgelost wurden, desto sicherer fühlte ich mich, da mein Name nicht dabei war.
„Nun kommen wir zum letzten weiblichen Tribut der sechsundsiebzigsten Hungerspiele.“ Effies Hand kreist im Lostopf, bevor sie einen Zettel vom Rand herauszieht.
Ich hoffe, dass nicht noch ein junges Mädchen in die Spiele ziehen muss. Es ist schon schlimm genug, dass Zwölfjährige gegen Achtzehnjährige antreten müssen. Die Kleinen haben gar keine Chance. Auch wenn sie klein, wendig und schlau sind, können sie nichts tun, außer warten, dass die älteren Tribute getötet werden oder durch Umwelteinflüssen sterben. Im direkten Kampf mit Waffen sind die schutz- und machtlos. Ich hoffe inständig, dass es nicht die kleine Mia ist, die ich oftmals auf dem Schulhof …
„Emily Barlow.“
Augenblicklich setzen meine Gedanken aus. Aber nur, um wenige Sekunden später wieder mit voller Wucht auf mich einzuwirken. Meine Mutter schlägt sich die Hände auf den Mund, um einen spitzen Schrei zu verhindern. Mein Vater steckt stocksteif da und starrt auf die Bühne. Ash umarmt mich und murmelt „Nein, nein, nein, nein.“
Ich bin kaum imstande, zu blinzeln. Als wäre mein Körper plötzlich eingefroren.
Mein Gehirn arbeitet umso schneller. Ich muss in die Arena. Ich muss gegen all die anderen Tribute antreten, die eben aufgerufen worden sind. Und das sind gerade einmal elf von dreiundzwanzig. Ich kann nicht kämpfen. Ich kann nicht jagen. Ich kann in einer anderen Welt als dem Kapitol nicht überleben. Ich kann nicht töten. Ich kann niemandem vertrauen.
„Ash“, murmele ich. Meine Stimme zittert. „Du musst mich gehen lassen.“ So gerne ich auch hier bei ihm bleiben würde, habe ich eingesehen, dass ich in die Arena muss. Und deshalb muss ich auch jetzt auf die Bühne gehen. Langsam lässt er mich los.
„Du kannst es“, sagt er. „Du bist nicht wie die anderen hier. Du kannst es schaffen.“
Ich nicke. „Ich komme wieder nach Hause.“
Dann drehe ich mich zur Bühne, von der aus mich Effie erwartungsvoll ansieht. Ich hebe mein Kinn und gehe fast schon zügig nach vorne. Auf keinen Fall will ich als Schwächling dastehen. So schlimm es auch ist, das hier ist ein Wettkampf – ein tödlicher Wettkampf. Jeder von uns wird um sein Überleben kämpfen, genauso wie es die Tribute aus den Distrikten getan haben. Sie haben niemals aufgegeben. Sie gaben sogar ihr Bestes, auch wenn das hieß, dass sie andere Kinder töten mussten. Bei den Hungerspielen muss man egoistisch sein, das habe ich über all die Jahre gelernt. Bündnisse müssen bald schon wieder aufgelöst werden, denn es darf nur einen Sieger geben. Oftmals habe ich mich gefragt, warum die Tribute überhaupt Bündnisse eingegangen sind. Man musste stets damit rechnen, im Schlaf getötet zu werden.
Im Kopf lege ich mir bereits eine Strategie zurecht. Dennoch befällt mich ein seltsames Gefühl. Meine Gedanken sind klar geordnet und ich entwerfe eine Strategie zum Überleben. Eigentlich müsste ich geschockt und in eine Starre gefallen sein, doch das ist nicht der Fall. Wieder einmal ein Beweis dafür, dass ich nicht normal bin. Vielleicht ist die Arena ja genau der richtige Ort, um zu sterben.
Ich steige die steinernen Stufen hoch und begebe mich in die Reihe der anderen elf weiblichen Tribute. Sie sind alle bunt und für das Kapitol passend aufgetakelt, deshalb falle ich natürlich auf.
„Schön, schön“, sagt Effie. „Dann kommen wir zu den Jungen.“
Auch hier hoffe ich inständig, dass ich so wenig wie möglich von ihnen kenne.
Zu meinem Glück ist es so. Aber vier Namen lassen mich einen Stich in der Brust fühlen.
Finn Osborne. Der kleine zwölfjährige Freund von Ruby, dem die blonden Locken in die Stirn fallen.
Connor Johnson. Der Achtzehnjährige ist für seine Aggressivität bekannt.
Elliott Hallman. Er ist fünfzehn und bleibt gerne für sich. Sein pinkfarbenes Haar erregt immer wieder Aufmerksamkeit.
Und schließlich … „Sam Glendale.“
Als dieser Name aufgerufen wird, schnappe ich nach Luft. Langsam, aber mit erhobenem Kopf geht er auf die Bühne zu. Sein braunes Haar ist wie immer verwuschelt, seine grünen Augen blitzen im Sonnenlicht auf. Ich habe eine Schwäche für ihn, seit ich ihn das erste Mal in der Schulcafeteria gesehen habe. Wir haben keine Kurse zusammen, obwohl wir im selben Alter sind.
Ich starre auf den Boden, als wollte ich ihn mit meinem bloßen Blick verschieben. Meine Schwäche für ihn wird eine Schwäche in der Arena sein. Das ist mir schon jetzt klar.
„Fröhliche letzte Hungerspiele“, ruft Effie, doch niemand applaudiert. „Und möge das Glück stets mit euch sein.“
Danach werden wir alle in das Justizgebäude geführt. Dies ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen dem Kapitol und den Distrikten. Die Justizgebäude haben alle eine steinerne Bühne, die von Treppen gesäumt ist und schwere Metalltüren.
Jeder Tribut bekommt ein Einzelzimmer, um sich von seinen Liebsten zu verabschieden. Dazu bleibt uns maximal eine Stunde Zeit.
Und bereits heute Abend wir es die Wagenparade geben. In einer Woche könnte ich schon tot sein.
Bevor sich noch mehr Gedanken über die nächsten Tage in meinen Kopf einschleichen, öffnet sich die Tür und meine Familie stürmt herein. Meine Mutter. Mein Vater. Ash.
Zuerst nimmt mich mein Vater in die Arme. „Es tut mir so leid, Emily“, sagt er und seine Stimme zittert. „Das hätte nicht passieren dürfen.“
„Ist schon in Ordnung“, erwidere ich. „Jetzt ist es sowieso zu spät.“ Er lässt mich los und sein Blick ist ungläubig. Ebenso wie der von meinem Bruder.
„Du hast doch nicht schon etwa mit allem abgeschlossen?“, sagt Ash. „Du akzeptierst, dass du sterben wirst?“
„Nein“, sage ich ruhig. „Ich habe akzeptiert, dass ich in die Arena muss.“
Ash umarmt mich.
„Hör zu, Ash“, sage ich. „Ich habe nicht vor, zu sterben. Die anderen haben allesamt keine Ahnung vom kämpfen oder Überleben in der Wildnis. Wahrscheinlich haben sie die Hungerspiele nur als Unterhaltungsshow angesehen. Aber ich habe mir Tricks und Techniken abgeguckt. Ich kann es schaffen.“
Versuche ich mich etwa gerade zu rechtfertigen? Sollte meine Familie mich nicht aufbauen?
„Es tut mir leid“, flüstert Ash. „Natürlich wirst du kämpfen. Du kannst es, nein, du wirst es schaffen. Aber bitte nimm dich vor Connor in Acht. In der Arena wird er komplett durchdrehen und jeden töten, der ihm in die Quere kommt.“
Nun nimmt mich meine Mutter in die Arme. Sie sagt nichts. Ich kann nur ihr Schluchzen hören.
Mein Vater murmelt immer wieder vor sich hin, dass es ihm leidtue. Dabei kann er nichts dafür. Keiner hätte ahnen können, dass nur die Kinder der einflussreichsten Abgeordneten im Kapitol als Tribute ausgelost werden können.
„Es ist okay, Dad“, sage ich. „So oder so hätte es mich treffen können. Ash, ich schwöre, dass ich kämpfen werde und Mom … Ich hoffe, dass du auch mir zujubeln wirst.“
Ein Mann in Uniform kommt herein und bittet meine Familie, nach draußen zu gehen. Noch einmal umarme ich sie. Dann sind sie weg.
Nun lasse ich meinen Tränen freien Lauf. Auch wenn ich stark sein will, kann ich es in diesem Moment nicht. Vielleicht sehe ich sie nie wieder. Vielleicht habe ich meine Familie gerade das letzte Mal gesehen.
Vielleicht bin ich in einer Woche schon tot.

Kommentare:

  1. Richtig toll *.*
    Du hast dich auf meinem Blog in letzter Zeit weniger gemeldet,deswegen frage ich nach so wie du bei mir neulich ^.^ Denn ich habe jetzt auch angefangen eine Geschichte zu schreiben,und ich würde mich über deine Meinung wirklich sehr freuen!

    LG Anna ;*

    LG Anna ;*

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  2. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich deine Hauptperson in der Arena schlagen wird. Du hast das sehr gut beschrieben, also die Gefühle uns so.

    ach was laber ich, einfach klasse!

    LG Lisa <3

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  3. "Es ist okay, Dad“, sage ich. „So oder so hätte es mich treffen können. Ash, ich schwöre, dass ich kämpfen werde und Mom … Ich hoffe, dass du auch mir zujubeln wirst.“

    Boah diese Stelle ist wie ein Schlag ins Gesicht für die Mutter O__O Jetzt bin ich noch mehr gespannt, wie die Parade, Arena und Co. beschrieben werden *___* Her mit Kapitel 5 ;D LG Hanna :*

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  4. WAAS?! anderer Regisseur?! Aber das war doch so toll!

    Ich guck mir mal an, worum es jetzt überhaupt geht, bin jetzt nämlich mittendrin und hab doch keine Ahnung ;D

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